08.05.2006

ÖSTERREICHGerupfte Gewerkschaft

Eines der bestgehüteten Geheimnisse der Alpenrepublik steht vor der Enthüllung. Im Zuge der Krise der gewerkschaftseigenen Bawag-Bank muss der Österreichische Gewerkschaftsbund (ÖGB) nun seinen legendären Streikfonds aufdecken. Der "Offenbarungseid", so hohe Funktionäre, ist die Folge windiger Spekulationsgeschäfte der "Bank für Arbeit und Wirtschaft". Doch eine Staatsbürgschaft durch Kanzler Wolfgang Schüssel in Höhe von 900 Millionen Euro konnte in der vergangenen Woche das Geldhaus vor der drohenden Insolvenz retten. Die Hilfe für die rote Bank durch den schwarzen Bundeskanzler ist für die politische Linke auch eine Demütigung sondergleichen: Nun muss der ÖGB alle Vermögensverhältnisse aufdecken.
Zusätzlich droht den Arbeitervertretern, bislang eine wesentliche Säule der traditionellen Sozialpartnerschaft Österreichs, der finanzielle Aderlass: Die Bawag soll vollständig verkauft, der Gewerkschaftsanteil an der Österreichischen Nationalbank veräußert werden. Für die oppositionellen Sozialdemokraten ist damit klar, dass Schüssel mit seiner Aktion letztlich nur eines wolle: den Gewerkschaftsbund "in den Konkurs treiben".

DER SPIEGEL 19/2006
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