22.12.2007

ÜBERNAHMENPostbank wollte AWD kaufen

Im Verkauf von Anlageprodukten will die Postbank massiv Marktanteile gewinnen. Doch der Plan, einen großen Finanzvertrieb zu übernehmen, scheiterte vor zwei Wochen. Bis zuletzt buhlten die Postbank und der Versicherungsgigant Swiss Life um die Übernahme von AWD. Beraten von der Großbank UBS, bot die Deutsche-Post-Tochter am Ende denselben Preis wie die Swiss Life, bis zu rund 1,2 Milliarden Euro. Die Familie von AWD-Gründer und -Großaktionär Carsten Maschmeyer gab jedoch den Schweizern den Zuschlag. Unter anderem kassiert sie für ein 20-Prozent-Aktienpaket etwa 230 Millionen Euro. Als Begründung, weshalb die Postbank nicht zum Zug kam, kursieren zwei Versionen: Maschmeyer wollte die Forderung der Postbank nach einer vertieften Buchprüfung nicht erfüllen, behaupten die einen. Die Postbank wollte fast nur noch ihre Produkte verkaufen und damit die Unabhängigkeit des AWD nicht garantieren, sagen andere. Tatsächlich plante die Postbank, den AWD im Bereich Sparen und Girokonten nur noch eigene Produkte verkaufen zu lassen. Bei Fonds und Versicherungen sollten dagegen weiterhin mehrere Anbieter berücksichtigt werden. Weder Postbank noch AWD wollen dazu Stellung nehmen. Nach der gescheiterten Übernahme will die Postbank dennoch wachsen. Der mobile Vertrieb soll von 4000 auf 5000 Berater ausgebaut werden. So versucht die Postbank nun, mit einer Anzeigenkampagne gezielt AWD-Mitarbeiter abzuwerben.

DER SPIEGEL 52/2007
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