18.02.2008

GESTORBENGerhard Neiber

Gerhard Neiber , 78. Im Ministerium für Staatssicherheit (MfS) der DDR war Neiber der Mann für die "nassen Sachen", für Geheimdienstoperationen, bei denen Blut fließt. So brachte er es zum Stellvertreter des Ministers, zum Generalleutnant und nach dem Untergang der DDR zum Häftling im wiedervereinigten Deutschland. Die Bundesrepublik nahm dem Dunkelmann, einem ehemaligen Landarbeiter, besonders übel, dass er die DDR zum Ruheraum der RAF machte und zehn Terroristen eingemeindete. Dabei war er doch von Amts wegen für die "Terrorabwehr" zuständig. Unter Neibers Kommando operierte sein "Organ" - so nannte er die gut 90 000 hauptberuflichen MfS-Mitarbeiter - auch in Westdeutschland. Das trug ihm später Strafverfolgungen wegen Beihilfe zum Mord (an einem entflohenen Grenzpolizisten) und wegen Sprengstoffverbrechen ein; verurteilt wurde er nicht. Neiber starb am 13. Februar in Berlin - friedlich in seinem Bett - an Nierenversagen.

DER SPIEGEL 8/2008
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