06.08.2007

GESCHICHTEUS-Präsident als Sklavenhalter

Ein unterirdischer Verbindungsgang bringt einen der Gründungsväter der Vereinigten Staaten von Amerika in Misskredit. Bei Ausgrabungsarbeiten am einstigen Amtssitz des ersten US-Präsidenten George Washington in Philadelphia fanden Archäologen einen verborgenen Tunnel, der offenbar dazu diente, die neun schwarzen Sklaven des Hausherrn ungesehen ins Präsidentenhaus hinein- und wieder herauszuschleusen. Der geheime Zugang war nur ein paar Schritte von den repräsentativen Räumen entfernt, in denen der Präsident Ende des 18. Jahrhunderts seine politischen Gäste empfing. "Wer den Hort der Freiheit betritt, muss buchstäblich durch die Hölle der Sklaverei hindurch - darin liegt die Heuchelei, aber auch die Wahrheit dieses Funds", erklärt Michael Coard, Anwalt in Philadelphia. Durch die Entdeckung werden die Planer der Stadt in Verlegenheit gebracht, die die Überreste des Gebäudes zum Bestandteil einer Ausstellung machen wollten. Erwogen wird jetzt, die freigelegten Grundmauern einfach wieder zuzuschütten und das Leben im Amtssitz mit unverfänglichen Nachbauten darzustellen.

DER SPIEGEL 32/2007
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GESCHICHTE:
US-Präsident als Sklavenhalter

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