22.12.2007

MEDIZIN Schmerzfrei durch Chilischoten

Chili ist betäubend scharf - das bestätigt sich auch im Pharma-Labor: Der in Chilischoten enthaltene Wirkstoff Capsaicin scheint geeignet, Frischoperierte vor Schmerzen zu bewahren. Die für medizinische Zwecke gereinigte Chemikalie lähmt gezielt jene Nervenzellen, die unangenehme pochende Schmerzen auslösen - und dies sogar wochenlang. Erste Studien in den Vereinigten Staaten zeigen, dass Patienten, denen Ärzte bei Knie- oder Hüftoperationen Capsaicin in die noch offene Wunde träufelten, in der Zeit danach weniger Beschwerden hatten und seltener nach Schmerzmitteln verlangten. Elegant wäre die Methode, weil die bisher eingesetzten Morphine und Opioide Nebenwirkungen besitzen und in kurzen Abständen gegeben werden müssen. Beim Chilibestandteil reicht dagegen oft eine einmalige Dosis: "Das Capsaicin ist im Körper, und das war's. Man kann es weder missbrauchen noch falsch einsetzen", erklärt Eugene Viscusi, Schmerzexperte an der Thomas Jefferson University in Philadelphia.


DER SPIEGEL 52/2007
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