DER SPIEGEL



TERRORISMUS

Der innerste Ring

Von Stark, Holger

Attila Selek gilt den Ermittlern als Mitverschwörer der Islamistenzelle um Fritz Gelowicz, er soll Zünder für Autobomben beschafft haben. Vergangene Woche wurde er in der türkischen Stadt Konya festgenommen. Doch er beteuert seine Unschuld. Von Holger Stark

Attila Selek hat sie gleich erkannt, schon in der Eingangshalle, sie folgen ihm seit Wochen, überallhin. Zwei Männer in dunkler Lederjacke, die jetzt aufmerksam registrieren, wer das Hotel Dedeman in Konya betritt.

Es ist Dienstagmorgen, kurz vor zehn Uhr, der Himmel hängt tief im anatolischen Hochland. Die Polizisten beobachten, wie Selek die Lobby betritt, er hat sich hier verabredet, weil er sich erklären will. Es gibt viel zu erklären, es geht um Terrorismusvorwürfe, seine Freundschaft zu Fritz Gelowicz und offenbar geplante Anschläge, die die Behörden Anfang September in Deutschland verhindert haben.

Die Männer in Lederjacke folgen Selek durch die mit bernsteinfarbenem Marmor ausgelegte Halle, über die Straße hinweg in das Einkaufszentrum, wo es ein Kaffeehaus gibt, das sich "Willy Wonder's" nennt. Selek bestellt einen Kaffee und ein Kännchen Milch. Manchmal sprechen ihn die Leute in Konya an, die Türken aus Anatolien hören an seiner Aussprache, dass er hier nicht aufgewachsen ist, sondern in Deutschland, in Ulm. "Ich bin eher deutsch, meine türkische Kultur stimmt nicht mit der Realität in der Türkei überein", sagt er und lächelt.

Neulich kam sein Name sogar im türkischen Fernsehen: Attila Selek, der Mann aus Deutschland, den sie überwachen. Der Terrorverdächtige.

Glaubt man der Bundesanwaltschaft in Karlsruhe, dann ist Selek der vierte Mann jener Islamistenzelle um Fritz Gelowicz, die geplant haben soll, mehrere Autobomben mit Hunderten Kilo Sprengstoff zu präparieren. In einem Ferienhaus im Sauerland fanden die Fahnder Chemikalien und 26 Zünder militärischer Bauart, vermutlich aus Syrien. Selek, behaupten die Ermittler, "fiel im Gefüge der Vereinigung die Aufgabe zu, die Zünder für die Sprengvorrichtungen zu beschaffen".

Der Fall, der Anfang September die Republik bewegte und den die Ermittler "Operation Alberich" nennen, ist verbunden mit den Gesichtern der beiden deutschen Konvertiten Fritz Gelowicz und Daniel S., aber wenn ein Ermittlungsverfahren Jahresringe hätte wie ein Baum, dann trüge der innerste Ring den Namen Selek.

Denn die Fahndung beginnt im November 2006 bei einem Mann, den die CIA nur als "Muaz" aus Deutschland kennt und bei dessen Identifizierung der US-Geheimdienst die deutschen Kollegen um Mithilfe bittet.

Die Geheimen von CIA und Verfassungsschutz versuchen, Puzzlestücke zusammenzufügen. Das Puzzle besteht aus mitgeschnittenen Telefongesprächen und abgefangenen E-Mails, aus Augenzeugenberichten aus dem wilden Waziristan, aus beobachteten Reisebewegungen. Und es besteht aus Erkenntnissen aus Verhören von Verdächtigen, die in den pakistanischen Lagern waren. Die Informationsbrocken besagen, dass "Muaz" und ein weiterer Mann aus Deutschland im Juni 2006 in einem solchen Camp gewesen sein sollen, bei einer ominösen Gruppe namens Islamische Dschihad Union (IJU). Die IJU ist, glaubt man den Sicherheitsbehörden, eine aus Usbekistan nach Pakistan mäanderte Terrortruppe im Dunstkreis von al-Qaida.

Es gehört seit dem 11. September 2001 zu den Merkmalen des Kampfes gegen den Terror, dass viele Spuren in jener Nebelwand beginnen, die die Welt der Geheimdienste umgibt. Dieser Nebel lichtet sich auch in deutschen Gerichtssälen nicht, der Rechtsstaat muss damit leben, dass mitunter zentrale Vorwürfe nicht bewiesen werden können.

"Man weiß mittlerweile, dass die Amerikaner foltern", sagt Selek, "wer kann nachprüfen, was an solchen Informationen stimmt und was nicht?" Und er beteuert: "Ich war nie in einem Ausbildungslager. Ich bin nicht ,Muaz'."

In Langley, bei der CIA, und in Köln und Stuttgart, beim deutschen Verfassungsschutz, fügen sich die Puzzlestücke kurz vor Weihnachten 2006 zu einem anderen Bild. Die Auswerter haben die Zeiten verglichen, in denen ein Unbekannter mit dem Pseudonym "Muaz" E-Mails nach Pakistan abschickte, mit den Momenten, in denen Selek in Internet-Cafés surfte. Weil die Zeiten passen, sind die Nachrichtendienstler überzeugt, den Richtigen gefunden zu haben. Mit der Identifizierung beginnt ein Spiel, das um die halbe Welt reicht, nach Pakistan, nach Usbekistan, in die Türkei, nach Washington und schließlich

nach Frankfurt am Main, wo am Silvesterabend ein Observationsteam des Verfassungsschutzes Überstunden schieben muss.

Die Beamten haben den Auftrag, Selek und Gelowicz zu verfolgen. Sie beobachten, wie ein junger Kurde namens Dana erst Selek und dann, am Hauptbahnhof, Gelowicz aufsammelt. Gegen 21.30 Uhr folgen die Geheimen dem Honda Accord, den Dana steuert, bis nach Hanau, in den Stadtteil Lamboy. Im Observationsprotokoll heißt es: Die Verdächtigen "umfahren mehrfach, dabei unter anderem auch im Schritttempo, das dortige Gelände der US-Armee. Dabei schauen sie aufmerksam in das Innere der Liegenschaften. Sie interessieren sich insbesondere für die Zu- und Abfahrtsmöglichkeiten".

In Washington, wo der Bericht ebenfalls vorliegt, gilt höchster Alarm. Bald hängt Gelowicz' Konterfei in den amerikanischen Kasernen in Deutschland. In Ulm sind die Observanten angewiesen, Selek keine Sekunde aus den Augen zu lassen. So kommt es am 2. Januar, zwei Tage nach der Silvestertour, auf einer Ulmer Hauptverkehrsstraße zur offenen Konfrontation.

Selek springt vor die Motorhaube eines Autos der Verfassungsschützer, im Bericht der Geheimen wird später als Uhrzeit 9.28 Uhr vermerkt, dazu folgender Dialog:

"Was wollt ihr von mir?", ruft der junge Mann.

"Warum springen Sie mir vor das Fahrzeug?", erwidert der Beamte. "Sind Sie lebensmüde? Was soll ich von Ihnen wollen? Nichts!"

Das ist gelogen.

"Wenn ihr was von mir wollt, dann fragt mich!", sagt Selek erregt, ehe sich die Lage entspannt.

Die Frage ist, was er in Hanau vor der Kaserne wollte, in jener Silversternacht.

"So war es nicht", sagt Selek nach einer Pause. "Es war keine Ausspähfahrt." Dana, ein Freund, den er Ende 2004 in Mekka bei der Pilgerfahrt kennenlernte, habe ihn und Gelowicz eingeladen, zum muslimischen Opferfest. Am Nachmittag des 31. Dezember hätten sich die drei in Frankfurt getroffen und beim Afghanischen Kulturverein vorbeigeschaut, und auf dem Weg seien sie spontan auf die Idee gekommen zu schauen, "wie die Amerikaner Silvester feiern, wir wollten das einfach sehen, das Knallen und so".

Es fällt schwer, Selek das Gegenteil zu beweisen. Von einer "mutmaßlichen Erwägung", dass die Kasernen "als Anschlagsziele in Betracht kommen könnten", spricht die Bundesanwaltschaft; die sprachlichen Verrenkungen lassen Rückschlüsse auf die Probleme bei der Beweisführung zu. Auch Dana, der Fahrer des Autos, hat die Geschichte bei seiner Vernehmung so wie Selek erzählt. Andererseits muss schon viel passieren, damit drei Islamisten in der Silvesternacht aufreizend langsam an einer amerikanischen Kaserne vorbeifahren, um ohne Hintergedanken den GIs beim Feiern zuzuschauen.

Nach der Silvesternacht spitzt sich die Lage zu. "Sehr aggressiv im Ton" und "einer Gewaltanwendung gegenüber den Observanten nicht abgeneigt" sei Selek, wird es später in den Verfassungsschutzprotokollen heißen. Er habe nur "mit Unterbrechungen unter Kontrolle gehalten" werden können, und manchmal, wie in einer Winternacht im Januar, auch gar nicht.

Selek ist zu Fuß in Ulm unterwegs, es ist schon dunkel draußen, der Verfassungsschutz ist da wie jeden Tag, wie ein Schatten, der sich nicht abschütteln lässt - oder doch? Der Deutschtürke macht abrupt kehrt, er geht auf die Beamten zu und zückt ein Taschenmesser, er bückt sich, dann pfeift es vernehmlich: Selek hat in den linken Vorderreifen gestochen.

Wer Selek auf den Zwischenfall anspricht, erlebt einen unruhigen jungen Mann. Er sei nicht gewalttätig, sagt er. "Ich habe gedacht, wer folgt mir da, dann habe ich Angst bekommen und wollte mich schützen."

Um das zerrüttete Verhältnis von Attila Selek und Fritz Gelowicz zum deutschen Staat zu verstehen, hilft ein Blick zurück, ins Jahr 2004. Selek sagt, damals habe er begonnen, das Multikulturhaus zu besuchen, und dort habe er auch Gelowicz kennengelernt, nach dem Freitagsgebet. "Wir haben zusammengesessen und Tee getrunken, der Fritz war immer sehr hilfsbereit und hat geschlichtet, wenn andere gestritten haben."

Wären die Islamisten in Süddeutschland eine Partei, dann wäre das Multikulturhaus ihre Parteizentrale und ein Ägypter namens Yehia Yousif zu dieser Zeit ihr Vorsitzender. Yousif ist Imam, Ideologe, Vordenker und für junge Leute wie Gelowicz und Selek eine absolute Autoritätsperson. Er predigt den Dschihad, und seine Freunde aus dem Multikulturhaus geben eine Zeitung heraus, die "Denk mal islamisch" heißt.

Attila ist damals 19, er hat eine Lehre als Autolackierer gemacht und verkauft nun Gebrauchtwagen. Gelowicz ist 25 und studiert an der Fachhochschule. Sie sind Yousifs Fußsoldaten, sie verteilen die Zeitung, "wir haben sie in den Moscheen ausgelegt", sagt Selek. In einer der Ausgaben wird der damalige bayerische Innenminister Günther Beckstein mit Joseph Goebbels verglichen. Es ist ein zähes Ringen zwischen Yousifs Leuten und dem Staat, der eine eigene Ermittlungsgruppe gegen das Multikulturhaus eingesetzt hat, die "EG Donau".

Zu diesem Zeitpunkt sind Selek und Gelowicz für die Polizisten nur Mitläufer, aber am 11. Dezember 2004 geraten sie ins Visier des Staatsschutzes. Es ist ein ungemütlicher Samstag um ein Uhr morgens, es schneit in Ulm, als ein Wachmann vor dem Werkstor einer Firma zwei Männer beobachtet, die ein Buch verbrennen.

Der Wachmann ruft die Polizei, die Beamten kontrollieren das Duo. In Seleks Auto finden sie eine CD mit Texten über den Dschihad, eine Lobpreisung Osama Bin Ladens, Lehrmaterial von Yehia Yousif und einen Karton voller "Denk mal islamisch"-Ausgaben.

Die Beamten glauben, dass die beiden Beweise vernichten wollen. Tage zuvor hat die EG Donau mit Razzien begonnen. "Unsinn", sagt Selek. Weil Gelowicz eine Fatwa gelesen habe, ein islamisches Rechtsgutachten, nach dem Bücher mit dem Wort "Allah" nicht einfach weggeworfen werden dürften, sondern nur verbrannt oder vergraben, hätten sie sich fürs Verbrennen entschieden, "ganz offen, wir hatten nichts zu verbergen".

Ganz offen, nachts um eins? Und die Zeitungen, die CDs?

Waren von Gelowicz, sagt Selek, und Yousifs "Lehrmaterial" hätten sie verteilen wollen, "ist das verboten?"

Nein, ist es nicht, und vielleicht war es so, vielleicht ist diese Version aber

auch nur eine Geschichte aus Tausendundeiner Dezembernacht in Ulm, wo manches merkwürdig ist, so merkwürdig, dass die EG Donau Anfang 2005 eine Großrazzia gegen das Multikulturhaus startet.

Sie kommen auch zu Selek, der noch bei seinen Eltern wohnt, aber Attila ist an diesem Morgen nicht da, er ist noch vor dem Morgengrauen nach Saudi-Arabien aufgebrochen, zur Hadsch. Selek stammt aus einer konservativen Familie, die Eltern sind streng religiös, daheim gibt es eine Gebetsecke mit Teppich. Attilas Mutter begleitet ihren Sohn auf der Reise.

Anfang 2005 muss halb Ulm nach Mekka gepilgert sein, auch Gelowicz ist losgezogen, mit einer Gruppe deutscher Konvertiten. Zweimal treffen sich Attila und Fritz in Mekka, sie tragen traditionelle weiße Tücher und reden viel über den richtigen Glauben. Auch Dana ist da, der später das Auto vor der Kaserne steuert, und Adem Y., der nun als Mitverschwörer im Gefängnis sitzt. Es ist fast eine Vollversammlung der jetzt Verdächtigen.

Als Selek von den heiligen Stätten zurückkehrt, wird er noch am Flughafen verhaftet, die Polizisten fahren ihn in Fußfesseln ins Gefängnis in Stadelheim. 13 Tage behalten sie ihn, obwohl es nur um Volksverhetzung geht. Später wird das Verfahren eingestellt.

Vielleicht ist damals schon absehbar, dass die Geschichte keinen guten Lauf nehmen würde. Vieles spricht dafür, dass die Weichen zu diesem Zeitpunkt bereits gestellt sind, dass die jungen Radikalen aus Deutschland nach ihrer Rückkehr aus Mekka nur danach suchen, in die mystische Welt des Dschihad einzutauchen. Im Sommer 2005 geht Gelowicz nach Damaskus, angeblich wegen eines Sprachkurses; das Zeugnis einer Stiftung Scheich Ahmed Kuftaru bescheinigt ihm, einen Kurs von August 2005 bis Juni 2006 belegt zu haben. Kurz darauf fliegt auch Attila Selek nach Damaskus, zu einem Vorbereitungsjahr für die Universität.

Heute meinen die Ermittler nachweisen zu können, dass Gelowicz im März 2006 heimlich von Syrien nach Pakistan weiterreiste, zur Islamischen Dschihad Union, angeblich mit einem Zweitpass, damit die Visaeinträge nicht nachprüfbar sind. Das Gleiche glauben sie von Selek, aber sie können es nicht beweisen. Offenbar treffen sich die beiden jungen Männer in Damaskus, ein- oder zweimal laut Selek.

Die Ermittler sind sich sicher, dass die Auslandsaufenthalte ein Schlüssel zum Verständnis dieses Falls sind. In Syrien und in Pakistan habe die zweite Phase der Radikalisierung stattgefunden, jene Phase, in der die Ablehnung westlicher Dekadenz garniert wurde mit konkreten Ideen und dem praktischen Rüstzeug. In Pakistan soll die Gruppe auch Grundzüge des Plans diskutiert haben, den Gelowicz und Co. später umsetzen wollten und der Selek nun in der Türkei zum Verdächtigen gemacht hat, der überwacht wird, "obwohl ich nie in Pakistan war", wie er beteuert.

Es ist kurz nach zwölf Uhr, als sich zwei Männer in Lederjacke aus dem Schatten des Einkaufszentrums in Konya lösen. "Attila Selek?" Sie warten die Antwort nicht ab, sie haken ihn von beiden Seiten aus mit eisernem Griff unter. Aus dem Hintergrund fährt ein silbergrauer Renault Clio vor, plötzlich stoßen von allen Seiten Polizisten auf den Vorplatz, sie drücken Seleks Kopf hinunter und zwängen ihn auf die Rückbank.

Seitdem ist Selek der vierte Häftling in diesem Verfahren.

Mit den anderen drei Festgenommenen, Fritz Gelowicz und seinen beiden Freunden Daniel S. und Adem Y., scheinen die Dinge relativ klar. Die Bundesanwaltschaft wirft ihnen Verbindungen zur IJU vor, aber selbst wenn die Kontakte nach Pakistan fraglich bleiben sollten, sind da immer noch das Wasserstoffperoxid, die Militärzünder, die aufgezeichneten Gespräche im Mietwagen, in denen sie von möglichst vielen toten Amerikanern sprechen.

Seleks Fall ist diffiziler. Die politischen Biografien von ihm und Fritz gleichen sich in weiten Teilen, im Januar dieses Jahres haben die beiden sogar ein paar Tage zusammengewohnt. Aber ihr Weg geht an einem wichtigen Punkt auseinander: als die Vorbereitungen konkret wurden.

Selek sagt, er habe Gelowicz das letzte Mal Ende Januar, Anfang Februar gesehen, bei dessen Hochzeit in einer türkischen Moschee an der Donau. Danach seien sich die beiden nie wieder begegnet.

Attila Selek ist Anfang Februar nach Konya gezogen, im Juni hat er dort eine junge Türkin geheiratet und sich amtlich angemeldet, er wollte ein neues Leben beginnen. Selek behauptet, er habe nichts von dem Anschlagsplan gewusst, "man kann nicht abstreiten, dass es diese Chemikalien und die Verhaftungen gibt, aber man kann das nicht wissen".

Vielleicht sagt er die Wahrheit. Vielleicht wusste er aber auch von der Idee und hat für sich nur eine andere Entscheidung getroffen als Gelowicz, weil der Druck nach jener Silvesternacht zu groß wurde für einen jungen Mann wie ihn. Möglicherweise hat er seinem Freund Fritz noch einen Gefallen getan oder auch zwei.

Die Bundesanwaltschaft glaubt inzwischen nachweisen zu können, dass die Islamisten in E-Mails zwischen Deutschland und der Türkei codiert kommuniziert hätten. So haben sie angeblich die Übergabe der Zünder in Istanbul Ende August abgesprochen, einer der E-Mail-Schreiber soll Selek gewesen sein. Selek bestreitet das: "Ich hatte gar keinen Kontakt mehr zu Gelowicz, die beiden anderen kenne ich überhaupt nicht." Schon die angebliche Ausspähfahrt in Hanau lasse sich nicht beweisen, kritisiert sein Anwalt Manfred Gnjidic: "Jetzt werden wir erst mal sehen, ob die neuen Belege ähnlich dünn sind."

Es sind solche Detailfragen, die über die Glaubwürdigkeit des Attila Selek entscheiden werden; und darüber, ob er ein Leben in Freiheit verbringen wird oder im Gefängnis.

Bevor die Tür des Polizeiwagens zufällt, ruft Selek noch: "Ich bin unschuldig!"

* Am 5. September in Ulm.

DER SPIEGEL 46/2007
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