02.10.2006

Deutsch for sale

Von Schreiber, Mathias

Die deutsche Sprache wird so schlampig gesprochen und geschrieben wie wohl nie zuvor. Auffälligstes Symptom der dramatischen Verlotterung ist die Mode, fast alles angelsächsisch "aufzupeppen". Aber es gibt eine Gegenbewegung. Von Mathias Schreiber

Mit dem Tod jeder Sprache stirbt eine Welt. Ein stilles Drama, das in allen möglichen Winkeln der Erde ohne Unterbrechung aufgeführt wird. Eine der mehr als 250 Sprachen, die von den australischen Ureinwohnern gesprochen wurden und zum Teil noch werden, heißt "Nhanda".

Die letzte Nhanda-Sprecherin, Lucy Ryder, hatte das Idiom ihrer Ahnen der US-amerikanischen Anthropologin Juliette Blevins Mitte der neunziger Jahre auf Band diktiert. Während einer dreijährigen gemeinsamen Reise durch Westaustralien benannte die Aborigine-Frau nach und nach zahllose Pflanzen und Tiere, Gebärden und Farben, Orte und Lebensgewohnheiten - ihren ganzen kleinen Kosmos eben.

Lucy Rider lebt nicht mehr. Aber ihre Sprache gibt es noch: konserviert auf Bändern, übersetzt und grammatisch analysiert im Leipziger Max-Planck-Institut für evolutionäre Anthropologie, in dessen Auftrag Juliette Blevins die Welt bereist.

Das Nhanda-Schicksal ereilt immer mehr der - heute noch - rund 6500 Sprachen dieser Welt. 273 davon werden von einer Million Menschen und mehr gesprochen. Schon in hundert Jahren, so schätzt Martin Haspelmath vom Leipziger Institut, wird die kulturelle Globalisierung allenfalls noch 2000 dieser Wortwelten übriggelassen haben. Es gibt pessimistischere Prognosen: Bis zu 80 Prozent der Sprachen dieser Welt seien, meinte Mitte Juli der mexikanische Sprachwissenschaftler Rainer Enrique Hamel im Münchner Goethe-Forum, im Verlauf des 21. Jahrhunderts "vom Aussterben bedroht". Auch die deutsche?

Vielleicht ist die Sprache von Luther, Kant, Goethe, Kleist, Bismarck, Daimler, Werner von Siemens, Kafka, Rilke, Einstein, Brecht, Thomas Mann und Grass dann auf die Bedeutung geschrumpft, die heute etwa das Plattdeutsche hat, unentbehrlich allenfalls für das Hamburger Ohnsorg-Theater.

Zwar haben zurzeit über 101 Millionen Menschen in Europa Deutsch als Muttersprache. Und weltweit lernten im Jahr 2005 16,7 Millionen Menschen Deutsch - aber 2000 hatte die Welt-Deutschstunde noch 20,1 Millionen Teilnehmer. Ein Schwund von 3,4 Millionen oder fast 20 Prozent in nur fünf Jahren. Das Ohnsorg-Schicksal naht wohl rascher, als den amtlichen Statistikern, die diese Zahlen erhoben haben, lieb sein kann. Sie registrieren die stärksten Rückgänge in Russland, wohingegen etwa China und der Balkan zart zugelegt hätten.

Die Furcht vor dem Bedeutungsschwund des Deutschen wird weniger durch die mickrige Geburtenrate des Landes oder den internationalen Siegeszug des Englischen genährt als durch die seltsamste Leidenschaft, die ein Volk nur befallen kann: die fast paranoide Lust der Deutschen an der Vernachlässigung und Vergröberung des eigenen Idioms.

Wolf Schneider, 81, der ehemalige Leiter der Hamburger Henri-Nannen-Journalistenschule und Autor zahlreicher funkelnder Sprachfibeln wie "Deutsch! Das Handbuch für attraktive Texte" (2005), hat seine langjährigen Beobachtungen dieses Terrains kürzlich so niederschmetternd zusammengefasst: "Es geht bergab mit der Sprache, machen wir uns nichts vor: Die Fernsehschwätzer beherrschen die Szene, die Bücherleser sind eine bedrohte Gattung, die Grammatik ist unter jungen Leuten unpopulär, ihr Wortschatz schrumpft, und viele 17-Jährige betreiben das Sprechen" wie ein "Nebenprodukt des Gummikauens".

Er nennt dann die Plauderblüten "Luftschnapp" und "Megaknuddel", er hätte auch "krass endgeil", "Karriero" oder "alken" nennen können. Jugendsprache an sich ist ja etwas Erfrischendes und Gutes. Weil sie entkrampft, weil sie Protest ausdrücken kann, vor allem weil sie spielerischer und sinnlicher ist als der oft abstrakte Nominalstil wichtiger Erwachsener, die gern etwas "unter Beweis stellen" oder "Einfluss nehmen".

Aber vieles verrät auch eine fortschreitende Infantilisierung des Sprechens in Richtung "prasseldumm", da nähert sich das "affengeile" Frischebad der puren "Top"- und "Hot"-Verblödung.

Die "sprachlich-moralische Verluderung" des Deutschen, die der Germanist Wolfgang Thierse, Vizepräsident des Bundestags, beklagt hat, ist nicht auf bestimmte Krassheiten des Jugendjargons beschränkt. Sie greift lange schon aus auf immer mehr Felder der sprachlichen Kommunikation aller Schichten, Generationen, Institutionen und Milieus. "Weithin", schreibt der Sozialwissenschaftler Meinhard Miegel in seinem jüngsten Buch, "drohen sprachliche Fähigkeiten auf SMS-Niveau abzusinken"*.

Das Handy, zumal seine ablesbaren "SMS"-Kurznachrichten ("CU im East?" - gemeint ist "see you ..."), aber auch der E-Mail-Verkehr übers Internet, mitsamt den dort üblichen "Chatrooms", "Download-Portalen" und "Websites", sind nicht nur Medien dieses Verlusts, sondern Mitursachen. Der thailändische Germanist Chetana Nagavajara macht die medial vermittelte "Vielrederei", ob am Telefon, via Computer, Radio oder TV, für die "jämmerliche Situation" der Sprache verantwortlich: mit der politisch bedenklichen Folge, dass wir "gegenüber unserer sozialen Umwelt weniger empfindlich" geworden seien, weil "unser Gesprächspartner nicht präsent

ist". Nagavajara, 69, keilt gegen diese sprachlich-moralische Krankheit mit dem drastischen Slogan aus: "Frieden den Kneipen! Krieg den Handys!"

Nicht einmal die gehobene Schriftsprache, die immer schon einen mehr oder weniger deutlichen, normativ verstandenen Feierlichkeitsabstand zum Alltagsdeutsch wahrte, bleibt von alldem unberührt: Lange, architektonisch raffiniert gebaute Sätze, wie sie bei Kleist, Thomas Mann, Thomas Bernhard, sogar noch bei dem jungen Daniel Kehlmann zu finden sind, sterben allmählich aus. So etwas mag im Zeitalter atemloser Reduktion, auch im Zeichen jener schon von Goethe beklagten "veloziferischen" Beschleunigung aller Lebensvorgänge, kaum noch einer verstehen, geschweige denn schreibend erarbeiten.

In den Sätzen von Goethe und Heine lag die durchschnittliche Zahl der Wörter noch bei 30 bis 36; Thomas Mann brilliert in dem Romanzyklus "Joseph und seine Brüder" mit einem Rekordsatz, der 347 Wörter umfasst. Heutige Zeitungstexte begnügen sich mit 5 bis 13 pro Satz. Auf dem Boulevard, doch auch im seriöseren Radio und Fernsehen ist der simple Vier-Wörter-Satz Trumpf. Muster: "Der Nahe Osten brennt." Steuern wir auf das Ideal der Comic-Sprechblase zu, etwa nach der grellen Vorlage "Wow! Echt voll wooky!"?

In der Kürze liegt die Würze - einerseits ja. Andererseits nein, sofern der Verkürzungswahn, der schon in früheren Jahren vom "Oberkellner" nur den "Ober" übriggelassen hat, den hastigen, konsumfreudigen Tatmenschen verrät, der dem seltener gewordenen Liebhaber halbschattiger, langer Sätze misstraut wie Shakespeares Caesar dem hageren Cassius: "Er denkt zu viel: Die Leute sind gefährlich."

Verkürzung, Vereinfachung, Vergröberung bilden die Trias einer gespenstischen Abwärtsdynamik der gesprochenen und geschriebenen Sprache. Allenfalls als trotzige Flucht aus dem tückischen Geschling der jüngsten Rechtschreibreform, die um ein Haar den Unterschied zwischen "wohl behütet" und "wohlbehütet", wie so vieles andere, vernichtet hätte, ist die zunehmende Privilegierung des filmtitelartigen Miniaturhauptsatzes verständlich. Muster: "Ein Mann dreht durch." Da kann man ja kaum einen Fehler machen!

Zur Entdifferenzierung des Sprach- bilds, die etwa vor hundert Jahren einsetzte und sich seitdem bedrohlich beschleunigt hat, gehören auch Erscheinungen wie das allmähliche Verschwinden des Konjunktivs, der wichtige Nuancierungen ermöglicht - in der indirekten Rede "Müller meinte, Meier sei ein Schuft" steckt die kritische Frage, ob Meier auch wirklich so "ist"; ferner die schleichende Schwächung der starken Verbformen ("backte" statt "buk"), eindeutig eine klangliche Verarmung; dann das immer beliebtere Ersetzen des Präteritums durch das vermeintlich leichtere Perfekt (statt

"rief" "hat gerufen"), ein sprachlicher Denkverlust, zu dem der Triumph des Erzählens im Hallo-hier-bin-ich-Präsens bei zahlreichen neuen Romanen nicht wenig beiträgt; schließlich die ständige Verwechslung von Adjektiv und Adverb ("teilweiser Verlust" geht nicht, nur "teilweise verloren") sowie die wachsende Unsicherheit im Umgang mit Deklination, Konjugation, Präposition, Konjunktion.

Es kann nicht mehr lange dauern, und "Er bedarf dem Trost" oder "Rette dem Deutsch" stören niemanden mehr, dem Sprachkritiker Bastian Sick zum Trotz (nein, nicht "zu des Trotzes"!), dessen witziger, scharfsinniger Bestseller "Der Dativ ist dem Genitiv sein Tod" tapfer Widerstand leistet - und damit sogar spektakuläre Erfolge feiert (siehe Kasten Seite 186).

Können Sprachhelden wie Sick oder Schneider wirklich verhindern, dass zum Beispiel mit grammatischen Regeln immer schludriger umgegangen wird? Grammatik ist die - aus dem Altgriechischen überkommene - Baulehre der Sprache. Wer sie vernachlässigt, produziert einstürzende Neusprech-Bauten. Sick konnte beobachten, dass etliche Zeitgenossen den zum Werbespruch einer Telefonfirma hochgejubelten Versprecher von Verona Pooth alias Feldbusch "Da werden Sie geholfen" für korrektes Deutsch halten. Man hat es ja schließlich im Fernsehen so gehört.

Der alltägliche Auftritt der deutschen Sprache ist ein solches Ärgernis, dass wir zehn und mehr Sicks brauchten, um daran etwas zu ändern. Es wimmelt nur so von Sprachfaxen wie "weitreichendste Vollmacht", "Zielerreichung", "unterkomplex" (statt "zu einfach"), "ich würde sagen" (Politikersprech), "das Optimalste" (optimal lässt sich nicht steigern) oder Wort-Vogelscheuchen wie der "Kenntnislosigkeit der ökonomischen Zusammenhänge" (Ex-Kanzler Gerhard Schröder).

Schrecklichstes, auch ständig auf schreckliche Weise vereinfachtes und verharmlostes Symptom der kranken Sprache aber ist jenes modische Pseudo-Englisch, das täglich aus den offenbar weitgehend gehirnfreien Labors der Werbeagenturen, Marketing-Profis, Computer-Verkäufer, Technik-Anbieter, Popmusik-Produzenten ("Charts", Flops", "flashen"), aber auch aus Behörden, wissenschaftlichen Instituten, Massenmedien und den Reden-Schreibstuben der Politiker und Verbandssprecher quillt wie zähfließender, giftiger Magma-Brei, der ganze Kulturlandschaften unter sich begräbt.

Die Fernsehübertragungen der Fußballweltmeisterschaft wurden regelmäßig unterbrochen von dem Werbespruch eines großen Getränkekonzerns "It's your Heimspiel! - Make it real", einem völlig unverständlichen Appell von freischwebender Kernigkeit, aber verheerender Vorbildwirkung auf junge Menschen, die sich, hätten sie bessere Vorsprecher, vielleicht doch irgendwann aus ihrer "Voll der Hammer"-Sprache herausackern könnten.

In einer Handelswelt, die sich an Ungetüme wie "Tracht & Country Classics" (Messe Salzburg), "Step-up-Anleihen" oder "Bull-Floater" (Bankenjargon) gewöhnt hat, ist anscheinend keine deutsche Küche mehr ohne schickes "Interior Design" verkäuflich, kein Hochdruckreiniger ohne "Variopower-Stahlrohr", kein "Event" ohne "Highlight", kein "Best Choice"-Telefon ohne "Headset-Anschluss", kein Kühlschrank ohne "Ice Maker" für die "Side-by-Side-Kombination" verschiedener Klimazonen, keine UV-Lampe ohne "sense and simplicity"-Effekt.

Zu Michael "Ballack's Favourites" zählt, so belehrte uns ein Hochglanzprospekt zur WM, natürlich das "Location Free Media Gateway" für den "Online-Zugriff" auf den heimischen "Sat-Receiver". Zwischendurch fuhr der Fußballheld womöglich mit dem "Clean Power Diesel" eines japanischen Herstellers zum nächsten "Meeting" der ihm zugeordneten "Task-Force" in irgendeinem "Kaffeehouse" an der Ostsee; oder er flog, so ihn kein "Blackout" umwarf, im Lufthansa-"Jet" nach dem Motto "There's no better way to fly", dachte an "Link" und "Browser" vom "Homepagecenter" der urdeutschen Firma "T-Online" oder "outete" sich als "High-Tech-Freak" im "Sommer-Feeling", das die immer noch nicht von ihrem Verlag "outgesourcte" Zeitschrift "Schöner Wohnen" gerade seiner Freundin verheißen hatte.

Wäre es nicht so lachhaft, Verzweiflung wäre, nein: nicht "angesagt", sie wäre Pflicht. Obwohl durchaus eine Unterabteilung solch würdeloser Anbiederei an eine allenfalls halbkorrekt benutzte Fremdsprache, ist daneben der Import englischsprachiger Redensarten etwa bei "vergiss es" ("forget it"), "Sinn machen" ("to make sense") oder "genau!" ("exactly!") eine harmlose Unart, schädlich erst dann, wenn die entsprechenden deutschen Wendungen wie "mach dir nichts draus" oder "Sinn ergeben" auszusterben drohen.

Kein vernünftiger Sprachbeobachter verteufelt Anglizismen, die sich bewährt haben, weil die genaue Entsprechung im Deutschen einfach fehlt oder weil das Wortaroma nun einmal unübersetzbar ist, etwa bei "fair", "fit" , "Foul", "Party", "Understatement" oder bei "cool". Das Wort "cool"

meint mehr als "schick" oder "kühl", "Cool"-Sein zielt auf eine fast stoische Gelassenheit, für die ein entsprechend knappes, im Duktus eben "cool" wirkendes deutsches Pendant nicht verfügbar ist.

Doch kurioser Wortsalat wie "relaxen", "hangover", "brainstormen", "chatten", "Dokusoap", "Job-Center", "ServicePoint", "Call a Bike Standort" (Deutsche Bahn), "Quick-Vermittlung" (Nürnberger Bundesagentur für Arbeit), "All-Age-Produkt" oder "Brain up" und "Exzellenzcluster" (Bundesforschungsministerium) ist nicht nur überflüssig, schwer verständlich und hässlich; er zeigt vor allem eine angeberische Sucht nach Weltläufigkeit. Dass dabei "Bildung boomt", wie eine neue Wiener "Bildungsmesse" vermutet, darf bezweifelt werden.

Dieses irgendwie-englische "Schnöselkauderwelsch" ("taz") simuliert mit ein paar hastig aufgeschnappten Floskeln angelsächsische Unbekümmertheit. Die englische Phrase hat scheinbar mehr Tempo und schützt angeblich vor Pathos. Wohl deshalb appellierte eine bayerische Kampagne gegen Drogenkonsum an Schulen mit "Be hard, drink soft".

Weil die Marketing-Abteilung der Autofirma Ford Deutschland glaubt, englische Floskeln könnten die Produkte "emotionaler" und schwungvoller erscheinen lassen, ersetzte sie das Ford-Versprechen "besser ankommen" durch "Feel the difference". Muss wohl so sein, wenn das Aussehen der jüngsten Modelle von "Ford Kinetic Design" geprägt ist.

All das wirkt letztlich unfreiwillig komisch, gerade auch auf Angelsachsen, die sich etwa über das vermeintlich authentische "Handy" (angelsächsisch "cell phone" oder "mobile phone"), über "Dressman" oder "Talkmaster" (das pseudodeutsche Gegenstück zum englischen "Talkshow host") wundern.

Die naive Überschätzung des Fremden, die darin zutage tritt, hält sich selbst gern für die richtige Reaktion auf Fremdenfeindlichkeit, obwohl sie diese eher mitverursacht. Auch das gehört zu den Spätfolgen der Nazi-Verbrechen, die eine einigermaßen ausbalancierte Identifikation der Deutschen mit sich selbst für Jahrzehnte unmöglich gemacht haben. Wenn sie an sich selbst denken, werden Deutsche rasch unsicher. Und die Flucht ins Englische bietet scheinbar mehr Sicherheit.

Letzten Endes verrät der kollektive Kniefall vor dem Sprachgestus der Angelsachsen eine tiefsitzende Verkrampfung, die im kosmopolitischen Imponiergehabe nur Kompensation sucht, nicht aber erlöst wird. Schließlich spielt wohl der Wunsch eine Rolle, wenigstens symbolisch an der Spitze des globalen technischen Fortschritts und an der Seite der Sieger des Zweiten Weltkriegs (und so vieler Hollywood-Filme) zu marschieren. Nach dem Motto: "Lieber ein halber Ami als ein ganzer Nazi", wie es Walter Krämer zuspitzt, Vorsitzender des "Vereins Deutsche Sprache" und Professor für Wirtschafts- statistik an der Universität Dortmund.

Krämer, 57, Mitautor des "Lexikons der populären Sprachirrtümer" (2001), ist der temperamentvollste und originellste "Denglisch"-Verächter unter den deutschen Sprachhütern. Der von ihm 1997 gegründete "Verein Deutsche Sprache", der größte Sprachclub in Europa, hat über 27 000 Mitglieder in mehr als hundert Ländern. Er arbeitet mit Zeitungsanzeigen, mit polemischen Schriften wie "Modern Talking auf Deutsch", mit Kongressen, mit Interventionen bei Politikern, mit Internet-Umfragen, mit lustigen Aktionen wie der jährlichen Ausrufung des Titels "Sprachpanscher des Jahres" oder der Initiative "Lebendiges Deutsch": Jeden Monat werden drei "treffende" deutsche Ersatzwörter für "überflüssige" englische in Umlauf gebracht. Krämer hat auch schon mal eine symbolische Ebay-Versteigerung der deutschen Sprache versucht - "weil sie sonst ja niemand mag und hegt".

Der Verein Deutsche Sprache, aus dem 2001 die Berliner Stiftung Deutsche Sprache hervorging, gibt sich meinungsfreudiger und kämpferischer als etwa der Deutsche Sprachrat, dem die Wiesbadener Gesellschaft für deutsche Sprache, das Goethe-Institut, der Deutsche Akademische Austausch-Dienst und das Mannheimer Institut für Deutsche Sprache angehören. Der Sprachrat leistet sich eine quasi wissenschaftliche Distanz zur Polemik, wie sie Verein und Stiftung Deutsche Sprache lieben, wenn sie etwa gegen den Wort-Import "recyclen" anwitzeln, indem sie dessen deutsche Aussprache nahelegen: "rezützeln" - "rezützeln wir also unsere Muttersprache!".

Solcher Mut zum Polemisieren tut not. Schon 2004, so stellte eine Studie der Universität Hannover fest, waren unter den 100 am meisten verwendeten Wörtern deutscher Rede 23 englische, fast ein Viertel - 1980 war es noch eines. Angesichts dieser Dynamik ist der Export deutscher Vokabeln, den es ja auch gibt, bescheiden. Er beschränkt sich auf wenig schmeichelhafte Kuriosa wie jene, dass die Angelsachsen die "bratwurst" und die "gemuetlichkeit", die Tschechen den "schnaps", die Japaner (die übrigens auch über zu viele Anglizismen klagen) unsere "Arbeit" übernommen haben. Allerdings bedeutet das japanische Lehnwort "arubaito" meist Teilzeitarbeit. Der

"Vormarsch" des Denglischen ist sogar schon der "New York Times" aufgefallen. Der Münchner Essayist und Sprachwissenschaftler Harald Weinrich, 79, Autor der Duden-"Textgrammatik der deutschen Sprache", hielt noch 1983 die Gefahr der Anglisierung "nicht für so bedrohlich". Die besseren Sprecher hätten sich in der Vergangenheit, so glaubte auch er mit Goethe, ihren "Wortstoff" geknetet, "ohne sich zu bekümmern, aus was für Elementen er bestehe". Und in der Tat: Wen stört es heute noch, dass der Keks der willkürlich singularisierte Plural von englisch "cakes" ist, eine über 100 Jahre alte Eindeutschung der Firma Bahlsen? Aber inzwischen ärgert sich selbst Weinrich über die wachsende Sorglosigkeit deutscher Sprecher, zumal wenn sie ihre akademischen Institute in "Departments" umtaufen.

Die Anglisierung hat zweifellos Fahrt aufgenommen, und zwar dramatisch. Das unterschätzt wohl ein Abwiegler wie Rudolf Hoberg, 70, Sprachwissenschaftler an der Darmstädter Technischen Universität und Vorsitzender der Gesellschaft für deutsche Sprache, wenn er, in schönster Metaphern-Verwurstelung, sagt: "5000 Anglizismen fallen in einem Meer von 500 000 deutschen Wörtern doch kaum ins Gewicht." Hoberg hofft: "Der größte Teil der englischen Wörter verschwindet nach einiger Zeit wieder." Wer rede heute noch von "Sit-ins"? Stimmt, aber die Erklärung dafür ist ja wohl, dass die so benannte Sache selbst verdunstet ist.

Der Hoberg nahestehende Sprachrat betrachtet denn auch "gesetzliche Maßnahmen", wie es sie in Frankreich (wer dort öffentlich "Computer" statt "ordinateur" schreibt, riskiert eine Geldstrafe), Island oder Polen gibt, "als ungeeignet für die Förderung einer positiven Weiterentwicklung der deutschen Sprache". Dagegen plädieren Walter Krämer und die von ihm inspirierte Stiftung ebenso wie Bundestagspräsident Norbert Lammert (CDU) dafür, die "Landessprache Deutsch" gesetzlich zu schützen. Lammerts Begründung: "Deutschland ist unter allen deutschsprachigen Ländern das einzige, das die Sprache nicht in der Verfassung regelt - obwohl es nach seiner Sprache benannt ist" (siehe Interview Seite 190).

Ist der Widerstand gegen die Anglomanie ein Kampf gegen Windmühlen? Der verspätete Versuch Ewiggestriger, wenigstens im globalen Krieg der Wörter die deutsche Nation zu behaupten? Unter der historisch falschen Voraussetzung, es könne so etwas wie sprachliche Reinheit überhaupt geben?

Völlig berechtigt ist die Kritik am zopfigen Kathedergelehrten, der sich schon in früheren Jahrhunderten als Fremdwortkiller lächerlich gemacht hat mit Eindeutschungsideen wie "Zeugemutter" (für "Natur") oder "Jungfernzwinger" (für "Kloster"). Gustav Wustmann wütete 1891 in seiner Streitschrift "Allerhand Sprachdummheiten" gegen "die Ausländerei, eine Erbschwäche der Deutschen", auch gegen die "Engländernachäfferei"; und er machte als "Brutstätte dieser Verwilderung" die Zeitungen aus: "Seit der Pressefreiheit von 1848 gibt es ein Überangebot, das zur Verwilderung führt ... Vor allem sind die Juden an diesem Verfall schuld: Ein großer Teil unseres heutigen Sprachunrats geht ausschließlich auf das Judendeutsch der Berliner und Wiener Tagespresse zurück. Der Grund dafür ist, dass die Vorfahren der Juden noch nicht Deutsch als Muttersprache sprachen ... Die eigentlich Schuldigen sind aber in der Schule zu suchen."

Nationalistische Fremdwort-Ausmister wie Wustmann sind selten geworden. Sie verkennen, dass Deutsch-Sprecher nicht selten auch dann der "Ausländerei" erliegen, wenn sie glauben, echtes Wurzeldeutsch zu benutzen. "Fenster" ist eigentlich lateinisch und "Tomate" ein aztekisches Wort, das uns die Spanier geschenkt haben.

Wer aus berechtigter Antipathie gegen die Wustmänner dieser Welt zum bedenkenlosen Fremdwort-Liberalismus überläuft, macht es sich aber auch wieder zu einfach. Der Düsseldorfer Germanistikprofessor Rudi Keller, 64, Autor des Buches "Sprachwandel" (1990/2003), meint, abgesehen von der antisemitischen Hetze werde Wustmanns Klage bis heute immer neu aufgelegt. Die Flut neuer Medien und die Schule müssten immer wieder den Sprachverfall erklären, das sei nun mal die "linguistische Variante des Kulturpessimismus". Und den gebe es immerhin schon seit Platon und Rousseau.

Keller: "Was wir als Sprachverfall wahrnehmen, ist der allgegenwärtige Sprachwandel, aus der historischen Froschperspektive betrachtet." Pragmatiker Keller, der sogar die Jargonfrucht "son Ding" (statt "so ein Ding") als neues, eigenständiges Wort akzeptiert, leugnet die Anglomanie keineswegs, findet einen Ausdruck wie "abgespaced" auch durchaus "peinlich", meint aber

abschließend: "Zur Sorge besteht kein Anlass."

Die Denglisch-Mode erkläre sich daraus, dass Sprache nun einmal eine doppelte Funktion habe: kommunizieren und imponieren. Den Zugängen stünden jede Menge Abgänge gegenüber; und außerdem - wunderbarer Trost - seien 30 bis 40 Prozent des englischen Wortschatzes französischen Ursprungs.

Keller folgt hier der Gelassenheit seines Lehrmeisters, des Germanisten Hans Eggers (1907 bis 1988), dessen vierbändiges Standardwerk "Deutsche Sprachgeschichte" (1963 bis 1977) höchst abgeklärt und pragmatisch verkündet: "Sprachen beginnen, entwickeln sich und gehen unter."

Das ist die pure Resignation im Gewand leidenschaftsloser Beobachtung. Sollen denn die deutschen und andere Muttersprachler tatenlos mitansehen, wie die globale Ökonomie einen welteinheitlichen Konsumententyp durch die fast zwanghafte Verbreitung jener einheitlichen, in der Abschleifung durch die Sprecher aller Länder ausdrucksschwach gewordenen Kolonialsprache begünstigt? Diesen hitzigen Verdacht hat der Sprachkritiker Klaus Däßler auf der 2. Internationalen Tagung verschiedener Sprachvereine im "Netzwerk Deutsche Sprache" vorgetragen, die im Oktober 2000 in Friedrichshafen stattfand. Es fällt schwer, ihn für ganz unberechtigt zu halten.

Wohlfeile Plädoyers für mehr Gelassenheit, wie Keller sie formuliert, spielen mit dem Hinweis, Sprachwandel sei so etwas wie eine Naturgewalt; und schon darum nicht steuerbar, erst recht nicht durch Aufrufe und Vereinsgründungen.

Das ist einerseits wahr, andererseits aber wird übersehen, dass gerade die ärgerlichsten Sprachmoden oft planmäßig in Umlauf gebracht werden, etwa wenn Werber wieder mal besonders "schräg" auffallen wollen - heutzutage so schnell und erfolgreich wie noch nie in der Geschichte.

Die Erfahrung zeigt es ja: Nicht alle kritischen Korrekturen des angeblich schicksalhaften

"Wandels" sind fruchtlos. Der TV-Sender Sat.1 warb lange mit dem Spruch "Powered by Emotion", bis herauskam, dass allzu viele Bürger diesen Spruch entweder nicht kapierten oder gar glaubten, er meine "Kraft durch Freude" oder "Gepudert mit Gefühl". Danach stieg der Sender auf die Parole um "Sat.1 zeigt's allen" - immerhin. Sprachverschandelung ist kein Sprachwandel, der einfach passiert.

Das gilt auch für den Kleinmut, der deutsche EU-Politiker in Brüssel dazu bringt, immer wieder von sich aus auf Deutsch zu verzichten, obwohl es neben Englisch und Französisch als dritte Arbeitssprache der Union sanktioniert ist (Amtssprachen sind die Idiome aller Mitgliedstaaten). Viele Dokumente, ob Redetexte oder amtliche Mitteilungen, werden seit dem 1. Juli dieses Jahres nur noch auf Englisch verbreitet. Bei Stellenausschreibungen der Brüsseler Bürokratie werden meist englische Muttersprachler bevorzugt. Obwohl Deutsch unter den Europäern über viel mehr Muttersprachler verfügt, nämlich gut 25 Prozent, als Französisch oder Englisch (je 16 Prozent).

Während aber die französische Elite sich fast heroisch weigert, Englisch zu reden, forcieren deutsche Politiker und Manager den Gebrauch der angelsächsischen Insel-Mundart. Joschka Fischer parlierte, als Außenminister, auf internationalem Parkett geradezu demonstrativ Englisch. Auch eine auffällige Nachwuchskraft wie die 35-jährige Europa-Abgeordnete Silvana Koch-Mehrin (FDP) findet es "völlig normal, dass alles auf Englisch hinausläuft". Den Kampf um die Arbeitssprache Deutsch hält sie eher für "altmodisch und skurril". Und große deutsche Konzerne wie Siemens oder die Deutsche Bank betrachten Englisch als ihre "Corporate language". Deutsch for sale: im Ausverkauf?

Das muss nicht so bleiben. Jene neuen EU-Mitglieder Osteuropas, deren Politiker Deutsch als Zweit- oder Drittsprache (nach Englisch) gelernt haben, könnten diese "mangelhafte Sprachloyalität" (Walter Krämer) deutscher Politiker und Firmen korrigieren. Und immerhin hat, für den Bundestag, Norbert Lammert im April an den Präsidenten der EU-Kommission José Manuel Barroso geschrieben, das Berliner Parlament habe "die feste Absicht, Verträge, Rechtsetzungsakte und andere relevante europäische Dokumente nur dann zu behandeln, wenn sie und die zu ihrer Bewertung notwendigen Texte ... in deutscher Sprache vorliegen".

Der Hauptdarsteller jener weltmeisterlichen Selbstlosigkeit der Deutschen ist immer noch der teutonische Tourist, in seinem Reise-Eifer bekanntlich auch Weltmeister und darum sprachpolitisch besonders interessant. Sein notorischer Ehrgeiz, gerüstet mit dem "Last Minute Sprachführer" (der echt denglisch auch so heißt, wenn er Französisch lehrt), in der jeweiligen Landessprache zu radebrechen, gilt landläufig zwar als höflich, ist aber für die jeweiligen Muttersprachler rührend und nervig zugleich, haben sie doch als professionelle Gastgeber in der Regel gerade das, was der Tourist so erfragt, auf Deutsch parat, werden es nun aber bei diesen Strebern nicht los.

Komisch ist auch der deutsche Tourist, der im Ausland auf alles "typisch Deutsche" schimpft, selbst wenn es, wie das Geschrei nach Alkoholkonsum, nur menschlich-allzumenschlich ist; und der am liebsten nach jenen geheimnisvollen Orten fragt, wo keine deutschen Touristen seien. Woraus eigentlich folgt, dass er, da er nun mal selbst zu dieser furchtbaren Gattung gehört und sie unterwegs auch nicht loswird, nirgends hingehen kann.

Das weltweit aktive Goethe-Institut unterscheidet sich hier nicht allzu sehr vom deutschen Touristen: Obwohl laut Satzung verpflichtet, die "Kenntnis deutscher Sprache im Ausland" zu fördern, definiert es sich in seinen aktuellen "Zehn Thesen", die es auch im Internet verbreitet, in dieser Beziehung höchst wolkig: "Das Goethe-Institut arbeitet mit seinen Partnern für eine mehrsprachige Zukunft in Europa und der Welt." Als warteten die Sprachen der Welt ausgerechnet darauf, dass sie von deutschen Kulturfunktionären gefördert werden.

"Uns geht es nicht um Deutschtümelei", verteidigte Jutta Limbach, die amtierende Präsidentin des Instituts, vor zwei Jahren die Wettbewerbssuche nach dem "schönsten deutschen Wort". Das ist das Problem: Die Deutschen selbst können übertriebene Deutschtümelei und natürliche Zuneigung zur eigenen Sprache selten klar unterscheiden. Und reden auch deshalb vorsichtshalber Englisch.

Eine für die kulturelle Zukunft des Landes geradezu gefährliche Variante wahnhafter Selbstverleugnung ist das, was Angelsachsen als "linguistic submissiveness" (so nannte es die Londoner "Times") der Deutschen belächeln. Immer mehr deutschsprachige Fachzeitschriften und Fachkongresse verlangen von Mitarbeitern und Vortragenden Beiträge in englischer Sprache, selbst wenn das deutschsprachige

Publikum überwiegt und die Themen der deutschsprachigen Kultur zugeordnet sind. Die Veranstaltungs-"Agenda" der "Süddeutschen Zeitung" empfahl kürzlich sieben größere Kongresse; drei davon hatten englische Titel wie "Intergenerational Learning". Englischsprachige Fachpublikationen, egal ob natur- oder kulturwissenschaftlicher Art (Beispiel: "gender studies"), bestreiten weltweit mehr als 90 Prozent des Veröffentlichten, ein Hundertstel davon erscheint auf Deutsch - noch.

Deutsche Verlage wie de Gruyter und Springer publizieren naturwissenschaftliche Titel oft auf Englisch, clevere Kunstbuchverlage wie Taschen oder Prestel eifern ihnen nach. Die Technische Universität München bietet zurzeit 16 rein anglophone Studiengänge an, andere Hochschulen folgen ihr - auch um vermehrt ausländische Studierende einzufangen, die das Studium gut bezahlen.

Wenn heutzutage eine renommierte Technische Hochschule wie jene in Hamburg-Harburg sich um geisteswissenschaftliche Horizonterweiterung für Ingenieure bemüht, heißt diese Bemühung "Humanities". Wen wundert es da noch, dass deutsche Universitäten dem "Magister Artium" ohne Not den "Master" zugesellt haben?

Gewiss ist die vereinfachende Zusammenfassung wissenschaftlicher Arbeiten als "summary" unumgänglich, ebenso der in der Forscherwelt übliche englischsprachige Bericht über klar definierbare naturwissenschaftliche Erkenntnisse. Aber der englischsprachige Vortrag eines deutschen Gelehrten über Hegels Geschichtsphilosophie oder Goethes Naturbegriff, und das in Berlin oder München? Hanebüchen.

Wenn das Englische mehr und mehr auch für die Kulturwissenschaften, für Politik-, Wirtschafts- und Rechtsdebatten zum neuen globalen Idiom befördert wird, folgt daraus langfristig für alle nichtenglischen Kulturgemeinschaften ein gewaltiger Verlust an sprachlicher Vielfalt, gedanklicher Differenziertheit und Empfindungsnuancen. Meinhard Miegel meint (in dem Buch "Epochenwende"), 50 000 Jahre "Geschichte fortschreitender Differenzierung" näherten sich jetzt einem "Schlussakt" der "Monokultur", sprachlich beherrscht durch einen "Verschnitt aus einem halben Dutzend europäischer Sprachen, genannt Englisch". Miegel: "Mit einem munteren ,hi' auf den Lippen, gesprochen ,hei', kommt man durch die ganze Welt. Aber diese Welt ist karger und ärmer, als sie einst war." Vielfalt war jahrtausendelang eine Qualität. Werden es künftig Einfachheit und Quantität sein?

Gegen das trügerische Paradies der einen Weltsprache, das nach biblischer Meinung ja schon einmal vor dem Turmbau zu Babel herrschte, hat der Berliner Romanist Jürgen Trabant, 64, vor drei Jahren ein dickes Buch Gelehrsamkeit in Stellung gebracht: "Mithridates im Paradies - Kleine Geschichte des Sprachdenkens"*.

Mithridates VI., der König von Pontos am Schwarzen Meer, war der letzte ernstzunehmende Gegner der alten Römer, als diese den Mittelmeerraum eroberten. Er ließ sich schließlich von den eigenen Leuten töten, um nicht, das war 63 vor Christus, Pompeius und dem neuen Imperium in die Hände zu fallen. Sein Widerstand gegen Rom hatte auch einen kulturellen Hintergrund: Mithridates war ungewöhnlich gebildet, er beherrschte mindestens 22 Sprachen.

Die einzige Fremdsprache, die die Römer respektierten, war das Griechische. Im Übrigen mussten alle unterworfenen Völker lateinisch reden und schreiben. Ei-

nen vergleichbaren Kultur-Imperialismus befürchtet nun Trabant in Bezug auf das Englische: "Das einseitige Lernen einer einzigen Sprache als Zweitsprache auf der ganzen Welt und die Einsprachigkeit derer, die diese Sprache schon können, sind eine schreiende Ungerechtigkeit und eine bodenlose Dummheit." Gegenüber der drohenden globalen Einsprachigkeit sei die Vielfalt der Sprachen gerechter, interessanter und im Übrigen unabdingbar für die "Freiheit des menschlichen Geistes".

Verschiedene Sprachen sind verschiedene "Weltansichten", wie Wilhelm von

Humboldt formuliert. Die eine Weltsprache würde die Weltansicht uniformieren - eine Horrorvorstellung.

Trabant: "Wer nur eine Sprache beherrscht, versteht oft gar nicht, was Verschiedenheit des Denkens bedeutet."

Wer das unverschämte Glück hat, dass seine Muttersprache zufällig wissenschaftliche Universalsprache ist, der besitzt gegenüber allen, die sie als Zweitsprache erst lernen müssen, den Vorteil einer uneinholbaren intellektuellen Überlegenheit, gepaart freilich mit jener seltsamen Borniertheit, die aus dem mangelnden Verständnis sprachlicher Differenz folgt. Vielleicht muss man sich damit abfinden. Aber muss man es, wie viele Deutsche dies tun, in einer Art von vorauseilendem Trend-Gehorsam beschleunigen?

Trabant hat nicht zuletzt bei mehreren Gastprofessuren in den USA die Erfahrung gemacht, dass seine englischsprachigen Vorträge, mochten sie auch gründlich erarbeitet worden sein, stets von BSE ("bad simple englisch") bedroht waren. Das gelte auch für seine englischsprachigen Aufsätze: "Ich bin dann einfach nicht so gut. Mir fehlt mein Instrumentarium." Da auch einer, der Englisch gut beherrscht, viele Verästelungen, versteckte Zitate und Feinheiten dieser Sprache nicht kennt, bleibt er, wenn er sich auf Englisch äußern muss, lieber auf dem sicheren Boden relativ einfacher Wendungen, wodurch sich automatisch auch seine Gedankengänge simplifizieren. Angesichts komplexer Sachverhalte wirkt der Sprecher dann leicht allzu schlicht, wenn nicht gar blamabel inkompetent. Könnte es sein, dass angelsächsische Muttersprachler diesen Nachteil auswärtiger Mitbewerber zu schätzen wissen und beherzt ausnutzen?

Trabant: "Engländer und Amerikaner halten es in der Regel nicht für nötig, fremdsprachige Werke zu lesen, und sie zeigen auch kein großes Interesse daran, sie übersetzen zu lassen."

Solche Überlegungen haben nichts mit altmodischem Sprachnationalismus zu tun, der seit Jahrhunderten immer wieder "auswärtige Sprache" für den bevorstehenden Untergang "vaterländischer Grazie" (der Staatswissenschaftler Adam Müller um 1800) mitverantwortlich macht. Längst geht es nur noch um das nackte Überleben sprachlicher Vielfalt oberhalb bloßer Folklore, also da, wo sprachliches Denken mit Weltdeutung und wissenschaftlich-kulturellem Weltniveau verknüpft ist, letztlich auch mit Macht. Chauvinismus ist in diesem Kontext das Privileg derer, die eine einzige Sprache durchsetzen wollen.

Im Mittelalter war diese Sprache das Lateinische, Domäne der Mönche, Gelehrten und höheren Stände. Immerhin diente sie niemandem zugleich als Muttersprache, anders als heute das Englische; sogar Italiener mussten Latein extra lernen. Noch im 18. Jahrhundert galt es als selbstverständlich, dass ein Philosoph wie Immanuel Kant seine (insgesamt drei) Dissertationen lateinisch abfasste. Die höfische Konversation wurde damals auch in Preußen vom Französischen dominiert.

Nur ganz allmählich hat sich die deutsche Sprache gegen diese kulturellen Übermächte durchgesetzt. Martin Luther gab den entscheidenden Anstoß. Seine Bibelübersetzung hat, im 16. Jahrhundert, nicht nur "die ganze Heilige Schrifft" ungewöhnlich "klar und gewaltiglich verdeutscht", wie er selbst es im berühmten "Sendbrief vom Dolmetschen" (1530) als Absicht formulierte. Er hat dabei auch etliche Wendungen dem "gemeinen Mann" und der "Mutter im Haus" abgelauscht. So schuf er eine Hochsprache aus Volkssprache, sächsischem Kanzleideutsch (aus der Gegend von Meißen), Predigt und Alltagsrede, eine in sich widersprüchliche, aber bildhafte und kraftvolle Mischung, an der die deutschsprachige Literatur im Grunde bis heute Maß nimmt.

Noch im 17. Jahrhundert war das Lateinische, die "Muttersprache der Gelehrten", übermächtig. So penetrant, dass ein Kulturpatriot wie Fürst Ludwig von Anhalt-Köthen, genannt "der Nährende", nach italienischem Vorbild eine "Fruchtbringende Gesellschaft", den sogenannten Palmenorden, gründete, damit "man die Hochdeutsche Sprache in jrem rechtem wesen und standt ... aufs thunlichste erhalte und sich der reinesten und deutlichsten art im schreiben ... befleissige".

Im Jahr 1682/83 schrieb der Philosoph Gottfried Wilhelm Leibniz seine "Ermahnung an die Teutsche, ihren Verstand und Sprache beßer zu üben". Leibniz, der im Hannoverschen auf Französisch und Lateinisch philosophierte, vermisste am Deutschen den geistigen "Scharffsinn", die "zarte Empfindlichkeit" und geselliggeschmackvolle "Artigkeit" der Lateinkundigen. Leibniz meinte, vor allem die Übung "unserer Sprache in den Wißenschafften" sei nötig. Er träumte von einer Verbesserung der Sprache zur Verbesserung des eigenständigen, "scharffsichtigen" Vernunftgebrauchs. Er wollte "dem Verstand eine durchleuchtende clarheit" geben.

Das ist entscheidend: Die Pflege und Durchsetzung der deutschen Sprache dient schon hier der Selbständigkeit und Differenziertheit des Denkens, nicht irgendeinem dumpfen Wir-Gefühl, das gegen Fremde Vorurteile nährt.

Gotthold Ephraim Lessing (1729 bis 1781) hat dieses Projekt ins Poetische verlängert: Er halte es, schrieb er, für nützlich und notwendig, "Gründe in Bilder zu kleiden". Nur so könne man ein "guter Schriftsteller" werden.

Nach dem Prediger Luther, dem Philosophen Leibniz und dem Schriftsteller Lessing war es dann der Dichter Goethe, der die deutsche Sprache gewaltig voranbrachte, indem er ihre vielfältigen Ausdrucks-

und Wortbildungsmöglichkeiten in sich aufsog, allgemeingültig zusammenfasste und das Ganze "morgenschön", wie er gern sagte, aufleuchten ließ. Durch ihn erst wurde das Deutsche zur Sprache einer Weltliteratur.

Dieser Höhepunkt dauerte gerade noch an, da begann offenbar schon der Niedergang. Der Philosoph Arthur Schopenhauer (1788 bis 1860), über 44 Jahre immerhin ein Zeitgenosse Goethes, schmähte geradezu lustvoll die schon damals um sich greifende "Sprachverhunzung" durch "die feilen Tintenkleckser der jetzigen, an allem Geist bankrotten Literaturperiode". Schopenhauer sah die Sprache als "Kunstwerk", das von der "Angemessenheit" und "Präzision des Ausdrucks" ebenso lebt wie von den "Nuancen" der Grammatik und vielen anderen, feinen Unterscheidungen, etwa zwischen "sicher" und "sicherlich" (adverbial) oder, für uns kaum noch nachvollziehbar, zwischen "Vorlage" (das vorzulegende Dokument) und dem Akt der "Vorlegung".

Schopenhauer: "Die Deutschen zeichnen sich durch Nachlässigkeit des Stils, wie des Anzuges, vor andern Nationen aus, und beiderlei Schlumperei entspringt aus derselben im Nationalcharakter liegenden Quelle. Wie aber Vernachlässigung des Anzuges Geringschätzung der Gesellschaft, in die man tritt, verrät, so bezeugt flüchtiger, nachlässiger, schlechter Stil eine beleidigende Geringschätzung des Lesers, welche dann dieser, mit Recht, durch Nichtlesen straft. Zumal aber sind die Rezensenten belustigend, welche im nachlässigsten Lohnschreiberstile die Werke anderer kritisieren. Das nimmt sich aus, wie wenn einer im Schlafrock und Pantoffeln zu Gerichte säße."

Nach Schopenhauer hat sich besonders eindrucksvoll der Wiener Karl Kraus (1878 bis 1936) um die deutsche Sprachqualität verdient gemacht. Kraus ereiferte sich, meist in seiner Zeitschrift "Die Fackel", über Wortvergehen wie den "Missbrauch von Konjunktionen" (wie, als, bis); der Österreicher, schimpfte Kraus, wisse nicht einmal, "daß ,bis' nicht das Ziel, sondern den Weg bezeichnet". Die Kraussche Sprachkritik hat etwas von Teufelsaustreibung: Er träumte von "Strafbestimmungen gegen die öffentliche Unzucht, die mit der deutschen Sprache getrieben wird".

Wird bei zornigen Tiraden dieser Art nicht doch die Bedeutung der Sprachpflege überschätzt? Rufen hier nicht lebensferne Perfektionisten nach dem Rasen für Golfer, wo eine bunte Bauernwiese ausreichen dürfte?

Keineswegs. Karl Kraus konstatierte zu Recht: "Sprechen und Denken sind eins." Wer schief spricht, kann nicht geradeaus denken. Der Philosoph Martin Heidegger (1889 bis 1976) schrieb, ergänzend zu seiner berühmten Definition der Sprache als "Haus des Seins", 1959: "Der Mensch wäre nicht Mensch, wenn ihm versagt bliebe, unablässig, überallher, auf jegliches zu, in

mannigfaltigen Abwandlungen und zumeist unausgesprochen in einem ,es ist' zu sprechen. Insofern die Sprache solches gewährt, beruht das Menschenwesen in der Sprache" (aus: "Der Weg zur Sprache").

Daraus folgt: Wer die Sprache nicht ernst nimmt, geht mit dem eigenen Sein leichtsinnig um. Da nun aber jede Sprache das, was ist oder sein soll, anders zeigt, hat sie ein besonderes Existenzrecht. Diese Vielfalt aufzugeben ist ein Vergehen gegen das "Menschenwesen".

Indem sie den Zusammenhang von Wort und humaner Existenz skrupellos verbog und missbrauchte, konnte die Verbrecherrede der Nazis, die "Lingua Tertii Imperii", wie Victor Klemperer sie in seinem berühmten Buch "LTI" (1947) genannt hat, sogar die massenhafte Verdinglichung und Vernichtung von Menschen vorbereiten und verbrämen, mit manipulativ aufgeladenen Schlüsselwörtern wie "Volk", "Glaube an mein Volk", "Größe", "Ehre", "Raum", "Blut", "Boden", "Rasse", "Führer", "Schicksal", "total", "fanatisch", "heldisch", "rein". Die Nazi-Propaganda war auch ein einziges Sprachdelikt, das uns Deutsche zusätzlich verpflichtet, auf jedes Wort, jeden Satz zu achten.

So gibt es gute Gründe dafür, die relativ schlichte Sachlichkeit deutscher Parlamentsrhetorik nach 1945 zu loben und noch heute ihr nachzufolgen. Die effektvolle Verbindung von emotional erregenden Übertreibungen mit scharfen Freund-Feind-Unterscheidungen wird gern als große politische Redekunst gerühmt und bei den Nachkriegsdeutschen vermisst. Viele Deutsche können eben nicht vergessen: Die Nazis haben mit dieser großen Rhetorik Enthusiasmus und Hass gesät und so ihre Anhänger in Massenmord und Krieg gehetzt.

Sprache konstituiert auch Geselligkeit und Öffentlichkeit. Sie wird und wurde nicht nur in der Kirche, der Familie und der Schule geübt und geformt, sondern seit dem späten 19. Jahrhundert vor allem auch im Parlament, im Gerichtssaal, schließlich in den Medien. Wenn der Streit um die Wahrheit, der auf diesen Foren stattzufinden hat, sprachlich verkommt, dann leiden darunter auch Gesellschaft und Demokratie. Jede Verarmung des Ausdrucks ist ein kleiner Freiheitsverlust.

Mitsprache setzt Sprache voraus. Konflikte werden am besten beigelegt, indem die Konfliktparteien beginnen, miteinander zu sprechen. Nach dem Motto von Gottfried Benn: "Kommt, reden wir zusammen. Wer redet, ist nicht tot." In der Gewalt explodiert oft Energie, die keine Chance hatte, zur Sprache zu finden, und auf die dann wenige Hetzparolen wirken wie brennende Streichhölzer auf trockenes Stroh.

Darum sind Sprachförderung und Sprachkritik keine Privilegien verbohrter Oberlehrer, sondern eine hochpolitische Angelegenheit. Immer mehr real existierende Politiker begreifen dies jetzt. So war es auch kein

pädagogisches Provinzereignis, als Ende Juni Lehrern, Schülern und Eltern der Berliner Herbert-Hoover-Schule, einer Realschule mit über 90 Prozent Migrantenanteil, der diesmal mit 75 000 Euro dotierte Nationalpreis 2006 überreicht wurde, ein Preis, der 1997 unter anderem von Altkanzler Helmut Schmidt und dem Unternehmer Michael Otto gestiftet wurde, um die Identität der Deutschen in Europa zu fördern.

Was hatte die Schule geleistet? Eltern, Schüler und Lehrer hatten in der Schulkonferenz einstimmig beschlossen, für 370 Schüler aus 15 Nationen Deutsch als verbindliche Sprache des Hauses, auch auf dem Pausenhof, festzusetzen. Eine Selbstverpflichtung, deren Verletzung durch Einzelne nur mit mündlichen Zurechtweisungen geahndet wird. Doch in der Regel wird sie befolgt, sie hat bereits, wie Schuldirektorin Jutta Steinkamp sagt, "zur Aggressionsminderung" beigetragen.

Der aus einer pakistanischen Familie gebürtige Schüler Asad Suleman, 17, hat den für die Jungen der Schule wohl plausibelsten Vorteil der "Zwangsgermanisierung" (so giftete die türkische Zeitung "Hürriyet") erfasst: "Mit gutem Deutsch lernt man besser Mädchen kennen."

Was diese Berliner Schule so beiläufig wie erfolgreich praktiziert, ist eine wunderbare Vorlage für die deutsche Integrationspolitik. Im Mai beschlossen die deutschen Länder-Innenminister, dass es für

Einbürgerungen zukünftig bundesweit einheitliche Standards geben soll. Neben der Rechtstreue und dem politischen Grundwissen gehört dazu das "Beherrschen der deutschen Sprache, orientiert am Sprachniveau B 1 des gemeinsamen europäischen Sprachrahmens".

An einem konkreten Plan für Sprachkurse und Sprachtests arbeiten zurzeit das Bundesamt für Migration und Flüchtlinge sowie das Goethe-Institut. Immerhin ist schon klar, was das "Sprachniveau B 1" ungefähr bedeutet: Der Kandidat "kann sich einfach und zusammenhängend über vertraute Themen und persönliche Interessensgebiete äußern". Simple Grammatikregeln werden über einen Fragebogen abgerufen, der erforderliche Wortschatz liegt wohl bei 1000 Wörtern.

Ob alle deutschen Muttersprachler diesen Test bestehen würden? Weil es daran schon längere Zeit ernsthafte Zweifel gibt, verlangte unlängst Nordrhein-Westfalens Ministerpräsident Jürgen Rüttgers (CDU): "Wir brauchen in ganz Deutschland verpflichtende Sprachtests ab vier Jahren, Sprachförderung schon im Kindergarten." In mehreren Bundesländern finden solche Tests bereits statt.

"Sprache in Not?" So fragte im Auftrag der Deutschen Akademie für Sprache und Dichtung vor sieben Jahren eine von dem Historiker Christian Meier herausgegebene Streitschrift "Zur Lage des heutigen Deutsch". Auf dem Titelblatt prangte bestes Pseudo-Englisch mit Reizwörtern wie "Handy", "Event", "Style", "Touch", "Performance", "Marketing", "Date", "Mailing", "Know how", "trendy" und "Lifestyle". Der Titel ist nach wie vor aktuell, auf das Fragezeichen kann aber verzichtet werden. Die Sprache ist in Not. Einige Nothelfer haben sich inzwischen aufgerafft. Noch viel zu wenige.

Wenn das Deutsche eines Tages verschwände, was ginge dann, so wurde der Satiriker und Erzähler Eckhard Henscheid, 65, einmal gefragt, am meisten verloren? Henscheids Antwort: "Neben dem geradezu italienisch Klangvollen vieler Konjunktive - wie betörte, beschliefe, ersänne - ginge verloren vor allem das wiesengrundmäßig mühlenradkühl Gründelnde, kurz: der eichendorffsche Herzensgrund."

Um das mühlenradkühl Gründelnde steht es leider schlecht. Dafür ist das angelsächsisch Schlaksige und Welt-Lässige, der coole (ja, ja!) Gestus des Abwinkens und Tieferhängens selbst bei deutschen Kunstwissenschaftlern schon viel zu sehr durchgesetzt. Doch aussterben wird die deutsche Sprache wohl noch lange nicht. Aber es wäre ja schlimm genug, wenn sie nur in total verhunzter Form überlebte.

Schmerzhaft, wenn auch noch keine Demokratieschäden, sind heute schon die Verluste, die sich in Bodo Mrozeks "Lexikon der bedrohten Wörter" (2005) abzeichnen. Worte wie "Zinken", "Hundsfott" oder "Lotterbube" liegen demnach gerade im Koma. Auch ein sprachliches Kleinod ist darunter: "hold". Wetten, dass schon viele Zeitgenossen meinen, "hold" sei ein Wortkind von "Holding"? "Hold", dieser vom "holden Knaben" leider etwas verdorbene, aber letztlich himmlische Worttupfer meint und ist eine elfenhafte Erscheinung mit dämonischer Vergangenheit: Im Altgermanischen waren die "Holden" Totengeister.

Das letzte Wort gebührt einem Vertreter jenes Standes, dem die deutsche Sprache am meisten verdankt: dem der Dichter. Gottfried August Bürger ("Lenore") schrieb 1778: "Wenn ihr eure Sprache lieb habt, so tretet dem Schlendrian auf den Kopf und richtet euch nach den Regeln der Vernunft und einfachen Schönheit!"

* Meinhard Miegel: "Epochenwende - Gewinnt der Westen die Zukunft?". Propyläen Verlag, Berlin; 312 Seiten; 22 Euro.* Mit Sänger Jan Delay, 2001.* Jürgen Trabant: "Mithridates im Paradies - Kleine Geschichte des Sprachdenkens". Verlag C. H. Beck, München; 360 Seiten; 26,90 Euro.* Gemälde von Pieter Bruegel d. Ä., 1563.

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