24.07.2006

INDIENÄrger um Gandhi-Film

Bollywood ist das Synonym für die weltgrößte Filmmaschine - doch den Kino-närrischen Indern soll ein Streifen vorenthalten werden, dessen Thema ausgerechnet Sonia Gandhi ist. Die aus Italien stammende Chefin der Kongress-Partei, Indiens führender politischer Kraft, wehrt sich gegen eine Verfilmung ihres Lebens - beginnend in Cambridge, wo die einstige Sprachschülerin 1965 dem späteren Premierminister Rajiv Gandhi begegnete. Nach Rajivs Ermordung 1991 nahm die eher scheue Witwe dynastische Pflichten wahr, begab sich in die Politik und gewann die letzte Parlamentswahl 2004. Überraschend verzichtete sie auf das Amt der Ministerpräsidentin und ließ ihrem Parteifreund Manmohan Singh den Vortritt. Der indische Regisseur Jagmohan Mundhra, ein erklärter Sonia-Fan, hat die italienische Schauspielerin Monica Bellucci für die Hauptrolle des Films auserkoren und möchte die "Love-Story zwischen einer Frau und einem Mann", die zu einer "Love-Story mit einem Land" wurde, eigentlich bis Dezember fertigstellen. Nun liegt das 18-Millionen-Dollar-Projekt auf Eis: Offiziell wird das Veto Gandhis und ihrer Partei mit fehlendem Einverständnis und zu erwartenden "Ungenauigkeiten" begründet. Falls sich Mundhra dem Willen der Regierungspartei und ihrer Vorsitzenden nicht fügt, drohen ihm in Indien juristische Konsequenzen.

DER SPIEGEL 30/2006
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