25.09.2006

WELTMEISTERSCHAFTZettels Traum

Aus dem Innenleben eines Fußball-Wunders / Von Sönke Wortmann
30. Juni 2006, Berlin, Olympiastadion
Einen muss Jens Lehmann noch halten, dann ist Argentinien besiegt, und wir sind im Halbfinale. Arm in Arm stehen die Spieler im Anstoßkreis, die Zuschauer auf den Rängen und wir am Seitenrand. Meine Arme liegen auf den Schultern von Harald Stenger, dem Pressesprecher, und Flavio Battisti, dem Attaché des Teams, die Kamera liegt irgendwo herum. Ist sie eigentlich noch auf der Ersatzbank? Ist sie schon geklaut? Egal. Jetzt bin ich nicht mehr Dokumentarfilmer. In diesem Moment ist es wichtiger, dass ich meine Energie darauf konzentriere, dass die richtigen Elfmeter ins Tor gehen. Die Energie fließt, Tim Borowski verwandelt zum 5:3. Wenn Jens den nächsten Schuss abwehrt, sind wir durch.
Man sieht die Angst im Gesicht des Argentiniers. Ahnt Cambiasso schon etwas? Er läuft an und schießt mit links. Der Ball fliegt halbhoch nach rechts, und Jens springt.
Er hat ihn, wir reißen die Arme hoch und rennen los. Wir sind im Halbfinale. Und ich bin mitten in dem Traum, den gerade Millionen in Deutschland träumen. Ich laufe auf die Spieler zu, mit denen ich unter einem Dach lebe, mit denen ich esse, ins Stadion fahre und in die Kabine gehe. Merkwürdig, während ich renne, frage ich mich, was ich hier eigentlich mache. Beim Viertelfinale der Weltmeisterschaft, auf dem Rasen des Olympiastadions in Berlin, unterwegs zum Helden des Spiels. Jens Lehmann stiert apathisch auf den Rasen.
Er jubelt und lacht nicht, er ist in einer anderen Welt. Er steht einfach nur da, und als ich ihn anschaue, fällt es mir wieder ein. Ich laufe zurück, um meine Kamera zu holen.
3. Juni 2005, Belfast
Eines der beim Publikum beliebtesten Filmgenres ist der Tierfilm. Ich selbst liebe Tierfilme auch, nur werde ich wahrscheinlich nie einen machen, weil mir dazu die Geduld fehlt. Besonders gelungen finde ich sie, wenn sie sich so ins Leben der zu beobachtenden Tiere einschleichen, dass diese die Anwesenheit einer Kamera für selbstverständlich halten. Dann sind Bilder aus Termitenhügeln, den Nestern der Schleiereule oder dem Staudammbau von Bibern zu bestaunen, bei denen man sich wundert, dass die Tiere wirklich so zu sehen sind, wie sie leben.
Während der Dreharbeiten zu "Das Wunder von Bern" hatte mich einer der Schauspieler auf einen Film aufmerksam gemacht, dem Ähnliches beim Fußball gelungen ist: "Les Yeux dans les Bleus". Dessen Regisseur Stéphane Meunier hatte die französische Mannschaft während der Weltmeisterschaft 1998 begleitet, und als ich ihn mir anschaute, saß ich fassungslos vor dem Fernseher. Das gab's doch gar nicht: Er filmte tatsächlich direkt vor einem Spiel der Weltmeisterschaft in der Kabine. Er war bei den Mannschaftsbesprechungen dabei, und man hörte, wie Nationaltrainer Aimé Jacquet in der Halbzeitpause tobte oder Zinédine Zidane auf der Massagebank seine Späße machte.
Der Film war für mich ein unglaubliches Erlebnis, und ich wusste sofort: Das will ich auch. Fast drei Jahre sollte ich darum kämpfen, bei der deutschen Nationalmannschaft eine ähnliche Chance zu bekommen.
Tierfilmer gehen meist so vor, dass sie während einer Eingewöhnungszeit der zu beobachtenden Spezies die Gelegenheit geben, ihre Anwesenheit und die der Kamera für einen Teil ihres Lebens zu halten. Dazu gehört auch eine gute Tarnung, und nicht immer reicht es, ein Blätterbüschel über die Kamera zu tun, sondern der Filmer muss die Mimikry der Tierwelt kopieren und sich ganz der ihn umgebenden Umwelt anpassen.
Meine Mimikry, so hatte ich es mit Oliver Bierhoff vereinbart, sollte während des Confederations Cup zum ersten Mal getestet werden. Vor Beginn des Turniers wurde ich eingekleidet wie alle anderen auch, um nicht weiter aufzufallen. Ich bekam den gleichen Trainingsanzug und den gleichen Ausgehanzug wie die Betreuer. Das jedoch sorgte bei mir zunächst für einen akuten Ausbruch meines Kreisauswahl-Syndroms. Schon als Kind fand ich es ganz toll, wenn wir Auserwählten aus dem Kreis Recklinghausen den gleichen Trainingsanzug trugen. Ungefähr dreieinhalb Jahrzehnte später, im fortgeschrittenen Fußballalter von 45 Jahren, hatte ich es nun sogar in den Dress der Nationalmannschaft geschafft.
Am Tag vor einem Freundschaftsspiel gegen Nordirland stand ich in Belfast am Trainingsplatz, und Bierhoff fragte mich, ob wir in einer Ecke etwas kicken sollten. Klar wollte ich, denn ich habe mich immer als Fußballer gesehen, obwohl ich schon mit 21 Jahren meine Karriere in der dritten Liga beendet hatte. Und natürlich war es verführerisch, mir den Ball mit einem echten Europameister zuzuschießen. Es war mir auch irgendwie wichtig, dass die Spieler sehen, dass ich einen Ball geradeaus schießen kann. Sie guckten auch ab und zu rüber, was ich da so mache. Aber zugleich ahnte ich, dass es Jürgen Klinsmann zu viel war. Er sagte zwar nichts, aber nach dem Abendessen kam Bierhoff zu mir und meinte, dass wir solche Einlagen demnächst besser lassen sollten. Klinsmann wollte beim Training absolute Konzentration, und die hatten wir gestört. Mehr als ein Jahr später erfuhr ich, dass nach unserer Einlage auf dem Trainingsplatz Klinsmann das ganze Projekt vorzeitig beenden wollte. Wahrscheinlich hatte Bierhoff mich davor bewahrt, vielleicht auch aus schlechtem Gewissen, schließlich hatte er mich verführt.
6. Juni 2006, Berlin, Schlosshotel Grunewald
Torsten Frings kam zu spät, Angela Merkel hatte ihre kleine Rede schon begonnen. Frings schüttelte der verdutzten Kanzlerin die Hand, entschuldigte sich beim Hinsetzen, und alle lachten. Wer etwas länger bei der Nationalmannschaft war, hatte schon den Fußballkanzler Gerhard Schröder erlebt, deshalb brachte die Spieler auch der Besuch der Bundeskanzlerin nicht aus der Fassung. Im Gegenteil: Die Spieler mochten zwar einerseits stolz darauf sein, dass die Regierungschefin gekommen war, hatten es aber wohl auch nicht anders erwartet. Angela Merkel hingegen wirkte nervös, was vermutlich daran lag, dass Fußball für ihren Vorgänger ein so großes Thema gewesen war und sie selbst bis zur Weltmeisterschaft
vergleichsweise wenig damit zu tun hatte.
Dass ihr Auftritt für sie ein Auswärtsspiel war, ließ sie eher sympathisch wirken. Und als sie mit ihrer kurzen Ansprache fertig war, wurde Jens Lehmann noch gedrängt, Merkel danach zu fragen, ob sie den Spitzensteuersatz nicht senken könne. Er hatte vorher im Mannschaftskreis wohl so etwas angekündigt und wurde jetzt vorgeschickt, was ihm peinlich war. So fragte Lehmann etwas umständlich, ob es für ihn als dreifachen Vater demnächst vielleicht einen finanziellen Anreiz gäbe, wieder aus England nach Deutschland zurückzukommen. Merkel wies ihn darauf hin, dass für ihn das Elterngeld interessant sein könnte, um es voll in Anspruch zu nehmen, müsse er jedoch zwei Vätermonate zur Betreuung seiner Kinder freinehmen. Der Höchstbetrag würde jedoch bei 1800 Euro pro Monat liegen.
9. Juni 2006, München, Eröffnungsspiel
Als Urs Siegenthaler unseren ersten Gegner bei der Weltmeisterschaft vorstellte, redete er zunächst nicht über Fußball, sondern über die Geschichte Costa Ricas und dass dort die Kolonisierung durch die Spanier nicht so durchgreifend gewesen war. Das Land war zu arm an Bodenschätzen gewesen, es hatte dort weder Gold noch Silber gegeben. Davon würde es heute profitieren, weil inzwischen viele Touristen kämen, um dort Natururlaub zu machen. Über diesen Umweg der Historie erläuterte er die Mentalität in Costa Rica und dass es den Menschen dort vor allem darum ginge, in Frieden das Leben zu genießen. Er beschrieb die gegnerische Mannschaft also, indem er auf die Mentalität im Land einging.
Ich fand das hochinteressant, und für mich steckte darin eine gewisse Weisheit. Wenn ich als Spieler erklärt bekomme, dass meine Gegner sofort Respekt zeigen, wenn ich ihnen ordentlich Feuer gebe, verschafft mir das anschließend mehr Freiheiten, um mein Spiel durchzusetzen. Später, vor dem Spiel gegen Ecuador, erzählte Siegenthaler genau das Gegenteil. Ecuador sei ein lange schon sehr armes Land, und die Leute dort müssten immer kämpfen. Entsprechend würden die Spieler auch mit allen fairen und teilweise auch unfairen Mitteln kämpfen.
Ungewöhnlich fand ich auch, dass zunächst der Chefscout seine Beobachtungen vortrug und nicht etwa der Cheftrainer. Weil kaum etwas zufällig passierte, konnte man daran und im Ablauf der Besprechungen eine Dramaturgie erkennen, bei der es auch darum ging, dass Jürgen Klinsmann nicht zu früh sein Pulver verschoss. Er war zwar bei den Besprechungen präsent, wenn Siegenthaler den Gegner erklärte oder Löw taktisches Verhalten erläuterte. Gelegentlich schaltete er sich auch ein, aber er passte sehr sorgfältig auf, sich nicht zu verschleißen. Sein wichtigster Moment kam an Spieltagen oder direkt vor den Spielen in der Kabine, wo er die Mannschaft vor allem emotional auf die Partie einstimmte. Man könnte sagen, dass Siegenthaler die Saat gelegt, Löw sie bewässert und Klinsmann geerntet hat.
Vor dem Eröffnungsspiel bat Klinsmann mich darum, die Tore aus den letzten Spielen zu einem kleinen Film zusammenzuschneiden, den er "Motivationsvideo" nannte. Er hatte sogar Musik dazu ausgesucht, die unter die Bilder gelegt werden sollte: "Lose Yourself" von Eminem. Wahrscheinlich gefiel ihm an diesem Song vor allem die Textpassage, in der es darum geht, dass man die eine große Chance in seinem Leben nicht vergeben soll. "Wenn der Augenblick dir gehört, wäre es besser, du würdest ihn nicht vorüberziehen lassen. So eine Chance bekommst du nur einmal, vermassle sie nicht", heißt es da.
Diese Videos wurden zum festen Bestandteil der Vorbereitung auf die Spiele, weil Fußballspieler abergläubisch sind und Rituale halt sein müssen. So entstand vor dem Eröffnungsspiel noch ein anderes Ritual. Klinsmann forderte einen der Ersatzspieler auf, eine knappe Ansprache an die Mannschaft zu halten, kurz bevor es auf den Platz ging. David Odonkor war der Erste. Er gab seinen Kollegen in einfachen, aber schönen Worten mit auf den Weg, dass sie Costa Rica schlagen sollten. Spieler und Betreuer bildeten um den Redner einen großen Kreis, in dem sie sich die Arme um die Schultern legten. Vor dem Eröffnungsspiel bestanden Spieler und Trainer darauf, dass auch ich dazukommen sollte. Nachdem ich mit dem kleinen Video einen konkreten Beitrag geleistet hatte, war das mein symbolischer Schritt in den Kreis der Mannschaft. Seit diesem Moment habe ich nicht nur "wir" gesagt, sondern auch "wir" gemeint.
14. Juni 2006, Dortmund, Vorrundenspiel gegen Polen
Der ganze Abend war magisch. Es wird manchmal gesagt, dass die Wirkung der Zuschauer auf das Spiel überschätzt wird, aber in Dortmund kam eine derart intensive Energie von den Rängen, dass man sie nur schwer beschreiben kann. Es hatte mit der Lautstärke zu tun und mit der Enge des Stadions, vielleicht waren auch wirklich ausschließlich Leute auf den Rängen, die bereit waren, selbst alles zu geben. Von der früheren Haltung bei Länderspielen, sich hinzusetzen und bedienen zu lassen, war jedenfalls nichts mehr zu merken. Angesichts dieser Begeisterung wäre es selbst bei einem 0:0 noch ein großartiger Abend gewesen, aber die Zuschauer trieben die Mannschaft mit ihrem Willen zum Sieg in letzter Minute.
Für mich war es der größte Moment bei der Weltmeisterschaft, als Oliver Neuville das 1:0 gegen Polen schoss. Die Mannschaft hatte dieses Siegtor erzwungen, sie hatte besessen dafür gearbeitet, sie wollte unbedingt gewinnen. Sie hatte eine Reihe guter Torchancen vergeben, aber die letzte genutzt. Obwohl es nur ein Vorrundenspiel war, dachte ich: Sie können alles schaffen, und auch die Spieler haben das in diesem Moment gespürt.
Ich glaube, das war die Geburtsstunde dieser Mannschaft, und Klinsmann hat es ebenfalls so gesehen. Als ich ihn nach der Weltmeisterschaft noch einmal in Kalifornien besuchte, sagte er: "Das Obergeilste war das Tor gegen Polen, da ist in jedem von uns ein Vulkan ausgebrochen. Von da an sind wir auf einer Welle der Euphorie gewesen." Doch so bewegend es im Stadion auch gewesen war, so wahnsinnig auf dem Platz alle gejubelt hatten und so verrückt wir am Seitenrand herumgesprungen waren, in der Kabine war wie schon nach dem Sieg über Costa Rica fast nichts mehr davon übrig. Torschütze Neuville bekam
noch ein wenig Wasser über den Kopf geschüttet, das war's auch schon mit dem Überschwang.
Erst um zwei Uhr morgens trafen wir nach dem Spiel wieder in Berlin ein. Ich konnte nicht schlafen, also habe ich Videotext gelesen. Ich fand eine Nachricht, nach der sich auf der Fan-Meile in Berlin 500 000 Zuschauer das Spiel angeschaut hätten, und musste schmunzeln: Da war der Redaktion im Übereifer wohl ein Fehler unterlaufen, und sie hatte eine Null zu viel angehängt.
Von der Euphorie in Deutschland kam tatsächlich während des gesamten Turniers nur wenig auf dem Planeten Nationalmannschaft an. Wir sahen auf unseren Fahrten zum Training oder zu den Spielen, dass überall an den Autos die kleinen Deutschland-Fähnchen auftauchten. Wir ahnten auch, dass die Leute diese Mannschaft gut fanden und bereit waren, von ihr auf eine emotionale Reise mitgenommen zu werden, aber jenseits der Spiele kam die Stimmung im Land sehr vermittelt an. Wir wussten, was los war, aber wir konnten es gefühlsmäßig nicht erfassen. Es war, als hätten wir auf Reisen in Südafrika oder Australien die Bilder aus Deutschland gesehen und gedacht: Mensch, zu Hause ist ja ganz schön was los!
Es gibt einen Astronauten-Film, der auf Deutsch "Unternehmen Capricorn" heißt. Dort fliegen vorgeblich ein paar Leute zum Mars, die aber in Wirklichkeit irgendwo kaserniert werden, um der Öffentlichkeit eine erfolgreiche Raumfahrtmission vorzuspielen. Ist es bei uns vielleicht ähnlich? Soll uns mit Hilfe fingierter Nachrichten und gefälschter Filmbeiträge eine riesige Euphorie im Land suggeriert werden? Sitzen im Keller des Schlosshotels Grunewald ehemalige Stasi-Mitarbeiter, deren Aufgabe es ist, bei der Mannschaft den Eindruck entstehen zu lassen, ganz Deutschland stehe hinter ihr? Als ich im Videotext von den 500 000 Zuschauern auf der Fan-Meile las, waren sie enttarnt. Eine halbe Million Menschen, die zum Fußballgucken vor Großbildleinwände ziehen, da hatten sie einfach zu dick aufgetragen.
30. Juni 2006, Berlin, Viertelfinale gegen Argentinien
Klinsmann lief hin und her in der Kabine, teilweise ganz nah an die Leute heran. Es war seine bislang mitreißendste Ansprache. Nachdem er Trainer der Nationalmannschaft geworden war, hatte es schon zwei Spiele gegen Argentinien gegeben, zwei Unentschieden. "Aber wir sind mit dem Confed-Cup nicht zu vergleichen, das ist ein ganz anderes Niveau", rief er. Dann zeigte er auf Michael Ballack, der in beiden Spielen nicht hatte mitspielen können. "Und den Capitano, den kennen sie noch nicht!"
Klinsmann hatte fast gejubelt, als er die Aufstellung der Argentinier sah. Ihr Trainer José Pekerman setzte auf eine defensivere Mannschaft als in den Spielen zuvor, und Klinsmann sagte: "Ich habe es euch doch gesagt, die haben Muffe vor euch, die haben Angst, und deshalb kommen die mit so einer defensiven Mannschaft. Heute entscheiden wir, wer weiterkommt."
Deshalb hatte es auch eine besondere Bedeutung, als Pekerman knapp 20 Minuten vor Schluss Riquelme rausnahm, seinen Spielmacher. Ich saß neben dem Mannschaftsarzt Tim Meyer, und er fragte mich: "Warum geht der jetzt?" Ich schaute einmal rechts und einmal links die Bank entlang, aber niemand sagte was, obwohl sich wahrscheinlich alle diese Frage stellten. Selbst wenn Riquelme nicht so toll wie erwartet gespielt hatte, war seine Auswechslung ein deutliches Signal: Die Argentinier wollten ihren Vorsprung über die Zeit bringen. Es sollte ihnen nicht gelingen, Klose glich aus. Das Spiel ging in Verlängerung und ins Elfmeterschießen.
Obwohl ich am Spielfeldrand gestanden hatte, erfuhr ich erst am nächsten Morgen aus dem Fernsehen, dass Jens Lehmann beim Elfmeterschießen einen Spickzettel gehabt hatte. In der Kabine war das kein Thema gewesen, vermutlich hatte es auch kaum einer der Spieler mitbekommen. Geredet wurde darüber jedenfalls nicht, und Lehmann hatte auch nicht triumphierend den Zettel hochgehalten. Am nächsten Tag aber zeigte er ihn mir. Es war einer, wie wir ihn im Hotel auf dem Zimmer liegen hatten, um beim Telefonieren eine kurze Notiz aufzuschreiben. Oben war der Schriftzug des Schlosshotels Grunewald, darunter stand:
1. Riquelme links hoch/
2. Crespo langer Anlauf/rechts
kurzer Anlauf/links
3. Heinze 6 links flach
4. Ayala 2 lange warten,
langer Anl. rechts
5. Messi links
6. Aimar 16 lange warten links
7. Rodríguez 18 links
Die ersten beiden hatte Torwarttrainer Andreas Köpke durchgestrichen, weil sie bereits ausgewechselt worden waren, und Messi war nicht eingesetzt worden. Gabriel Heinze mit der Rückennummer 6 und Pablo Aimar mit der 16 traten nicht zum Elfmeterschießen an, und als Lehmann vor dem ersten Elfmeter auf den Zettel schaute, fand er den Schützen nicht. Zu Julio Cruz gab es dort keine Information. Der Stürmer von Inter Mailand verwandelte, obwohl Lehmann in die richtige Ecke sprang. Beim zweiten Schützen jedoch war die Information entscheidend. Roberto Ayala nahm wirklich einen langen Anlauf, und Lehmann blieb der Anweisung folgend lange stehen, der Argentinier schoss nach rechts, und Lehmann hielt. Auch beim dritten Schützen stimmte die Angabe, aber Maxi Rodríguez schoss so scharf ins untere linke Eck, dass Lehmann den Ball nicht mehr rechtzeitig erreichte.
Vor dem vierten Ball schaute er noch mal auf den Zettel. Tim Borowski hatte gerade den vierten Elfmeter für Deutschland verwandelt, der Spielstand war 5:3. Noch ein parierter Ball und Deutschland wäre im Halbfinale. Aber Lehmann fand auf seinem Zettel keinen Hinweis mehr zu Cambiasso. Das Stück Papier entfaltete seine Wirkung dennoch, denn Lehmann schaute lange darauf. Köpke hatte mit Bleistift geschrieben, der Zettel war zerknittert und die Schrift kaum zu lesen. Wenn ich mir vorstelle, dass ich als Stürmer aus Argentinien zum entscheidenden Elfmeter antreten würde und der Torwart der Heimmannschaft vorher auf einen Zettel in seiner Hand schaut, hätte mich das unglaublich irritiert: Was wissen die?
Sie wussten nichts.
Lehmann hielt.
Nach dem Spiel gingen die Spieler in der Kabine ein bisschen aus sich heraus und sangen, warum auch immer, "Viva Colonia".
Wir spielten nicht in Köln, wir würden nicht in Köln spielen, und auch der Kölner Lukas Podolski war nicht der Held des Abends. Bei den Franzosen hatte ich gesehen, dass sie bei der Weltmeisterschaft 1998 nach jedem Spiel auf den Bänken gestanden und gesungen hatten. Doch sosehr ich unsere Mannschaft auch mochte, musikalisch waren wir einfach nicht richtig auf der Höhe.
Durch seine Besetzung des WM-Kaders hatte Jürgen Klinsmann nämlich einen Kollateralschaden produziert, den niemand bedacht hatte: Er hatte das Musikprogramm gekippt. Seit dem Confederations Cup waren Kevin Kuranyi und Patrick Owomoyela ganz klar die Führungskräfte der Nationalmannschaft in Sachen Musik gewesen. Ohne sie gab es musikalisch keinen Plan mehr. Ich kann mich sogar daran erinnern, dass wir in München mal vom Flughafen zum Hotel fuhren und im Radio Bayern 3 hörten.
Das entstandene Vakuum nutzte Klinsmann jedoch von Beginn an geschickt dazu, in der Kabine Xavier Naidoo zu platzieren. Wir hatten dort Boxen stehen, in die man einen iPod einklinken konnte, und ich habe gesehen, wie DJ Klinsi ihn das erste Mal in Freiburg, vor dem Länderspiel gegen Luxemburg einschaltete. Er startete "Dieser Weg" von Xavier Naidoo und stellte lauter. Weil er das noch einige Male machte, wurde dieser Song zu unserem Soundtrack der Weltmeisterschaft. Und es war Klinsmann, der ganz offensichtlich wollte, dass "Dieser Weg" unser Lied wurde.
4. Juli 2006, Dortmund, Halbfinale gegen Italien
Mein Motivationsvideo für das Halbfinale gegen Italien kam mir nicht mehr so überzeugend vor wie die vorangegangenen Filme. Ehrlich gesagt, fand ich es sogar relativ einfallslos und die Spieler offensichtlich auch. Beim Video vor dem Spiel
gegen Argentinien war der Beifall tosend gewesen, nun fiel er eher schüchtern aus. Schon bei der Vorführung war der Wurm drin, die Orginal-DVD war plötzlich verschwunden, und die Kopie akzeptierte der Player nicht. Also mussten wir den DVD-Player austauschen, und erst dann lief das Filmchen, aber ich dachte schon: "Böses Omen!"
Andererseits war ich optimistisch. Wer oder was sollte uns schon stoppen? Schließlich war Dortmund unser Extrapluspunkt. Wenn es bei der Weltmeisterschaft ein Heimspiel gab, dann hier. Auf diesem Rasen war noch keine deutsche Nationalmannschaft besiegt worden, und das sollte auch den Italienern nicht gelingen. Als sie anderthalb Stunden vor Anpfiff zur Platzbesichtigung rauskamen, waren wir schon da. Wir standen auf der Spielhälfte links vom Spielertunnel, und die Italiener machten etwas Schlaues. Sie sind nicht etwa auf die freie rechte Hälfte gegangen, sondern auch auf die linke Seite. Das war ganz unaggressiv, sollte aber auf ganz subtile Weise signalisieren: Wir haben keine Angst vor euch! Vier Stunden später wussten wir, dass sie nicht geschauspielert hatten.
Nach der Niederlage kamen Bundespräsident Horst Köhler und Bundeskanzlerin Angela Merkel in die Kabine. Sie schüttelten den Spielern reihum die Hand. Jeder von ihnen stand brav auf, aber wirklich registriert hatten sie den Besuch nicht. Die Anwesenheit der Spitzen des Staates spielte für sie in diesem Moment keine Rolle, es hätte auch George W. Bush oder Madonna kommen können. Die Zeit der Tränen war in der Kabine zwar schon vorbei, doch dafür war eine Schockstarre eingetreten. Auf dem Platz hatten Ballack, Odonkor und ein paar andere noch geweint, aber nun machte sich kriechend ein überwältigendes Gefühl von Leere breit. Auch ich war zunächst zu keiner Reaktion fähig gewesen, vollkommen bewegungslos konnte ich nicht einmal die Kamera in die
Hand nehmen. Aber nach zehn Minuten riss ich mich zusammen, schließlich wollte ich die Dinge so zeigen, wie sie sind. Dazu gehört auch eine Niederlage, selbst wenn es die ultimative Niederlage war, das Ende aller Hoffnungen.
Die Stunden nach dem Halbfinale waren Stunden im Leben, die man nicht braucht. Wieder dauerte es ewig, bis wir aus dem Stadion waren, die ganze Zeit über wurde nur das Nötigste gesprochen. Es war schon spät, als wir in Berlin eintrafen, und dann hat Jürgen Klinsmann noch einmal alle kurz zusammengerufen. Er sagte, dass es absolut gigantisch sei, was sie geleistet hätten. Das mochte stimmen, und er selbst klang auch überzeugt, aber an sich heranlassen konnte das in diesem Moment niemand.
Auch am nächsten Morgen wurde das Frühstück wortlos eingenommen, wie überhaupt der Tag danach besonders schlimm war. Jens Lehmann meinte sogar, dass es noch schlimmer sei als direkt nach dem Spiel, wo man noch vollgepumpt mit Adrenalin sei und so viel drumherum passiere. Die Erkenntnis, dass es wirklich vorbei sei, die würde erst am nächsten Tag richtig durchschlagen. So war es auch, der 5. Juli wurde der stillste Tag der WM.
In dieser Stimmung fand abends eine mannschaftsinterne Debatte statt. Es ging um die Frage, wann sich die Spieler auf der Fan-Meile am Brandenburger Tor von den Fans verabschieden wollten. Spieler wie Ballack oder Lehmann, die von der Niederlage gegen Italien besonders frustriert waren, wollten die Verabschiedung in Berlin schon am Freitagmittag erledigen, um dann von Stuttgart aus nach Hause zu fahren.
Das jedoch hatte Frings missverstanden. Er glaubte, sie wollten sich gar nicht mehr in Berlin vom Publikum verabschieden. Das stimmte zwar nicht, aber sie haben aneinander vorbeidiskutiert - kein Wunder an diesem Tag. Am Ende gab es eine Abstimmung: In Stuttgart würden wir übernachten und am Sonntagmittag in Berlin auf Wiedersehen sagen.
8. Juli 2006, Stuttgart, Spiel gegen Portugal
Schon am Tag vor dem kleinen Endspiel deutete sich an, dass in Stuttgart etwas Großes passieren würde. Als wir dort ankamen, standen 7000 Leute vor dem Hotel und haben die Mannschaft gefeiert. Als die Spieler und Trainer ans Fenster gingen, winkten die Leute ihnen zu, es gab Beifall, Sprechchöre, und die trübe Stimmung verflog. Eine solche Euphorie hatte nach dem Tiefpunkt gegen Italien keiner erwartet. Die Leute haben den Spielern signalisiert, dass sie trotz der Niederlage im Halbfinale begeistert waren. Dort oben am Fenster verstanden wir vielleicht erst wirklich, dass die Euphorie nicht im Keller unseres Hotels simuliert worden war.
Vor dem Spiel um Platz drei gab es kein Video von mir, sondern wir kamen zusammen, um ein Lied zu hören. Xavier Naidoo, dessen Songs uns durchs Turnier begleitet hatten, hatte sich nach dem Spiel gegen Italien zu einem Dank an die Mannschaft aufgefordert gefühlt und noch in derselben Nacht einen Song geschrieben. Die Spieler hörten dessen Welturaufführung bewegt zu. "Wer so kämpft wie ihr, darf auch mal verlieren. Die Menschen lieben euch, das wird euch motivieren." Dann bedankte sich Naidoo bei jedem der Spieler einzeln und zum Schluss bei Jürgen Klinsmann und den Trainern.
Im Stadion feierten die Zuschauer den 3:1-Sieg über Portugal, als ob der Gewinn der Weltmeisterschaft nichts dagegen wäre. Unablässig sangen sie "Stuttgart ist viel schöner als Berlin", und vielleicht war dieser Abschluss sogar besser, als wenn wir ins Endspiel gekommen wären und dort verloren hätten. Als wir um 1.30 Uhr nachts wieder am Hotel waren, landeten wir auf der nächsten Riesenparty. Diesmal standen 25 000 Menschen vor dem Hotel, um die Mannschaft ein weiteres Mal zu feiern. Nach dem Spiel schrieben einige Zeitungen, dass noch keine deutsche Nationalmannschaft so gefeiert worden sei. Das ist fast richtig, denn nur eine ist noch mehr gefeiert worden. Als die Weltmeister von 1954 nach ihrem Sieg mit dem Zug aus der Schweiz zurück nach München fuhren, standen entlang der Strecke auf jedem Bahnhof Zehntausende, und als sie ankamen, war die ganze Stadt im Ausnahmezustand. 2006 in Stuttgart schloss sich der Kreis. 1954 hatte eine deutsche Nationalmannschaft der jungen Bundesrepublik ein erstes Selbstwertgefühl gegeben, 2006 half eine deutsche Nationalmannschaft dem Land, sich selbst zu mögen.
6. August 2006, Huntington Beach, Kalifornien
Alle anderen Interviews für den Film hatte ich während der Weltmeisterschaft geführt, und der Blick war dabei nach vorn gerichtet. Klinsmann jedoch wollte ich mit großem zeitlichem wie räumlichem Abstand rückblickend erzählen lassen.
Ob er als Bundestrainer weitermachen wollte, hatte Klinsmann während des Turniers verdrängt, so gut es ging. "Man wollte keine Entscheidung treffen", sagte er. Das war ungewöhnlich unpersönlich formuliert, denn sonst sagt Klinsmann durchaus "ich" und nicht "man", wenn er über sich spricht. Als nach dem Aus gegen Italien die Fragen nach seiner Zukunft drängender wurden, hatte er Bierhoff, Löw und Köpke nach dem Spiel um den dritten Platz eingeweiht, "dass ich wieder zur Familie zurückwill".
Jetzt im Rückblick sagte er, dass er noch Zeit brauchen würde, um die Weltmeisterschaft zu verarbeiten, dennoch habe er das Gefühl, dass er die zwei Jahre zuvor gesetzten Ziele zum großen Teil erreicht hat. Der Gewinn der Weltmeisterschaft war nur eines davon, vor allem wollte er wieder alle in Deutschland für die Mannschaft begeistern, die ihm immer am nächsten gewesen war: die Nationalmannschaft. "Wir wollten zeigen, dass wir eine Identität aufbauen können, in der sich jeder wiederfindet, Fans, Spieler und alle, die für die Mannschaft arbeiten. Wir wollten ein Spiel nach vorn entwickeln, für das man Mut und eine innere Überzeugung braucht. Es war unser Anliegen zu beweisen, dass es machbar ist. Das ist ein Kulturwandel, und er hat bewirkt, dass die Leute sich mit unserer Arbeit identifiziert haben."
Am gelungensten fand Klinsmann die wunderbare erste halbe Stunde des Achtelfinalspiels gegen Schweden. "Da haben sie so gespielt, als wären sie auf dem Bolzplatz und wollten so lange draußen bleiben, bis es dunkel wird und man nichts mehr sehen kann." So, wie wir alle angefangen haben. Und wie wir gehofft hatten, dass es ewig weitergehen würde.

Sönke Wortmann, 47, ist unter Deutschlands Filmregisseuren nicht nur einer der erfolgreichsten, sondern sicherlich auch der fußballbegabteste. 1980 stieg er mit der Spielvereinigung Erkenschwick in die Zweite Bundesliga auf. Wenig später verzichtete er auf eine Karriere als Fußballer und studierte an der Filmhochschule München. "Kleine Haie" (1992), "Der bewegte Mann" (1994) und "Das Wunder von Bern" (2003) gehören zu seinen bekanntesten Filmen. Wortmanns Dokumentarfilm "Deutschland. Ein Sommermärchen" zeigt das deutsche Team während der WM in diesem Sommer und startet am 5. Oktober bundesweit in den Kinos. Am selben Tag erscheint auch sein WM-Tagebuch, aus dem der SPIEGEL Auszüge druckt (Sönke Wortmann: "Deutschland. Ein Sommermärchen. Das WM-Tagebuch". Mit Christoph Biermann. © 2006 by Verlag Kiepenheuer & Witsch, Köln).
Von Sönke Wortmann

DER SPIEGEL 39/2006
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