16.10.2006

„Ich möchte glücklich sein“

Die Sopranistin Anna Netrebko, 35, über ihr Repertoire, die Kritik an ihrer Stimme, Panikanfälle und den zeitlosen Sex der Kunstform Oper
SPIEGEL: Ms Netrebko, mit welchen Gefühlen schauen Sie auf den Festspiel-Sommer 2006 zurück?
Netrebko: "Die Hochzeit des Figaro" in Salzburg war eine äußerst interessante Arbeit. Es war die Leistung des Ensembles, ich hatte phantastische Kollegen.
SPIEGEL: Gegen alle Erwartungen waren nicht Sie, sondern die Sopranistin Christine Schäfer der Star der Salzburger Festspiele: Sie sang die Donna Anna im "Don Giovanni", die Rolle, mit der Sie vor vier Jahren Ihren vielumjubelten Durchbruch in Salzburg feierten, und den Cherubino in "Die Hochzeit des Figaro": Hat Christine Schäfer Sie an die Wand gesungen?
Netrebko: Oh, Christine ist wundervoll. Ich habe sie immer bewundert, nicht erst jetzt, als ich sie in Salzburg kennenlernte.
SPIEGEL: Hat es Sie geschmerzt, Ihre Konkurrentin in Ihrer Paraderolle zu sehen?
Netrebko: Die Presse versucht, einen Divenkrieg zwischen uns zu inszenieren. Aber daraus wird nichts. Es war meine Entscheidung, die Donna Anna nicht zum dritten Mal in Salzburg zu singen.
SPIEGEL: Welches Kompliment können Sie Ihrer Kollegin Schäfer ausstellen?
Netrebko: Für mich ist sie eine der vollendetsten Sopranistinnen unserer Zeit. Sie hat eine perfekte Technik. Sie kann einfach alles singen. Für viele, mich eingeschlossen, ist sie die Mozart-Sängerin schlechthin.
SPIEGEL: Die Aufnahme einer Mozart-CD mit Claudio Abbado im Frühjahr dieses Jahres haben Sie abgebrochen. Weil Sie verstanden haben, dass es bessere Mozart-Sängerinnen gibt als Sie?
Netrebko: Es hatte schlichtweg nicht das Niveau, das ich sonst erreiche. Ich bin keine Mozart-Spezialistin, ich bin dort einfach nicht zu Hause. Ich habe mich also mit den Leuten von der Deutschen Grammophon zusammengesetzt und denen erklärt: Hört zu, anstatt noch eine Mozart-CD auf den Markt zu werfen - alle Welt macht dieses Jahr Mozart -, konzentrieren wir uns lieber auf das, was ich besser kann.
SPIEGEL: Während der Salzburger Festspiele gab es für Sie ein erfreuliches Nebenereignis: Sie haben endlich Ihre öster-reichische Staatsbürgerschaft verliehen bekommen - schon die Absicht, Ihre Nationalität zu ändern, hat in Russland für große
Aufregung gesorgt. Man warf Ihnen vor, Ihre Heimat zu verraten.
Netrebko: Ich bleibe russische Staatsbürgerin. Ich habe nun einfach zwei Pässe.
SPIEGEL: Sie sind fast das ganze Jahr unterwegs - wir sind überrascht, Sie hier in St. Petersburg treffen zu können. Haben Sie denn überhaupt noch ein Zuhause?
Netrebko: Mein Zuhause liegt in St. Petersburg. Ich habe mir hier vor drei Jahren eine Wohnung gekauft, ganz in der Nähe des Mariinski-Theaters. Wir sind hier zu dritt, ich teile mir meine Wohnung mit einer Freundin aus Studienzeiten und ihrem Baby. Es ist angenehm, wenn jemand da ist, wenn man nach Hause kommt.
SPIEGEL: Sie singen regelmäßig an der Met in New York, mit Massenets "Manon" haben Sie in Los Angeles gerade einen Triumph gefeiert. Was haben Sie in den USA über Ihre Heimat Russland gelernt?
Netrebko: Die Russen, die nach Amerika ausgewandert sind, sind keine echten Russen mehr.
SPIEGEL: Wieso denn das?
Netrebko: Sie sind ganz anders als die Russen, die in Russland leben. Ich jedenfalls bin in New York lieber mit meinen amerikanischen Freunden zusammen.
SPIEGEL: Weil die reichen Russen in Amerika vor allem durch Autos, Schmuck und teure Kleidung auffallen?
Netrebko: Ich weiß es nicht. Vielleicht hängt es damit zusammen, dass wir so lange in diesem verschlossenen Land gelebt haben und deshalb eine Menge Komplexe haben. Die Leute, die Russland verlassen, denken, sie müssen immer zeigen, wie wichtig sie sind und wie viel Geld sie verdient haben.
SPIEGEL: Sind Sie denn typisch für die moderne russische Frau?
Netrebko: Ich glaube schon. Ich bin unabhängig. Noch vor 20 Jahren war das Thema für ein Mädchen: Schule, Ausbildung, Heirat mit 18. Wer mit 23 keinen Mann hatte, galt schon als alte Jungfer. Heute wollen sich die Frauen erst mal ihr eigenes Leben aufbauen.
SPIEGEL: Sie waren 18, als Sie von Krasnodar im russischen Süden nach St. Petersburg ans Konservatorium kamen. War Ihnen da schon klar, dass Sie lieber eine Karriere wollen als eine Familie?
Netrebko: Ich wollte jedenfalls nicht heiraten. Ich habe ja gesehen, wie meine Mutter gelebt hat: Sie hat von morgens bis abends als Ingenieurin gearbeitet und sich um eine sechsköpfige Familie gekümmert. Das wäre für mich kein Leben.
SPIEGEL: Die berühmteste Geschichte über Anna Netrebko lautet, dass sie im Mariinski-Theater die Fußböden geschrubbt hat, um sich ihre Ausbildung zu finanzieren. Stimmt die Geschichte?
Netrebko: Ich kann's nicht mehr hören. Aber ja, sie stimmt. Manchmal mussten wir die Eingangshalle innerhalb von 20 Minuten saubermachen, weil bei Ballettaufführungen
immer so schnell die erste Pause kam. Im Winter, bei Schneematsch, war das wirklich hart. Aber dafür haben mich die Kartenkontrolleurinnen immer umsonst reingelassen, wenn ich mit der Arbeit fertig war.
SPIEGEL: Hatten Sie eigentlich von Anfang an eine große Stimme?
Netrebko: Ich bin kein Naturtalent. Aber die wenigsten Naturtalente werden große Sänger. Weil sie nicht lernen, mit ihrer Stimme umzugehen, und sie schnell ruinieren. Diejenigen, die in meiner Studienzeit die Besten waren, sind alle schon von der Bühne verschwunden. Ich dagegen musste mir oft anhören: Du denkst, du hast eine gute Stimme? Vergiss es. Deine Stimme ist okay, mehr nicht. Wenn du Glück hast, schaffst du es in den Chor.
SPIEGEL: Warum haben Sie es dennoch ganz nach oben geschafft?
Netrebko: Weil ich hart arbeite. Ich bin bei Auftritten immer besser als bei Proben. Möglicherweise ist das meine Begabung.
SPIEGEL: Die Menschen hören nicht auf, von Ihrer Karriere wie von einem Märchen zu sprechen: als wären Ihre Erfolge ein einziger großer Zauber. Nervt Sie das?
Netrebko: Wenn ich meine Karriere anschaue, dann verstehe ich das: Es sieht alles ein wenig wie ein Märchen aus.
SPIEGEL: Wenn Kritiker behaupten, Ihre Stimme sei zu perfekt, was sagen Sie dann?
Netrebko: Ich habe schlechte Angewohnheiten, wie alle. Ich atme zum Beispiel zu laut und mache zu viel Wuhuwuhu.
SPIEGEL: Ihre Stimme gilt als technisch brillant - aber immer auch als ein wenig leidenschaftslos. Wo sehen Sie die derzeitigen Probleme Ihrer Stimme?
Netrebko: Ich habe mich nie als perfekte Sängerin gesehen. Ich entwickle mich, arbeite ständig daran, meiner Stimme neue Facetten zu geben. Ich bin besser als vor drei Jahren, und in drei Jahren werde ich noch besser sein.
SPIEGEL: Ein Problem Ihrer Stimme könnte schlichtweg darin liegen, dass sie schwer von anderen zu unterscheiden ist. In Ihren Worten, was macht das Unvergleichbare, das Typische Ihrer Stimme aus?
Netrebko: Es ist äußerst schwer, über seine eigene Stimme zu reden - sagen wir so: Sie hat ein hohes Maß an Klarheit. Sie durchdringt den Klang des Orchesters.
SPIEGEL: Sie haben einmal zugegeben, kaum einen lebenden Komponisten zu kennen - ein ebenso erfrischendes wie entwaffnendes Geständnis. Könnte das Zeitgenössische nicht interessant sein?
Netrebko: Meine Stimme passt nicht zur Musik der Gegenwart. Ich bin mit dem 19. Jahrhundert vollends ausgelastet.
SPIEGEL: Können Sie sich vorstellen, einmal Wagner zu singen?
Netrebko: Ich liebe Wagner, aber meine Stimme ist nicht groß genug für ihn.
SPIEGEL: Die "Lulu" von Alban Berg müsste Ihnen aber doch liegen?
Netrebko: Ich lerne deshalb Deutsch! Eine entsetzlich komplizierte Sprache - noch weiß ich nicht, wie ich das singen soll.
SPIEGEL: Im nun fünften Jahr Ihres Ruhms scheint es unter Kritikern schick zu werden, Ihre stimmlichen Fähigkeiten sehr streng zu beurteilen.
Netrebko: Ganz ehrlich, ich lese die Kritiken nicht, die guten nicht, die schlechten nicht. Ich bin vollends damit ausgelastet, meine Stimme zu entwickeln.
SPIEGEL: Eine Kritik lautete: Anna Netrebko ist eine hinreißende Sängerin für Leute, die mit den Augen hören. Trifft Sie das?
Netrebko: Ach was. Das klingt doch schön. Es dient der Präsenz der Stimme, wenn sie aus einem hübschen Körper kommt.
SPIEGEL: Ist man als Opernsängerin daran gewöhnt, angefeindet zu werden?
Netrebko: Wenn ich nicht meine Karriere hätte, dann würde mich diese Kritik vielleicht verletzen. Aber so? Ich bin zuversichtlich, dass mein Publikum mich nicht nur für mein Aussehen liebt.
SPIEGEL: Unsere Kritik lautet: Anna Netrebko muss sich nun entscheiden, ob sie eine glamouröse Göttin sein oder weiter an ihrer Stimme arbeiten möchte. Die Arbeit an der Stimme wird schwer werden. Haben Sie Ihre Entscheidung getroffen?
Netrebko: Wer kann sich zwischen diesen wunderbaren Alternativen entscheiden? Im Ernst: Es gehört nicht zu meiner Arbeit, mir den Kopf über mich zu zerbrechen. Ich muss entscheiden, ob ich hart arbeite oder nicht: Und ich arbeite sehr hart. Ich habe seit Jahren keinen Urlaub gemacht.
SPIEGEL: Was hat man sich unter einer hart arbeitenden Opernsängerin eigentlich vorzustellen?
Netrebko: Ich übe jeden Tag zwischen sieben und neun Stunden.
SPIEGEL: Wer kritisiert Sie, wenn Sie am Klavier stehen und üben?
Netrebko: Das tue ich selbst, aber es gibt schon Leute, denen ich vertraue. Mein Freund Simone Alberghini zum Beispiel. Er ist ja auch Sänger, und er ist ein guter Kritiker. Wenn er im Publikum sitzt, weiß er sofort, was falsch ist.
SPIEGEL: Im romantischen Kunstideal heißt es: Ohne Leid keine große Kunst. Haben Sie gelitten in Ihrem Leben?
Netrebko: Was glauben Sie denn?
SPIEGEL: Sie sehen jedenfalls nicht so aus.
Netrebko: Natürlich weiß ich, was Leid ist, wie jeder Mensch. Ich leide, bin glücklich, dann kommt wieder eine Phase, in der ich erschöpft bin und Ratlosigkeit empfinde.
SPIEGEL: Selbstzweifel, Gefühle von Minderwertigkeit - Ihnen alles bekannt?
Netrebko: Aber natürlich! Und es kommt von Zeit zu Zeit und immer völlig grundlos, an irgendeinem Morgen in irgendeinem Hotelzimmer - Panikanfälle: O Gott, alles ist furchtbar, mein Leben, meine Karriere, alles vorbei, ich kann nicht mehr singen! Nach ein paar Stunden legt es sich.
SPIEGEL: Was hilft gegen Panikanfälle?
Netrebko: Üben. Drei Stunden singen. Pause. Noch einmal drei Stunden. Pause. Und noch mal drei Stunden. Das hilft.
SPIEGEL: Der Einzug des Regietheaters in die Opernhäuser ist gerade wieder ein heftig umstrittenes Thema. Nicht nur die Zuschauer, auch die Sänger kritisieren, dass
die Regisseure, die vom Schauspiel kommen, häufig keine Ahnung von der Musik haben. Leiden Sie unter Regisseuren?
Netrebko: Ich mag moderne Produktionen, solange sie Sinn ergeben. Willy Decker, der Regisseur der Salzburger "Traviata", und Martin Kusej, der meinen ersten "Don Giovanni" in Salzburg inszeniert hat, geben hochinteressante Anstöße.
SPIEGEL: Von den Aufführungen im Mariinski-Theater zu einer Inszenierung von Martin Kusej ist es ein großer Schritt.
Netrebko: Ja, aber ich glaube, da müssen wir hin. Auch wenn die Amerikaner es nicht verstehen und "Euro Trash" nennen. Ein Teil des Publikums möchte nichts als opulente Zeffirelli-Bilder sehen. Langweilig!
SPIEGEL: Frauen haben es in der Opernliteratur nicht leicht. Sie werden meist schwer geprüft, leiden furchtbar, und am Ende sind sie oft tot. Kennen Sie eine glückliche, befreite Frauenfigur in der Opernliteratur?
Netrebko: Ich versuche, sie alle zu befreien! Aber es sind nun mal alte Stücke, und deshalb sind Frauen wie Lucia oder Gilda die kleinen, abhängigen Gestalten.
SPIEGEL: Welcher Komponist hat viel von der weiblichen Psychologie verstanden?
Netrebko: Mozart. Er hat die irrsten, raffiniertesten, heutigsten Frauenfiguren. Mozart kannte sich mit Frauen aus, eindeutig.
SPIEGEL: Es geht in der Oper immer um große Gefühle, aber Sex kommt nicht vor. Ist das ein Geheimnis des Dramas?
Netrebko: Schwierige Frage.
SPIEGEL: Wie erklären Sie sich, dass die Oper die Menschen immer noch fasziniert?
Netrebko: Weil es um starke Gefühle geht: Liebe, Leidenschaft, Hass und Vivace, das
Glücksgefühl. Auch wenn man die großen Gefühle nicht sieht, schwebt dieses Thema immer mit. Einige Komponisten haben sehr sexy Musik geschrieben.
SPIEGEL: Seit Maria Callas hat die Oper keinen größeren Star als Sie hervorgebracht - der Begriff "Popstar" aber scheint Ihnen unangenehm. Warum eigentlich? Wo genau liegt Ihr Problem mit dem Pop?
Netrebko: Man sollte den Begriff "Popstar" nicht mit dem Status des Popstars verwechseln. Selbst wenn ich den Popstar-Status erreicht habe, ich bin Opernsängerin.
SPIEGEL: Ist die Oper des 19. Jahrhunderts - in ihrer Dramatik, ihrem Pomp und gesamtkünstlerischen Anspruch - nicht eine Art Großmutter der heutigen Popkultur?
Netrebko: Wenn das so wäre, dann gäbe es die Oper heute nicht mehr. Eine "Traviata"-Arie und ein Madonna-Song sind grundverschiedene Dinge. Ich würde das eine nie mit dem anderen vergleichen.
SPIEGEL: Eine Anna, die sich für den Telefonanbieter O2 nackt in die Badewanne setzt: Ist das noch Oper? Oder schon Pop?
Netrebko: Keins von beiden, es ist eine Werbung, ein weiteres hübsches Bild von mir, mehr nicht. Mein Publikum kann diese Dinge sehr wohl unterscheiden.
SPIEGEL: Ist die Naive Ihre beste Rolle? Oder haben Sie sich, gegen alle Wahrscheinlichkeit, ein Stück echte Naivität bewahrt?
Netrebko: Sie überschätzen meine Lust, mich in der Öffentlichkeit zu inszenieren. Ich spiele auf der Bühne, nicht im wirklichen Leben.
SPIEGEL: Die Grenzen zwischen Bühne und Wirklichkeit sind fließend: Die Leute halten die Donna Anna oder Violetta, die Sie auf der Bühne geben, für Ihr wahres Ich.
Netrebko: Diese zwei Rollen sind mit die stärksten, die es in der Opernliteratur gibt, und es ist meine Arbeit, diese Rollen so auszufüllen, dass mein wahres Ich dahinter verschwindet. Wir sind alle Schauspieler, wir verkörpern Illusionen. Die Anna Netrebko, die Sie meinen, ist eine Phantasie.
SPIEGEL: Was macht heute eine Diva aus?
Netrebko: Sie muss freundlich sein, sonst wird sie schnell wieder nach Hause geschickt. Das Zeitalter der Diven ist vorbei. In den fünfziger Jahren konnte man sich vielleicht Zickigkeiten erlauben. Heutzutage gibt es einfach zu viele gute Sängerinnen.
SPIEGEL: Ist die wahre Anna eigentlich eine dramatische Person?
Netrebko: Ich kann dramatisch sein, o ja. Ich habe das Talent, einen Sturm im Wasserglas zu entfachen - es macht ja auch Spaß. Das Leben besteht aus so vielen Telefonaten und langweiligen Abendessen - da muss man ab und zu ein wenig nachhelfen. Drama ist der Pfeffer des Lebens. Ich dramatisiere die Momente im Leben, die eigentlich gar kein Drama hergeben. Und danach lache ich über mich selbst.
SPIEGEL: Was tun Sie, wenn Ihnen im wirklichen Leben nach Drama zumute ist?
Netrebko: Ich habe einmal einen Videorecorder aus dem Fenster geworfen. Und tatsächlich, danach ging es mir besser.
SPIEGEL: Für Maria Callas war das Leben so ernst wie die Oper. Ein Vorbild?
Netrebko: Um Gottes willen! Das Leben ist ernst genug. Ich möchte glücklich sein.
SPIEGEL: Ihr letzter Alptraum?
Netrebko: Es ist immer derselbe: Ich stehe auf dem Gipfel eines hohen Berges oder auf dem Dach eines hohen Gebäudes. Es weht und wackelt, und ich finde den Weg nicht, der mich zurück auf den Boden führt. Aber ich habe meine Arbeit. Das beste Mittel gegen Alpträume ist, auf der Bühne zu stehen und zu singen.
SPIEGEL: In diesen Tagen erscheint Ihre neue CD mit russischen Liedern, die Sie mit dem Dirigenten Walerij Gergejew eingespielt haben: eine sichere Nummer eins?
Netrebko: Ich liebe dieses Album. Es enthält Arien von Rachmaninow, Rimski-Korsakow, Prokofjew, Glinka und Tschaikowski. Ich singe zum ersten Mal Tatjanas Briefarie aus "Eugen Onegin". Es ist himmlische Musik, sehr langsam, russisch eben.
SPIEGEL: Ms Netrebko, in Interviews erzählen Sie abwechselnd, dass Champagner oder Wodka Ihr Lieblingsgetränk ist: Was ist denn nun die Wahrheit?
Netrebko: Wenn Wodka, dann nur der von "Russian Standard". Er ist der beste.
SPIEGEL: Ein weiteres, charmantes Gerücht besagt, dass Sie trinken können wie ein russischer Seemann. Ist es auch wahr?
Netrebko: Ich verspreche Ihnen, ich bin noch nie richtig betrunken gewesen. Aber das kann ja alles noch kommen. Das ganze Leben liegt noch vor mir.
SPIEGEL: Ms Netrebko, wir danken Ihnen für dieses Gespräch.
Das Gespräch führten die Redakteure Anke Dürr und Moritz von Uslar.
* In Mozarts "Die Hochzeit des Figaro" bei den diesjährigen Salzburger Festspielen.
* Als Violetta in Verdis "La Traviata" bei den Salzburger Festspielen 2005.
Von Anke Dürr und Moritz von Uslar

DER SPIEGEL 42/2006
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