07.01.2008

Exempel des Bösen

Sie sind jung, männlich, chancenlos - und gefährlich: Der brutale Übergriff zweier Ausländer auf einen Pensionär hat eine hitzige Polit-Debatte über den Umgang mit kriminellen Migranten ausgelöst. Doch ist die Gewaltbereitschaft junger Männer auch angeboren?
Wie man mit dem Problem fertig werden soll, hat der CDU-dominierte Landtag von Baden-Württemberg schon im Juni vergangenen Jahres beschlossen: "In der Ehrfurcht vor Gott" und "in der Liebe zu Volk und Heimat".
Dies, so steht es im brandneuen Ländle-Gesetz über den Jugendstrafvollzug, seien die "Grundsätze", nach denen verurteilte junge Gewalttäter zu erziehen seien, wenn sie hinter Schloss und Riegel sind.
So schnell veralten Gesetze. Ein 30-Sekunden-Video, aufgenommen von einer Überwachungskamera kurz vor Weihnachten im Zwischengeschoss des Münchner U-Bahnhofs Arabellapark, verbreitet von der Münchner Polizei, hat jedem im Land sichtbar gemacht, dass es etwas komplizierter wird mit den bösen jungen Männern.
30 Sekunden, immer wieder ausgestrahlt in jeder Fernsehnachrichtensendung, massenhaft angesehen auf den aktuellen Internet-Sites: die unwirtliche Atmosphäre des schattenlos ausgeleuchteten nächtlichen U-Bahnhofs, der hagere Mann mit dem Rucksack über der Schulter, am Fahrkartenautomaten vorbei dem Ausgang zueilend - und dann die beiden dunklen Gestalten, die hinter dem Pensionär in seinem blauen Anorak herrennen.
Da: Einer schlägt ihm auf den Kopf, der Blaue strauchelt, fällt zu Boden. Beide Verfolger fallen über ihn her, entreißen ihm den Rucksack, einer prügelt auf ihn ein, einer tritt ihn.
Immer wieder kann man es abspielen: Das blaue Bündel am Boden windet sich, zuckt. Ein Täter nimmt Anlauf, streckt ein Bein vor, springt auf das Opfer zu, kickt mit Schwung gegen dessen Kopf.
Das blaue Bündel zuckt am Boden. Die beiden Schläger rennen weg.
Der pensionierte Schuldirektor überlebte den Angriff mit dreifachem Schädelbruch. Das Video hat in Deutschland einen Schock ausgelöst. Nie zuvor war Gewalt so sichtbar
Und selten zuvor war das Problem so virulent: die massive, zerstörerische Jugendgewalt, die in Deutschland in den neunziger Jahren aufflammte und seitdem auf beängstigendem Niveau zur Dauererscheinung geworden ist. Die offensichtliche Hilflosigkeit der Opfer, der Gesellschaft, der Polizei, der Strafrechtler, der Politik gegenüber den gefährlichen, gewaltbereiten jungen Männern, die sich zwischen Konsumrausch und Weihnachtsfrieden drängen und plötzlich, ohne nachvollziehbaren Grund, zuschlagen.
Wie dramatisch die Lage wirklich ist, wird klar, seit sich Deutschland mit Serkan A., 20, befasst. Der junge Türke ist einer der beiden Schläger auf dem Video, ein 17-jähriger Grieche der andere. Jung, männlich, Ausländer, gewaltbereit: Die
kleinen Gangster werden zum Exempel des Bösen.
Für den populistischen CDU-Wahlkämpfer Roland Koch aus Hessen ist Serkan A. ein Beispiel dafür, dass "wir zu viele junge kriminelle Ausländer haben", seine Kanzlerin polterte am Freitagabend vergangener Woche: "Es kann doch nicht sein, dass eine Minderheit von Menschen in unserem Land einer Mehrheit von Menschen Angst macht." Jetzt müsse man über Erziehungscamps, "Warnschussarrest" oder Fahrverbot als Strafe reden.
Für die Polizei - nicht nur in München - ist der Fall Anlass, mehr Härte der Jugendrichter zu verlangen: Warum war der junge Intensivtäter trotz einer fast tausend Seiten dicken Akte und trotz zahlreicher Jugendgerichtsverfahren noch immer auf freiem Fuß?
Für Kriminologen und Jugendexperten gibt die Geschichte des bösen Serkan Anlass, die bessere Integration von jungen Ausländern, eine ordentliche Schulbildung und vernünftige Betreuung zu fordern - warum hat die Jugendhilfe jahrelang dem Verfall der Familie Serkans in Armut und Gewalt zugesehen?
Die Jugendgewalt - ein Ausländerproblem? Der Zorn der jungen Männer - ein Unterschichtenproblem? Die Gewaltgeilheit - eine Folge falschen Medienkonsums? Der brutale Machismo betrunkener Männer - ein Kulturkampf gegen etablierte christliche Werte?
Lauter mögliche Antworten. Alles ist wahr. Aber vielleicht ist alles doch anders.
Ein neuer Erklärungsversuch führt heraus aus dem Untergeschoss der Münchner U-Bahn, hinauf in die Höhen einer historischen Weltsicht: wo die Einsicht gilt, dass an dem blutigen Jahresende 2007 in Deutschland nichts so Besonderes ist. Junge Männer, besonders wenn sie nichts Gescheites zu tun haben, haben sich schon
immer als die gefährlichste Gruppe der Spezies Mensch erwiesen.
Wo immer in der Geschichte es einen Überschuss unterbeschäftigter junger Männer gegeben hat, so erklären Wissenschaftler, sei die Gesellschaft in Eroberungskriege, Terror und Verbrechen verwickelt worden. So ist das britische Weltreich entstanden - und die Weltmacht al-Qaida. Junge Männer randalieren als Hooligans in deutschen Fußballstadien, als Neonazis auf den Straßen. Junge Männer verbreiten Terror in den Städten Afrikas, etwa in Liberia, sie werfen Steine und Molotow-Cocktails, etwa in Palästina. Junge Männer erwiesen sich oft als besonders sadistische Schergen des Nazi-Regimes.
Und geht man zurück vom Fall Serkan A. im Dezember 2007, zurück bis ins 19. Jahrhundert, dann trifft man auf Kriminalstatistiken, die für Deutschland nicht weniger Gewalttaten als heute verzeichnen - das Alter der Täter war etwa im Jahr 1885 vergleichbar dem des Jahres 2001. Die Gefährlichkeit der jungen Männer, dafür sprechen die Zahlen, könnte so etwas wie ein Naturgesetz sein.
Nicht nur in Deutschland, sondern weltweit wurden zahllose Experimente unternommen, mit dem Phänomen fertig zu werden, das umso virulenter wird, je ziselierter und zivilisierter die Gesellschaften werden, an denen sich die bösen Jungs reiben. Es geht nicht nur um den bösen Serkan und seine Freunde. Es geht um die ganze gefährliche Spezies der wütenden jungen Männer
Der Bremer Konfliktforscher Gunnar Heinsohn hat zur Erklärung des Phänomens den Begriff der "Youth Bulge" in Deutschland eingeführt. Dieser "Jugendüberschuss" an "zornigen Männern" berge einen gewaltigen Sprengsatz in sich, der ganze Regionen oder Länder aus den Fugen geraten lassen kann. Etwa in Afrika oder im Nahen Osten würden die Ballungszentren bersten vor Männern, die voller Testosteron sind, aber ohne Aussicht auf einen sozialen Aufstieg leben.
Die Jungmännerhorden, sagt der Professor, machten Gesellschaften gewaltbereiter und führten sogar in kriegerische Auseinandersetzungen - nach innen wie nach außen. Schon Feldzüge der Spanier, Schweden oder Holländer seien von aggressiven Viert- oder Fünftgeborenen getragen gewesen, die zu Hause keine Zukunft mehr für sich gesehen hätten.
Die Thesen des Bremer Soziologen sind nicht unumstritten, aber Heinsohn nennt prägende aktuelle Beispiele für seine These wie Sri Lanka oder die Elfenbeinküste. Er macht den "Jungmänner-Hass" auch für den Nahost-Konflikt verantwortlich, wo die zornigen Palästinenser ihre Energie gegen Juden und Israel richten. Und wenn über Generationen Väter drei oder mehr Söhne in die Welt setzen, würde daraus eine Dauer-Youth-Bulge entstehen, was automatisch in einen Dauerkonflikt führe. Dagegen, so Heinsohn, helfe nur die "demografische Abrüstung". Und zu der könne auch der Westen beitragen, indem er aufhöre, die "Kinderproduktion" in Entwicklungs- und Krisenländern durch Hilfsmaßnahmen zu fördern.
Ist das purer Zynismus? Und drückt Hunger wirklich die Geburtenrate und hilft somit, Krieg und Terror zu verhindern?
Nach Heinsohn bleibt den Industrienationen gar keine andere Alternative, als zu
handeln, weil die Konflikte längst vor ihrer Haustür sind: 300 Millionen von insgesamt 900 Millionen jungen Männern aus der Dritten Welt werden in den kommenden 15 Jahren entschlossen außerhalb ihrer Heimat um Positionen kämpfen müssen." Und "Speerspitze dieser Jugendarmee" seien die Männer aus den islamischen Ländern - dem größten Hort des Jugendüberschusses, dessen Bevölkerung innerhalb von fünf Generationen von 150 auf 1200 Millionen Menschen angewachsen ist.
Das rasche Anwachsen einer zunehmend perspektivlosen Jugend bringt nicht nur Menschen hervor, die hungern und sich in kleine Boote setzen, um an die Küsten Europas zu gelangen. Die zornigen Männer können auch Verzweifelte sein, die unbedingt an die Spitze kommen wollen, aber nicht können. Und für die sei der bewaffnete Kampf als Terrorist durchaus eine ernstzunehmende Option.
Die These von der Gewaltbereitschaft junger überschüssiger Männer gilt nach Ansicht des Bremer Experten nicht nur für islamistische Glaubenskrieger. In einigen Gegenden Deutschlands wie in Berlin-Neukölln würden sich viele perspektivlose Migrantenkinder zusammenballen - die "hausgemachte Youth Bulge", wie es der Soziologe nennt. "Die sind ambitioniert, sehen die schönen und guten Dinge in Deutschland und wollen die auch haben", sagt Heinsohn, "doch sie bekommen sie nicht, weil sie wegen ihrer Bildung keine Chance haben, nach oben zu kommen."
Ursache für diese Entwicklung sei unter anderem die fatale deutsche Einwanderungspolitik gewesen. Anders als Länder wie Kanada oder Australien habe Deutschland nie auf die Qualifikation der Migranten
geachtet. Deshalb seien vornehmlich Männer ins Land gekommen, die schon in ihren Heimatländern wegen ihrer mangelhaften Ausbildung Schwierigkeiten gehabt hätten, einen Job zu finden. Und diese Einwanderer würden Söhne in die Welt setzen, die im neuen Heimatland ebenso bildungsfern aufwachsen. Das produziere wiederum Schulversager und führe "in völlig aussichtslose Lebenswege" - eine Abwärtsspirale, die sich immer weiter drehen würde und den Nährboden für zornige Männer bilde, die sich zu gewalttätigen Jugendbanden zusammenschließen würden.
Nur: Wie kann es sein, dass ein Geschlecht die Gewalt so nachhaltig gepachtet hat? Dass es junge Männer sind, die morden und schlagen, sehr viel seltener junge Frauen? Der Gedanke drängt sich auf, dass der Wille zur eskalierenden Aggression etwas mit der Biologie des Mannes zu tun hat.
Schon lange gilt das Männerhormon Testosteron als Lieblingskandidat der Forscher für den ultimativen Kick zum Kampfesmut der Kerle, Testosteron - der Stoff, der Kriegsherren, Top-Manager oder Killer macht.
Psychologen wie Simon Baron-Cohen von der britischen Cambridge University sind überzeugt davon, dass auch der Aggressor der Moderne eine alte Bürde der Evolution mit sich schleppt. Der Kampf ums Weib errichtet ihm zufolge die Urbühne noch für heutige männliche Missetaten: "Die tapfersten und geschicktesten Kämpfer im Wettbewerb unter Männern erringen den höchsten sozialen Status und sichern sich dadurch die meisten Frauen und Nachkommen."
Im Gegensatz zur Testosterontheorie steht die Auffassung, Aggression sei ein erlerntes und über Generationen tradiertes Muster von Männlichkeit. Ein soziales Konstrukt.
Die Forscher sind sich nicht einig, welcher der beiden Ansätze - oder eine Mischung davon - der Wahrheit besser Rechnung trägt.
Das Gehirn des männlichen Homo sapiens wird früh mit Testosteron überschüttet, so viel ist klar. Schon im Mutterleib, in der achten Schwangerschaftswoche, hat eine Kaskade molekularer Signale die Weichen unumkehrbar Richtung Mann gestellt, das Bad der kleinen Gehirnanlage im Männerhormon ist die Folge. Das Testosteron lasse dann im Denkorgan, glaubt etwa Louann Brizendine, Neuropsychiaterin aus San Francisco, "in den Regionen, die für Sexualität und Aggression zuständig sind, mehr Zellen heranwachsen".
Anscheinend bestimmt die Hormonbiologie das Kinderleben noch bis ins Vorschulalter. Dass Jungs rangeln und toben und jeden Astknüppel in ein Laserschwert verwandeln, könnte theoretisch noch Gruppenzwängen, der Sozialisation geschuldet sein. Aber auch Mädchen mit dem sogenannten Adrenogenitalen Syndrom (AGS) sind oft wahre Wildfänge - sie waren, wie die kleinen Jungs, im Mutterleib dem Testosteron ausgesetzt. Demnach wäre die ausufernde Wut im Leib doch angeboren.
Wenn das stimmte, müssten die AGS-Mädchen sich allerdings auch als Teenies oder Erwachsene noch so gewaltbereit zeigen
wie die Knaben. Aber das tun sie nicht; zumindest können bisherige Studien dies nicht zweifelsfrei belegen.
Die Ergebnisse machen es eher unwahrscheinlich, dass die Natur den Jungs das Aggressionspotential schon in die Wiege gelegt hat. "Die für so viele Männer des modernen Menschentyps charakteristische Aggressivität ist das Ergebnis eines scharfen Trainings", sie werde erst "durch ein oft über Jahre, wenn nicht sogar Jahrzehnte währendes Initiationsritual erworben", meint Dieter Otten, Soziologe und Männerforscher an der Uni Osnabrück.
Aus Ostneuguinea zum Beispiel ist das sogenannte Waldhüttenritual überliefert - eine aus Sicht westlicher Industriegesellschaften unfassbar brutale Gehirnwäsche. Die Jungs, zwischen fünf und acht Jahre alt, werden ihren Müttern entrissen und, so zitiert Otten die Ethnologen, "tage-, oft wochenlang gefoltert, gedemütigt, bedroht, brutal misshandelt und gequält".
Initiationsriten finden sich bis in die Moderne, in Jungenschulen etwa, in der militärischen Ausbildung oder in Gruppierungen wie den Hooligans, wo Novizen die rücksichtslose Brutalität ebenfalls erst mühsam erlernen müssen.
Wenn es aber stimmt, dass die brutaleren Varianten eines Männerbilds im Grunde gesellschaftlich konstruiert werden, lassen sie sich auch von der Gesellschaft ändern.
Die Zahlen, in denen sich Brutalität manifestiert, werden von deutschen Sicherheitsexperten auf der Suche nach Gegenmitteln deshalb registriert wie die Angaben über die Ausbreitung einer Seuche. Die Kurve mit den Zahlen der Befallenen steigt langsam, aber unaufhaltsam. Im November 2007, wenige Wochen vor dem Überfall von München, haben die Innenminister der Länder wieder zusammengesessen und ratlos ihre Daten verglichen: Alle sechs Minuten langt irgendwo in Deutschland ein Jugendlicher oder Heranwachsender kräftig zu.
Während die polizeilich registrierte Gesamtkriminalität von 1997 bis 2006 um 4,3 Prozent zurückging, stieg die erfasste Gewaltkriminalität um 15,6 Prozent. Dabei handelt es sich im Wesentlichen um Körperverletzung.
Fast die Hälfte (43,4 Prozent) aller registrierten Gewaltdelikte wurde 2006 von unter 21-Jährigen verübt, ihr Anteil an den Tatverdächtigen steigerte sich allein von 2002 bis 2006 um 11,5 Prozent, im Zehnjahresvergleich sogar um 25,8 Prozent, absolut von rund 70 000 auf rund 90 000 Tatverdächtige (von insgesamt 207 000) bei der Gewaltkriminalität.
Allerdings relativieren Wissenschaftler diesen Befund: Erhöhte Anzeigebereitschaft und größere Sensibilität für brutales Verhalten hätten die Zahlen nach oben getrieben. Doch in einem kritischen Punkt sind sich alle Experten einig: Der Anteil der Ausländer an der Gesamtkriminalität ist weiter deutlich überproportional. Selbst wenn man Touristen, Stationierungsstreitkräfte sowie Tatverdächtige bei Delikten, die nur Ausländer begehen können - wie Verstöße gegen Aufenthaltsbestimmungen - aus der Statistik herausrechnet, ist ein Anteil von 17,4 Prozent an den Tatverdächtigen bei einem Bevölkerungsanteil von aktuell 8,8 Prozent immer noch sehr hoch.
Hinzu kommt die Beteiligung von Jugendlichen mit deutschem Pass, die aus Migrantenfamilien stammen.
In Berlin betrug 2006 der Anteil von Migrantenkindern bei der Jugendgruppengewalt 44,7 Prozent, eine Auswertung von 138 Intensivtätern zwischen Mai und September 2004 ergab dort einen Anteil von fast 80 Prozent. Baden-Württemberg meldete einen Anteil von 45,9 Prozent Migrantenkindern an den Intensivtätern - zuzüglich 17 Prozent Aussiedlern unter den deutschen Tatverdächtigen. Bremen gibt den Anteil der Intensivtäter mit Migrationshintergrund mit 56 Prozent an, Städte wie Nürnberg meldeten 60 Prozent.
Die Erkenntnisse über den wachsenden Anteil der Migrantensprösslinge an der Gewaltszene haben bei den Innenministern Unruhe ausgelöst. Wenn nicht schnell Rezepte gefunden werden, die Infektion der Zuwanderer und ihrer Familien mit der Gewaltseuche zu stoppen, droht eine Explosion. Eine neue Youth Bulge und den Ansturm zorniger junger Männer auf die größte Industrienation Europas prophezeien die Experten den Innenchefs der Länder: Ab 2010 sei für viele Großstädte ein Anteil von unter 40-jährigen Zuwanderern an der Wohnbevölkerung von rund 50 Prozent zu erwarten.
Dort spitzt sich die Situation schon jetzt zu. Wie schwierig die Lage vieler Zuwanderer ist, macht der Jahresbericht der Ausländerbeauftragten Maria Böhmer deutlich: 40 Prozent der Jugendlichen aus Ausländerfamilien gehen weder zur Schule, noch absolvieren sie eine Berufsausbildung. 72 Prozent der in Deutschland lebenden Türken, selbst wenn sie hier geboren sind, haben keine berufliche Qualifikation.
Niemand ist da erstaunt, wenn die Berliner Landeskommission gegen Gewalt zu dem Ergebnis kommt, dass sich die Lebenswelt junger Migranten hauptsächlich auf ihren Kiez beschränkt. Sie lernen also andere Lebenswelten und -formen außerhalb ihrer von Ausgrenzung und Migration geprägten Umwelt gar nicht erst kennen. Innerhalb solcher Milieus bilden sich dann eigene Werte und Normen, mithin das Gesetz der Straße.
Werden Teile Deutschlands also über kurz oder lang unter dieses Gesetz der Straße fallen, können Macho-Kultur und Schlägerbanden das Land verändern?
Ängste, mit denen man spielen kann. Serkan A. entwickelt sich zum Wahlkampfschlager.
Hessens Ministerpräsident Roland Koch (CDU) war der Erste. Eilig nutzte er die Chance, an seinen Kampagnenerfolg von 1999 anzuknüpfen. Damals hatte Koch Stimmung gegen die doppelte Staatsbürgerschaft
gemacht - und wider alle Vorhersagen gegen die SPD gewonnen.
In der vergangenen Woche forderte er in einem "Sechs-Punkte-Plan" mehr Härte gegen jugendliche Straftäter. Ein "Warnschussarrest" solle eingeführt werden, für 18- bis 20-Jährige im Regelfall das Erwachsenenstrafrecht herangezogen werden. Die Höchstgrenze für Jugendhaftstrafen müsse von 10 auf 15 Jahre erhöht und überdies eine anschließende "Sicherungsverwahrung" möglich werden. Ein Abschnitt seines Plans richtet sich explizit gegen ausländische Straftäter. Sie sollen künftig bei Gefängnisstrafen von einem Jahr ohne Bewährung ausgewiesen werden können.
Koch sieht sich als "akzeptierten Sprecher einer schweigenden Mehrheit in Deutschland". Er habe schon "Hunderte" von Mails und Briefen zustimmenden Inhalts bekommen, tönt er.
Die Kanzlerin hat sich nach kurzem Nachdenken Ende vergangener Woche entschieden, ihren langjährigen Rivalen zu unterstützen. Dabei ist überschießender Wahlkampf-Populismus Angela Merkel eher fremd. 1999 war sie gegen Kochs Unterschriftenkampagne zur doppelten Staatsbürgerschaft. Aber nun will die CDU-Vorsitzende nicht dafür verantwortlich sein, wenn die CDU-Regierung in Hessen am 27. Januar kippt. Für die Vorstandsklausur am vergangenen Wochenende ließ Merkel ein Papier ausarbeiten, mit dem sich die Parteispitze hinter die Forderungen Kochs stellt.
In der Union gibt es ein großes Bedürfnis, endlich wieder mit Law-and-Order-Themen vor die Wähler zu treten. Vor allem Unions-Fraktionschef Volker Kauder will sich als Mann des konservativen Parteiflügels profilieren. Zusammen mit Merkel will er die Sozialdemokraten zu Gesprächen über eine Verschärfung des Jugendstrafrechts zwingen. Das Thema soll auch bei der nächsten Sitzung des Koalitionsausschusses angesprochen werden.
Nervös beobachten die Sozialdemokraten, wie das Thema Jugendkriminalität die Schlagzeilen beherrscht. Nur vorsichtig setzt sich der Vorsitzende Kurt Beck von den Scharfmacherparolen Kochs ab: "Die SPD steht auf der Seite all jener Menschen, die hart arbeiten und sich an die Regeln halten. Wer gegen Recht und Gesetz verstößt, muss die Konsequenzen spüren. Da reichen die jetzigen Mittel aber voll aus", sagt der Parteivorsitzende.
Zugleich gibt er sich gegenüber der Union gesprächsbereit: "Die SPD ist selbstverständlich bereit, zwischen Bund und Ländern gemeinsam zu beraten, wie wir für eine bessere Umsetzung der bestehenden Gesetze sorgen können, wenn die Landesregierungen in Hessen, Niedersachsen oder Hamburg damit Probleme haben. Das ist sinnvoller, als jetzt Schnellschüsse aus Motiven zu produzieren, die allein dem Wahlkampf geschuldet sind."
Auf keinen Fall wollen die Sozis sich nachsagen lassen, das Thema vernachlässigt zu haben. Andererseits lehnen Genossen Vorschläge wie die Einführung von rabiaten Bootcamps nach US-Vorbild ab. In manchen würden "Menschen zu Objekten degradiert", sagt Justizministerin Brigitte Zypries im SPIEGEL-Interview: "Wir müssen hart gegen Kriminalität vorgehen, aber vor allem ihre Ursachen bekämpfen."
Tatsächlich sieht Kochs Einsatz im Kampf gegen die Jugendkriminalität in seinem Land eher traurig aus. 1999 trat seine Mannschaft mit der Ankündigung an, den "härtesten Strafvollzug Deutschlands" einführen und das Land sicherer machen zu wollen. Heute sind ausgerechnet im Koch-Land die Jugendarrestplätze komplett überfüllt. Es dauere bis zu drei Monaten, bis ein Arrestplatz frei werde, berichtet der Frankfurter Jugendrichter Jürgen Fröhlich.
In einer spektakulären Sparaktion ließ Koch zahlreichen Hilfsprojekten für straffällig gewordene Jugendliche die Landeszuschüsse streichen. Zudem fielen auf sein Geheiß in den vergangenen Jahren nach Gewerkschaftsangaben fast tausend Polizeistellen dem Spardiktat zum Opfer.
Dabei sind es nicht die großspurigen Konzepte, es ist die geduldige Kleinarbeit der Polizei, die oft hilft, die Gewalt in den Griff zu bekommen. Polizisten, die bösen Bullen von gestern, fungieren immer häufiger als Sozialarbeiter, Jugendhelfer und Richter in einer Person. Sie machen mancherorts sogar Hausbesuche bei Eltern und drohen wie einst die Dorfpolizisten mit dem Finger.
Kaum einer von den wilden Kerlen lacht darüber. Inzwischen hat es sich herumgesprochen: In der Hand der Polizei liegt es oft, ob es gelingt, einen jungen Mann wie Serkan A. durchzubringen, oder ob er aufgegeben wird, zu den verlorenen Kindern gehört, die im Knast landen.
Polizisten, nicht nur Lehrer sind es, von deren Engagement es manchmal abhängt, ob an den deutschen Schulen die Gewalt den Unterricht lahmlegt.
So war es an einer Realschule in Troisdorf. Türkische und russische Gangs beherrschten den Schulhof. Ständige Schlägereien, Diebstähle und Mobbing prägten das Schulklima.
Die Kriminalpolizei empfahl der Schulleitung, die eigenen Schüler anzuzeigen. Nach einem Diebstahl führten die Polizeibeamten einen Schüler demonstrativ aus dem Unterricht ab. Das half.
"Wir brauchen Hilfsangebote von Schulpsychologen und Sozialarbeitern", sagt der Vorsitzende der Bundesschülerkonferenz, Christopher Schuldes. Immer nach aufsehenerregenden Amokläufen wie zuletzt in Emsdetten vor gut einem Jahr wird nach frühzeitiger Vorsorge in den Schulen gerufen.
Doch die Wirklichkeit ist ernüchternd: Während in den USA, in Skandinavien, England oder Frankreich fast jede Schule
einen eigens geschulten Psychologen beschäftigt, kommen in Deutschland auf jede Fachkraft 15 000 und in den Großstädten 6000 Schüler.
In Nordrhein-Westfalen hat nur jede zwanzigste der 7000 Schulen eine ausgebildete Kraft. Auch am Kölner Georg-Büchner-Gymnasium, an dem zwei Schüler im vergangenen November Waffen für einen Amoklauf bereitlegten und einer der Täter dann Selbstmord beging, gab es keinen Expertenrat mehr. Die Stelle des Schulpsychologen war nach dessen Pensionierung nicht neu besetzt worden.
Am Ende jedes Monats wird im Kölner Kriminalkommissariat 57 immer die neue "Top 100" erstellt. Leiter Walter Schütz und seine Kollegen schauen sich dafür an, was ihre zornigen jungen Männer in den vergangenen vier Wochen denn so verbrochen haben: Für Raub gibt es fünf, für Körperverletzung drei, für Ladendiebstahl einen Punkt. Wenn alles addiert und mit Daten über die Entwicklung verrechnet ist, gibt es die neue Hitliste der jungen Kölner Intensivstraftäter.
Wer auf der "Top 100" gelandet ist, wird nun besonders genau beobachtet und regelmäßig unangekündigt besucht. Meist hat er im vergangenen Jahr etwa 50 aktenkundige Straftaten begangen und terrorisiert irgendeinen Kölner Schul- oder Hinterhof.
Kaum einer, dessen Name auf der Liste steht, ist älter als 16. Mehr als 60 Prozent der "Top 100"-Täter sind Türken, Araber
oder Deutsche mit Migrationshintergrund. Und fast alle haben in der eigenen Familie Gewalt erlebt. "Die Biografien gleichen sich", sagt Schütz, dessen Team sich ausschließlich um Intensivtäter kümmert und gegen einen bedrohlichen Trend anarbeitet: Die Zahl der minderjährigen Straftäter in Köln ging in den vergangenen Jahren kontinuierlich nach oben - von 2005 auf 2006 gab es den größten Sprung. In den Jahren wurden bei Fällen von Raub, Bedrohung und Nötigung Steigerunsraten von zum Teil mehr als 20 Prozent verzeichnet.
Der 17-jährige Erdinc H. war schon lange auf der "Top 100"-Liste, als er während des Kölner Karnevals im Februar 2007 grundlos einen Familienvater mit Fäusten und Tritten traktierte - vor den Augen von dessen vier Kindern. Der Mann erlitt einen schweren Hirnschaden. Die Prügelorgie löste in Köln eine wochenlange Diskussion über den Umgang mit gewaltbereiten Ausländern aus - auch weil Erdinc nach kurzer Zeit vom zuständigen Gericht wieder aus der Untersuchungshaft entlassen wurde.
Die Milde sorgte bei den Mitarbeitern des KK 57 und dem Kölner Polizeipräsidenten Klaus Steffenhagen für Verärgerung. "Die Jungs müssen in solchen Fällen die ganze Härte des Gesetzes spüren", sagte Steffenhagen damals, "viel früher und schneller." Bewährungsstrafe, das habe die Arbeit gezeigt, würde von den Intensivtätern als "etwas Abstraktes" empfunden, sie nötigten den meisten "nur ein Lachen" ab.
Das Team vom KK 57 hat sich gerade in den vergangenen Monaten immer wieder über die städtische Justiz gewundert. Viele ihrer "Kunden" sind nämlich Mitglieder von Kölner Jugendgangs wie den "Bickendorf Gangsters" oder "The new Generation of Gernsheimer" - Banden, die sich gegenseitig bis aufs Blut bekriegen und nebenbei so ziemlich alles beklauen und verprügeln, was sich ihnen in den Weg stellt.
Als acht der Bickendorf-Gangster im Dezember 2006 wegen mehr als 100 Straftaten, unter anderem wegen schweren Raubes, Körperverletzung, Einbrüchen und Brandstiftung, vor Gericht standen, erhielten sie Bewährungsstrafen und Verwarnungen: ein Richterspruch, der Anfang Dezember 2007 vom Bundesgerichtshof kassiert wurde. Wegen der "Schwere der Schuld" sei schärfere Bestrafung erforderlich, argumentierte der BGH.
"Rundumsorglospaket" nennen ein bisschen zynisch die Berliner Fahnder ihr Spezialprogramm zur Verfolgung jugendlicher Intensivtäter. Die zielgerichtete Einzelfall-Behandlung des Berliner Intensivtäter-Programms verlangt den Beamten der "Kommissariate für täterorientierte Ermittlungen" viel Zeit und Mühe ab - zeigt aber auch erhebliche Erfolge. Kriminalhauptkommissar Andreas Wolter, Leiter der Intensivtäterabteilung für die Berliner Brennpunkt-Kieze Kreuzberg und Neukölln, weiß, dass seine "Patienten" ganz anders auf einen Beamten reagieren, den sie schon seit Jahren kennen. "Wir machen denen von Anfang an klar: Wann immer du mit der Polizei zu tun hast, du wirst immer dasselbe Gesicht vor dir haben. Und was du auch anstellst, wir werden schon da sein."
Wolter hat aktuell 177 Fälle in seiner Kartei, alles Männer, fast alle unter 21 Jahren, zum überwiegenden Teil junge Deutsche mit Migrationshintergrund. Viele davon stammen aus "geschredderten" Familien, wie der Kommissar sagt, und finden in ihrem Sondersachbearbeiter oftmals zum ersten Mal eine Respektsperson, die manchmal sogar zu einer Art Leitfigur für sie wird. "Für viele Täter gehört Gewalt zu ihrem Alltag - weil sie es nie anders gelernt haben."
Das Kriminalitätsphänomen jugendlicher Intensivtäter ist nicht neu: Es beschäftigt die Staatsgewalt schon seit knapp 20 Jahren. Bereits Anfang der neunziger Jahre registrierten Ermittler in den deutschen Großstädten einen sprunghaften Anstieg einschlägiger Gewaltdelikte, begangen von immer jünger werdenden Tätern. Der verharmlosende Begriff "Abziehen" kam in Mode, wenn es um brutale Raubdelikte junger Krimineller ging, die ihren meist gleichaltrigen Opfern teure Markenjacken oder - inzwischen besonders häufig - Mobiltelefone entwendeten.
Mittlerweile, so weiß ein hochrangiger Berliner Fahnder zu berichten, sind die Motive mehr und mehr im sozialen Umfeld der Delinquenten zu suchen. "Die gesellschaftliche Schere geht spürbar auseinander", sagt der Ermittler, "viele Eltern haben ihre Arbeit verloren - und damit auch die Autorität über ihre Kinder."
Besonders deutlich sei das bei Jugendlichen der zweiten und dritten Einwanderergeneration zu beobachten: Während die hart arbeitenden Väter vor Jahren noch Vorbildfunktion für ihre Söhne gehabt hätten, verlören sie in den Augen der Kinder heute zusehends an Ansehen und damit an Respekt. Die Folge sei tiefe Perspektivlosigkeit, oft verbunden mit der Suche nach Halt in kruden Ehrbegriffen.
500 Personen umfasste am vorigen Mittwoch die sogenannte Intensivtäter-Datei der Berliner Staatsanwaltschaft, die seit 2003 von der eigens gegründeten Abteilung 47 geführt wird.
Die Ermittlungsgruppe ist inzwischen eine der größten Spezialabteilung der Berliner Anklagebehörde - insgesamt zehn Staatsanwälte verwalten in den Räumen der ehemaligen Jugendarrestanstalt in Alt-Moabit die kriminellen Karrieren der vorwiegend männlichen Täter, die in ihrem jungen Leben mindestens zehnmal einschlägig justizbekannt geworden sind.
Um kriminelle Intensivkarrieren zu beenden, bevor sie überhaupt begonnen haben, greift in der Hauptstadt seit Jahresbeginn ein neues Konzept von Polizei und Staatsanwaltschaft: Sobald ein Jugendlicher oder Heranwachsender fünfmal mit Gewaltdelikten in Erscheinung tritt, wird
er als sogenannter Schwellentäter erfasst und kriminalistisch regelrecht durchleuchtet: Freunde, Bekannte, bevorzugte Aufenthaltsorte, Handynummern und aktuelle Fotos werden genauso elektronisch gespeichert wie die Kontaktdaten von Eltern, Verwandten, Lehrern, Ausbildern oder Jugendarbeitern, die im Falle neuer Straftaten vernetzt werden sollen, um mit vereinten Kräften auf den Delinquenten einzuwirken.
Wie bei den Intensivtätern wird jedem Schwellentäter ein eigener Kriminalbeamter zugeordnet, der ihn deutlich spüren lassen soll, "dass der Staat ihn im Visier hat", wie ein Fahnder sagt, und dass es "anhand der erfassten Daten ein Leichtes wäre, ihn in Windeseile zu ermitteln".
Seit Herbst 2007 sind in Kreuzberg auch sechs "Kiezläufer" im Einsatz, Männer und Frauen in besonderer Mission: Engel für Kreuzberg, aber keine Unschuldsengel. Die Männer wie Ali S. und Mahmoud H. haben selbst eine dunkle Vergangenheit.
Die Kiezengel sollen die Gegend wieder begehbarer machen. Die Polizei kam hier nicht weiter.
Die Kiezläufer mussten in Crash-Kursen nebenbei Basiswissen über Suchtprävention und Deeskalation pauken, und nach den ersten Monaten spricht die Senatsverwaltung vorsichtig von kleinen Erfolgen: "Wir hatten ja gar keinen Zugang mehr zu den Jugendlichen. Jetzt wissen wir, wo wir ansetzen können."
Das Berliner Konzept hat jedenfalls mehr Chancen als die Versuche, auffällige Jugendliche ihren Familien wegzunehmen und sie in Heime zu stecken. Ganze 280 Heimplätze gibt es laut einer Erhebung des Deutschen Jugendinstituts (DJI) im Gewalttäterland Deutschland. Das reicht nicht einmal für den Bedarf einer einzigen Großstadt.
Die Idee, die gefährlichen jungen Männer einfach wegsperren zu können, prägt nicht nur die Wahlkampfparolen Roland Kochs. Ob Verschärfung der Regeln über die Jugendstrafe, eine Verlängerung der Haftzeiten, vereinfachte Verhängung von Untersuchungshaft oder den schnellen Warnschussarrest, den etwa auch Hamburgs parteiloser Innensenator Udo Nagel favorisiert - viele wünschen sich, die Jungs mit den archaischen Gewaltphantasien wegsperren zu können: nur weg, weg von der Straße - egal, ob es etwas nutzt.
Es nutzt nichts. Ein Jugendrichter, der einen jungen Mann ins Gefängnis schickt, gibt ihn damit auf. Wer einmal im Jugendknast saß, hat keine Chance - lebenslang. Um die 80 Prozent liegt die Rückfallquote bei den zu Jugendstrafe verurteilten jungen Männern. Weltweit angesehene Jugendkriminologen wie der Tübinger Rechtsprofessor Hans-Jürgen Kerner sprechen von der "Gleichwirkung" aller jugendrechtlichen Sanktionen: Es ist eigentlich egal, ob ein junger Mann eingelocht oder nur in Arrest genommen, verwarnt oder auf Bewährung verurteilt wird: Sein Verhalten wird das alles kaum ändern.
Stammtischweisheiten sind gemessen an solchen Erfahrungen die tönenden Worte über Warnschussarrest und über die "heilsame Erfahrung", wie sich Knast von innen anfühlt.
Wie sich Knast von innen anfühlt, bekamen die von außen zuletzt in Berlin mit. Im vergangenen Sommer wurde bekannt, dass die 500 Jungs in der Haftanstalt Plötzensee statt sich zu bessern kiffen, Pillen einwerfen, prügeln. Allein in den ersten vier Monaten des vergangenen Jahres gab es 99 Anzeigen wegen Körperverletzung. Jugendrichter haben bereits gedroht, Jugendliche nicht mehr in die Strafanstalt einzuweisen, wenn es dort nicht sicherer werde.
"Die Hoffnung, dass vom Strafrecht irgendetwas repariert werden könne, was schon lange vorher kaputtging, ist absurd", sagt der Tübinger Strafrechtsprofessor Jörg Kinzig. Auch dafür ist der Fall A. ein tragischer Beleg. Zwölf Jahre alt war Serkan, als er zu kiffen anfing. Das zumindest erzählt seine Schwester. Damals war Serkan gerade zurück aus einem Kinderheim in Augsburg.
Ein Jahr hatte ihn das Jugendamt dort untergebracht, um ihn vor seinem betrunkenen, prügelnden Vater zu schützen. Doch mit zwölf ging das Martyrium des jungen Türken in der kleinen Mietwohnung in München-Harthof - einem sogenannten
Problemviertel - weiter. Er flüchtete in den Drogenrausch. Schon damals beging Serkan Straftaten, sie sind nicht aufgelistet, denn der Teenager war noch nicht strafmündig. Ladendiebstähle hauptsächlich.
Im Dezember 2001 wurde eine Akte über Serkan A. angelegt, die inzwischen 1000 Seiten dick ist, 41 Straftaten sind darin geschildert: Ladendiebstahl, Schwarzfahren, Einbrüche, Sachbeschädigung, Erpressung, Autodiebstahl, Waffenbesitz, Hausfriedensbruch, Drogenhandel, Körperverletzung.
Die Delikte blieben jahrelang die gleichen, doch die Qualität änderte sich. Serkan wurde immer brutaler, er beschaffte sich das, was er wollte, mit immer mehr Gewalt. Weihnachten 2004 fing er an, seine Opfer zu bedrohen und zu nötigen, auch mal kräftig zuzulangen, wenn einer Geld, Handy oder Autoschlüssel nicht rausrücken wollte.
So richtig geprügelt hatte Serkan - zumindest nach Aktenlage - offenbar zum ersten Mal im Oktober 2007, wenige Wochen vor dem brutalen Überfall in der Münchner U-Bahn. Die Verhandlung mit dem Vorwurf der schweren Körperverletzung steht noch bevor.
Das alles konnte mit dem Jungen geschehen, während Polizei und Sozialbehörden die Familie ständig begleiteten. Die vom Vater geschlagene Ehefrau und die Kinder bekamen sogar eine eigene Betreuerin vom Jugendamt. Serkan erhielt Erziehungshilfen, bekam Therapieangebote, die er aber nicht nutzte.
Einmal wurde er auch zu einer Haftstrafe verurteilt - ein Jahr sollte er sitzen, doch im letzten Moment wurde auch diese Haft zur Bewährung ausgesetzt, weil er versprochen hatte, eine Therapie zu machen. Er zog in eine betreute Wohngruppe, musste die Therapie aber wegen Drogen- und Alkoholproblemen abbrechen.
Für Serkans Verteidiger Oliver Schmidt ist das eher Routine: "Bei diesen jungen Straftätern ist die Laufbahn immer sehr ähnlich, man kann eigentlich schon im Voraus sagen, was als Nächstes passiert."
Abschreckung, sagt der Strafrechtler, gebe es für solche Leute nicht. "Die sagen: Dann sitz ich halt, na und?" Junge Männer wie Serkan hätten nichts zu verpassen.
Eine Vita wie die des kleinen Serkan macht immun. Und Josef Wilfling, Chefermittler bei der Münchner Kripo, weiß: "Leute mit dieser Vita laufen zu Hunderten in München rum."
Was also soll mit ihnen geschehen? "Jugendkriminalität ist ubiquitär und temporär", sagen die Kriminologen wie der Tübinger Kerner, sie kommt überall vor, und sie wächst sich von selbst aus, wenn die zornigen jungen Männer erwachsen werden. Doch seit das Video von Serkan A. und seinem Freund in der Welt ist, mag solche Beschwichtigungen kaum noch jemand hören.
Kaum durchsetzbar in Deutschland sind Versuche, nach dem US-Vorbild der Glenn Mills Schools, eines US-Colleges für junge Gewalttäter bei Philadelphia, offene Strafanstalten mit Erziehungskonzepten einzurichten. Das Leonberger Seehaus, zehn Minuten von Stuttgart, ist eines der seltenen Experimente.
Andreas wohnt hier, verurteilt wegen gefährlicher Körperverletzung. Er könnte jederzeit abhauen. Er tut es aber nicht. Noch niemand ist hier abgehauen.
Die Erziehungsidee ist so einfach wie überraschend: Wenn man ohnehin nicht verhindern kann, dass Häftlinge eine Hierarchie untereinander aufbauen, dann sollte man die wenigstens positiv nutzen. Andreas etwa hat sich inzwischen zum "Löwe-Anwärter" hochgearbeitet, der zweithöchsten Stufe in Leonberg.
Damit darf er seine Freundin und seine Familie jede Woche anrufen und alle zwei Wochen sehen. Neulinge dürfen noch nicht mal ohne Begleitung zur Toilette. Täglich benoten die "Haus-Eltern", Lehrer und Mitarbeiter die Jugendlichen in Sachen Sauberkeit, Sozialverhalten, Arbeitstempo in der Werkstatt und so fort. Wer sich bewährt, steigt auf. Wer sich danebenbenimmt, wird degradiert.
Im schlimmsten Fall geht's zurück in den Knast. Manche gehen auch freiwillig zurück, denn der Tagesplan in Leonberg ist härter als dort: Zweimal die Woche beginnt der Tag mit Frühsport um 5.45 Uhr, Unpünktlichkeit gibt Punktabzug. Danach "Zeit der Stille", Frühstück, Putzen, ab 8.15 Uhr geht es "auf den Bau": Die Jungs renovieren das alte Haus nebenan, als Teil der hauseigenen Berufsschule. Was sie hier lernen, liegt sogar über dem Niveau gleichaltriger Berufsschüler - denn nur mit besonderer Qualifikation können sie den Fleck im Lebenslauf wettmachen. Um 22 Uhr ist meist Bettruhe.
Der strikte Plan ist ein Training für die Jugendlichen, die sonst niemals einen Acht-Stunden-Arbeitstag durchhalten würden, weil sie es gewohnt sind, jederzeit zu tun, wonach ihnen gerade der Sinn steht.
Die Jungs in Leonberg werden mit strengen Riten geschliffen. Im täglichen Stehkreis muss jeder einzeln vortreten und sich von den anderen Jungs vorwerfen lassen, gegen welche Hausregel er verstoßen habe. Irgendwann, sagen die Jungs, hätten sie es satt, sich jeden Tag denselben Sabbel anhören zu müssen - noch dazu von Gleichaltrigen, die ihnen ja eigentlich gar nix zu sagen haben. Also halten sie sich lieber an die Regeln.
Zumindest bislang hat das Projekt eine Rückfallquote, von der andere Anstaltsleiter nur träumen können: 15 Jungen haben ihre Haft in Leonberg in den letzten drei Jahren beendet, 2 wurden bislang rückfällig. Doch populär sind derzeit wesentlich härtere Alternativen. Ein Aufenthalt beim Ex-Boxer Lothar Kannenberg, 50, etwa.
Der Schnee in Kannenbergs Camp im nordhessischen Diemelstadt-Roden ist fast schon Matsch, ein rauer Winterwind peitscht kalten Graupelregen in den Jackenkragen und ins Gesicht des Ausbilders.
Die Wangen der 20 Jungs in den dünnen Trainingshosen glühen nach wenigen Minuten, die Haare kleben nass am Kopf. Ein Pfiff aus der Trillerpfeife. "Los jetzt!", Trainer Patrick, 34, kennt keine Gnade. "Schneller!", Pfiff, "raus aus den Schuhen!" Die letzte Runde Tauziehen wird heute barfuß absolviert. "Lothars Idee", erklärt einer, grinst, die Jungs zittern.
An Bäume gelehnt, von einem Fuß auf den anderen hüpfend, streifen sich die Jugendlichen die ausgetretenen Turnschuhe und Sportsocken ab. Die meisten bleiben trippelnd und bibbernd auf ihren nassen Socken stehen, beim Ersten kullern die Tränen. Andere fluchen. Die, die schon auf der Wiese stehen, das Tau in der Hand, die nackten Füße im Graupelschnee, brüllen die Zögerer an.
Es ist das Kollektiv, das zählt, im Boxcamp von Lothar Kannenberg , "der Einzelne hat hier nix zu melden", stellt Kannenberg klar. Die meisten hier müssen das erst mühsam lernen: Wenn einer Mist baut, bekommen es alle zu spüren. Dann kommen zu den täglich mindestens 500 schnell noch einmal 100 Liegestütze dazu oder eine zweite Runde Barfuß-Tauziehen im Schnee. Der Tagesplan ist straff: "Wer schlägt, der geht", heißt die wohl wichtigste Regel. "Abhauen tut fast jeder einmal", erklärt Kannenberg, "das gehört dazu, aber die kommen alle wieder."
Für die meisten ist das Trainingscamp von Kannenberg die letzte Chance. "Es geht hier nicht um die Normalen, die man auch in ein Heim stecken könnte", erklärt Kannenberg, "wer hier landet, ist schon überall durchgereicht worden, manche kennen mehr als 30 Heime. Und wer es hier nicht packt, landet nur noch auf der Straße oder im Knast."
Kannenberg ist ein ehemaliger Amateurboxer, Ex-Türsteher im Frankfurter Rotlichtmilieu, Ex-Alkoholiker, Ex-Drogenabhängiger. Er spricht, wie er gern betont, "die Sprache der Jugendlichen". Kannenberg ist stolz auf seine Vita, weil er es geschafft hat, "da wieder rauszukommen". Er hat ein Buch über sich geschrieben, der Titel heißt "Durchboxen", das ist Kannenbergs Lebensmotto und das Motto im Camp.
Im Boxring kam Kannenberg in Kontakt mit straffälligen Jugendlichen, "die keiner mehr will", weil sie, obwohl noch nicht volljährig, schon am Ende ihres Lebens stehen. Eine Weile hat er in Kassel als Streetworker gearbeitet, dann hat er sich selbständig gemacht, weil er "mit dieser Sorte Jungs" klarkam.
Die Erziehung der ausschließlich männlichen Jugendlichen bei Kannenberg läuft nach dem alten Prinzip "Zuckerbrot und Peitsche". Mit einem Schwerpunkt auf Peitsche, in seinem Fall heißt das Boxen, Brüllen, Bäumeschleppen. Zuckerbrot heißt Vier-Augen-Gespräch, Männer-Umarmung, Schulterklopfen, auch mal heulen lassen, wenn "alles aus einem rausbricht". "Die Jungs hier sind am Boden, wenn sie bei uns ankommen", so Kannenberg, "mein Job ist es, sie wieder aufzustellen."
Das dauert in der Regel sechs Monate, manchmal auch acht oder neun, und kostet für Rundumbetreuungsangebote läppische 137,12 Euro am Tag. Aus Sicht des Steuerzahlers und Politikers ein Schwererziehbaren-Schnäppchen. Die 20 Plätze in der "Großfamilie", wie Kannenberg sich, seine Frau und das Team nennt, sind ganzjährig ausgebucht. Jugendämter aus der ganzen Republik kämpfen darum, ihre schwersten Fälle hier unterzubringen.
Kannenberg spricht selbstbewusst von einer Erfolgsquote von "80 Prozent", die so auch ungefiltert in Pressemitteilungen des hessischen Sozialministeriums auftauchen. Kannenbergs Traumzahlen sind wohl eher gefühlter Natur, denn trotz intensiver Förderung durch die Politik steht eine Evaluation seiner Arbeit noch aus.
Die Ergebnisse werden genau so widersprüchlich sein wie Expertisen über die umstrittenen "Boot-Camps" in den USA: "Menschenrechtsverletzung" ist es für Kritiker, was Kannenberg da macht, mit dem Menschenbild des Grundgesetzes ebenso wenig vereinbar wie mit den herkömmlichen Ideen der Pädagogik. Und wenn es trotzdem funktioniert?
Christian Pfeiffer, der allgegenwärtige Leiter des Kriminologischen Forschungsinstitutes in Hannover und Berater vieler Experten-Runden zum Thema Jugendgewalt,
sieht, dass es harte Maßnahmen braucht - nicht in Boot-Camps, sondern in ihren Immigranten-Familien müssten die jungen Männer aber erzogen werden. Dafür müsse der Staat in den Familien eingreifen.
Er müsse, so Pfeiffer, Vorsorge tragen, dass die Kinder fremder Eltern gleiche Bildungschancen haben wie die Kinder deutscher Eltern. Dazu gehört der zwangsweise Besuch von Ganztagsschulen, denn Pfeiffers Statistiken belegen, dass Ausländerkinder daheim wenig lernen, sondern überproportional häufig vor der Playstation oder dem Fernseher sitzen.
Schon im Kinderhort sei die integrierende Hand des Staates unverzichtbar. Ausländerkinder, hat Kriminologe Pfeiffer festgestellt, haben durchweg schlechtere Startbedingungen als ihre deutschen Altersgenossen. Das beginnt bereits im Kindergarten. In Stadtteilen, in denen viele Migranten leben, kommen kaum noch deutsche Kinder in die Krippe, oft sind Türken, Jugoslawen, Albaner und Afghanen unter sich - mit weitreichenden Folgen.
In vielen Fällen herrscht babylonisches Sprachengewirr, die Kinder schnappen alle möglichen Fetzen und Dialekte auf, beherrschen später aber keine Sprache richtig. "Wenn der Mehmet mit Max und Moritz im Sandkasten spielt, lernt er spielend Deutsch", versichert Pfeiffer, "spielt er nur mit Mustafa und Igor, dann leider nicht."
Zwecks Sprachförderung propagiert Pfeiffer deshalb einen revolutionären Plan: In Großstädten sollen 25 Prozent der Kindergartenplätze grundsätzlich für Ausländerkinder reserviert werden. Die müssten dann per Bus in Stadtteile gefahren werden, wo kaum Migranten leben. Deutsche Kinder aus diesen Stadtteilen müssten dagegen die Kindergärten von Problembezirken besuchen - Konflikte sind vorhersehbar. Wer verzichtet schon freiwillig auf Privilegien?
Um Ausländerkindern gleiche Bildungschancen zu eröffnen, plädiert Pfeiffer auch für flächendeckende Ganztagsschulen, und zwar von der Grundschule bis zum Gymnasium. Denn es ist ein offenes Geheimnis, dass ausländische Eltern, die häufig selbst kaum Deutsch sprechen, mit der Erziehung der Kinder oft heillos überfordert sind.
Ergebnis: Gut 20 Prozent der männlichen Migrantenkinder verlassen die Schule ohne ein Abschlusszeugnis und ohne Perspektive auf einen Ausbildungsplatz - eine Zeitbombe.
Hinzu kommt vor allem bei Jugendlichen aus dem islamischen Raum die prägende Gewalterfahrung in der Familie. Um kinderreiche Ausländerfamilien besser als bisher zu schützen, fordert Kriminologe Pfeiffer drastische Sanktionen gegen prügelnde Familienoberhäupter. So soll bei nachgewiesenen Misshandlungen schneller als bisher ein Rausschmiss aus der gemeinsamen Wohnung möglich sein. Im Wiederholungsfall plädiert Pfeiffer sogar dafür, das Familienoberhaupt in sein Herkunftsland abzuschieben: "Der muss dann ganz schnell raus."
Wenn die Theorien richtig sind, dass es sich bei der Welle der Jugendgewalt um die Auswirkungen einer Blase wütender junger Männer handelt, dann sind solche Integrationsbemühungen wichtiger für die innere Sicherheit als jeder Lauschangriff auf Terror-Computer. Diese Einsicht verbreitet sich gerade dort, wo wütende junge Dschihadisten bisher den größten Schaden angerichtet haben: in Amerika. Konservative Leitartikler wie Mark Steyn blicken schon voll klammheimlicher Schadenfreude ins alte Europa, wo die liberalen Demokratien der Einwanderung der gefährlichsten Spezies der Welt noch immer mit dem naiven Schnack vom "Multikulturalismus" begegnen. Multikulti endet, so kann man es sehen, oft in Segregation und dann in Gewalt.
Einiges von den amerikanischen Freunden ist auch im Einwanderungsland Deutschland angekommen. Dass man die eigenen Werte - hier nennt man sie die Prinzipien des Grundgesetzes - bei aller Toleranz den Ideen der Zugereisten entgegenzuhalten habe, ist mittlerweile die herrschende Lehre auch unter liberalen Staatsrechtlern. Der Respekt vor dem Leben, der Schutz der Familie, die Erziehung der Kinder, die Behandlung von Frauen, die Ausbildung - nur eine Gesellschaft, die sich ihrer eigenen Ziele sicher ist, hat auch die Kraft, die Migration der Gewalt aufzuhalten.
"Ehrfurcht vor Gott" und "Liebe zu Volk und Heimat" sollen, so haben die Stuttgarter Abgeordneten in ihr Gesetz geschrieben, den bösen jungen Männern aus aller Welt als Erziehungsgrundsätze entgegengehalten werden. Es ist ja wahr - nur viel komplizierter.
MATTHIAS BARTSCH, RAFAELA VON BREDOW, THOMAS DARNSTÄDT, MARKUS DEGGERICH, PER HINRICHS, SIMONE KAISER, GUIDO KLEINHUBBERT, SEBASTIAN KNAUER, UDO LUDWIG, ROLAND NELLES, CONNY NEUMANN, RENE PFISTER, OLIVER REZEC, SVEN RÖBEL, BRUNO SCHREP, ANDREAS ULRICH
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DER SPIEGEL 3/2008 vom 14.01.08:
Der SPIEGEL berichtete ... ... in Nr. 2/2008 mit dem Titel "Junge Männer: Die gefährlichste Spezies der Welt" über das Abgleiten junger Migranten in die Kriminalität und die Diskussion um härtere Strafen
Am vergangenen Dienstag ging es in der Fraktionssitzung der nordrhein-westfälischen FDP um die Gestaltung des nächs- ten "Girls' Day", bei dem Mädchen in den Landtag eingeladen werden. Mit dem Hinweis auf den aktuellen SPIEGEL-Titel meldete sich der nordrhein-westfälische FDP-Generalsekretär Christian Lindner zu Wort und setzte sich dafür ein, künftig auch einen "Boys' Day" abzuhalten. Das schwache Geschlecht der Zukunft sei männlich und müsse, ebenso wie früher benachteiligte Mädchen, von der Politik gefördert werden.
* Am 20. Dezember 2007.
* Am 3. Januar in München.
* Mit Hessens Innenminister Volker Bouffier am 2. Januar in Wiesbaden.
Von Matthias Bartsch, Rafaela von Bredow, Thomas Darnstädt, Markus Deggerich, Per Hinrichs, Simone Kaiser, Guido Kleinhubbert, Sebastian Knauer, Udo Ludwig, Roland Nelles, Conny Neumann, Rene Pfister, Oliver Rezec, Sven Röbel, Bruno Schrep und Andreas Ulrich

DER SPIEGEL 2/2008
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