Jeder Mensch entlässt pro Tag etwa 1,5 Liter Urin in die Umwelt - und damit zugleich Medikamentenreste wie Antibiotika, aber auch Verhütungshormone, die im Verdacht stehen, Fische zu verweiblichen und zur Abnahme von Spermien in der männlichen Samenflüssigkeit beizutragen. "Krankenhaustoiletten sind zum Teil so stark belastet, dass die Aufbereitung der Abwässer versagt", erklärt der Mikrobiologe Ulrich Braun. Um Abhilfe zu schaffen, hat er gemeinsam mit der Technischen Universität Hamburg ein "Trennklo" entwickelt, das beim Aufsitzen über einen Sensor ein Extrarohr öffnet. Durch dieses wird der Urin dann unverdünnt abgeleitet. Die Ausscheidungen umweltoffen zu entsorgen sei gefährlich, so der Forscher, weil dies zu einer "flächigen Verbreitung von multiplen Resistenzen gegen Antibiotika" beitrage.
DER SPIEGEL 14/2006
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