19.06.1972

„Weil sie im tiefen Dunkel tappen“

„Mit einer Stimme“, so hatte Ärztekammer-Präsident Ernst Fromm gefordert, sollten Deutschlands Mediziner gegen die Kritiker des Ärztestandes zu Felde ziehen -- vor allem gegen die SPIEGEL-Serie „Das Geschäft mit der Krankheit“. Doch die Einheitsfront bröckelt, beim Ärztetag auf Sylt wurde Fromm scharf kritisiert, und der Druck der Reformer dauert an. Wie gut Westdeutschlands freipraktizierende Ärzte sind, wie sie Medizin betreiben, suchten die Verbandsvorsitzenden Roos und Metzner in einem SPIEGEL-Gespräch (Seite 42) darzulegen.
"Warum nur, warum", klagte das "Berliner Ärzteblatt" über die Fürsten des eigenen Standes, "muß die Creme unserer, ärztlichen Funktionärsgesellschaft finden pathetischen Tonfall eines Wanderschmierendirektors Striese verfallen, wenn sie die Ärzte "zu den Fahnen", zum "Handeln" aufrufen will?"
In der Tat: "Rufmord am Arzttum" ("Medizin heute"), "Anti-ärztliche Propagandakampagne" ("Deutsches Ärzteblatt"), "die zerstörerischen Ideen verblendeter Ideologen oder Anarchisten" ("Hamburger Ärzteblatt") -- das war so der Tonfall, in dem ärztliche Standes- und Fachblätter der Kritik am gegenwärtigen System der ärztlichen Versorgung in der Bundesrepublik entgegentraten.
"Wohl oder übel", so hatte Mitte März das "Berliner Ärzteblatt" gemeint, müßten die Ärztefunktionäre nun eine "gründliche Exegese" der SPIEGEL-Serie liefern -- sie sei eine "Herausforderung ... im Sinne eines Zwangs zur Auseinandersetzung". Und auch Bundesärztekammer-Präsident Ernst Fromm hatte auf einer Tagung Ende März in Düsseldorf versprochen, "ausführlich" werde die SPIEGEL-Serie von seiten der Ärzte "gewürdigt" werden ("Darauf können Sie sich verlassen").
Doch beim 75. Deutschen Ärztetag auf Sylt (SPIEGEL 24/1972) Ende letzten Monats fand Fromm plötzlich, "akademische Kleinarbeit" sei bei der Antwort auf solche Kritik nicht angezeigt gewesen. Und in einem ärztlichen Standesblatt, das den beziehungsreichen Titel "Status" trägt, wurde frei heraus formuliert: "Es war sicher eine gute Entscheidung, daß weder die ärztlichen Organisationen noch ... die ärztliche Fach- und Standespresse sich mit dem SPIEGEL detailliert auseinandergesetzt haben." Denn: "Es sind nicht die Fakten, die die Gemüter bewegen, sondern die Art der Darstellung."
Nicht mit Fakten also und soliden Argumenten gingen die ärztlichen Standesherren zum Gegenangriff über, sondern pauschal, mit vagen Formulierungen ("Freiheit für Arzt und Patient in Gefahr") -- oder, wo es sich machen ließ, mit persönlichen Verleumdungen.
Genüßlich beispielsweise enthüllte das "Deutsche Ärzteblatt", daß der Arzt und Publizist Joseph Scholmer, der in seinem Buch "Die Krankheit der Medizin" Kritik vorgetragen hatte, in Wahrheit Schölmerich heiße und nach dem Krieg in der damaligen Sowjetzone im Gesundheitsdienst tätig gewesen sei. Obgleich Scholmer schon 1949 wegen antistalinistischer Haltung inhaftiert und später nach Sibirien deportiert worden war, warf Kassenärzte-Chef Hans Wolf Muschallik "dem Herrn Kollegen Schölmerich" jetzt vor, er sei als immer noch "überzeugter Kommunist" der Meinung, eine Verbesserung der ärztlichen Versorgung könne "nur durch einen Wandel der Gesellschaftsordnung geschaffen" werden -- in Scholmers Buch steht davon nichts.
Freilich, die ärztliche Standespresse, allen voran das "Deutsche Ärzteblatt", schien den Funktionären als Sprachrohr des Abwehrkampf es diesmal nicht mehr zu genügen. In einem Flugblatt an alle niedergelassenen Ärzte in der Bundesrepublik ("Seit Monaten sind Sie Zeugen einer sich steigernden Propagandahetze gegen die Ärzteschaft") wurden die freipraktizierenden Mediziner "zum Handeln" aufgerufen. "Über die Wartezimmer" müsse Gegen-Propaganda auf die Patienten ("täglich über drei Millionen Menschen") ausgeschüttet werden.
Um die Flut von Wartezimmer-Zeitschriften, Flugblättern und Plakaten zu finanzieren, wurden Spendenaufrufe verteilt ("Helfen Sie mit durch einen namhaften Förderungsbeitrag!") -- so auf dem Westerländer Ärztetag. Aber nicht alle Verbandsfunktionäre unterstützten die neuerliche Kampfkollekte der streitbaren Standesführer.
Schon einmal nämlich -- als 1960 der damalige Bundesarbeitsminister Theodor Blank bestimmte Paragraphen der Reichsversicherungsordnung reformieren wollte -- hatten Westdeutschlands Ärzte binnen kurzem einen "Kampffonds" von mutmaßlich sechs bis sieben Millionen Mark durch Spenden aufgebracht. Das Geld wurde nie verbraucht, Denn schon nach wenigen spektakulären Ärzte-Großkundgebungen (so auf dem Münchner Königsplatz und in der Frankfurter Paulskirche) war damals der totale Sieg errungen worden: Der Blank-Entwurf verschwand in den Archiven.
Wieviel Kampf-Geld 1960 übrigblieb, halten die Standesführer freilich bis heute geheim -- zum Ärger des ärztlichen Fußvolks. "Nichts gegen die Sauberkeit der Hände, die hier treuhänderisch tätig sind", mäkelte etwa das Verbandsblatt "Der praktische Arzt", "aber es dürfte ein einzigartiger Fall sein, daß durch Spenden ein Multimillionenvermögen angesammelt wird, über dessen Verwendung die Spender selbst ... keine Silbe und keine Zahl erfahren und dessen Buchführung anscheinend unter die ärztliche Schweigepflicht fällt."
Trotzdem konnte Kammer-Herr Fromm auch diesmal wieder, so beim Sylter Ärztetag, triumphierend davon künden, Spenden gingen "bereits jetzt laufend bei uns ein" -- ein Umstand, der die Kritiker des Ärztestandes in dem Eindruck nur bestätigte, daß Westdeutschlands Mediziner von sich aus zu Reformen kaum bereit, vielleicht nicht einmal fähig sind.
"Man schafft Kampffonds, weil es an den Mitteln für den geistigen Einsatz fehlt", formulierte das Verbandsblatt "Ortskrankenkasse", das den ärztlichen Standesführern an anderer Stelle eine "nervös verspannte, ständige Abwehrbereitschaft" von "augenscheinlich psychotischem Zwangscharakter" bescheinigt hatte -- reine "Defensivstrategie" werde da betrieben, der "man entnehmen könnte, daß es außer den Ärzten in dieser Gesellschaft nur noch Ärzte-Gegner" gebe.
Nur in einem Punkt, so ergibt sich etwa bei Durchsicht des "Deutschen Ärzteblattes", haben sich die Standesfunktionäre zu einer Gegen-Argumentation in der Sache bereit gefunden: beim Honorar.
Anlaß dazu bot eine Anfrage des SPD-Abgeordneten Dr. Ulrich Dübber, ob die Regierung eine SPIEGEL-Berechnung bestätigen könne, wonach 1971 das durchschnittliche Jahreseinkommen der niedergelassenen Ärzte 125 000 Mark (vor Steuern) betragen habe. Staatssekretär Karsten Rohwedder vom Wirtschafts- und Finanzministerium erklärte die SPIEGEL-Angaben für zutreffend.
In einem offenen Brief, der allen Bundestagsfraktionen zuging und im "Deutschen Ärzteblatt" abgedruckt wurde, beschuldigte daraufhin Bundesärztekammer-Geschäftsführer Josef Stockhausen den Staatssekretär der wissentlichen "Falschaussage im Parlament". Zugleich machte Josef Stockhausen eine Gegenrechnung auf -- danach betrug das Durchschnittseinkommen der Praktiker 1971 nur 87 000 Mark. Mit Hilfe eines abenteuerlichen Tricks hatte Stockhausen das Ärzte-Einkommen herunterdividiert: Anstatt das arithmetische Mittel der Praktiker-Verdienste zu errechnen, ermittelte der Kammer-Herr einen sogenannten statistischen Zentralwert.
Während nach aller Regel der Statistiker diese Methode nur für seltene Ausnahmefälle praktikabel erscheint, behauptete Stockhausen ungerührt, allein dieses Verfahren sei "in Wissenschaft und Praxis" international anerkannt. Erhoffter Neben-Nutzen der Stockhausenschen Rechenkunststücke: Würde der Zentralwert-Trick offiziell bei der Ermittlung ärztlicher Einkommen angewandt, so könnten die Praktiker-Verdienste fortan mit den Einkünften anderer Berufsgruppen nicht mehr verglichen werden die Ärzteschaft hätte ihre Bezüge gleichsam statistisch eingenebelt.
Eine solche Verdunkelungstaktik mag begreiflich erscheinen: In seiner Antwort an Stockhausen wies Staatssekretär Rohwedder nach, daß das jährliche Durchschnittseinkommen der niedergelassenen Ärzte nicht nur weit über dem zweifelhaften "Zentralwert", sondern sogar "noch über den" vom SPIEGEL und "von der Bundesregierung bereits genannten Zahlen" liegt.
Trotz allem verwahren sich die Standesfunktionäre entrüstet gegen den Vorwurf, es gehe ihnen vor allem ums Geld. "Ein zähes Ringen um eine bessere Ordnung", so rühmte Fromm auf dem Sylter Ärztetag. kennzeichne vielmehr die ärztliche Standespolitik. Bislang jedoch hat der Reformwille der Mediziner nur kümmerliche Früchte getragen.
Erst auf dem Ärztetag im nächsten Jahr -- Fromm: "Zur Hundertjahrfeier der Ärztetage" -- wollen die Mediziner ein selbstgefertigtes Entwicklungsprogramm vorlegen. Vorab können sie lediglich ein Reformwerk vorweisen, das diesen Namen kaum verdient: das sogenannte Vorwärtsprogramm des Hartmannbundes.
Als Ergebnis einer "bewundernswerten Zusammenfassung aller Kräfte, Fähigkeiten und Möglichkeiten", so verkündete Hartmannbund-Vorsitzender Karl Hans Metzner" präsentiere die Ärzteschaft damit erstmals ein reformerisches "Gesamtkonzept" -- ein "der Vorwärtsstrategie dienendes" Detailprogramm zur Behebung bestehender Mängel im Gesundheitswesen.
Aber das Reformpapier, das aus 122 "Thesen" besteht und ausdrücklich "keine Analyse des Ist-Zustandes" sein soll, bietet kaum mehr als ein buntes Quodlibet. dem ein roter Faden fehlt. Hinter einem wirren Gestrüpp von punktuellen Verbesserungsvorschlägen und einem Schleier dunkelsinniger Begriffe ("Individualmedizin", "Einheit von Diagnostik und Therapie") läßt sich indes deutlich die Absicht erkennen, den Besitzstand abzusichern und möglichst zu erweitern -- durchweg auf Kosten des Staates und der Sozialversicherungen.
Von der Sportförderung bis zur Sexualhygiene, von der Forderung nach Dolmetschern für Gastarbeiter bis zur medizinischen Entwicklungspolitik in der Dritten Welt reicht die Girlande aus unverbindlichen guten Wünschen, die in dem Thesenwerk enthalten sind -- "die Probleme vor der Haustür", aber, so klagte das "Hamburger Abendblatt", etwa die "langen Wartezeiten" und die "5-Minuten-Medizin" habe der Hartmannbund leider unerwähnt gelassen.
Um so sorgfältiger achteten die Thesen-Autoren darauf, daß Reformen und Vorteile für die Ärzte eng miteinander verknüpft bleiben -- und das gerade bei den Hauptmängeln der ärztlichen Versorgung:
> Die Sicherstellung der ambulanten medizinischen Versorgung soll auch weiterhirn ausschließlich den Ärzten überlassen bleiben, aber "Bund, Länder und Gemeinden" werden aufgefordert, "die Errichtung und Erhaltung von Land- und Stadtrandpraxen durch alle geeigneten Maßnahmen" zu unterstützen -- durch Zugaben aus den Steuertöpfen.
> Auch die Bereitschaft der Ärzte zur Fortbildung müsse durch "eine umfassende steuerliche Berücksichtigung der Fortbildungskosten" angespornt, die angeblich extrem lange Studienzeit der Mediziner hernach vergütet werden -- durch "nach Jahren gestaffelte Tarifabschläge" bei der Einkommensteuer.
> Zum Ausgleich der Einkommensunterschiede zwischen freien Praktikern und nachgeordneten Krankenhausärzten sollen die Klinikärzte künftig ebenfalls Mitglieder der Kassenärztlichen Vereinigungen werden, also nicht mehr Gehälter von den Krankenhäusern beziehen, sondern ihre Leistungen einzeln bei der KV abrechnen -- Klinikärzte könnten dann unabhängig von den Krankenhausträgern mit den Krankenkassen Honorare aushandeln.
Selbst für die jetzt schon gutverdienenden Chefärzte würde dabei noch ein Zugewinn herausspringen: Die "Kostenabgabe ... an die Krankenhausträger", wie sie Klinik-Chefs derzeit meist von ihren Privathonoraren abzweigen müssen, könnte laut Hartmannbund-Programm fortan entfallen -- sie soll, so der Plan, durch "Zuschüsse der öffentlichen Hand" ersetzt werden.
Daß dieser Plan kaum Chancen hat, auf absehbare Zeit verwirklicht zu werden, hatte die Bundesärztekammer schon im vergangenen Jahr eingeräumt. Gleichwohl stellte der Hartmannbund die Idee in den Mittelpunkt seines Reformprogramms -- offenbar als Ersatz für realistische und wirksame Verbesserungsvorschläge.
Nirgendwo in dem 122-Thesen-Werk, das als Konterschlag gegen standesfremde Reformpläne konzipiert wurde, finden sich Zahlen, Statistiken oder Analysen, die etwa die Kritik des gewerkschaftseigenen Wirtschaftswissenschaftlichen Instituts ("WWI-Studie") oder des SPIEGEL an der ärztlichen Versorgung entkräften würden.
"Unsicherheit", "Ungewißheit" und "Unkenntnis", so konstatierte das "Berliner Ärzteblatt", kennzeichneten die Position der Ärzteschaft gegenüber ihren Kritikern: Die "Standesorganisationen einschließlich der Bundesärztekammer" wüßten "doch zu vielen jener SPIEGEL-Äußerungen selbst nichts Substantielles zu sagen, weil sie im tiefen Dunkel tappen".
Auch im SPIEGEL-Gespräch vermochten die ärztlichen Standesvertreter das Dunkel nicht zu lichten -- ob sie beispielsweise nach der Mindestausrüstung westdeutscher Arztpraxen oder nach einer Kontrolle über ärztliche Fortbildung, ob sie nach exakten Daten über die Qualität kassenärztlicher Arbeit oder danach gefragt wurden, wieweit die niedergelassenen Ärzte dem gewaltigen Programm der Vorsorgemedizin gewachsen seien.
Zwar hatte NAV-Chef Roos vor rund fünf Jahren einmal den Versuch unternommen, mit Hilfe einer Fragebogenaktion die Leistungsfähigkeit und die Kostenstruktur bundesdeutscher Arztpraxen zu erhellen. Doch Roos war gescheitert: Die Mehrheit der Praktiker hatte sich geweigert, den Fragebogen auszufüllen -- und eine "Wiederholung" des Experiments, so vermutete das "Berliner Ärzteblatt", sei des "Desinteresses wegen, das die Ärzte jenem ersten Versuch entgegengebracht hatten, auch nicht opportun".
in der gegenwärtigen Lage, umstellt von Scharen vermeintlicher Standesfeinde, haben die Ärztefunktionäre ihre Gefolgschaft nur zu einem aufgerufen: zur Einigkeit, zu "geschlossenem Abwehrwillen" ("Der deutsche Arzt").
Doch spätestens beim 75. Deutschen Ärztetag auf Sylt wurde offenkundig, daß die ärztliche Standeseinheit brüchig geworden ist. Zwischen der jungen und der alten Ärztegeneration, zwischen Praktikern und Klinikärzten wurden tiefgehende Differenzen sichtbar. "An die Stelle reiner Verteidigung", so hatte beispielsweise der Marburger Bund verlauten lassen, der die Interessen der Krankenhausärzte vertritt, müsse "eine positive Konzeption" treten.
Mit einem spektakulären Schritt entfernte sich am Dienstag letzter Woche auch der Hartmannbund-Vorsitzende
* SPIEGEL-Titel 11/1972.
Metzner aus der Ärzte-Abwehrfront: Er trat zurück und schloß sich zugleich als Gesellschafter einem von der Standesführung bekämpften Unternehmen an -- der "Deutsche Zentren für medizinische Vorsorge GmbH & Co.".
In einer Presseerklärung begründete Metzner seinen Rückzug mit "Zweifeln", die er daran hege, ob er "zum gegenwärtigen Zeitpunkt eine breitere ärztliche Öffentlichkeit von der Richtigkeit" seiner Überlegungen "überzeugen" könne.
So scheint sich die Hoffnung von Standesführern wie Fromm und Muschallik, durch aufwendige Gegenpropaganda ließen sich -- wie 1960 vielleicht auch diesmal Kritiker und Reformer wieder zum Schweigen bringen, nicht zu erfüllen.
Zwar vermied es die geschwächte sozialliberale Koalition einstweilen, sich auch mit dem Ärztestand anzulegen. Beruhigend empfahl Arbeitsminister Walter Arendt auf dem Sylter Ärztetag den versammelten Medizinern, "einige kritische Äußerungen, auch wenn sie fehl am Platze sind, nicht allzu tragisch zu nehmen". Sodann dekorierte er den Ärztefunktionär Hans Wolf Muschallik mit dem Großen Verdienstkreuz der Bundesrepublik Deutschland.
Doch es sieht, Arendts Abwiegelei zum Trotz, nicht danach aus, als ob das Thema Gesundheitspolitik so bald wieder aus der öffentlichen Diskussion verschwinden würde -- im Gegenteil:
> Der Deutsche Gewerkschaftsbund legte ein "Gesundheitspolitisches Programm" vor -- Ausgangspunkt für Reformpläne.
> In Bezirken und Unterbezirken der SPD feilen Genossen derzeit an Reform-Initiativen, die sie auf dem Bundesparteitag der SPD, vermutlich im Herbst, zur Abstimmung stellen wollen.
> "Leitsätze" zur Reform der medizinischen Versorgung will der Gesundheitspolitische Ausschuß der SPD in den nächsten Wochen fertigstellen.
> Einen "Arbeitskreis Gesundheitspolitik" gründete Ende April in Köln schließlich auch der Bundesverband der Deutschen Arbeitgeberverbände; Ziel der BDA-Reformer: eine "den neuesten Erkenntnissen der Wissenschaft entsprechende medizinische Versorgung der Bevölkerung in freiheitlichen Formen" und "zu vertretbaren Kosten".
"Jetzt steht die ärztliche Tätigkeit prinzipiell zur Debatte, und davon ist niemand unberührt" -- das räumte nun sogar die "Welt" ein.
Die Rückkehr der Ärzte, scheint es, in jenen sozialpolitischen Naturschutzpark, in dem sie in den letzten zwei Jahrzehnten hatten walten können, ist versperrt.

DER SPIEGEL 26/1972
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