13.11.2006

TROPENHOLZ Zweifel am Ökoholz

Das international erfolgreiche Holz-Ökolabel des "Forest Stewardship Council" (FSC), eine Art Blauer Umweltengel des Waldes, ist in die Kritik geraten. In einem internen Schreiben an das FSC-Sekretariat in Bonn klagen 56 Umwelt- und Naturschutzorganisationen über einen "wachsenden Verlust an Glaubwürdigkeit". "In zu vielen Fällen" sei das Label für Holz vergeben worden, dessen Produktion "in krasser Diskrepanz" zu den ökologischen und sozialen Vorgaben des Siegels gestanden habe. Die FSC-Regeln ließen zudem "zu viel Raum" für Interpretationen. Zu den Unterzeichnern zählen unter anderem FSC-Mitglieder wie der World Wide Fund for Nature und Greenpeace. Öffentlich unterstützen beide Organisationen das Ökosiegel vehement. "Wir bleiben dabei: Das FSC-Label garantiert als einziges Label, dass Holz aus gut bewirtschafteten Wäldern kommt", sagt Judy Rodrigues von Greenpeace, "wir wollten mit dem Brief nur eine interne Diskussion über einige Unstimmigkeiten eröffnen." Umweltgruppen wie die britische Rainforest Foundation hatten schon in der Vergangenheit Zweifel am FSC geäußert und beispielsweise die Zertifizierung bestimmten Tropenholzes aus Indonesien oder Brasilien als ungerechtfertigt kritisiert.

DER SPIEGEL 46/2006
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