26.11.2007

MUSICALS Schweres Genre

Mit 20, erinnert sich der Musiker Udo Jürgens, habe er sich "mit geliehenem Geld" Musicals am New Yorker Broadway angeschaut. Jetzt, mit 73 Jahren, hat er sein eigenes Musical: Vom 2. Dezember an läuft im Operettenhaus an der Hamburger Reeperbahn "Ich war noch niemals in New York". 23 Jürgens-Lieder führen durch die Handlung: Eine Karrierefrau eilt ihrer Mutter nach, die mit einem Liebhaber aus dem Altenheim in die USA durchgebrannt ist. "Ich bin gerne Unterhaltungsmusiker", sagt Jürgens. Zwar möge er die Oper, "aber da gibt es immer ein paar wunderbare Momente und ein paar schreckliche halbe Stunden". Auch das schnelle Musical sei daher ein schweres Genre. Im Sog seiner Show fragten nun andere deutsche Sänger und Komponisten ihre Produzenten, "ob nicht mit ihren Liedern auch so etwas gemacht werden kann". Jürgens ist skeptisch: "Reine Schlagermusik wird sich schwertun. Sie braucht einen Chansoneinschlag."


DER SPIEGEL 48/2007
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung der SPIEGEL-Verlag Rudolf Augstein GmbH & Co. KG.

Dieser Artikel ist ausschließlich für den privaten Gebrauch bestimmt. Sie dürfen diesen Artikel jedoch gerne verlinken.
Unter http://www.spiegelgruppe-nachdrucke.de können Sie einzelne Artikel für Nachdruck bzw. digitale Publikation lizenzieren.