25.02.2008

RÜSTUNGTeurer „Meteor“

Erhebliche Probleme plagen ein Renommierprojekt der europäischen Rüstungsindustrie. Die als Hauptwaffe für den "Eurofighter" vorgesehene Rakete "Meteor" wird teurer - und obendrein später geliefert als geplant. Grund ist ein Streit um die Bereitstellung eines Testflugzeugs. Weil sich das internationale "Meteor"-Konsortium MBDA und der "Eurofighter"-Hersteller nicht einigen konnten und auch die Luftwaffen Deutschlands, Großbritanniens, Spaniens und Italiens keinen der knappen "Eurofighter" als Träger für Probeschüsse abgeben wollen, soll die "Eurofighter"-Waffe demnächst an einem alten "Tornado"-Kampfjet erprobt werden. Um den "Tornado" für Tests im "scharfen Schuss" anzupassen, sollen die deutschen Steuerzahler Zusatzkosten von 50 Millionen Euro schultern. "Statt interne Querelen und Abstimmungsprobleme zu Lasten der Bürger zu lösen", fordert die FDP-Wehrexpertin Elke Hoff, solle das Verteidigungsministerium lieber "spürbar" weniger "Eurofighter" kaufen. Bisher sind 180 Stück geplant, zu Kosten von über 20 Milliarden Euro. Dazu will Berlin 600 "Meteor" zum geschätzten Preis von 544 Millionen Euro beschaffen. Die Waffe, die feindliche Flieger im Abstand von über 100 Kilometern bekämpfen soll, wird statt 2012 nun zwei Jahre später einsatzreif.

DER SPIEGEL 9/2008
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