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BÖRSEN

Wo sind die Euronext-Aktien?

Als Berater der Deutschen Börse versucht die Deutsche Bank im Bieterstreit um die Vierländerbörse Euronext derzeit mit Hochdruck herauszufinden, wem die Aktien des Instituts mit Hauptsitz in Paris gehören. Hintergrund: Euronext-Chef Jean-François Théodore strebt einen Zusammenschluss mit der New York Stock Exchange an, obwohl die Deutsche Börse zu einem höheren Gebot bereit ist; Théodore muss für sein Vorhaben eine Mehrheit seiner Aktionäre hinter sich bringen. Um die Fusion zu verhindern, bemüht sich die Deutsche Börse etwa über die Präsenzlisten der Hauptversammlungen, aber auch über Insider aus der Finanzbranche, herauszufinden, wer die Euronext-Aktionäre sind und wie sie sich verhalten werden - auch, um sie gegebenenfalls noch umstimmen zu können. Bislang gibt es über die Eignerstruktur nur rudimentäre Erkenntnisse. Knapp 50 Prozent der Anteile gehören angelsächsischen Finanzinvestoren - sie würden vermutlich mehrheitlich eher für einen Zusammenschluss mit New York stimmen. 12 bis 15 Prozent der Anteile liegen in Frankreich, sie favorisieren eine Fusion mit der Deutschen Börse. Von rund 30 Prozent der Aktien aber weiß die Deutsche Bank bislang noch nicht einmal, in welchem Land sie sich befinden. "Die Aktien sind wie verschollen", sagt ein Beamter der Bundesregierung, der mit der Sache vertraut ist, "sie unterliegen nirgendwo einer Meldepflicht - und werden vermutlich von Treuhändern gehalten."


DER SPIEGEL 27/2006
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