19.06.2006

UMWELT

Piratenfischer in Rostock

Fünf russische Fischtrawler sollen seit September 2005 mehrmals im Rostocker Hafen für illegale Fangfahrten in der Ostsee versorgt worden sein. Unter den Augen der Landesregierung von Mecklenburg-Vorpommern, so die Umweltorganisation Greenpeace, seien Treibstoff, Maschinenbauteile und anderes Gerät aufgeladen worden. "Der Rostocker Hafen hat gegen das EU-Gesetz verstoßen, das besagt, dass Piratenfischer in europäischen Häfen nicht ausgerüstet werden dürfen", sagt Thilo Maack, Greenpeace-Meeresbiologe. Obwohl Greenpeace bei der Landesregierung mehrfach protestiert habe, habe diese bis heute nichts gegen die illegalen Praktiken unternommen. Auch ein Appell der Umweltschützer an die Bundesregierung und öffentliche Protestaktionen zeigten keine unmittelbare Wirkung. Es sei lediglich zu einer Korrespondenz zwischen dem Bundesministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz sowie dem zuständigen Landesministerium in Schwerin gekommen. Maack: "Darin finden sich möglicherweise Hinweise, welche Fischarten in welchen Mengen gefangen wurden. Die Einsicht in diese Dokumente wurde uns jedoch von den Ministerien verweigert." Vergangenen Freitag hat Greenpeace deshalb bei den Verwaltungsgerichten Schwerin und Köln das Land Mecklenburg-Vorpommern und die Bundesrepublik Deutschland auf Akteneinsicht verklagt.


DER SPIEGEL 25/2006
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