13.08.2007

ROHSTOFFEUrin auf den Acker

Die rund 500 Liter Urin, welche der Mensch jährlich produziert, haben eine glänzende Zukunft - als phosphor- und stickstoffreicher Dünger. Während die natürlichen Phosphorreserven nach Schätzungen von Experten in etwa 50 Jahren erschöpft sein werden, ist menschlicher Urin die am stärksten konzentrierte Phosphorquelle. Spezialisten von der ETH Zürich haben bereits Methoden entwickelt, mit denen sich der menschliche Rohstoff reinigen lässt: In den Ausscheidungen enthaltene Krankheitserreger oder Arzneimittelreste werden dabei mit Ozon unschädlich gemacht. Durch die kontrollierte Zugabe von Magnesium können anschließend fast der gesamte Phosphor und ein Teil des Stickstoffs ausgefällt werden. In Schweden wurde bereits eine Toilette entwickelt, bei der Urin in einem speziellen Tank gesammelt wird. Der Ekelfaktor dürfte der Recycling-Idee wenig schaden: Bei einer Umfrage in der Schweiz etwa gaben zwei Drittel der Verbraucher an, sie würden mit Menschenurin gedüngtes Gemüse kaufen.

DER SPIEGEL 33/2007
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung


DER SPIEGEL 33/2007
Titelbild
Abo-Angebote

Den SPIEGEL lesen oder verschenken und Vorteile sichern!

Jetzt Abo sichern
Ältere SPIEGEL-Ausgaben

Kostenloses Archiv:
Stöbern Sie im kompletten SPIEGEL-Archiv seit
1947 – bis auf die vergangenen zwölf Monate kostenlos für Sie.

Wollen Sie ältere SPIEGEL-Ausgaben bestellen?
Hier erhalten Sie Ausgaben, die älter als drei Jahre sind.

Artikel als PDF
Artikel als PDF ansehen

ROHSTOFFE:
Urin auf den Acker

  • Das Brexit-Cover-Wunder: "Three Lions" und eine schräge Stimme
  • US-Amateurvideos: Schneeballgroße Hagelkörner ängstigen Hausbewohner
  • Brexit: Das Drama in Shakespeares Geburtsstadt
  • Brexit: Parlament erzwingt Abstimmung über Alternativen