10.12.2007

SUDAN

Kamele statt Hubschrauber

Auf außergewöhnliche Hilfe kann die Mission der Vereinten Nationen in Darfur zurückgreifen. Nach diversen Verzögerungen sollen Anfang 2008 eigentlich rund 19 000 Soldaten und 6000 Polizisten in die westsudanesische Region entsandt werden, um die Mission der Afrikanischen Union abzulösen - sie steht wegen ihrer Hilflosigkeit in der Kritik. Uno-Generalsekretär Ban Ki Moon schlägt jetzt jedoch Alarm. Weil der Uno Hubschrauber fehlen, um die Blauhelme zu ihren Einsatzorten zu fliegen, stehe die ganze Aktion auf der Kippe - das Katastrophengebiet hat immerhin die Größe Frankreichs. Mit ähnlichen Problemen hat auch die EU-Truppe zu kämpfen, die auf der anderen Seite der Grenze, im Tschad, Flüchtlinge schützen soll. Der Vorsitzende des EU-Militärausschusses, General Henri Bentégeat, forderte kürzlich in Brüssel die EU-Mitgliedstaaten auf, endlich Helikopter zur Verfügung zu stellen. Unerwarteten Beistand erhalten die Vereinten Nationen jetzt von Indien. Die Grenztruppen des asiatischen Staates wollen den Blauhelmen 60 Kampfkamele schicken, auf denen die Friedenssoldaten durch die sudanesische Wüste reiten können. Indien selbst verfügt über 700 ausgebildete Armeekamele und hat mit deren Einsatz gegen Waffen- und Rauschgiftschmuggler bereits gute Erfahrungen gemacht. Vor allem aber ist Neu-Delhi stolz auf den Aktionsradius seiner Tiere: 80 Kilometer am Stück, mit nur kurzen Pausen.


DER SPIEGEL 50/2007
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