11.02.2008

ROBOTERDer Elfmetertöter

Dieser Torhüter lässt sich nicht aus der Ruhe bringen, und er benötigt keinen Spickzettel im Strumpf: Wissenschaftler des Fraunhofer-Instituts für Materialfluss und Logistik in Dortmund haben einen Roboter entwickelt, der fast jeden Strafstoß hält - und zwar auf Bundesliganiveau. Wie eine überdimensionale Tipp-Kick-Figur steht der "RoboKeeper" auf der Linie, ein Schaumstoffkörper mit Rückgrat aus Aluminium, die Arme nach oben gereckt. Zwei Kameras hinterm Tor machen pro Sekunde 60 Bilder, tritt der Schütze, fängt der Computer an zu rechnen, fünf Bilder braucht er, um die Flugbahn vorhersagen zu können. 90 Millisekunden nach dem Schuss weiß der Roboter, wo der Ball einschlagen soll, der Ball selbst ist bis dahin erst 2,5 Meter weit geflogen. Bis er die Linie erreicht, ist der Torwart längst in die richtige Ecke geschwenkt. Der automatische Elfmetertöter soll jetzt auf Messen, Sportfesten und in Kaufhäusern auftreten. Um ihn zu bezwingen, muss man entweder einen Schuss haben wie einst Lothar Matthäus oder in den Winkel treffen, weil der Roboter da nicht hinkommt. Man kann aber auch die Reaktionszeit des Computers herabregeln - bis auf Kreisliga-Niveau.

DER SPIEGEL 7/2008
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ROBOTER:
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