17.03.2008

DEBATTEMacht und Gewissen

Über die schwere Kunst, die Wahrheit zu sagen / Von Matthias Matussek
"Denn wahr ist nur, was nicht in diese Welt passt." THEODOR W. ADORNO: "ÄSTHETISCHE THEORIE"
Da steht sie in der Landschaft mit ihrem verrutschten Bienenstock auf dem Kopf, wie ein Sperrbalken, und sie sagt "nö". Dabei schnurrte doch alles gerade so schön. Und lief in Richtung Macht, und plötzlich stehen alle Räder still.
Hä? Gewissen? Haben wir eigentlich so jetzt nicht mehr vorgesehen, Genossin, wenn du verstehst, was wir meinen, wir haben schließlich Fraktionsdisziplin, verdammt, wir können auch anders ...
Doch die Dame steht wie eine Eins, und 41 hessische SPD-Abgeordnete sind überhaupt "nicht begeistert", während Dagmar Metzger sie und sich selber um die Macht bringt und womöglich den Chef stürzt, nur weil sie nicht betrügen will. Das hat antiken Rang. Und der Chef? Dem dämmert gerade, dass er gar nicht Churchill ist, sondern doch nur Kurt Beck.
Alle hatten sich gerade so schön machiavellistisch heißgeredet. Noch zwei Wochen zuvor hatte der Politologe Franz Walter an dieser Stelle das "Lob der Lüge" gesungen und sie als Erfolgsmodell der Politik gepriesen (SPIEGEL 9/2008). Allerdings, das sei hier ebenfalls vermerkt, Bismarck und Adenauer und Hannah Arendt als Zeugen zu rufen, um ein paar linke Betonköpfe zu salvieren, war Geiselnahme in besonders schwerwiegenden Fällen.
Aber sowieso zeigt sich jetzt: Die Lüge ist gar nicht so erfolgreich! Effektiver als Andrea Ypsilanti konnte man sich nicht tottricksen, und jetzt ist wieder dieser Finsterling dran, den man doch schon zur Strecke gebracht hatte mit einem Sperrfeuer von unglaublich moralischen Wahlkampfparolen.
Was für ein Kollateralschaden! Ein Riss im Himmel!
Die Lüge hatte doch einen so schönen Lauf. Neben den Ethik-Ratgebern und "Gauner muss man Gauner nennen"-Episteln nämlich gibt es durchaus diese andere Welle, die der Lüge Wert beimisst. "Die Kunst des Lügens", "Die Wahrheit über die Lüge" und, klar, "Lob der Lüge" heißen entsprechende Titel. Da tobt ein leiser Kulturkrieg. Er wird geführt zwischen Biologisten und Moralisten.
Der Bestseller von Roger Willemsen (mit Dieter Hildebrandt und Traudl Bünger), dieses flotte Lügenkompendium mit dem gar nicht flotten, sondern doch eigentlich tragischen Uwe-Barschel-Titel "Ich gebe Ihnen mein Ehrenwort!", scheint nur Belege für das zu liefern, was die Evolutionsbiologen schon seit einiger Zeit laut und ebenfalls bestsellerträchtig sagen: Alle lügen! Sie geben der ganzen Sache naturwissenschaftlichen Glanz. Für unseren Kampf ums Dasein, führen sie aus, ist die Täuschung essentiell. Tarnverhalten oder Mimikry sind eingeschriebene Programme.
Seitdem die Biologie auch nach Fragen der Moral greift, haben wir ganz beachtliche kulturelle Adaptionsleistungen an die Lüge hinter uns gebracht, Mimikry sozusagen. Zu Ende gedacht bedeutet das: Die Lüge ist keine ethische Kategorie mehr, sondern eine ausschließlich biologische, womit die Schuld abgeschafft wäre. Uff!
Wir haben so viel Schuld wie eine Koralle. Man darf gespannt sein auf die Gerichtsverhandlungen der Zukunft: Ich hab das Auto nicht geknackt, Herr Vorsitzender, es war das egoistische Gen! Wie sehr sich die Biologie da an Dingen vergreift, von denen sie keinen blassen Schimmer hat, das führt uns nun die Dame mit der drolligen Frisur und ihrem dämlichen Gewissen vor, die so arterhaltungswidrig "nein" sagt und Fragen aufwirft, die weit über die hessische Politik hinausgehen.
Plötzlich hat die Wahrheit doch einen gewissen Charme. Könnte es sein, dass wir sie die ganze Zeit unterschätzt haben? Dass das Kapital der Politik nicht die Lüge, sondern die Wahrheit ist? Dass mit der Glaubwürdigkeit auch die Politikfähigkeit baden geht? Dass Machiavelli einfach nicht taugt, wenn es um den großen verantwortungsethischen Wurf geht, etwa den Generationenvertrag oder die Klimakatastrophe?
Nun fällt auf, dass die Geschichte der Lüge auch eine Geschichte von Pleiten ist, ganz besonders in der Politik. Die Lüge ist äußerst unpraktisch. Sie verlangt ständige Nachbesserungen, und irgendwann wird sie zu kompliziert. Bill Clinton war nach der Lewinsky-Affäre so immobil wie Tony Blair nach der Irak-Lüge und Fujimori nach seinen Betrügereien.
Das ist die andere Liga, die Franz Walter vergessen hat: Lügner, die sich selber ins Knie geschossen haben.
Modell Bismarck? Mittlerweile spricht vieles dafür, dass der Bismarck-Schüler Henry Kissinger mit seiner Schaukelpolitik den Friedensprozess in Vietnam eher verschleppt und beschädigt hat, weil sowohl die Sowjets wie die Chinesen sich ständig von ihm hinters Licht geführt fühlten.
Die Wahrhaftigkeit dagegen ist zu durchaus nachhaltigen Siegen in der Lage, und es wird niemanden geben, der bestreitet, dass Mahatma Gandhi oder Martin Luther King erfolgreicher waren als Richard Nixon.
Von der Wahrheit geht offenbar ein unwiderstehlicher, ein wirkungsmächtiger Zauber aus, und diejenigen, die sich ihr verpflichtet haben, genießen merkwürdigerweise Heldenstatus. Warum halten wir zu Josef und nicht zu Potifars schöner Frau? Warum hassen wir die Lüge und bewundern die Wahrheit? Sind wir plemplem? Oder geht es am Ende ohne Wahrheitsziel gar nicht?
Vielleicht ist es das, was uns Frau Metzger ins Gedächtnis gebracht hat, und man kann nur hoffen, dass sie dem Medienzauber der "Rebellin", den es ja auch gibt, nicht ganz so erliegt wie Frau Pauli, die sich Latexhandschuhe übergestreift hat, um ihre Zeit im Licht zu verlängern.
Unsere Dame Metzger soll bitte stur stehen bleiben und ihre Frisur behalten und "nein" sagen und die Grünen daran erinnern, dass sie doch auch mal für komische Frisuren und notwendige Verweigerungen zuständig waren. Im Moment noch argumentieren sie wie die Mafia: Sie bemängeln an der SPD-Chefin nicht etwa ihre Unehrenhaftigkeit, sondern "Unprofessionalität" - die hat ihre Leute nicht im Griff! Aber sie sind ja flexibel, die Grünen, und werden in Kürze wieder mit der ständig empörungsbereiten Claudia Roth auf das Wort zum Sonntag umstellen.
Wenn wir uns näher über die Exkurse zur Lüge beugen, so fällt doch auf, dass sie lückenhaft sind und weder praktisch noch plausibel. Die Biologen zum Beispiel bleiben uns die Antwort schuldig, warum uns die Gene bisweilen zu überhaupt nicht arterhaltendem Verhalten treiben, etwa wenn wir einen Seitensprung beichten oder gar einen Mord.
Eine der genialsten Partien in Dostojewskis "Schuld und Sühne" ist die Verhörszene. Raskolnikow ist versucht, sich im philosophischen Gespräch mit dem Untersuchungsrichter überführen zu lassen. Die Wahrheit will ans Licht. Raskolnikow wird dafür in Sibirien büßen - wo liegt da der Vorteil, Gen?
Vorübergehend schlüssiger scheint die Apologie der Lüge im Alltag durch die Sozialpsychologie. Steffen Dietzsch kommt in einer "Kleinen Kulturgeschichte der Lüge" zu dem Befund, dass die Dauerlüge den "Normalfall von Kommunikation" darstellt. "Lernen wir, damit umzugehen."
Kein Mensch erträgt den, der immer mit allem herausplatzt. Es ist nett, auch einer dicken Dame Komplimente zu machen. Es hilft durchaus dem beruflichen Fortkommen, dem Chef nicht jeden Fehler auf die Nase zu binden, sondern ihn allenfalls durch eine geschickte Intrige kaltzustellen.
Willemsen findet das Lügen regelrecht bewundernswert. Der Lügner, sagt er, brauche "Phantasie und einen flexiblen Geist. Auch schnelle Reflexion und Bildung, dazu ein gutes Gedächtnis". Für ihn ist die Lüge der Selbstausweis besonderer Eleganz. Aber warum nur klingt das alles eine Spur zu geschmeidig, eben nach einer faden, milieutypischen Apologie der Bussi-Bussi-Gesellschaft und nebenbei nach parfümiertem Kabarett, also langweilig?
Sicher können Lockerungsübungen im Krieg zwischen Moralisten und Anti-Moralisten durchaus guttun. Oscar Wildes Paradoxien sind hinreißend, und er hat recht mit seiner Feststellung, dass es keine moralischen oder unmoralischen Bücher gibt, sondern nur gute und schlechte. In seinem besten Buch übrigens, dem "Dorian Gray", führt er den Horror der Lüge vor.
Die Literatur kennt faszinierende unmoralische Spielernaturen, wahre Virtuosen des Falschen wie Felix Krull. Ohne die romantische Ironie, die auch Verstellung bedeutet, sind Heines Gedichte unmöglich. Goethe nannte den Bericht seines Lebens "Dichtung und Wahrheit", wobei ein erheblicher Aufwand in den Anteil der Dichtung ging.
Auf der anderen Seite werden in diesen Tagen gerade die Wahrheits-Angeber als moralische Nullen überführt: "Richter Gnadenlos" Schill verfolgte unter großem
Lärm jeden armen Junkie und wurde jetzt selbst als Drogenkonsument enttarnt. Und wie hinreißend ist diese Pointe, dass bei Post-Chef Zumwinkel just in dem Moment eine Steuer-Razzia durchgeführt wurde, als sein Lob auf ethische Lebensführung im Mitarbeiter-Magazin erschien.
Sollten wir da nicht weniger manichäisch mit Lüge und Wahrheit, mit richtig oder falsch umgehen? Mal nicht ganz so sehr Gas geben und die Freiheit zur Verstellung preisen?
Antwort: Es geht nicht. Kirchenvater Augustinus, selber in jungen Jahren äußerst lebenslustig und beliebt in Mailänder Bordellen, hat erklärt, warum die Lüge schon methodisch nicht funktioniert. Seine Analyse wurde von Thomas von Aquin und Immanuel Kant weiterentwickelt und hat Gültigkeit bis heute: Die Lüge zerstört jede Kommunikation.
Die Lüge vernichtet das soziale Gewebe. Der Lügner nimmt weder sich noch den anderen ernst. Er verletzt sowohl die Würde des Angesprochenen wie seine eigene. Auch Willemsen will nicht verkohlt werden. Die Wahrhaftigkeitsregel gehört zum kategorischen Imperativ: Der Lügner nimmt Zuflucht zu einem Mittel, von dem er selber nicht möchte, dass es allgemeine Akzeptanz findet und dann auch auf ihn angewendet wird. Dass das nicht geht, ist einsehbar für jeden.
Weshalb Franz Walters Zuruf an die Politiker - verarscht uns bitte recht ordentlich und professionell - schon rein logisch absurd ist. Ganz zu schweigen von unserer Berufsgrundlage, Herr Kollege: Wir leben davon, dass wir "Skandal" rufen, wenn die da oben lügen, und wir müssen es mit einer gewissen Überzeugtheit tun.
Gibt es die Lüge, die erlaubt ist? Aber sicher, und selbst Augustinus scheint mit sich reden zu lassen, wenn sie hilft, eine Vergewaltigung zu verhindern. Noch deutlicher: Natürlich ist man nicht verpflichtet, dem SS-Mann auf die Frage nach dem Versteck der jüdischen Familie die Wahrheit zu sagen.
Auch diesen Fall hat Kant, sonst so prinzipienfest wie Augustinus, bereits diskutiert: "Die Wahrheit zu sagen ist eine Pflicht, aber nur gegen denjenigen, welcher ein Recht auf die Wahrheit hat." Der SS-Mann hat kein Recht darauf. Er muss belogen werden.
Allerdings hat es diese extreme und extrem notwendige Ausnahme von der Wahrheitsverpflichtung verdient, mit großem Respekt behandelt zu werden. Es handelt sich um die Lüge als Form der Zivilcourage. In unserer Vergnügungsgesellschaft ist diese allerdings mittlerweile so weit trivialisiert, dass sie jeder Kretin bemüht, der seinen Mitmenschen übers Ohr haut. Das ist dann, pardon, so unappetitlich, wie Hannah Arendt zu zitieren, um eine Ypsilanti zu exkulpieren.
Eine Gesellschaft, in der die Lüge zur allgemein akzeptierten Verkehrsform gehört, marschiert in den Schwachsinn. Dafür - für den allgemeinen Schwachsinn - gibt es durchaus Anhaltspunkte. Der Sänger König Boris der Gruppe Fettes Brot bringt die Sache auf den Punkt. "Ich frag mich, was das über ein Land aussagt, wenn nachts Frauen im Fernsehen oben ohne nach Automarken mit A fragen und dann Leute anrufen und ,BMW' sagen. Da kann irgendwas auf beiden Seiten nicht stimmen."
Das ist die Lage. Wir haben uns an den Schwachsinn gewöhnt, an eine Situation, in der es völlig irrelevant geworden ist, was wir sagen und ob es die Wahrheit ist oder nicht, geschweige denn, dass wir sie erkennen. Was wir haben, ist das Zwielicht der Unterhaltungsindustrie, die alles gleich und billig ausleuchtet, selbst die besten Zwecke, für die sie sich ins Zeug legt.
Das lässt sich auch auf Illustriertencover oder Charity-Events besichtigen. Auf eine Mutter Teresa kommen ganze Heerscharen von Society-Damen und Starlets im schwarzen Mini und Popstars mit Sonnenbrille, die Geld für kranke Kinder sammeln und darauf achten, dass sie am Buffet in der richtigen Klatschspalte neben dem richtigen Zwölfender richtig abgelichtet sind. Warum können die nicht mal Kartoffeln schälen, wenn die Kamera nicht dabei ist?
Frage also: Sie tun doch objektiv Gutes - warum will der Brechreiz darüber doch nicht verschwinden? Offenbar zählt die Absicht mit. Sie klebt am Zweck. Ein aristotelisches Paradigma ist: Wahrhaftig ist nur der, der sich so darstellt, wie er ist. Derjenige, der nur an PR und Selbstvergrößerung interessiert ist, lügt nach Aristoteles besonders hässlich.
Auch derjenige übrigens lügt, der sich verkleinert, der Ironiker. Aristoteles ist da durchaus humorlos. Gesucht wird der Mann der Mitte, der Mann mit Maß. Nun ja, ein Kabarettprogramm wird da wohl nicht mehr draus, Willemsen.
Dass die Lüge unter den Bedingungen der politischen Propaganda und der Unterhaltungsindustrie triumphal gewonnen hat, hat der Kulturphilosoph Theodor W. Adorno bekanntermaßen in unzähligen Diskursbewegungen immer wieder beklagt. In seiner postum erschienenen "Ästhetischen Theorie" steht der Satz: "Denn wahr ist nur, was nicht in diese Welt passt." Das heißt: Die Lüge ist total. Bei ihm ist es kein Satz der Bewunderung, sondern des Ekels.
Allerdings hat er selber immer wieder gegen sein eigenes Verdikt verstoßen, indem er weiter schrieb und sich in zahllosen Radiogesprächen hineingemeldet hat in das Unwahre, mit der Hoffnung auf Wahrheit. Die Suche nach der Wahrheit ist einfach nicht kaputtzukriegen. Die einzige andere Alternative wäre das Verstummen, eine Art intellektueller Selbstmord. Doch
solange wir reden, haben wir nicht aufgegeben.
Aus gegebenem Anlass sollte der Kulturgeschichte der Lüge eine der Wahrheit entgegengesetzt werden, nicht um zu predigen - der Verfasser dieser Zeilen lügt schätzungsweise so viel wie alle anderen -, sondern aus sportiven Gesichtspunkten. Bei Aristoteles bildet die Wahrhaftigkeit zusammen mit der Freundlichkeit und der gesellschaftlichen Gewandtheit die später so genannten homiletischen Tugenden, also solche, die den Umgang der Menschen untereinander bestimmen.
Wohlgemerkt: Freundlichkeit gepaart mit Wahrhaftigkeit! Das geht angeblich. Das wäre die Herausforderung, die uns von den Anfängen des Philosophierens herübergereicht wird. Oder, um mit Muhammad Ali zu punkten: "Ich sage die Wahrheit, einfach weil sie spannender ist."
Glaubt man dem Soziologen Peter Stiegnitz, können wir den Alltag ohne Täuschungen und Lügen gar nicht überleben, denn diese bewahren "das Netz menschlicher Kommunikation vor dem Zerreißen". Sollte man es nicht einmal darauf ankommen lassen? Wie wäre es, wenn wir, die wir angeblich 200-mal am Tag lügen, am kommenden Donnerstag zwischen 14 und 15 Uhr mal stur die Wahrheit sagten?
Nach Stiegnitz würde an diesem Tag Blut durch die Bürokorridore fließen. Was aber, wenn stattdessen in all dem Lügengedudel nur eine helle, nette Pause eintreten und alles ein wenig entspannter und gleichzeitig interessanter würde?
Die Rede über die Pleiten der Lüge kann, wie gesehen, ohne große Rückgriffe auf die Bibel oder das Gewissen auskommen. Man braucht sie nicht, um Überdruss an der Lüge zu empfinden, es genügt fürs Erste der Blick auf eine Dame mit komischer Frisur.
Die allerdings beruft sich auf ihr Gewissen, das sich so ohne weiteres auch nicht wegplappern lässt in der Beliebigkeits- und Geschmeidigkeitsrhetorik unserer Tage. Wir haben das Gewissen mit gutem Grund als Instanz der Politik und des Rechts eingeschrieben, und es ist damit beileibe nicht nur für Kirchenbänke reserviert, wie Politologe Walter meint.
Dass sich die Nazi-Mörder in den Nürnberger Prozessen auf geltendes Recht beriefen, war letztlich irrelevant für ihre Verurteilung. Alle Menschen, so argumentierten die Richter, trügen in sich eine moralische Instanz, die es verbiete, Verbrechen gegen die Menschlichkeit zu begehen.
Es gibt ein Bewusstsein darüber, was gut ist und was böse, egal wie das die Gene jetzt finden. Es ist das Gewissen, das einfach nicht totzukriegen ist, ob es uns behagt oder nicht. Der Moraltheologe Eberhard Schockenhoff nennt es "die innere Stimme".
Die meldet sich eben bisweilen, ganz unpraktisch. Und das, können wir sagen, ist auch gut so.
Von Matthias Matussek

DER SPIEGEL 12/2008
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