24.04.2006

GESTORBENSchnuckenack Reinhardt

Schnuckenack Reinhardt , 85. Mit seinem mitreißenden Violinenspiel belebte der Großneffe des legendären Gitarristen Django Reinhardt Jazzfestivals in ganz Europa. Das Publikum mochte sein Programm aus Swing, Zigeunerliedern, Czardas- und Musettestücken. Reinhardt entstammte einer Sinti-Sippe aus der Pfalz. Er beherrschte die Geige von Kindheit an und holte sich auf dem Mainzer Konservatorium das theoretische Rüstzeug für seine Karriere. 1938 verhafteten die Nazis ihn und seine Familie und deportierten sie nach Polen. Dort überlebte er den Krieg als "ungarisch-deutscher Musiker"; auf der Flucht vor der SS musste Reinhardt mehrfach in den Untergrund abtauchen. Wieder zurück in der Heimat, wurde der Musiker zum Inbegriff des deutschen Zigeunerjazz. Ministerpräsident Kurt Beck ehrte ihn 1996 mit der Peter-Cornelius-Medaille von Rheinland-Pfalz. Schnuckenack Reinhardt starb am 15. April in St. Leon-Roth bei Heidelberg.

DER SPIEGEL 17/2006
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