26.02.2007

FLUGHAFEN BERLIN BRANDENBURG

Festpreis ist Festpreis

Für den Bahnhof des neuen Flughafens Berlin Brandenburg International (BBI) wird der Steuerzahler voraussichtlich mehr als hundert Millionen Euro zu viel an die Betreibergesellschaft des Airports bezahlen. Der Grund ist eine Festpreisvereinbarung, die vom Bundesverkehrsministerium ausgehandelt und am 5. September vergangenen Jahres von Bahnchef Hartmut Mehdorn unterzeichnet wurde. Dem Vertrag zufolge erhält die Flughafengesellschaft vom Bund und den Ländern Berlin und Brandenburg 285 Millionen Euro für den Rohbau des Bahnhofs. Allerdings basierte der Preis auf einer damals bereits zwei Jahre alten "groben Schätzung eines Ingenieurbüros", so ein Insider. Tatsächlich lagen den BBI-Betreibern schon vor Vertragsabschluss die Angebote aller Bieter für den Bauauftrag vor. Die günstigste Firma verlangte etwa 104 Millionen Euro, den Zuschlag erhielt ein Berliner Konsortium für 112 Millionen Euro. "Mit der Planung, einem weiteren Gebäude und der Wasserhaltung kommen vermutlich 15 Millionen dazu", rechnen Fachleute der Bahn und externe Ingenieure, die mit dem Projekt vertraut sind. Rolltreppen und Aufzüge könnten noch einmal mit 15 bis 20 Millionen Euro zu Buche schlagen. Selbst im Falle von Kostenüberschreitungen könne das gesamte Projekt deshalb kaum mehr als 160 Millionen Euro kosten, versichern Insider. Diese Zahl deckt sich mit neueren Kostenberechnungen. Bei der Flughafengesellschaft heißt es offiziell nur: "Wir werden innerhalb der Festpreisvereinbarung bleiben." Das Verkehrsministerium hält die Prognosen für zu niedrig, dennoch suchen dessen Juristen nun nach Möglichkeiten, nicht den vollen Preis bezahlen zu müssen. Die BBI-Betreiber sehen das gelassen: "Festpreis ist Festpreis", sagt ein Manager.


DER SPIEGEL 9/2007
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