30.10.2006

COMPUTERKrebs aus der Fabrik?

Der Streit zog sich über Jahre, beschäftigte Gerichte und die Fachwelt, nun ist er endlich entschieden. Richard Clapp, Epidemiologe an der Boston University, konnte seine Studie über Krebserkrankungen in Computerfabriken jetzt veröffentlichen, im Online-Journal "Environmental Health". Anwälte des Computerherstellers IBM hatten dies zu verhindern versucht. In seiner Arbeit untersucht Clapp mit Hilfe von IBM-Firmenunterlagen die Todesursachen von über 30 000 ehemaligen Mitarbeitern des Konzerns, und er kommt zu dem Schluss, dass es ein erhöhtes Krebsrisiko bei der Arbeit in einer Computerfabrik gebe. Clapp nennt Gehirn-, Nieren-, Hoden- und Brustkrebs, unter anderem. Die Sterblichkeit lag vor allem bei den Fabrikarbeitern über dem Durchschnitt, die länger als 30 Tage in der Fertigung tätig und dort chemischen Substanzen ausgesetzt waren. Der Computerkonzern IBM antwortete auf Clapps Ergebnisse mit einer Gegenstudie. Ihr Ergebnis lautet: IBM-Arbeiter sterben seltener an Krebs als der Durchschnitt der amerikanischen Bevölkerung.

DER SPIEGEL 44/2006
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