12.03.2007

ENERGIEKlimakiller Atomkraft?

Mit seiner Aussage, die Atomenergie verursache mehr CO2 als Kohlekraftwerke, stößt SPD-Chef Kurt Beck in der Wissenschaft auf Unverständnis. "Wenn man die CO2-Bilanz betrachtet, von der Erzeugung des Urans bis zur Abbrennung im Kraftwerk", sei ein Atomkraftwerk "CO2-intensiver als ein Braunkohlekraftwerk", sagte Beck dem ZDF am vergangenen Mittwoch. Experten des Öko-Instituts in Darmstadt haben jedoch errechnet, dass ein deutsches AKW 32 Gramm CO2 pro Kilowattstunde Strom produziert - inklusive Abbau des Uranerzes, Urananreicherung und Anlagenbau. Braunkohlekraftwerke dagegen produzieren etwa 1153 Gramm des Treibhausgases für dieselbe Menge Strom - also das 36fache. "Ich verstehe nicht, wie Herr Beck zu seiner Aussage kommt", sagt Gerhard Schmidt vom Öko-Institut. Allenfalls langfristig sei es möglich, dass die Kernenergie CO2-intensiver werde, weil der Abbau des Urans bei schwindenden Vorräten immer aufwendiger werde. Aus der SPD-Parteizentrale in Berlin heißt es, Beck habe die Folgen des ehemaligen Uranbergbaus in der DDR berücksichtigt.

DER SPIEGEL 11/2007
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