06.08.2007

BUNDESWEHR Mangel an Profis

Bei der Bundeswehr führt der Wirtschaftsaufschwung in Deutschland zu einem akuten Mangel an Fachkräften. Die Armee befinde sich in einer "zunehmend starken Konkurrenzsituation" mit der zivilen Wirtschaft, erklärt das Verteidigungsministerium in der Antwort auf eine FDP-Anfrage. Besonders knapp sind demnach Spezialisten für Informationstechnik und Datenverarbeitung, aber auch Piloten und Flugzeugmechaniker. Wegen der hohen Anforderungen an körperliche und psychische Belastbarkeit verzeichnen auch Elite-Einheiten wie das Kommando Spezialkräfte sowie Kampfschwimmer und Minentaucher der Marine "erheblichen" Personalmangel. Selbst bei der Infanterie gibt es Lücken: So fehlen bei den Fallschirmjägern rund 20 Prozent der im

"Personal-Strukturmodell 2010" vorgesehenen Feldwebel. Demgegenüber dienen aber offenbar mehr Rekruten als nötig: Im Heer ist der für 2010 vorgesehene "Zielumfang" für Wehrpflichtige im neunmonatigen Grunddienst laut Wehrressort schon zu "rund 30 Prozent überschritten". Statt "unnütz viele Wehrpflichtige einzuziehen", moniert die FDP-Wehrexpertin Elke Hoff, solle Verteidigungsminister Franz Josef Jung (CDU) "endlich den Dienst für Freiwillige attraktiver machen". Nur so könne die Bundeswehr "qualifizierten Nachwuchs" anwerben.


DER SPIEGEL 32/2007
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung der SPIEGEL-Verlag Rudolf Augstein GmbH & Co. KG.

Dieser Artikel ist ausschließlich für den privaten Gebrauch bestimmt. Sie dürfen diesen Artikel jedoch gerne verlinken.
Unter http://www.spiegelgruppe-nachdrucke.de können Sie einzelne Artikel für Nachdruck bzw. digitale Publikation lizenzieren.