21.08.2006

Fehlbar und verstrickt

Das überraschende Eingeständnis von Günter Grass, einst bei der Waffen-SS gedient zu haben, hat in Deutschland eine neue Debatte über Verdrängung und Selbstgerechtigkeit entfacht. Die moralische Autorität des Literaturnobelpreisträgers hat Schaden genommen.
Oskar Matzerath konnte die Welt mit seiner Blechtrommel verzaubern, konnte Düsternis in Frohsinn verwandeln. Einmal saß er auf einer Versammlung von Nazis unter einer Tribüne, und von dort gab er einen neuen Takt vor, der sich in den Marschtritt der Braunhemden mischte, bis sie alle steppten und tanzten. Aus starren Formationen wurde ein fröhlicher Ringelreihen.
Nun hat Oskars Schöpfer, Günter Grass, seinen Deutschen erneut vorgetrommelt.
Doch diesmal scheint der Film rückwärtszulaufen. Aus einem beschwingten WM-Sommer, in dem sich ein vergnügtes Deutschland gezeigt hatte, ist die finstere Vergangenheit herausmarschiert.
In seinem autobiografischen Buch "Beim Häuten der Zwiebel" hat Günter Grass bekannt, dass er als 17-Jähriger in den letzten Kriegsmonaten bei der Waffen-SS gedient hat*. Bislang hatte er sich als Flakhelfer dargestellt.
Die neuentfachte Debatte hat sich ausgerechnet an einem Mann entzündet, der sich selbst zum moralischen Scharfrichter der Nation aufgeschwungen hat. Wie kaum ein zweiter verurteilte Literaturnobelpreisträger Grass jahrzehntelang andere wegen ihrer Verfehlungen und Verstrickungen im "Dritten Reich". Jetzt trifft es ihn selbst.
Ankläger und Verteidiger haben sich schnell formiert. So kommt dem Schriftsteller Rolf Hochhuth manches nun "ekelhaft" oder "widerlich" vor. Der emeritierte Rhetorikprofessor Walter Jens hält die Beichte hingegen für "abgewogen, präzise und vernünftig".
Muss Grass jetzt den Nobelpreis zurückgeben, weil er Teile seiner Vita verschwiegen hat? Die Vergabe sei unwiderruflich, heißt es in der Stockholmer Akademie. Aber wäre der Deutsche der Auszeichnung würdig gewesen, wenn die Jury das Wort "Waffen-SS" in seinem Lebenslauf gelesen hätte?
"Es wäre sicher zu Diskussionen gekommen", sagt Lars Forssell, der 1999 in der Jury saß.
Dem neuen Werk von Grass haben die Aufgeregtheiten nicht geschadet. Es wurde am vergangenen Mittwoch, früher als geplant, in den Handel gebracht und verkauft sich offenbar prächtig. Das bestätigt manche in dem Verdacht, Grass habe seine Verstrickung hinausposaunt, um gut Kasse machen zu können.
Dem Schriftsteller selbst, der Hauptfigur, scheint es ebenfalls nicht allzu schlecht zu gehen dabei. In einem Fernsehinterview mit Ulrich Wickert, ausgestrahlt am vergangenen Donnerstag, war er äußerlich entspannt und souverän bußfertig (siehe Seite 67).
Auch nach dem Gespräch bleibt allerdings eine wichtige Frage offen: Was hat Grass, der sich in seinem Buch eher ungenau erinnert, wirklich bei der Waffen-SS erlebt? Seine Darstellungen sind voller Ungereimtheiten.
Und wie sind seine oft unerbittlichen Beurteilungen anderer Menschen im Licht der neuen Erkenntnis zu bewerten? Denn wie besessen gab er so vielem von dem, was er gesagt hat, einen Bezug zum "Dritten Reich" und damit wohl auch einen stillen Bezug zu seiner eigenen Vergangenheit bei der Waffen-SS.
In seiner Wahrnehmung drohte die Bundesrepublik ständig dem Nationalsozialismus zu verfallen. "Ist dem deutschen Hang zur Rückfälligkeit kein heilsames Kraut gewachsen?", fragt Grass im November 1992 in einer "Rede vom Verlust".
Stets sah er in der Bundesrepublik einen Wiedergänger des "Dritten Reichs". In einem seiner 13 Sonette "Novemberland" schreibt er 1993:
"Das bleibt veränderlich sich gleich und ähnelt unterm Schutt der Moden - mal sind es Jeans, dann wieder Loden - den abgelebten Fotos aus dem 'Dritten Reich'."
Klar, dass sich dieses fürchterliche Deutschland nicht hätte wiedervereinen dürfen. So ein Staat würde sich isolieren, schwante Grass im November 1989. "Und wenn Deutschland sich isoliert fühlt, kennen wir die oft panikartige Reaktion."
In seiner "Rede vom Verlust" fragt Grass: "Ist uns die Wiederholungstat in Runenschrift vorgeschrieben?"
Wieso uns? Wer hat da vor wem Angst? Fürchtet Grass, der die SS-Runen am Kragenspiegel getragen hat, eine immer noch schwelende Verführbarkeit in sich selbst? Wohl eher nicht. Seine Strategie sieht womöglich so aus: Er verteilt die Last seiner Vergangenheit auf möglichst viele Schultern. Niemand kann ihm dabei entkommen, auch die Nachgeborenen nicht.
Fast klingt es erleichtert, als er im Februar 1991 über deutsche Rüstungslieferungen in den Irak sagt: "Und nun schließt sich dieser Kreis. Nun ist diese jüngere, nachgewachsene Generation mitverantwortlich für etwas, was auf der Wannsee-Konferenz 1942 begann und jetzt in gewisser Weise eine Fortsetzung findet."
Es ist ein bisschen so, als nähme Grass zu den Therapiestunden, in denen er sein eigenes Leben aufarbeitet, mehr als 80 Millionen Begleiter mit.
Als Grass nach der Wende gegen die Wiedervereinigung wütete, war das Argument ein doppeltes, das sich nun erklärt: Da gab es das Bedürfnis nach Strafe - Deutschland müsse geteilt bleiben als Buße für Auschwitz - und nach Kontrolle: Einer großen deutschen Nation sei nicht zu trauen; zu kontrollieren sei sie nur geteilt, als hinkender politischer Körper.
Der Mechanismus ist so häufig wie trivial: Was zum Ich gehört, wird nach außen projiziert. Wenn es das Selbstbewusstsein hergibt - und das ist bei Grass sicher der Fall -, kann das, was das Ich mit sich selbst abmachen müsste, ohne weiteres auf eine ganze Nation abgewälzt werden.
Wenn jemand wie ich derart verführbar war, mag er gedacht haben, wie ist dann dem Menschen überhaupt noch zu trauen?
Es beruhigt ihn nicht, dass die Bundesrepublik als Demokratie funktioniert, dass alle zunächst genug haben vom Abenteuertum und sich mit biederer Bürgerlichkeit bescheiden. Im Gegenteil, in der Bürgerlichkeit steckt für Grass der Feind, schon immer.
Gerade das Antibürgerliche der Nazis hat ihn angezogen, wie er bekannt hat, die Volksgemeinschaft ohne Klassenunterschiede. Diese Opposition gegen die Bürgerlichkeit nimmt er aus der Diktatur mit in die Demokratie. Als er 1969 im Wahlkampf mit Realschülern diskutieren will, stören "Gymnasiasten", von denen er weiß: "Ohne Zuhause, weil aus zu gutem Hause." Natürlich war rund um den bürgerlichen Kanzler Konrad Adenauer immer alles "Mief" und "Restauration".
Grass' Idyll ist eine Welt, in der auch mal gewürfeltes Kuheuter zum Essen auf den Tisch kommt, in der man herzhaft übers "Lecken" dichtet und in der ein Kanzler Gerhard Schröder gefeiert wird, denn der ist eigentlich "Arbeiter".
In dieser Welt herrschen Offenheit und Freizügigkeit, die anderen sind die Verdrucksten, Verlogenen, die ständig an ihrem Anspruch scheitern, anständig sein zu wollen. Pharisäer- und Spießertum lauern an jeder Ecke der bürgerlichen Welt.
Das mag sein. Aber Verlogenheit gibt es in allen Welten, wie Grass nur zu gut weiß. Und war nicht auch ein Stachel in seinem Fleische, dass es einem Bürgerlichen wie Adenauer gelungen ist, mit Anstand durch das "Dritte Reich" gekommen zu sein?
Nach seinem Bekenntnis fällt Grass nun die fortwährende Kritik an Adenauer auf die Füße: Armin Laschet von der CDU, Integrationsminister in Nordrhein-Westfalen, sagt: "Mich stört sehr, dass er sein Bekenntnis nutzt, um erneut andere zu beschimpfen. Es ist ein schlechter Stil, dass er im Rahmen seines Schuldeingeständnisses Persönlichkeiten wie Konrad Adenauer mit Schlagwörtern wie 'katholischer Mief' diskreditiert. Etwas mehr 'katholischer Adenauer-Mief' hätte ihn vielleicht davor bewahrt, sich freiwillig zur Waffen-SS zu melden." Das allerdings hat Grass wohl nicht getan. Er hatte nur nichts dagegen, von der Waffen-SS eingezogen worden zu sein.
In der Union herrscht nun stille Genugtuung über Grass' Geständnis. Aber die Kulturkämpfe der sechziger und siebziger Jahre will von den Spitzen der Christdemokraten niemand mehr führen. Man begnügt sich mit herablassenden Bemerkungen wie CDU-Generalsekretär Ronald Pofalla, der verkündete: "Eine moralische Instanz war er für mich nie."
Jahrzehntelang war der Literat einer der wichtigsten Wahlkampfhelfer der SPD. Er trommelte in den Sechzigern und Siebzigern für Willy Brandt. Und er unterstützte Gerhard Schröder beim Bundestagswahlkampf.
So wundert es wenig, dass die alten Weggefährten aus der SPD ihren Dichter nicht im Stich lassen wollen - und Kritik an ihm als Kampagne wahrnehmen. "Das ist eine Gespensterdebatte, die ihm nicht gerecht wird", zürnt Uwe-Karsten Heye, Berater des damaligen Kanzlers Willy Brandt und Sprecher der Regierung Gerhard Schröder. "Grass hat nie ein Hehl aus seiner Verstrickung in der Nazi-Zeit gemacht. Das war ein Terrorregime, und da wurden überall Verbrechen begangen - in der Waffen-SS genauso wie bei der Wehrmacht. Günter Grass hat seine Schlussfolgerungen gezogen und ernsthaft gegen die Verharmlosung der NS-Zeit angekämpft."
Allerdings war es nicht so, dass die SPD in Günter Grass einen bequemen Freund gehabt hat. Echte Zuneigung verband ihn nur mit Willy Brandt, "dessen große Leistung auch war, zuhören zu können". Helmut Schmidt mochte er nicht, denn der war "im Vergleich zu Willy Brandt ein undisziplinierter Gesprächspartner, jemand, der schlecht zuhören kann".
Das scheint Grass' wichtigster Maßstab zu sein: Die Bundeskanzler der SPD müssen ihm, dem Schriftsteller, zuhören, sie müssen ein Ohr haben für seine politischen Vorstellungen. Im Juni 1990 war Grass unzufrieden mit Willy Brandt, denn der "hört nicht mehr zu". Brandt hatte sich erlaubt, für die staatliche Einheit zu sein.
Ganze Regierungsprogramme hat Günter Grass in seinen Interviews entworfen, Kataloge mit dem, was zu tun und zu unterlassen ist. Zu jedem Politikfeld gab er klare Anweisungen: Außen, Innen, Verteidigung, Umwelt, Justiz et cetera. Er macht keine Vorschläge, er hält sich nicht mit Zweifeln auf, er diktiert, er fordert, er schreibt "ins Stammbuch". Als die Partei Ende 1992 dem Asylkompromiss gegen die Order von Grass zustimmt, verlässt er die Partei.
Doch der Bundeskanzler Gerhard Schröder gefällt ihm wieder, vor allem, dass er Deutschland aus dem Krieg gegen den Irak heraushält. Wahrscheinlich hat Schröder gut zugehört.
So zeigt sich gerade im Verhältnis zur SPD eine der Eigenschaften, mit denen Grass am meisten genervt hat: Größenwahn. Er gerierte sich als allzuständiger Aufsichtsratsvorsitzender der Partei. Und man kann das getrost auf das ganze Land übertragen. Grass gab sich als moralischer Aufsichtsratsvorsitzender der Bundesrepublik Deutschland.
Der Gipfel seiner Verstiegenheit ist, dass in seinen Worten oft schon die Strafpredigt gegen sich selbst steckt. Nicht mal das überlässt er einem anderen.
Der große Manichäer Grass scheut sich nicht, "Schwarzweißdenken" und "permanente Dämonisierung" zu geißeln. In seiner Frankfurter Poetikvorlesung "Schreiben nach Auschwitz" rühmt er 1990 die Farbe Grau und den "Verzicht auf reine Farbe". Aber in seinen Reden und Interviews malt er grelle Bilder, und am liebsten malt er schwarz und weiß.
Auch deshalb hätte es etwas verändert, wenn bekannt gewesen wäre, dass Grass für kurze Zeit in der Waffen-SS war. Auch wenn er frei von persönlicher Schuld war, so hätte ihm doch ein hässliches Etikett angeklebt.
Bis zu seiner Enthüllung trug er ein schönes: Flakhelfer. Das waren die Guten, die unschuldigen Jungs, die in den Krieg gepresst wurden und dann, fleißig, skeptisch und ideologiefrei, die Bundesrepublik aufgebaut haben. Grass hat in der Danziger Trilogie so überzeugend über Flakhelfer geschrieben, dass seine Schilderungen in ein Standardwerk zu diesem Thema aufgenommen wurden.
Mit dem Flakhelfer ließ es sich gut moralisieren. Es zeigte einen makellosen Kompetenz- und Erlebensvorsprung an, zumal gegenüber Jüngeren.
Bei den Etiketten, die Grass selbst verteilte, griff er gern in die Kiste mit den Hässlichkeiten. Angela Merkel bleibt für ihn die "Petzliese", weil sie in den USA Schröders Friedenspolitik kritisiert hat. Helmut Kohls Regierung nannte er eine "Mafia".
Grass ist ein Freund der Polemik, und auf der Ebene der Polemik wäre das Etikett Waffen-SS seinen Gegnern willkommen gewesen. Es tut einer Moralpredigt nicht gut, wenn hinterher einer höhnisch ruft: Und das sagt einer, der mal in der Waffen-SS gedient hat.
Grass im Mai 1970:
"Wenn ich heute meinen Kindern Auschwitz erklären will ..., dann werde ich, sobald ich zu erklären beginne, umständlich und - bald verstrickt im Gehege der Umstände - missverständlich."
So hatte sich Grass mit seinem Schweigen einen Vorteil im Streit der Polemiker verschafft. Er konnte seinen Gegnern jederzeit Etiketten ans Revers pappen, ohne die passende Antwort fürchten zu müssen. Das war feige.
Deshalb kann man durchaus sagen, dass Grass seine Rolle als Scharfrichter der Bundesrepublik nicht hätte spielen können, wenn er offen mit seiner Vergangenheit umgegangen wäre. Er hätte auf Differenzierung im Umgang mit seinem Leben pochen müssen, und deshalb wäre er selbst in seinem Reden und Schreiben differenzierter gewesen.
Heiner Geißler, der als ehemaliger Generalsekretär der CDU ein großer Demagoge war, empfindet keine Schadenfreude gegenüber dem einstigen Gegner: "Grass ist für mich nicht diskreditiert. Es ist allerdings schade, dass er so lange geschwiegen hat."
Er habe offenbar nicht gewagt, über seine Zeit in der Waffen-SS zu reden, weil es in Deutschland eine Unfähigkeit zur Differenzierung gebe. "Die hat er allerdings auch selbst mit befördert", sagt Geißler. "Er ist zu einem gewissen Grad auch ein Opfer seiner eigenen Haltung."
Grass ist auch mitverantwortlich für die Verhärtungen, die es im Streit zwischen rechts und links bis in die neunziger Jahre hinein gegeben hat, mit maßlosen Verunglimpfungen auf beiden Seiten. Gerade er hätte Brücken bauen können, zum Beispiel 1985, als Helmut Kohl den amerikanischen Präsidenten Ronald Reagan einlud, einen Friedhof in Bitburg zu besuchen. Dort liegen auch Soldaten der Waffen-SS. Es hätte ein Moment der Annäherung sein können, wären Grass die Worte eingefallen: Ich gehörte auch dazu. Aber er nutzte die Gelegenheit nur, um wie gewohnt auf Kohl einzudreschen.
So hat er sich die Häme und Schadenfreude, die nun auf ihn herabprasselt, selbst zuzuschreiben. Er hat nie eine Gelegenheit ausgelassen, anderen auf den Schädel zu klopfen, sobald Verfehlungen oder Verstrickungen erkennbar wurden, und das stets im Namen einer höheren Moral. Anders als sein frühes Geschöpf, das bezaubernde Teufelchen Oskar Matzerath, war Grass jemand, der am Wesen des Menschen vorbeigeredet hat. Er pflegte einen gnadenlosen Umgang mit dem Menschlichen der anderen, deren Verfehlungen und Verstrickungen.
Da sich diese Gnadenlosigkeit nun gegen ihn richtet, ist sie natürlich schändlich. Er solle zur "Unperson" gemacht werden, klagt Grass. In Wahrheit passiert etwas anderes. Günter Grass wird durch seine Enthüllung wieder zur Person, fällt herab aus göttlichen Höhen und reiht sich wieder ein bei uns Fehlbaren und Verstrickten.
Die Lebenslüge muss Grass einige Energie gekostet haben. "Es gibt eigentlich kein einziges literarisches Werk" von ihm, sagt Biograf Michael Jürgs, in das nicht seine Erfahrungen aus der Hitler-Diktatur eingeflossen wären. Immer wieder hat der Dichter über seine Erlebnisse von damals gesprochen, in Vorträgen und Interviews, mit Biografen und Journalisten.
Da finden sich dann Sätze wie: "Als 16-Jähriger wurde ich Soldat, und mit 17 Jahren war ich ein amerikanischer Kriegsgefangener."
Grass im Mai 1988:
"Ich bin die Summe meiner Figuren, einschließlich der SS-Männer."
Noch im März dieses Jahres - da muss Grass zum Outing längst entschlossen gewesen sein - stellte er der schwedischen Nobelpreisakademie einen geschönten Lebenslauf zur Verfügung.
Und stets musste er genau darauf achten, was er sagte. Nicht seinen Rang verraten - SS-Panzerschütze -, nicht seine Einheit preisgeben - die 10. SS-Panzer-Division "Frundsberg" -, nicht über seinen Ausbildungsort sprechen.
Nur von Verschweigen - wie Grass-Apologeten heute behaupten - kann keine Rede sein. Er führte alle an der Nase herum, zum Beispiel seinen Biografen Jürgs, der mehrere Stunden mit ihm über die Nazi-Zeit sprach und "wunderbare Anekdoten und Geschichten" zu hören bekam - nur nicht die unangenehme Wahrheit.
Grass wird ein paar Leuten einiges zu erklären haben. Schon im Juni 1979 fragte er sich: "Wie sagen wir es den Kindern?" In der Zeitschrift "L '76" schrieb er: "Andere Völker sind auf fragwürdige Weise glücklicher, also vergeßlicher ... Einzig den Deutschen ist kein Ausweichen erlaubt." Nichts könne sie entlasten, kein Hinweis auf die unschuldigen Nachgeborenen, kein Sich-Berufen auf die Verbrechen anderer Völker: "Gegen Ende der sechziger Jahre wurde ich, der ich jahrelang andere, die Generation meiner Eltern in Frage gestellt hatte, von meinen Kindern befragt."
Zum ersten Mal sei er den Fragen selbst ausgeliefert gewesen, berichtete er: "Wie war das mit den Juden genau? Und was hast du damals gemacht?" Grass vor 27 Jahren: "Relativ leicht fiel es, meine Biografie, die eines Hitlerjungen, der bei Kriegsende 17 Jahre alt war und mit letztem Aufgebot noch Soldat wurde, deutlich zu machen: Ich war zu jung, um schuldig zu werden." Wenn stimmt, wie es nun in der "Frankfurter Allgemeinen" zu lesen war, dass niemand in der Familie außer seiner Frau von seinem Geheimnis wusste, dann hat er den eigenen Kindern die wahre Antwort vorenthalten.
Was sagt er nun Kenzaburo Oe, dem japanischen Nobelpreisträger für Literatur, dem er am 12. April 1995 von seinen Kriegserinnerungen geschrieben hat, unvollständig natürlich? Am Ende des Berichts schlägt er sich stolz auf die Brust: "Ich könnte sagen: Das war gestern, vor 50 Jahren. So genau kann Erinnerung sein, wenn man sie herausfordert, ihr nicht ausweicht."
Im Gutsein wollte Grass immer der Beste sein: bester Kriegserinnerer von allen. Nun führt er nur noch die Liste mit den breitesten Gräben zwischen Anspruch und Wirklichkeit an.
Auch sein Erinnerungsbuch "Beim Häuten der Zwiebel" ist nicht gerade ein Dokument der Klarheit.
Die Vagheit ist Stilprinzip in dieser Lebensbeichte, und wo es um Wahrheit gehen sollte und nichts als die Wahrheit, beginnt Grass so: "Wer sich ungenau erinnert, kommt manchmal dennoch der Wahrheit um Streichholzlänge näher, und sei es auf krummen Wegen."
Er schlängelt sich auf die Wahrheit zu, bis eher beiläufig das entscheidende Wort fällt: "Der Zwiebelhaut steht nichts eingeritzt, dem ein Anzeichen für Schreck oder gar Entsetzen abzulesen wäre. Eher werde ich die Waffen-SS als Elite-Einheit gesehen haben, die jeweils dann zum Einsatz kam, wenn ein Fronteinbruch abgeriegelt, ein Kessel, wie der von Demjansk, aufgesprengt oder Charkow zurückerobert werden mußte."
Es geht um Krieg, nicht um Kriegsverbrechen. Gleichwohl belastet der Doppelbuchstabe sein Gewissen: "Was ich mit dem dummen Stolz meiner jungen Jahre hingenommen hatte, wollte ich mir nach dem Krieg aus nachwachsender Scham verschweigen."
Im Klartext sagt er: Ich habe nichts getan, aber ich schäme mich dafür, weil ich unter dem Vereinsnamen Waffen-SS nichts getan habe.
Dieser Zweiton, der aus der Ehrlichkeit, mit der die Mitläuferei geschildert wird, noch einmal Kapital schlagen möchte, ist eingesponnen in ein schrulliges und schnurriges Erzählwerk. "Ach", stöhnt er da an einer Stelle, "hätte diese Geschichte doch eine Pointe, für die es lohnte, den Langweiler Wahrheit zu opfern." Oder "In Kaskaden stürzte seitenlang gebändigter Wortfluss." Oder "In mal heißen, mal kalten Sprachbädern verjüngten sich althergebrachte Erzählweisen."
Ständig mischen sich diese mondänen Reflexionen über die Techniken des Schreibens in den Bericht, von dem man doch eigentlich erwartet, dass er sich so schlank wie möglich an Fakten hält: wann, wo, wie, wie lange, warum?
Es ist, als wolle Grass Spuren verwischen, statt sie aufzufinden. Er lenkt ab, wortreich, rabulistisch, und man beginnt mit ihm zu fragen: Ist das nun die Wahrheit, die ganze Wahrheit oder wieder eine neue Erfindung? Hat er tatsächlich keinen Schuss abgegeben?
Das Einfachste ist hier ziemlich kompliziert. Durch Zufall, schreibt er, geriet er in eine Gruppe von Infanteristen mit gefährlicher Mission. Er sagt es nur nicht. Er sagt es so: "Von einem alten Bekannten, dem Zufall, gewürfelt, gehörte ich einer zwölf bis fünfzehn Mann starken Gruppe an ... bei einem, wie es hieß, 'Himmelfahrtskommando'." Wer so verbaut schreibt, denkt auch so und verliert schließlich doch den Überblick.
Grass im Oktober 1999:
"Ich sehe es als Verpflichtung an, und zwar als bleibende Verpflichtung, aus den Lektionen meiner Jugend politische Konsequenzen zu ziehen. Ich war bei Kriegsende 17 Jahre, erst Mitglied der Hitlerjugend, dann Luftwaffenhelfer, zum Schluss Soldat."
Was tatsächlich passiert ist in Grass' Kriegsmonaten, ist von außen schwer zu rekonstruieren. Klar ist, dass die Waffen-SS der militärische Arm des Totenkopfordens war. Himmler hatte sie zunächst nur für den Einsatz im Innern vorgesehen, im Laufe des "Dritten Reiches" baute er sie zu einer mächtigen Streitmacht aus.
Von den Alliierten wurde die Waffen-SS beim Kriegsverbrecherprozess in Nürnberg als "verbrecherische Organisation" eingestuft.
Vor 1945 galten die Soldaten mit den SS-Runen auf dem Kragenspiegel als militärische Supertruppe und Feuerwehr an allen Fronten, geworben aus Freiwilligen in ganz Europa. Hitler prahlte, die Divisionen der Waffen-SS würden "mit der größten Seelenruhe sterben".
Nach 1945 schoben Wehrmachtsgeneräle gern die Schuld für alle Verbrechen auf die Himmler-Leute.
Historiker haben dieses Bild längst korrigiert. Von den knapp eine Million Soldaten, die in der Waffen-SS während des Krieges dienten, war nur ungefähr die Hälfte freiwillig dabei. Jeder Dritte fiel, wie in vergleichbaren Wehrmachtseinheiten. Und dass die Waffen-SS den Vernichtungskrieg im Osten allein - also ohne Wehrmacht - geführt hat, behauptet heute auch niemand mehr.
Geblieben ist allerdings der Befund, dass viele SS-Divisionen besonders wüteten. Männer der Waffen-SS mordeten in Belgien ebenso wie in Frankreich, Griechenland, Italien, Weißrussland oder Polen. Sie kooperierten mit den Einsatzgruppen beim Holocaust, und viele der schlimmsten Kriegsverbrechen gingen auf ihr Konto: im französischen Oradour-sur-Glane (642 Tote), Sant' Anna in der Toskana (wohl 560 Tote), Distomo in Griechenland (218 Tote).
Auch die Division "Frundsberg" ist nicht frei von Verdacht. In Unterlagen des Nationalarchivs in Washington, die dem SPIEGEL vorliegen, findet sich im Tagesbefehl vom 9. Mai 1944 der Satz: "Durch die entschlossene Haltung und Unbestechlichkeit des SS-Gren. ( Grenadiers -Red.) Grotjahn konnte ein flüchtig gewordener Jude unschädlich gemacht werden." Zwei Monate später erhielt ein Sturmscharführer Lob dafür, dass er einen Juden erschoss, der angeblich zu fliehen versucht hatte.
Auf Grass fällt kein Schatten des Verdachts. Doch noch immer produziert er Nebel. Das neue Buch ist voller Andeutungen, aber selten werden Namen oder Daten genannt, mit denen sich sein Bericht überprüfen lassen könnte. Grass werfe mehr Fragen auf, als er Antworten biete, sagt der Mainzer Historiker Sönke Neitzel.
Er habe sich freiwillig zur U-Boot-Waffe gemeldet und sei von dieser an die Waffen-SS weitergereicht worden, schreibt der Literat. So etwas hat es tatsächlich gegeben, weil die Marine im Sommer 1944 keine Rolle mehr spielte. Im Juni waren Amerikaner und Briten in der Normandie gelandet; kurz darauf zerschlug die "Rote Armee" die Heeresgruppe Mitte - für Stalins Soldaten war damit der Weg nach Berlin frei.
Hitler brauchte mehr denn je junge Männer wie Grass für die Verteidigung seines "Dritten Reiches". Und da die Verluste der Waffen-SS stiegen, nahm SS-Chef Himmler zunehmend nicht nur fanatische Nationalsozialisten auf, deren Stammbaum besonders arisch war, sondern rekrutierte ganz normale Deutsche, ob sie wollten oder nicht.
Allerdings erwähnt Grass in seinen Erinnerungen auch ein "Rekrutierungsbüro" der Waffen-SS in Dresden, bei dem er sich gemeldet habe. Es gab in der Tat in der Tiergartenstraße 24 eine Ergänzungsstelle der Waffen-SS - doch "dort unterschrieben die Freiwilligen der Waffen-SS ihre Verpflichtungserklärung", so Wolfgang Fleischer vom Militärhistorischen Museum in Dresden.
Grass wäre durchaus zuzutrauen, sich freiwillig gemeldet zu haben; an seiner Begeisterung für Hitler und dessen Krieg hat der Sohn aus linientreuem Elternhaus, seit Kindertagen von der Nazi-Propaganda berieselt, nie einen Zweifel gelassen. Er empfand "opferbereite Weihestimmung", als Propagandaminister Joseph Goebbels in der berüchtigten Rede im Berliner Sportpalast seinen Zuhörern die Frage entgegenschleuderte, ob sie "den totalen Krieg" wollten.
Die Waffen-SS erschien Grass als "Elite-Einheit", von der "etwas Europäisches" ausging, denn dort kämpften schließlich Freiwillige aus mehr als zwei Dutzend Nationen; Franzosen, Wallonen, Flamen, Holländer, Norweger.
Über seine Ankunft in Dresden, wo seine Militärzeit begann, schreibt Grass: "Nur zu behaupten und deshalb zu bezweifeln bleibt, dass mir erst hier ... gewiss wurde, welcher Truppe ich anzugehören hatte." Soll das heißen, ihm wurde erst vor Ort bewusst, was die Waffen-SS für ein Verband war? Oder begriff er erst in Dresden, dass ihn die Waffen-SS und nicht die Wehrmacht rekrutiert hatte?
Normalerweise ging aus der Einberufung hervor, bei welchem Teil der Streitkräfte man dienen sollte.
Auch sonst passt manches nicht zusammen. Grass sagt, er sei im September 1944 eingezogen und Ende Februar 1945 vereidigt worden. Aber die Ausbildung zwischen Einberufung und Vereidigung dauerte bei Kriegsende nicht mehr sechs Monate. Zudem findet sich auf einem von Grass unterschriebenen Formular aus amerikanischer Kriegsgefangenschaft die handschriftliche Notiz, vermutlich eines US-Offiziers: "W(affen)-SS 10.11.1944" - ein Hinweis darauf, dass Grass möglicherweise erst im November zu der Totenkopf-Truppe stieß. Aber wie passt das wiederum zu der Aussage von Grass in einem Interview, er sei im Januar 1945 "als leicht verwundeter Luftwaffenhelfer in Cottbus" gewesen?
Grass kam zur Division "Frundsberg", benannt nach Georg von Frundsberg, dem adligen Landknechtführer des 16. Jahrhunderts. Die Devise der Einheit lautete: "Dran, Drauf und Durch".
Nur wenige Dokumente der "Frundsberger" sind überliefert, sie liegen heute in Washington, Prag und Freiburg und bezeugen die Geschichte einer Einheit, die 1943 gegründet worden war. Die "Frundsberger" hatten gegen die Rote Armee in Galizien und die Amerikaner in der Normandie gekämpft. Ab Februar 1945 standen sie wieder an der Ostfront, die inzwischen in Pommern und Schlesien verlief.
Die Truppe galt, so der Hamburger Experte für die Waffen-SS, Bernd Wegner, "militärisch als gute Division". Wohl etwa die Hälfte der 15 000 Mann waren Wehrpflichtige. An der Spitze stand Generalmajor Heinz Harmel, der seine Leute mit Nazi-Parolen anfeuerte:
"Wir haben den Bolschewisten ungeheure Menschen- und Materialverluste beigeführt (sic!). Wenn wir auch Gelände verloren haben, so haben wir doch die Gewissheit, dass der Bolschewik sie unter hohem Blut- und Materialzoll erkaufen mußte ... Frundsberg ist ein Magnet. Darauf sind wir stolz. Der Bolschewik soll sich an uns die Zähne ausbeissen."
Grass wurde zum Ladeschützen ausgebildet. Der Ladeschütze sitzt im Panzer und schiebt Munition in den Verschluss der Kanone; der Richtschütze feuert, der Kommandant bestimmt das Ziel.
Nebenher wurden die jungen Männer ideologisch geschult. Laut Unterrichtsunterlagen der Panzerschule waren im Februar 1945 zwei Stunden zum Thema "Der Jude zerstört jede völkische Lebensordnung" vorgesehen. Allerdings beklagten die Offiziere das geringe Interesse der Soldaten an der sogenannten weltanschaulichen Erziehung.
Alles Weitere ist unklar. Grass schreibt, dass ihm "der Film" reiße; und sooft "ich ihn flicke und wieder anlaufen lasse, bietet er Bildsalat". Es sind Erinnerungssplitter an die Schikane der Ausbilder, das Warten auf Panzer, das Hin- und Hergekarre vor dem Einsatz, die ersten Toten - Soldaten der Wehrmacht, die als "wehrkraftszersetzende Feiglinge" gehängt worden waren.
Manches gerät ihm durcheinander. Er behauptet, dass die "Frundsberg" das eingeschlossene Berlin entsetzen sollte. In Wahrheit hatte Hitler der Division im April den Auftrag erteilen lassen, einen Durchbruch der Roten Armee bei Spremberg zu verhindern. In diese Zeit fiel auch Grass' erste sogenannte Feindberührung, der Beschuss durch eine Stalinorgel:
"Verstreut lagen Körper, vereinzelt und übereinander, tot, noch lebend, gekrümmt, von Ästen gespiesst, durchsiebt von Granatsplittern. Manche Körper hatten sich akrobatisch verknotet."
Die Hälfte der Kompanie war tot.
Im Anschluss an diese Schilderung findet sich ein merkwürdiger Absatz in dem Buch. Grass schreibt:
"Etwas geht aus den Fugen. Mein Glaubensgerüst, dem einst von einem blondblauäugigen Jungen namens Wirtunsowasnicht ein grad noch zu leimender Bruch zugefügt worden war, gerät ins Wanken, wird sich aber weiterhin als stabil erweisen ..."
Was ist da passiert? Was hat Grass erlebt, dass es ihn so verstört?
Sicher ist, dass die Erinnerung an die Erlebnisse in Spremberg Grass nicht mehr loslässt. Immer wieder kommt er darauf zurück. Er veröffentlicht 1997 ein Gedicht ("Kurze Geschichte") über einen Angriff, den er dort erlebt:
"Als ich mit meinen siebzehn Jahren und einem Kochgeschirr in der Hand, gleich jenem, mit dem meine Enkeltochter Luisa auf Pfadfinderreise geht, am Rand der Straße nach Spremberg stand und Erbsen löffelte, schlug eine Granate ein: Die Suppe verschüttete, doch ich kam leicht angekratzt nur und glücklich davon."
Auch in seinem letzten großen Werk, "Ein weites Feld", lässt er seine Hauptfigur Fonty nach Spremberg fahren und ausrufen: "Will da nicht hin. Hasse diese Gegend, immer schon ... Will ich nicht sehen, wiedersehn, Spremberg womöglich und immer weiter bis nach Bitterfeld rüber und ins Sächsische. Nein!"
Grund genug, diese Erinnerung zu fürchten, gibt es. Die Schlacht bei Spremberg war besonders schrecklich (siehe Seite 54).
Grass im Mai 2001:
"Ich bin relativ angstfrei, wahrscheinlich weil ich im Alter von 17 Jahren in den wenigen Wochen, die ich als Soldat an der stets rückläufigen Front war, die Angst kennengelernt habe, die wirkliche Angst."
Zweimal geriet der 17-Jährige im Chaos des Krieges hinter die russischen Linien und überlebte nur mit Glück und Zufall. Einen Schuss will Grass all die Wochen dennoch nie abgefeuert haben, was der Historiker Hans-Ulrich Wehler für "ganz unwahrscheinlich" hält. Schon aus Anspannung oder Angst hätten die Soldaten gefeuert. Grass sei zudem an einem Frontabschnitt eingesetzt worden, wo die Russen "ganz hart vorgingen". Gefangene seien da selten gemacht worden. Da hätten viele "um ihr Leben" geschossen.
Grass verlor im Durcheinander den Anschluss an seine Leute - "eine ganz typische Sache", urteilt der Berliner Historiker Richard Lakowski - und tat sich mit einem ebenfalls Versprengten, einem Berliner Friseur, zusammen.
Auf der Straße von Senftenberg nach Spremberg gerieten Grass und sein Kamerad in das Feuer sowjetischer T-34-Panzer. In dem Inferno verlor der Begleiter beide Beine; das weitere Schicksal des Mannes ist ungeklärt. Grass wurde am Oberschenkel verwundet.
Nach seiner Erinnerung ereignete sich das am letzten Geburtstag Hitlers, dem 20. April 1945. Grass weiß noch, dass die erwarteten Sonderrationen ausblieben und die Sanitäter deshalb klagten. Wenn das Datum stimmt, ist Grass durch seine Verwundung vielleicht gerettet worden, denn am gleichen Tag wurde die "Frundsberg" eingekesselt. Beim Ausbruch starben Tausende.
Grass hingegen rollte in einem Güterzug mit anderen Verwundeten Richtung Meißen. Das Kriegsende erlebte er in einem Lazarett im heute tschechischen Marienbad.
Dass seine Zeit bei der Waffen-SS ruchbar würde, musste Grass nach Kriegsende nicht befürchten. Die Personalunterlagen der Waffen-SS hatte diese größtenteils vernichtet. Nur ein einziges belastendes Dokument ist bis heute überliefert, der SPIEGEL veröffentlichte es vergangene Woche. Es handelt sich um ein Formular der Amerikaner: eine "Vorläufige Erklärung des Kriegsgefangenen", wie sie fast alle internierten Soldaten unterzeichnen mussten. Die Amerikaner wollten auf diese Weise Kriegsverbrecher finden.
Seine Zugehörigkeit zur Waffen-SS ist darin dokumentiert. Ob die Amerikaner die Angaben von ihm bekamen oder auf andere Weise - etwa aus den Unterlagen, die er als Soldat bei sich führen musste -, ist nicht bekannt.
Schon während des Krieges entschied sich Grass, dass er Künstler werden wollte. Sein Aufstieg zum international bekannten Literaten und zum "Wappentier der Republik", wie ihn der Reiseschriftsteller Horst Krüger treffend nannte, ist auf das engste mit der Gruppe 47 verbunden.
Die Gruppe 47 verdankte ihren Erfolg nicht zuletzt dem teils berechtigten, teils nassforschen Beiseitedrängen anderer Talente - zum Beispiel der aus dem Exil zurückkehrenden älteren Schriftsteller. Grass selbst, der ab 1955 bei der Gruppe 47 dabei war, räumte später Versäumnisse gegenüber den Emigranten ein: Es habe im Kreis der jungen Autoren das Bedürfnis gegeben, "unter sich zu bleiben und sich nicht von großen Namen Maßstäbe diktieren zu lassen".
Viele aus der Gruppe 47 waren bald die neuen Stars der Bundesrepublik: neben Grass und Böll auch Martin Walser, Hans Magnus Enzensberger und Siegfried Lenz. Sie alle hatten das Ende des Krieges als Soldaten, als Flakhelfer oder beim Volkssturm erlebt.
Nach dem Tod von Böll 1985 (er wurde 67 Jahre alt) blieben als erfolgreiche Romanciers, deren Bücher auch international Beachtung fanden, in erster Linie Grass und Walser im Rennen um die Gunst der Aufmerksamkeit - beide untermauerten diesen Anspruch mit öffentlichen Auftritten und Wortmeldungen so nachdrücklich, dass jüngere Autoren bis heute in ihrem Schatten stehen. Seit mehr als vier Jahrzehnten dominiert diese Generation nun schon den Literaturbetrieb.
Dieter Forte, Jahrgang 1935, der das Kriegsende als Kind erlebte und erst spät zur Romanform fand ("Das Haus auf meinen Schultern"), beobachtete kritisch, wie Grass' Generation "mit sehr kräftigen Ellenbogen und viel gutem Gewissen und aufrechtem Sinn in allzu großer Gewissheit über Politik und Kultur redend ihre gesellschaftlichen Plätze einnahm".
Besonders im Fall Grass ist diese Präsenz insofern erstaunlich, als sich die Fachwelt weitgehend einig ist, dass er an seine frühen großen Leistungen, den Roman "Die Blechtrommel" (1959) und die Novelle "Katz und Maus" (1961), nur mit zwei kürzeren Werken anknüpfen konnte: der Erzählung "Das Treffen in Telgte" (1979, in dieser Woche als Buch der SPIEGEL-Edition neu auf dem Markt) und der Novelle "Im Krebsgang" (2002), für die sich nicht nur der Grass-Leser Rudolf Augstein, in politischen Fragen oft genug erbitterter Gegner, begeistern konnte. Er schrieb im SPIEGEL: "Günter Grass hat einen Überraschungscoup gelandet. Er ist mit einem Buch niedergekommen, wie es wohl nur wenige von ihm erwartet haben."
Ein Buch, das Günter Grass auf seltsame Weise dicht an seine Vergangenheit mit den Runen geführt hat, ist "örtlich betäubt". Beim Kirchentag in Stuttgart 1969 las er daraus vor 2000 Menschen. Es war ein heißer Tag im Juli.
Plötzlich steht ein Mann auf. Er ist Mitte fünfzig, hager und trägt eine Brille. Der Mann sagt wirre, unverständliche Dinge. Dann ruft er: "Ich grüße meine Kameraden von der SS!" Er setzt ein Fläschchen Zyankali an die Lippen und trinkt es aus. Es ist ein Selbstmord vor großem Publikum.
Günter Grass ließ das nicht los. In seinem Werk "Aus dem Tagebuch einer Schnecke" widmete er dem Selbstmörder viele Zeilen. Grass nannte ihn Manfred Augst.
Es habe sie immer gewundert, warum sich der berühmte Dichter so sehr für ihren Nazi-Vater interessierte, sagt die Tochter von "Manfred Augst". Sie heißt Ute Scheub und ist Schriftstellerin.
Sie erinnert sich genau, wie Grass kurz nach dem Selbstmord ihres Vaters nach Tübingen kam. Da war sie 13 Jahre alt. Er wolle ihrem Vater ein "kleines literarisches Denkmal" setzen, habe Grass damals gesagt. Von seiner eigenen Vergangenheit mit den beiden Runen sagte er nichts.
Ute Scheub hat inzwischen ein Buch über ihren Vater geschrieben. Es heißt "Das falsche Leben". Sie beschreibt, wie er seine Scham- und Schuldgefühle verdrängte, bis er schwer depressiv wurde. Was ihr Vater im Krieg genau getan hat, weiß sie nicht. "Er hat nie darüber gesprochen", sagt sie. "Mein Vater ist an seinem Schweigen erstickt."
Die Passagen über Augst in Grass' "Tagebuch" lesen sich heute so, als hätte Grass vor mehr als 30 Jahren über sich selbst geschrieben.
"Ich kannte die Aufgeregtheit fünfzigjähriger Männer, die alles, aber auch alles in einem einzigen, randvollen Bekenntnis loswerden, quitt machen wollen", heißt es in dem Buch. "Auch kannte ich, da beide alterslos sind, den jungen Augst, bevor der ältere zu sprechen begann. Beide sind Zeugen des Absoluten. Beide sind süchtig nach Untergang und Erlösung. Beide wollen die Wahrheit und nichts als die Wahrheit dringlich durch Hervorpressen zum Ausdruck bringen: ein mühevoller, ein ausbleibender Stuhlgang."
Wenn die Wahrheit herausbricht, wenn sich die dunkle Vergangenheit in die Gegenwart streckt, ist Vernunft meist weit weg. Echte oder gespielte Amnesien stellen sich bei den Betroffenen ein, ebendas von Grass 1985 benannte "Loch im Bewusstsein". Da purzeln sie dann umher, freche Schuld, gespielte Unschuld, tragisch unschuldige Schuld. Die Jagdszenen kennen verwirrte Jäger ebenso wie verwirrte Gejagte, das Licht der Aufklärung hilft wenig, klaffen doch hinter jeder Gewissheit neue dunkle Abgründe.
Grass ist ja nicht der Einzige, dem - freiwillig oder gedrängt - die Vergangenheit hart im Nacken saß. Prominente aus Politik und Kultur reagierten dabei oft nach zweifachem Muster: entweder alles abstreiten oder unverfroren das Inkriminierte zur Tugend erklären. Von Scham kaum etwas zu spüren.
Grass im Juni 2006:
"Ich war bei Kriegsende 17 Jahre alt, und obwohl ich ein heller Junge war, habe ich bis zum Schluss an den Endsieg geglaubt. Eine Sache, die bis heute an mir nagt. Ohne dass ich mir daraus einen Strick drehe oder anderen erlauben würde, mir daraus einen zu drehen."
Der Fernsehjournalist Werner Höfer galt als untadeliger Repräsentant öffentlich-rechtlicher Rundfunkkultur, als souveräner WDR-Programmdirektor und weltmännisch-jovialer Leiter des "Internationalen Frühschoppens". Dann enthüllte der SPIEGEL Details darüber, wie Höfer als dienstverpflichteter Kriegsberichterstatter 1943 die Hinrichtung eines jungen Pianisten wegen Wehrkraftzersetzung als "strenge Bestrafung eines ehrvergessenen Künstlers" gefeiert hatte.
Höfer stritt ab, aber dass da andere seine NS-Artikel umgeschrieben hätten, glaubte ihm niemand, auch die Justiz nicht. Immerhin: 76-jährig, neun Jahre vor seinem Tod im Jahre 1997, bedauerte Höfer seine Schreibtischtaten öffentlich.
Auf Günter Eich, Mitbegründer der Gruppe 47, gefeierter Erneuerer, berühmter Hörspielautor, fiel ein Schatten, als Forscher seine Rundfunkproduktionen während der NS-Zeit unter die Lupe nahmen. Da entdeckte man Zweifelhaftes, zum Beispiel eine Sonnenwendhymne von 1937: "Du, schönes Land, in dem die Deutschen wohnen, mach wieder deine blauen Augen auf!" All die ästhetischen Selbstkorrekturen, in denen sich Eich von lyrischer Feierlichkeit und Naturmagie zugunsten existentieller Verzweiflung abgewandt hatte, erschienen unwichtiger als die Blauäugigkeit in der Nazi-Zeit.
Hans Schwerte, ein weiterer Fall, galt als liberal, ein angesehener Germanistikprofessor und ehemaliger Rektor der Technischen Hochschule Aachen. In den sechziger Jahren wurde er durch seine öffentlichen antifaschistischen Bekenntnisse zu einem "Repräsentanten der Aufarbeitungskultur" - bis 1995 herauskam, dass der 1909 geborene Gelehrte einst "die Uniform von Auschwitz" (Schwerte) trug.
Als SS-Hauptsturmführer Hans Ernst Schneider hatte er im "Dritten Reich" für die kulturpolitische Abteilung SS-"Ahnenerbe" gearbeitet und rassistische Pseudoforschung betrieben.
Nach dem Krieg hatte er sich unter dem Namen Hans Schwerte eine zweite Karriere aufgebaut, bis er aufgrund von Recherchen eines ehemaligen Professorenkollegen, Aachener Studenten und niederländischer Fernsehjournalisten 1995 schließlich Selbstanzeige erstattete.
Die Enthüllung erregte die Öffentlichkeit, in der Folge wurden Schwerte alle Ehren aberkannt: Er musste seinen Professorentitel, die Beamtenpension und auch sein Bundesverdienstkreuz zurückgeben. Nur seinen Doktortitel durfte er behalten.
In arge Bedrängnis mit ihrer versteckten Vergangenheit kamen im November 2003 auch eine Reihe prominenter Literaten und Germanisten, die in der Nachkriegszeit stets als wackere Linksliberale aufgetreten waren.
Ein Forscherteam unter der Anleitung des Fachhistorikers Christoph König hatte für ein neues "Internationales Germanistenlexikon" jahrelang Archive durchstöbert und dabei herausgefunden, dass der Berliner Dichter und Literaturprofessor Walter Höllerer (1922 bis 2003), einer der führenden Köpfe der Gruppe 47, 1941 Mitglied der NSDAP geworden war. Mit dem Eintrag auf einer Berliner Mitgliederkartei konfrontiert, meinte der Betroffene, er habe nie einen Beleg seiner Parteimitgliedschaft erhalten.
Auch Peter Wapnewski, Gründungsrektor des Berliner Wissenschaftskollegs und über Jahre eloquenter "Zeit"-Autor, kam bei dieser Gelegenheit zu einer lexikalischen Parteimitgliedschaft, die ihn angeblich selbst überraschte. Wapnewski wollte sich nur an den Vorschlag zum Parteieintritt erinnern, nicht aber "an eine Zustimmung meinerseits".
Richtig erschüttert haben diese Archivfunde die Kulturszene kaum, weil die linksliberalen Nachkriegsprofile von Höllerer und Wapnewski eher diffus geblieben, die Schnittkanten zur jeweiligen Nazi-Jugend demnach nicht schockierend hart erschienen waren. Anders lag der Fall bei dem Tübinger Rhetorikprofessor, Literatur- und Fernsehkritiker ("Momos") Walter Jens, Jahrgang 1923.
Die Karteikarte Jens kennt ihn seit 1. September 1942 als Parteimitglied. Als dies bekannt wurde, sagte er: "Es kann ja sein, dass ich da einen Wisch unterschrieben habe", aber daran erinnern könne er sich "beim besten Willen nicht". Da müsse er ja zumindest seinen Gang zur zuständigen "Ortsgruppe" der Partei vor Augen haben, was aber nicht der Fall sei. Er wisse lediglich, dass er Mitglied des NS-Studentenbundes gewesen sei und als solches einen "völkisch" grundierten Vortrag wider die "entartete Literatur" der Moderne gehalten habe.
Selbst als eine zweite Karteikarte auftauchte, die festhält, dass Jens am 20. November 1942 um Aufnahme in die NSDAP nachgesucht habe, verteidigte er sich: "Es kann da etwas geben, was ich nicht mehr weiß. Man kann nichts bekennen, von dem man bis vor kurzer Zeit nichts wusste." Und im Übrigen glaube er nicht, "dass sich die Wahrheit auf Karteikarten findet".
Der Fall Jens ging wie ein Schock durch die deutschen Feuilletons. Ausgerechnet er, das Paradepferd der westdeutschen Friedensbewegung, das keiner Protestresolution gegen rechts seine Unterschrift erspart hatte, zeigte nun plötzlich überraschende Gedächtnislücken.
"Zwar betroffen, aber kaum belastet" - so charakterisierte sein Verhältnis zum NS-Komplex einmal der angesehene Historiker Martin Broszat (1926 bis 1989), der langjährige Direktor jenes Münchner Instituts für Zeitgeschichte, das oft genug als Schiedsrichter in Nazi-Debatten beansprucht wird. Auch diese Selbstauskunft war eine vertrackte Mischung aus Eingestehen, Abstreiten, Verschweigen und Verdrängen. Der linksliberale Broszat, so stellte sich Jahre nach seinem Tod heraus, war nicht nur bei der Hitlerjugend und der Wehrmacht aktiv, er trat noch im April 1944 der NSDAP bei.
Eine wahrhaft peinliche Enthüllung für einen Gelehrten, dessen Worte in Fragen der NS-Interpretation jahrelang sakrosankt gewesen waren.
Im Winter 2003, als die Fälle Jens, Wapnewski und Höllerer diskutiert wurden, meinte Günter Grass: "Ich finde es einfach jämmerlich, wie man sich an ein paar dürre Fakten hält, von denen ich immer noch nicht weiß: Ist das mit Einwilligung geschehen? Damit kann man nicht ein Leben zudecken!"
Einmal davon abgesehen, dass die Experten sagen, in der Regel sei das Modell "nicht wissender PG" (Parteigenosse) - so Wapnewski über sich - auszuschließen: Grass bestritt wieder einmal wortgewaltig, was niemand behauptet hatte. Weder bei den genannten Gelehrten noch bei Grass selbst geht es doch darum, "ein Leben zuzudecken". Ihrer aller Lebensleistung stellt auch heute niemand in Frage.
Und dennoch sind die "paar dürren Fakten" wichtig und aussagekräftig. Sie legen nahe, an der Wahrhaftigkeit, Glaubwürdigkeit und moralischen Legitimität von Redehäuptlingen zu zweifeln, die jahrzehntelang anderen das Fehlen gerade dieser Qualitäten vorgeworfen haben.
Der Fall Günter Grass ist möglicherweise einer der letzten, an denen sich diese Debatte vor dem NS-Hintergrund mit derartiger Wucht entzündet. Das Bekenntnis eines Autors von heute etwa 50 Jahren, in den Neunzigern aus der AOK in eine private Krankenkasse gewechselt zu sein, ist - neben einer Mitgliedschaft in einer K-Gruppe oder einem Steinwurf beim 1. Mai, vielleicht auch dem Bekenntnis, Ulrike Meinhof beinahe mal versteckt zu haben - so ziemlich das Spektakulärste, was Biografien von unter Siebzigjährigen im Westen noch hergeben.
DDR-Lebensläufe weisen Konflikte einer Schärfe auf, die es im Westen nicht gab, doch der Kontext ist eher in Grautönen als in Schwarz und Weiß gemalt, und die Protagonisten, ob Christa Wolf, Walter Kempowski oder Wolf Biermann, spielen in der Bundesrepublik nicht die Rolle des Künstlers und aggressiven Idealbürgers zugleich.
Enttäuschungen wird es weiter geben, aber ungleich milder, wahrscheinlich auch von Ironie begleitet, weil die Zeit nach 1945 im Westen eine Kontinuität darstellt, verglichen mit dem Zivilisationsbruch davor.
Dann wird wohl ein Satz wahr, der jetzt schon im Gästebuch des Grass-Hauses in Lübeck steht: "Wen interessieren schon wirklich die Dummheiten eines 17-Jährigen?"
DIRK KURBJUWEIT; GEORG BÖNISCH, NIKOLAUS VON FESTENBERG, AXEL FROHN, VOLKER HAGE, STEFANIE HELSPER, HANS MICHAEL KLOTH, MATTHIAS MATUSSEK, ROLAND NELLES, RALF NEUKIRCH, RINA REPKE, ELKE SCHMITTER, MATHIAS SCHREIBER, KLAUS WIEGREFE, STEFFEN WINTER
* Links: als Arbeitsdienstler 1944; Mitte: vor seinem Ferienhaus auf der dänischen Insel Møn am 5. August; rechts: im Gespräch mit dem SPD-Vorsitzenden Willy Brandt bei einem Empfang im Bonner Büro des SPIEGEL im Mai 1969.
* Günter Grass: "Beim Häuten der Zwiebel". Steidl Verlag, Göttingen; 480 Seiten; 24 Euro.
* David Bennent, 1979
* Links: mit katholischen Würdenträgern in Bonn 1960; rechts: mit US-Präsident Ronald Reagan (2. v. r.) auf dem Militärfriedhof in Bitburg am 5. Mai 1985.
* Neben SPD-Kanzlerkandidat Willy Brandt (3. v. r.) nach einer Wahlversammlung in Bayreuth 1965.
* Mit den Parteifreunden Oskar Lafontaine, Björn Engholm und Gerhard Schröder im Januar 1985.
* Mit seiner Tochter Helene nach der Preisverleihung in Stockholm im Dezember 1999.
Von Dirk Kurbjuweit, Georg Bönisch, Nikolaus von Festenberg, Axel Frohn, Volker Hage, Stefanie Helsper, Hans Michael Kloth, Matthias Matussek, Roland Nelles, Ralf Neukirch, rina Repke, Elke Schmitter, Mathias Schreiber und Klaus Wiegrefe

DER SPIEGEL 34/2006
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