01.10.2007

„Mein Traum: Stepptanzen“

Der Diogenes-Verleger Daniel Keel über sein Lebenswerk, den Umgang mit Autoren, über seine Entdeckungen und Fehlgriffe, die Situation der literarischen Verlage, über Humor, Freundschaften und sein heimliches Erfolgsrezept
SPIEGEL: Herr Keel, Sie sind einer der erfolgreichsten europäischen Verleger. Viele Ihrer Kollegen jammern derzeit, aber Diogenes scheint es gut zu gehen. Was ist Ihr Geheimnis?
Keel: Vielleicht die Tatsache, dass ich immer noch machen kann, was ich gern mache.
SPIEGEL: Manchmal macht das Publikum nicht mit. Sie haben kürzlich an Buchhändler, Kritiker und Leser einen Brief geschrieben wegen Ihrer Balzac-Ausgabe. Schon zweimal haben Sie versucht, "Die menschliche Komödie" in 40 Bänden preiswert unter die Leute zu bringen ...
Keel: ... das erste Mal sogar in einer Bordeaux-Kiste. Beide Male ohne Erfolg.
SPIEGEL: Jetzt wollen Sie es zum dritten Mal versuchen, mit den Hauptwerken in acht Bänden ...
Keel: ... in schönem Leinen, preiswert, zusammen mit einer neuen Balzac-Biografie von Johannes Willms.
SPIEGEL: Bücher in einer Weinkiste zu verpacken, das ist auch eine Aussage. Für Sie ist Literatur, sind Bücher nicht in erster Linie Belehrung, sondern Genuss?
Keel: Um mit Voltaire zu antworten: "Jede Art zu schreiben ist erlaubt, nur die langweilige nicht."
SPIEGEL: Lesen Sie immer noch alles selbst, was Sie veröffentlichen?
Keel: Nein, das schaffe ich nicht mehr, das sind jetzt immerhin etwa 200 Bücher im Jahr.
SPIEGEL: Also haben Sie Ihre Vertrauensleute?
Keel: Viele unserer Titel sind Klassiker, die man schon kennt. Und zu den Vertrauensleuten: Neben strengen Philologen lasse ich gern auch mal normale Leseratten Manuskripte begutachten, zum Beispiel eine Kindergärtnerin und eine Nachttaxifahrerin. Schließlich gibt es da noch den Käsetest: Mit einem kleinen Instrument bohrt man eine Kostprobe heraus, dann weiß man, ob der ganze Käse reif ist oder nicht. Ebenso kann man testen, ob eine Prosa reif ist. Den Plot, den Inhalt kann man einem Gutachten entnehmen, beim Käsetest geht es vor allem um die Sprache, den Stil, um Bilder, um Melodien - den Sound. All das, was eigentlich die Qualität eines Buches ausmacht.
SPIEGEL: Wie geht das? Einfach irgendeine Seite aufschlagen?
Keel: Meistens lese ich vorher den ersten Satz. Der kann tödlich sein.
SPIEGEL: Man muss dann nicht mehr weiterbohren?
Keel: Nein, wir kriegen jeden Tag einen Stoß von unverlangten Manuskripten. Im Jahr etwa 3000.
SPIEGEL: Wie oft wird davon etwas ins Programm genommen?
Keel: Im Schnitt bleibt alle drei Jahre eins hängen. Eins von 9000 wird also gedruckt.
SPIEGEL: Aber tatsächlich sind bei denen auch große Erfolgsautoren dabei.
Keel: Ja. Zum Beispiel Ingrid Noll und Erich Hackl. Per Post. Unverlangt.
SPIEGEL: Der Bestsellerautor Bernhard Schlink hat Ihnen ein Krimi-Manuskript mit einem Brief in den Verlag geschickt?
Keel: So war es. Es folgten weitere Krimis und der Roman "Der Vorleser", ein Welterfolg: Zum ersten Mal war ein deutschsprachiges Buch auf dem ersten Platz der Bestsellerliste der "New York Times". "Der Vorleser" wird übrigens gerade mit Nicole Kidman und Ralph Fiennes verfilmt.
SPIEGEL: Aber Sie können doch nicht nur Bücher machen, die Sie mögen?
Keel: Warum nicht? Soll ich Bücher machen, die ich nicht mag? Schon Tschechow sagte: "Ich habe nur ein Kriterium, ein Buch gefällt mir, oder es gefällt mir nicht." Ich bin also in bester Gesellschaft. Ein Rezept gibt es, Gott sei Dank!, nicht.
SPIEGEL: Vielleicht eine Regel?
Keel: Auch nicht. Wichtig ist, dass ich Lust habe weiterzulesen.
SPIEGEL: Die Geschichten über Bestseller, die Sie erspürt haben mit Ihrem Bauch, mit Ihrer Nase, sind legendär. Gibt es einen Autor, den Sie abgelehnt haben und der später ein großer Erfolg geworden ist?
Keel: Ich habe einen Autor abgelehnt, der schon berühmt war und unbedingt zu uns kommen wollte. Leider habe ich ihn abgelehnt.
SPIEGEL: Wollen Sie sagen, um wen es sich da handelt?
Keel: Nicht gern. Dieser Autor schreibt weiter, und sein letzter Roman ist ein gescheites, reines Lesevergnügen.
SPIEGEL: Liegen wir richtig, wenn wir auf Daniel Kehlmann tippen?
Keel: Manchmal ist Diskretion am Platz.
SPIEGEL: Es ist verblüffend, dass immer noch so viele Bücher verkauft werden - in einer Zeit, in der es Internet, Fernsehen und Kino gibt. Warum soll man lesen?
Keel: Zum Vergnügen.
SPIEGEL: Man kann auch zum Vergnügen in die Badewanne gehen.
Keel: In die Badewanne kann man auch ein Buch mitnehmen. Ein doppeltes Vergnügen.
SPIEGEL: Sie wollten eigentlich Dichter oder Maler werden. Die Malerei scheint heute der Literatur fast die Show zu stehlen. Die großen Ausstellungen, die Auktionen, der Kunstmarkt schlagen die Öffentlichkeit in Bann ...
Keel: Ich hatte früher eine engere Beziehung zur bildenden Kunst. Wahrscheinlich, weil das Konsumieren von Bildern schneller geht als das von Büchern. Lesen kostet mehr Zeit, und ich hatte die Geduld nicht. In der Pubertät meinte ich, ich sei selber ein Künstler. Ich habe es als Schauspieler versucht, aber ich bin Asthmatiker, habe keine Stimme, kein Gedächtnis und wurde von der Schauspielschule abgelehnt. Die Freude am Showbusiness ist geblieben. Ich habe auch gemalt ...
SPIEGEL: Ein Bild haben Sie sogar verkauft.
Keel: Richard Kirn, Sport- und Literaturredakteur der "Frankfurter Neuen Presse", hat es 1950 für 200 Mark gekauft. Ich hatte es als Dekoration ins Schaufenster der Buchhandlung gehängt, in der ich damals arbeitete, ein "Stilleben mit Buch", das vage an Picasso erinnerte. Als ich später das Bild für die Verlagschronik suchte, habe ich es beim Sohn des inzwischen verstorbenen Besitzers gefunden.
SPIEGEL: Haben Sie ein Lebensmotto?
Keel: Ich habe alle 14 Tage ein neues Motto. Zurzeit ist es: "Humor ist die Höflichkeit der Verzweiflung." Es stammt von Chaval.
SPIEGEL: Stimmt es, dass Sie als Humorverleger, der sein Geld mit Zeichnungen von Flora, Chaval und Loriot verdiente, später Mühe hatten, als literarischer Verlag ernst genommen zu werden?
Keel: Natürlich. "Mach den Leser lachen, und er wird dich für einen primitiven Gesellen halten, langweile ihn in der richtigen Weise, und dein Ansehen ist gesichert", wusste schon Somerset Maugham.
SPIEGEL: Sie haben hier auf dem Tisch den Prospekt von Suhrkamp liegen, eine Ankündigung des neuen Verlags der Weltreligionen. Jahrzehntelang waren Diogenes und Suhrkamp Antipoden. Suhrkamp hat die Hochkultur erfunden.
Keel: Die Suhrkamp-Kultur.
SPIEGEL: Und es gab dagegen die Diogenes-Kultur.
Keel: Ich fand in einer Kritik die schöne Bemerkung, es gebe nicht mehr nur die E- und die U-Literatur, man müsse eine neue Kategorie erfinden, die D-Literatur.
SPIEGEL: Das heißt?
Keel: Die Diogenes-Literatur. Das hat mich unheimlich gefreut.
SPIEGEL: Ist Religion für Sie von Bedeutung?
Keel: Manchmal glaube ich, dass ich glaube. Das nächste "Tintenfass", unser "Magazin für den überforderten Intellektuellen", hat Religion zum Thema.
SPIEGEL: Ihr Bruder ist Theologe.
Keel: Mein Bruder Othmar, einer meiner liebsten Gesprächspartner, ist Alttestamentler. Seine in 20 Jahren errungene "endgültige" Geschichte Jerusalems ist jetzt gerade erschienen.
SPIEGEL: Sie haben selbst gemalt, haben Sie auch gedichtet?
Keel: Ich habe einen Roman angefangen, der mit dem zweiten Satz gestorben ist.
SPIEGEL: Weil der erste nicht gut war?
Keel: (lacht) Weil ich nicht wusste, wie es weitergeht.
SPIEGEL: Kommen Sie aus einem Haushalt, in dem viel gelesen wurde?
Keel: Kaum. Mein Vater arbeitete in einem katholischen Verlag, er kümmerte sich eher um pädagogische und religiöse Literatur. Meine Mutter, eine gnadenlose Realistin - "wir brauchen keine Kunst" -, hat, wenn überhaupt, Erbauliches gelesen, zum Beispiel Walter Niggs "Große Heilige".
SPIEGEL: Zum Erfolgsmuster Ihres Verlags gehört es, fremdsprachige Bücher lieber neu übersetzen zu lassen als die alten Übersetzungen nachzudrucken. Das bedeutet aber auch ein ziemliches Investitionsrisiko. Können Sie schlechte Übersetzungen nicht ertragen?
Keel: Häufig überschreiten sie die Schmerzgrenze. Ein Beispiel zitiere ich gern: Carson McCullers berühmte Erzählung "Die Ballade vom traurigen Café" hieß früher "Die Mär von der glücklosen Schenke". Das ganze Werk von ihr habe ich neu übersetzen lassen.
SPIEGEL: Mit Ihrem Kompagnon Rudolf C. Bettschart leiten Sie den Verlag jetzt seit über 50 Jahren.
Keel: Ruedi ist mein ältester Freund. Er hat aus meinem etwas liederlichen Laden eine richtige Firma gemacht. Wir zwei sind die einzigen Besitzer des Diogenes-Verlags.
SPIEGEL: Sie sind der Gründer. Aber wie soll es einmal weitergehen? Haben Sie schon jemanden ausgewählt, der den Verlag weiterführt?
Keel: Wir haben eine hervorragende Geschäftsleitung mit langjähriger Erfahrung: Martha Pfyl, Stefan Fritsch, Daniel Kampa und Winfried Stephan, ein Team, um das wir beneidet werden. Aber noch habe ich selber große Lust weiterzumachen.
SPIEGEL: Sie haben zwei Söhne.
Keel: Ja, Jakob und Philipp. Ich kann mir gut vorstellen, wie die beiden eines Tages, zusammen mit der Geschäftsleitung, den Verlag weiterführen. Jakob, der ältere, sitzt schon im Aufsichtsrat.
SPIEGEL: Sie sind einer der letzten unabhängigen Verleger.
Keel: Bedeutende Verlage wie S. Fischer oder Rowohlt wurden von einem Konzern übernommen. Wer hat jetzt das Sagen? Der Konzernchef oder der Verlagsleiter? Ich glaube an die Neugier, an die Begeisterung. Die Manager, die wollen nur die roten Zahlen abschaffen. Wir leisten uns rote Zahlen. Drei Viertel unserer Produktion sind in den roten Zahlen ...
SPIEGEL: Immer noch?
Keel: Immer noch. Der ganze kleinmütige Rentabilitätsfimmel kommt aus Amerika. Dort, höre ich, wollen sie die Lektoren abschaffen und die Manuskripte so drucken, wie sie der Autor abgeliefert hat. Soll man so sparen? Jeder Autor braucht doch einen Lektor, einen liebevollen, kritischen ersten Leser.
SPIEGEL: Wie kam die Krimi-Autorin Patricia Highsmith, die bei Rowohlt unter Vertrag war, eigentlich zu Ihnen?
Keel: Wir waren bereit, ihre Bücher als Hardcover herauszubringen - im Gegensatz zu Rowohlt, wo sie nur als Krimi-Taschenbücher zu haben waren. Für mich war die Highsmith bereits ein moderner Klassiker.
SPIEGEL: Sie haben sie oft angerufen ...
Keel: Sie hatte uns inzwischen die Weltrechte und die Verwaltung des Nachlasses anvertraut. Sie war schwierig im Umgang.
SPIEGEL: War sie ein bisschen depressiv?
Keel: Ein bisschen? Sie war nicht nur wortkarg - die ersten 20 Jahre hat sie sozusagen nur "ja" und "nein" gesagt. Wenn sie uns besuchte, hat sie die Rösti auf dem Teller nur hin und her geschoben, und wenn meine Frau sie fragte: "Is it a bit dry?", antwortete Pat nur mit "yes". Dafür nahm sie einen großen Whisky pur mit an den Tisch.
SPIEGEL: Autoren sind schwierige Leute. Was war der größte Ärger, den Sie jemals hatten?
Keel: Ärger gibt es laufend. Man vergisst ihn bald wieder, oder er ist so übel, dass man nicht daran denken mag. Im Moment fällt mir eine traurige Erfahrung ein. Wegen eines läppischen Missverständnisses weigerte sich einer meiner liebsten Autoren fünf Jahre lang, mit mir zu reden. Heute
ist unsere Beziehung umso herzlicher. Es gibt aber auch eine ganze Reihe Autoren, mit denen ich wenig oder gar keinen Ärger hatte. Dazu gehören Friedrich Dürrenmatt und Federico Fellini. Beide sind früh gestorben, sie fehlen mir sehr.
SPIEGEL: Dürrenmatt, ein begnadeter Geschichtenerzähler, war ein großer Weinkenner, Weintrinker.
Keel: Ein Bordeaux-Kenner. Er hat mir beigebracht, dass Bordeaux nicht nur der beste Wein ist, er ist sogar gesund.
SPIEGEL: Was haben Sie von Fellini abgeschaut?
Keel: Die Post sofort zu erledigen, möglichst nichts zweimal in die Hand zu nehmen.
SPIEGEL: Wie kommt man auf die Idee, Fellini-Drehbücher zu drucken? Das ist doch ein Wahnsinn.
Keel: Ich hatte in der "Süddeutschen" einen Aufsatz von Fellini gelesen. Der war so geistreich und komisch, dass ich ihm schrieb, ob er noch mehr solche Aufsätze habe. Er reagierte sofort: "Wenn Sie mal in Rom sind, kommen Sie doch vorbei." Meine Frau, die die Drehbücher auf Italienisch lesen konnte, riet mir, jede Zeile davon zu drucken. Sie würden sich lesen wie Tschechow. Als die Drehbücher erschienen, beschrieb die "Neue Zürcher Zeitung" sie "als große Dichtung". Später bekamen wir alle Rechte.
SPIEGEL: Per Handschlag?
Keel: Ja. Fellini war einer der unkompliziertesten und lustigsten Autoren. Übrigens hat er mich mit Georges Simenon zusammengebracht.
SPIEGEL: Wie kam es zur Verbindung mit Woody Allen?
Keel: Ich kannte seine Filme und habe ihn in New York auf dem Set besucht. In einer Drehpause hat er uns in seine Wohnung am Central Park eingeladen.
SPIEGEL: Gibt es neuere Filme, die Sie sich anschauen? Wie oft gehen Sie ins Kino?
Keel: Früher bin ich bis zu dreimal am Tag ins Kino gegangen. Jetzt immer seltener. Ich habe die Filme meiner Lieblingsregisseure auf Videos gesammelt.
SPIEGEL: Sie haben ein - jedenfalls nach außen hin - wunderbares Familienleben. Hat die Familie immer Verständnis für Ihre viele Arbeit gehabt?
Keel: Mäßig. Die Kinder haben unter den vielen Autorenbesuchen gelitten - "seid still, der Andersch ist da ... geht jetzt ins Bett, Otto Jägersberg ist da" -, sie haben die Autoren buchstäblich gehasst: Unser Sohn Jakob, drei Jahre alt, hat den berühmten Kinderbuchautor Maurice Sendak so in die Hand gebissen, dass er aufschrie. Meine Frau Anna ist Malerin. Die meiste Zeit ist sie in ihrem Atelier. Insofern stört sie meine Arbeit kaum.
SPIEGEL: Ein richtiger Familienbetrieb.
Keel: ... eine Bande von Individualisten, Egoisten (lacht).
SPIEGEL: Auf welche Ihrer verlegerischen Leistungen sind Sie besonders stolz?
Keel: Ich bin stolz darauf, dass ich der Verleger von Friedrich Dürrenmatt sein darf.
Ich verehrte ihn schon als Buchhändlerlehrling. Damals hätte ich nicht im Traum gedacht, dass ich einmal sein Verleger sein würde.
SPIEGEL: Wenn wir Ihren Lebensroman schreiben würden, hätten Sie für uns einen Titel?
Keel: "Stepptanzen - mein Traum". Wenn ich schlechte Laune habe, schaue ich mir einen Fred-Astaire-Film an. Könnte ich stepptanzen wie er, ich würde dafür meine sämtlichen Verlagsanteile hergeben.
SPIEGEL: Aber eigentlich dürften Sie mit Ihrem Leben ganz zufrieden sein?
Keel: Nein, wieso?
SPIEGEL: Etwa weil Sie "Das Parfum" von Patrick Süskind entdeckt haben - ein Gottesgeschenk für Sie?
Keel: Weiß Gott. Das Buch kam zur richtigen Zeit. Offensichtlich hat es einen wichtigen Nerv getroffen.
SPIEGEL: Wie hoch ist die Auflage heute?
Keel: Weltweit sind es jetzt 16 Millionen. Es ist in 47 Sprachen übersetzt, sogar ins Suaheli und ins Lateinische.
SPIEGEL: Wie kam es zum Namen Diogenes?
Keel: Ich wollte meinen eigenen Namen nicht im Firmenschild haben.
SPIEGEL: Aber Diogenes war kein Schriftsteller.
Keel: Er hat tatsächlich nichts Schriftliches hinterlassen. Sein Geist aber lebt. Diogenes war genügsam, unangepasst und sah sich als Kosmopolit, als Weltbürger. Und da gibt es noch den Diogenes, der bei Tageslicht mit seiner Laterne herumlief. Gefragt, was er da tue, sagte er: "Ich suche einen Menschen." Das alles war mir sehr sympathisch.
SPIEGEL: Herr Keel, wir danken Ihnen für dieses Gespräch.

Daniel Keel
gründete den Schweizer Diogenes-Verlag 1952 im Alleingang, zwei Jahre später stieß sein Geschäftspartner Rudolf C. Bettschart hinzu. Seit 1966 firmiert das Haus als Aktiengesellschaft, mit den Teilhabern Keel und Bettschart, die beide kommende Woche - am ersten Tag der Frankfurter Buchmesse - 77 Jahre alt werden. Keel ist bis heute der alles entscheidende Mann, der bei der Programmplanung das letzte Wort hat: einer der letzten großen literarischen Verleger. Die Diogenes-Erfolge sind legendär, allen voran Patrick Süskinds Roman "Das Parfum" (1985) mit einer Weltauflage von 16 Millionen. In seinem ersten SPIEGEL-Gespräch spricht Keel auch über mögliche Nachfolger.
* Mit den Redakteuren Matthias Matussek und Volker Hage in Zürich.
Von Matthias Matussek und Volker Hage

DER SPIEGEL 40/2007
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