09.10.2006

AUSSENPOLITIK

Die Russen kommen

Von Beste, Ralf; Dohmen, Frank; Sauga, Michael; Schepp, Matthias

Mit den Öl- und Gas-Milliarden will sich Moskaus Präsident Wladimir Putin im großen Stil in deutsche und europäische Schlüsselindustrien einkaufen. Bei seinem Besuch in Berlin wird er diese Woche auf eine skeptische Kanzlerin stoßen: Gerät die hiesige Wirtschaft ins Hintertreffen?

In der Welt der Diplomatie drücken sich Machtverhältnisse häufig in sprachlichen Nuancen aus. Wer schwach oder unentschlossen ist, flüchtet sich gern in die nichtssagenden Floskeln des internationalen Konferenzjargons. Wer sich stark fühlt und auf dem Vormarsch wähnt, redet auch vor Fernsehkameras Klartext.

Selten ließ sich das so gut beobachten wie vor gut zwei Wochen nach dem deutsch-französisch-russischen Dreiergipfel in Compiègne bei Paris. Auf der gemeinsamen Abschlusspressekonferenz überboten sich Angela Merkel und Jacques Chirac mit geöltem Diplomatensprech. Man habe ein "außerordentlich wichtiges Treffen" erlebt, lobte die Kanzlerin. Frankreichs Präsident flötete, das Treffen sei in überaus "konstruktiver Atmosphäre" abgelaufen. Was man eben so sagt, wenn man nichts sagen will - oder kann.

Der Kontrast zum Kreml-Chef hätte größer kaum sein können. Wladimir Putin berichtete schnörkellos wie über eine Aktionärsversammlung. Um Projekte "im Bereich der Industrie und Energie" sei es gegangen, diktierte Russlands Präsident den Reportern, um milliardenschwere Beteiligungen und Kooperationen in der Weltraum- und Luftfahrtindustrie, der Infrastruktur und im Maschinenbau. "Sehr geschäftlich" sei das Gespräch verlaufen und "sehr konkret". Kühl definierte Putin das Ziel seiner Regierung: Russland sei vor allem "an der Umsetzung interessiert".

Es ist ein neuer Ton, den der Kreml da gegenüber seinen europäischen Nachbarn anschlägt. Und dieser Ton ist Ausdruck eines neuen Selbstbewusstseins, das nicht nur für die Deutschen ungewohnt ist. Nach dem Untergang der Sowjetunion vor 15 Jahren galt Russland hierzulande lange Zeit im besten Fall als vielversprechender Markt, als lohnenswerter Sanierungsfall und artiger Lieferant von Rohstoffen.

Im schlimmsten Fall sah man das Riesenreich als anarchischen Tummelplatz brutaler Mafiabosse, habgieriger Ex-Geheimdienstler und korrupter Bürokraten. Wenn russische Präsidenten früher nach Deutschland reisten, mussten sie um die Stundung von Altschulden bitten und die Kritiker der drakonischen Verfolgung des Multimilliardärs Michail Chodorkowski beschwichtigen.

Wenn Putin am Dienstag dieser Woche zum Staatsbesuch in Deutschland eintrifft, tritt er nicht mehr als Bittsteller, sondern als Investor auf. Längst geht es nicht mehr ausschließlich darum, ob sich deutsche Großunternehmen wie E.on oder BASF an der Ausbeutung russischer Gasfelder beteiligen können. Jetzt weht der Wind aus einer anderen Richtung. Bald schon könnten Haushalte in Nordrhein-Westfalen oder Bayern ihre Gas- und Ölrechnungen an russische Firmen überweisen, die darauf drängen, sich in Deutschland endlich einkaufen zu können.

Als Erstes hat die Russland-Lobby der deutschen Wirtschaft die ungeahnte Wucht erkannt, mit der sich die Wende in den Wirtschaftsbeziehungen vollzieht. "Die russischen Unternehmen werden immer stärker nach draußen gehen", glaubt Klaus Mangold, der Vorsitzende des Ost-Ausschusses der Deutschen Wirtschaft. "Ohne starkes Investment im Ausland" könnten die Russen in den Schlüsselbereichen ihrer Industrie die "Wettbewerbslücke" zu ihren westlichen Mitbewerbern nicht schließen.

Putin scheint die Dinge ähnlich zu sehen. Unter seiner Regie wollen sich Russlands staatlich gelenkte Konzerne in großem Stil in die europäische Industrie einkaufen. An Geld fehlt es nicht.

Der jahrelange Höhenflug an den Öl- und Energiemärkten hat die Kassen des rohstoffreichen Landes prall gefüllt. Nun fahndet der Kreml gemeinsam mit milliardenschweren Geschäftsleuten aus Moskau oder St. Petersburg nach lukrativen Investments in der westeuropäischen Energie- und Chemie-, Luftfahrt- und Schwerindustrie.

Den "Sprung in die globale Wirtschaft" verkündete die russische Regierung bei einer Kabinettsitzung im Juni. Schon zeichnen russische Zeitungen die Kaufoffensive im Stil militärischer Eroberungszüge nach. Gasprom, nach Börsenwert bereits das viertgrößte Unternehmen der Welt, will in Großbritannien den Energieversorger Centrica erwerben. Die staatliche Wneschtorgbank legte sich für fast 800 Millionen Euro fünf Prozent am europäischen Luft- und Raumfahrtkonzern EADS zu. Der Stahlkonzern Sewerstal unter Alexej Mordaschow übernahm den italienischen Konkurrenten Lucchini.

Ganz oben auf der Einkaufsliste aber stehen deutsche Firmen. Wenn Putin zum Staatsbesuch nach Dresden und München einschwebt, wird er der Kanzlerin erneut seine Lieblingsidee vortragen: Hiesige Auto-, Chemie- oder Maschinenbaukonzerne dürfen sich stärker auf dem russischen Markt engagieren. Im Gegenzug beteiligt sich die Putin AG an deutschen Elektrizitätswerken, Autozulieferern oder Flugzeugbauern.

Am Ende würden russische und EU-Volkswirtschaften zu einem Block von gut 600 Millionen Menschen verschmelzen,

der im globalen Konkurrenzkampf mit den aufstrebenden Wirtschaftsmächten China und Indien mithalten könnte.

Was der Kreml zur Strategie für die globalen Märkte des 21. Jahrhunderts erhebt, sorgt in Berlin für gemischte Gefühle.

Außenminister Frank-Walter Steinmeier plädiert wie sein einstiger Mentor Gerhard Schröder dafür, die Russen mit offenen Armen zu empfangen. Die Beamten seines Planungsstabs schwärmen bereits von der gegenseitigen Öffnung strategisch bedeutsamer Sektoren und predigen die "Annäherung durch Verflechtung". Der Minister selbst sieht als Ziel seiner Ostpolitik, "dass Europa unumkehrbar an Russland gebunden wird", inklusive einer Freihandelszone.

Die Kanzlerin dagegen beobachtet den Prozess deutlich skeptischer, obwohl auch sie seit ihrer Amtsübernahme vor fast einem Jahr sichtlich Russland-freundlicher geworden ist. Für sie ist die rote Linie der Verflechtung dann erreicht, wenn das Bündnis mit den Amerikanern gefährdet werden könnte. Beim Wort "Freihandelszone" denkt sie eher an die Vereinigten Staaten als an Moskau.

Dass eine enge wirtschaftliche Verflechtung mit Russland viele Fragen aufwirft, weiß Steinmeier ebenso wie die Kanzlerin. Wird Deutschland noch abhängiger von den russischen Energiequellen, wenn Moskau künftig auch in den Zentralen deutscher Stromkonzerne mitbestimmt? Wie eng darf man sich mit einer Wirtschaft einlassen, die in den internationalen Ranglisten als eine der korruptesten der Welt geführt wird? Und vor allem: Führt eine Allianz mit Moskau nicht automatisch zur Entfremdung mit den USA?

Vor allem schreckt die Diplomaten in Berlin ab, dass Russlands Konzerne stärker denn je vom Staat gelenkt werden. Kaufen sich russische Firmen in Deutschland ein, steigt auch der Einfluss des Kreml in deutschen Unternehmenszentralen - und damit die Gefahr, dass Russland seine Beteiligungen als Druckmittel für politische Ziele einsetzt.

Mit Grausen erinnern sich deutsche Politiker an den vergangenen Winter, als der russische Gasprom-Konzern der politisch missliebigen Ukraine kurzerhand den Gashahn zudrehte. "Früher fragten deutsche Firmen, ob sie es wagen können, in Russland zu investieren", sagt der ehemalige Moskau-Botschafter Hans-Friedrich von Ploetz, "heute fragen die Deutschen, ob sie es wagen können, die Russen in ihre Firmen reinzulassen."

Die Beantwortung dieser Frage lässt sich kaum noch länger aufschieben. Gestählt im Stahl- und mitunter auch Blutbad der Blitzprivatisierungen unter Boris Jelzin, in vielen Fällen ausgebildet an den besten Business-Schulen in Amerika und England, ist den russischen Managern das eigene Land längst zu klein geworden. Im ersten

Halbjahr 2006 stiegen die russischen Direktinvestitionen weltweit auf ein neues Rekordniveau von knapp 13 Milliarden Dollar.

Russen dominieren die Tourismusindustrie in Namibia, beleben alte Verbindungen nach Kuba und nennen den Balkanstaat Montenegro, in dem der Oligarch Oleg Deripaska über seine Aluminiumfabrik 80 Prozent der Exporte des Landes kontrolliert, schon mal "einen Vorort von Moskau".

Der russische Ölriese Lukoil kaufte sich ausgerechnet in Amerika, dem großen Gegenspieler im Kalten Krieg, ein eigenes Tankstellennetz zusammen. Nun steht der von Wagit Alekperow geführte Konzern kurz davor, von den Kuweitern für rund eine Milliarde Dollar eine Raffinerie in Rotterdam zu kaufen und dabei Bieter aus Westeuropa und Lateinamerika auszustechen.

Der Kreml-Sonne am nächsten ist der Gasprom-Konzern. Keine Woche vergeht, in der in Moskauer Zeitungen nicht ein neuer Abschluss, ein neuer ehrgeiziger Plan gefeiert wird. Die Schlagzeilen erinnern an Siegesmeldungen von einer Front, die sich scheinbar unaufhaltsam in alle Himmelsrichtungen verschiebt. Gestern Ungarn, Polen und die Slowakei, heute Indien, Frankreich und die Schweiz, morgen vielleicht Kanada oder Australien.

In Deutschland liefern die Russen über die gemeinsame Gasprom- und BASF-Tochter Wingas direkt an den Endverbraucher und kassieren hohe Gewinne. BASF darf umgekehrt bei der Erschließung des gewaltigen sibirischen Gasfeldes in Juschno Russkoje mitmachen.

Glanzstück der deutsch-russischen Energieachse soll die 1200 Kilometer lange Ostsee-Pipeline werden, die russisches Gas nach Greifswald pumpen wird. Dem Konsortium gehören Gasprom mit 51 Prozent sowie die deutschen Unternehmen E.on unter Wulf Bernotat und BASF unter Jürgen Hambrecht mit jeweils 20 Prozent an. Chef des Aufsichtsrats ist Merkel-Vorgänger Gerhard Schröder.

Bei Russlands langem Marsch in die Weltwirtschaft geschieht wenig, ohne dass der Kreml die Fäden zieht. Politik und Wirtschaft arbeiten Hand in Hand, wie der Aufstieg des Aluminium-Oligarchen Oleg Deripaska zeigt. Der im Süden Russlands auf einem Bauernhof groß gewordene, studierte Kernphysiker förderte seine Karriere, indem er in den Jelzin-Clan einheiratete.

Auch zu Putin hat Deripaska einen exzellenten Draht. Der Aluminiumbaron versäumte es nicht, das Placet des Kreml einzuholen, ehe er vergangene Woche zu einer Megafusion schritt. Deripaska verschmilzt seinen Konzern Russian Aluminium mit dem russischen Konkurrenten Sual und der Alu-Sparte des schweizerischen Glencore.

In Deutschland hatte der 38-jährige Oligarch, dessen Vermögen das amerikanische Wirtschaftsmagazin "Forbes" auf 7,8 Milliarden Dollar schätzt, seine Fühler nach dem Hamburger Aluminiumwerk ausgestreckt. Das Geschäft scheiterte nur knapp.

Für die weltweite Expansion wollen Kreml-Strategen sogar auf diejenigen zurückgreifen, die sie bei anderer Gelegenheit als Offshore-Aristokraten beschimpfen - auf Magnaten wie den in London lebenden Roman Abramowitsch beispielsweise. Nach Schätzungen des Moskauer Finanzministeriums haben Russen seit 1986 mehr als 430 Milliarden Dollar außer Landes geschafft. Jetzt will Moskau die Emigranten bei manchen Deals als Vermittler oder Käufer einschalten.

Wie schwer es selbst den Top-Adressen der deutschen Industrie inzwischen fällt, die immer fordernder auftretenden Ost-Investoren abzuweisen, zeigt das Beispiel des Düsseldorfer E.on-Konzerns. Nur mit Mühe konnte der Energieriese verhindern, ins Reich des russischen Gasprom-Konzerns einverleibt zu werden.

Begonnen hatte der Beteiligungspoker vor gut zwei Jahren. Damals stellte Gasprom in Aussicht, deutsche Unternehmen

könnten sich direkt an den gewaltigen und zum Teil noch unerschlossenen Gasfeldern in Sibirien beteiligen, um ihre Energieversorgung langfristig abzusichern.

Doch die Verhandlungen gestalteten sich schwieriger als gedacht. Hatte Gasprom in früheren Zeiten vor allem Kapital und Know-how gefordert, verlangte Konzernboss Alexej Miller nun nichts anderes als ungehinderten Zugang zum deutschen Energiemarkt. Er forderte sogar eine "signifikante Beteiligung" von 25 Prozent, ausgerechnet an E.ons Gastochter Ruhrgas. Über das Ruhrgas-Verteilnetz hätten die Russen mit einem Schlag Zugang zu den wichtigsten Großkunden in Deutschland wie etwa Stadtwerken oder Industrieunternehmen gehabt.

Zu riskant, analysierten die E.on-Manager, und lehnten das Ansinnen ab - mit zunächst fatalen Folgen. Innerhalb weniger Monate ließen die Russen Vorverträge und Exklusivvereinbarungen mit dem Düsseldorfer Unternehmen platzen. Statt mit E.on schloss Miller plötzlich mit der BASF-Tochter Wintershall eine Vereinbarung über eine 25-prozentige Beteiligung an dem Gasfeld ab. Deren Manager hatten sich wesentlich gefügiger gezeigt, die russischen Anteile an der deutschen BASF-Gastochter zu erhöhen.

Erst nach zähen Verhandlungen und heftiger Fürsprache deutscher Politiker gelang es E.on, doch noch ein 25-Prozent-Paket an dem Gasfeld zu ergattern. Im Gegenzug erhält Gasprom nennenswerte Beteiligungen an großen ungarischen E.on-Energieunternehmen im Strom- und Gassektor.

Nicht weniger verbissen wird derzeit um einen Einstieg Moskaus beim europäischen Flugzeugkonzern EADS gefeilscht. Um sich eine Beteiligung an Europas Airbus-Projekt zu sichern (siehe Seite 90), hatte die staatliche Wneschtorgbank in den vergangenen Wochen Anteile des deutschfranzösischen Konsortiums aufgekauft. Als Putin vorschlug, das Aktiengeschäft in eine strategische Unternehmensbeteiligung aufzuwerten, war besonders die deutsche Regierung höchst alarmiert.

Kanzlerin Merkel störte nicht nur, dass Putin das Geschäft hinter ihrem Rücken eingefädelt hatte. Sie fürchtete auch, mit einem Einstieg der Russen wichtige Geschäftspartner in den USA zu verärgern. Würde Putin künftig bei EADS direkt mitregieren, wären wichtige Abschlüsse mit amerikanischen Fluggesellschaften oder dem US-Verteidigungsministerium gefährdet.

Nach wie vor suchen westeuropäische Politiker so nach einer Linie, wie sie der russischen Offensive begegnen sollen. "Wir sollten russische Investoren willkommen heißen", fordern Moskau-freundliche Manager wie der Ost-Lobbyist Mangold. Der frühere DaimlerChrysler-Vorstand verweist auf riesige Geschäftschancen - vor allem für deutsche Mittelständler. "Wenn wir in Europa indische Investoren wie den Stahlproduzenten Mittal hereinlassen", fragt Mangold, "warum nicht auch die Russen?"

Unterstützung bekommt der Manager von Außenminister Steinmeier. Der SPD-Politiker setzt auf eine moderne Variante des alten SPD-Slogans vom "Wandel durch Annäherung". So wie die Ostpolitik Willy Brandts einst die demokratischen Revolutionen in Osteuropa vorbereitet habe, müsse heute eine verstärkte ökonomische Kooperation den wirtschaftlichen Umbau Russlands befördern, heißt es in einem internen Strategiepapier seines Ministeriums.

Zur Vorsicht raten dagegen viele Energieexperten. Mit Sorge beobachten sie, wie sich Russlands Staatskonzerne weltweit den Zugriff auf knappe Rohstoffreserven sichern, um ihre Monopolstellung auf wichtigen Märkten abzusichern.

So schmiedet etwa der Gasprom-Konzern derzeit strategische Allianzen mit Lieferländern wie Algerien oder Libyen, damit die Europäische Union erst gar keine Alternativen zum Russland-Gas aufbauen kann. Genauso gezielt, so registriert die deutsche Regierung, kaufen Moskaus Rohstoffkonzerne derzeit Titan auf, eines der wichtigsten Rohmaterialien im Flugzeugbau. Wer die weltweiten Reserven kontrolliert, so das Kalkül, kann sich womöglich besser durch Beteiligungen in die westliche Luftfahrtindustrie hebeln.

Noch mehr ärgert westliche Industrielle, dass die immer drängender vorgetragenen Kaufofferten Moskaus von einer knallharten Abschottungsstrategie zugunsten der eigenen Industriekonzerne begleitet werden. Während sich Moskau darüber beschwert, dass sich Westeuropa gegen russische Firmenkäufe wehrt, hat die Kreml-Führung weite Bereiche der eigenen Industrie längst zur ausländerfreien Zone erklärt. Was der Kreml als strategische Industrie einstuft, bleibt vor europäischer oder amerikanischer Kontrolle geschützt.

Zugleich drängt Moskau Auslandsfirmen, deren Engagement im Land nicht mehr gelitten ist, mit sanftem Druck zum Wohlverhalten. Der Kreml traktiert zum Beispiel seit einigen Monaten internationale Energiekonzerne wie Exxon oder Shell, die seit Jahren auf der Insel Sachalin nach Öl bohren, mit verschärften Umwelt- und Produktionsauflagen. Kurz zuvor hatten es die Multis abgelehnt, den russischen Gasprom-Konzern an der Ausbeutung der Ölfelder zu beteiligen.

Kanzlerin Merkel setzt deshalb vorerst auf eine Doppelstrategie. Zum einen will sie den kapitalkräftigen Russen mit der Aussicht auf verstärkte deutsch-russische Handelsbeziehungen entgegenkommen. Zum anderen soll der Kreml bei einer Vielzahl strategischer Industriebetriebe außen vor gehalten werden. Natürlich sei das kein "geradliniger Prozess", sagt einer von Merkels außenpolitischen Beratern, sondern eher der Versuch, "auf dem Bären zu reiten".

RALF BESTE, FRANK DOHMEN, MICHAEL SAUGA, MATTHIAS SCHEPP


DER SPIEGEL 41/2006
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