02.02.2008

OPERNFESTIVALSFeuerzauber am Rhein

Der Meister selbst hatte schon vor gut 150 Jahren die Idee. "Am Rheine", so hat Richard Wagner taggeträumt, wolle er "ein Theater aufschlagen" und zu "dramatischem Feste" einladen. Nun haben sich ein paar eingefleischte Wagnerianer um den Dirigenten Wilhelm Keitel der Sache mit etwas Verspätung angenommen. An einem Altrheinarm in der Nähe von Speyer, quasi am Originalschauplatz, wollen sie, ganz ohne Subventionen, den "Ring des Nibelungen" an vier aufeinanderfolgenden Tagen Anfang September aufführen. Das Theater, das eigens für den einmaligen Opernzyklus aus Holz und Segeltuch für nur 2000 Zuschauer gebaut wird, entwirft der Architekt Matteo Thun. Sänger sind noch nicht fest verpflichtet, erst müssen genügend Karten verkauft sein. Zwischen 3000 und 15 000 Euro kostet das Gesamtpaket. Sollte der Traum Wirklichkeit werden, so geht, ganz nach Wagners Regieanweisung, ein Teil des Bühnenbilds von "Götterdämmerung" in - pyrotechnisch gezügelten - Flammen auf. Am Abend danach erklingt als Abschluss des einmaligen Spektakels im angekokelten Festspielhaus auf Zeit Bruckners mächtige 9. Symphonie. Auch das hätte dem Meister gefallen.

DER SPIEGEL 6/2008
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