05.03.2007

KRANKENKASSENZweifelhafter Anreiz

In Baden-Württemberg müssen sich AOK-Versicherte darauf einstellen, dass sie ab April beim Arzt vermehrt Arzneimittel bestimmter Billighersteller verschrieben bekommen. Grund ist eine bislang einmalige Rabattoffensive der Krankenversicherung. Verschreiben Ärzte preiswerte Nachahmerprodukte ("Generika") von Firmen, mit denen die AOK Verträge geschlossen hat, klingelt künftig die Kasse: 30 Prozent der Ersparnisse will die AOK an die Ärzte überweisen, den Rest behält sie selbst. Patienten sparen nur die Zuzahlung. Geldprämien für die Verschreibung bestimmter Medikamente sind laut Berufsordnung der meisten Ärztekammern eigentlich verboten. Die AOK nutzt jedoch eine Ausnahme in der badenwürttembergischen Standesordnung: Die verbietet nur, Vergünstigungen von "Herstellern oder Händlern" anzunehmen. Christian Zimmermann, Präsident des Allgemeinen Patientenverbands: "Solche Kick-back-Geschäfte sind eine Verleitung zur Korruption. Das Geld sollte an die Patienten gehen."

DER SPIEGEL 10/2007
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KRANKENKASSEN:
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