31.07.2006

LEGENDENPhänomen Heesters

Der Mann ist seit mehr als 80 Jahren in der Showbranche erfolgreich: Johannes Heesters, 1903 geboren in den Niederlanden, in Deutschland vor vielen Jahrzehnten zum Star geworden. Vor zwei Jahren hat er sein privates Archiv der Berliner Akademie der Künste in Berlin übergeben. Dort werden vom 25. August an ausgewählte Dokumente aus diesem Bestand und auch aus anderen Quellen präsentiert. Dass der Sänger, Theater- und Filmschauspieler Heesters einer der beliebtesten Künstler der Nazi-Zeit war, soll nicht verschwiegen werden. Beleg für seine Popularität sind etwa die Aufnahmen für eine 1942 von der Ufa in Auftrag gegebene Homestory. Man will Fotos präsentieren, die Heesters bei einem Besuch des Konzentrationslagers in Dachau zeigen. Es gibt aber auch Bilder von einem Gastspiel 1938 in einem Amsterdamer Theater, wo Heesters gemeinsam mit jüdischen Emigranten auftrat: In Deutschland brachte ihm das prompt Ärger ein. Nun wurden die Berliner Ausstellungsveranstalter von der Aktualität eingeholt. Als vorvergangenes Wochenende in Schwerin eine Schau über den Nazi-Bildhauer Arno Breker eröffnet wurde, da gehörte Klaus Staeck, seit April Präsident der Akademie der Künste, zu den Kritikern einer Würdigung und "Aufwertung" einstiger NS-Lieblinge. Die Heesters-Schau im eigenen Haus war noch unter seinem Vorgänger beschlossen worden. Die Pressemitteilung zur Ausstellung verweist vorsichtshalber auf die aktuelle Diskussion um Breker. Man habe intensiv recherchiert, sagen die Verwalter des Archivs in der Akademie, um alle Facetten des "Phänomens" Heesters deutlich zu machen.

DER SPIEGEL 31/2006
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