04.09.2006

NAHOST Berlin schickt Vermittler

Mit zwei Emissären versucht die Bundesregierung, im Libanon-Konflikt zu vermitteln. In Absprache mit Außenminister Frank-Walter Steinmeier reist SPD-Präsidiumsmitglied Martin Schulz Mitte September nach Syrien, Libanon und Israel. Schulz will sondieren, ob ein "diplomatisches Zeichen des guten Willens" zu erkennen sei, das eine Visite Steinmeiers in Syrien ermöglichen würde. Der Außenminister war vor drei Wochen auf dem Rollfeld in Amman umgekehrt, nachdem Syriens Präsident Baschar al-Assad in einer Rede gegen die Verständigung mit Israel gewettert hatte. Nach seiner jüngsten Libanon-Reise will Ernst Uhrlau, Chef des Bundesnachrichtendienstes (BND), in Israel ausloten, ob der deutsche Geheimdienst im Konflikt zwischen Israel und der Hisbollah vermitteln kann. Die Israelis erhoffen sich offenbar, dass die deutsche Seite einen Gefangenenaustausch mitorganisieren kann. Nach den Gesprächen mit den Israelis soll entschieden werden, ob der BND dann auch mit den Libanesen redet. Schon im Januar 2004 hatte Deutschland erfolgreich zwischen den Fronten vermittelt. Damals konnten nach einer BND-Mission Gefangene ausgetauscht werden.


DER SPIEGEL 36/2006
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung der SPIEGEL-Verlag Rudolf Augstein GmbH & Co. KG.

Dieser Artikel ist ausschließlich für den privaten Gebrauch bestimmt. Sie dürfen diesen Artikel jedoch gerne verlinken.
Unter http://www.spiegelgruppe-nachdrucke.de können Sie einzelne Artikel für Nachdruck bzw. digitale Publikation lizenzieren.