22.03.2008

AFFÄREN„Ihr tragt eine Mitschuld“

Vor fünf Jahren präsentierte die US-Regierung Beweise für Saddams angebliche Biowaffen. Die falschen Informationen kamen von einer BND-Quelle und halfen, den Irak-Krieg zu rechtfertigen. Bis heute weigert sich die Bundesregierung, jegliche Mitverantwortung an dem Desaster einzugestehen.
Der grauweiße Wohnblock in dieser süddeutschen Stadt ist ein guter Ort, wenn man sich vor dem Rest der Welt verstecken will. Er fügt sich unauffällig in die Vorstadtsilhouette, sechs Familien leben hier, die meisten haben Kinder. Vor der Tür parkt ein grüner Spielzeugtraktor, die Fahrräder haben Baby-Anhänger, an einem weht eine amerikanische Flagge. In einer der Alleen steht an einem Außenbriefkasten in blassgrüner, krakeliger Handschrift ein dreiteiliger arabischer Name, der mit dem Vornamen Rafed beginnt. Das Sichtfenster ist verklebt, die Schrift schwer lesbar, man muss nahe heranrücken, um sie zu entziffern.
Der Mann hinter diesem Namen und dem Briefkasten wäre weltweit ein begehrter Gesprächspartner. Der amerikanische Kongress interessiert sich für ihn, das Weiße Haus wollte ihn live im Fernsehen präsentieren, zur besten Sendezeit. In den USA ist ein Buch über ihn erschienen, ohne dass der Autor je die Chance gehabt hätte, mit ihm zu reden. Und Hollywood arbeitet gerade an einem Kinofilm über sein Leben.
Sein Tarnname: "Curveball". Sein Geheimnis: Er ist der Mann, der einen Großteil der "Beweise" lieferte für den Einmarsch der Amerikaner und der Alliierten in den Irak. Doch seine Behauptungen und Belege waren Fälschungen. Seine letzte Chance: Der BND hält zu ihm, deckt ihn, schützt ihn vor Fragen, hier, in Süddeutschland.
Es dauert lange, bis sich in der Wohnung im Erdgeschoss etwas regt. Man muss die Klingel lange und sehr fest drücken, haben die Nachbarn gesagt, sie hat einen Wackelkontakt. Vor der Tür stehen Kinderschuhe und Männersandalen, an der Wand hängt ein Bild vom deutschen Wald, und dann, nach Minuten, öffnet er die Tür: ein stämmiger Mann mit vollem schwarzem Haarschopf und wild sprießendem Dreitagebart, er trägt ein orangefarbenes T-Shirt und Pyjamahosen. Verschlafen blinzelt er aus der Wohnungstür. "Rafed?" - "Ja, bin ich", sagt er. "Curveball" weiß in diesem Moment, dass er enttarnt ist.
Im Baseball ist ein "Curveball" ein angeschnittener, besonders schwer zu fangender Ball. Einer, dessen Flugbahn die gegnerischen Spieler täuschen, in die Irre führen soll.
Rafeds Täuschungen entfalteten ihre volle Wucht am 5. Februar 2003, in New York, im Uno-Gebäude. Es war der Tag, als der amerikanische Außenminister Colin
Powell vor die Vereinten Nationen trat, um der Welt die Notwendigkeit des Irak-Kriegs zu erklären.
"Meine Kollegen", sagt Powell um 10.30 Uhr Ortszeit, und jedem ist klar, dass er sich nicht nur an die Uno-Vertreter, sondern an die gesamte Weltöffentlichkeit wendet. "Alles, was ich heute sage, ist von Quellen gedeckt, soliden Quellen. Keine Behauptungen. Was wir vortragen, das sind Fakten und Schlüsse, die auf belastbaren Informationen beruhen." 76 Minuten wird die Rede dauern. Es ist ein Horrorszenario, das der US-Außenminister malt: Bagdad baut trotz Uno-Sanktionen weiter an Massenvernichtungswaffen, atomaren, biologischen und chemischen.
Höhepunkt des Vortrags: die Geschichte der rollenden Biowaffenlabore. Das sei "die dramatische Story gewesen", sagt Powell noch heute.
Gleich zu Beginn seiner Ausführungen hält der US-Außenminister ein kleines Röhrchen mit weißem Pulver hoch: Es soll Milzbrandsporen symbolisieren. "Saddam", sagt er, "könnte 25 000 Liter davon besitzen." Saddam verstecke sich "hinter einem Netz von Lügen", ruft Powell und spricht von der "letzten, der allerletzten Chance", die der Iraker nunmehr verwirkt habe. Der Diktator und der Terrorismus seien eine "tödliche Kombination" eingegangen - "jetzt muss die Welt handeln".
Die Reaktionen auf die in alle Welt live übertragene Rede sind überwältigend: Auf den Titelseiten der Zeitungen von Sydney bis São Paulo, von Paris bis Peking ist am folgenden Tag der US-Außenminister mit dem Milzbranderreger-Röhrchen zu sehen. "We love him", jubelt die Powell ansons-ten wenig freundlich gesinnte "Jerusalem Post". Und überall die Biowaffen: Von den "Trailern des Todes" sprechen Kommentatoren, von der "Hölle auf Rädern".
Vor allem aber überzeugt Powell viele bisher zweifelnde Amerikaner. Umfragen ergeben: Die Hälfte der US-Bürger unterstützt jetzt den Krieg. Powell selbst ist nicht nur zufrieden, er ist glücklich. Für alle, die bei der Rede geholfen haben, lässt er eine kleine Ehrenplakette fertigen. Der Gutgläubige wird es bereuen. Nichts von dem, was er gesagt hat, entsprach, wie man heute weiß, der Wahrheit. Es gab zum Zeitpunkt von Powells Rede keine irakischen Massenvernichtungswaffen, keine Verbindungen zur Terrororganisation al-Qaida.
Am berühmten Tisch im Uno-Sicherheitsrat sind die Reaktionen an diesem Februartag vor fünf Jahren äußerlich diplomatisch verhalten, auch bei dem Mann, der an diesem Tag den Vorsitz innehat: Joschka Fischer, der deutsche Außenminister. Die deutsche Delegation hat eigens eine Standleitung von New York in die BND-Niederlassung in Berlin schalten lassen, wo die Geheimen die Powell-Rede auf einer Großbildleinwand verfolgen.
Wie Powell, der darauf geachtet hat, dass CIA-Chef George Tenet hinter ihm plaziert wurde und während seiner Rede somit immer im Bild ist, hat auch Fischer einen wichtigen Geheimdienstmann mitgebracht: Der BND-Proliferationsexperte Hans Dieter H. sitzt allerdings nicht in der Nähe des Außenministers, sondern hinten links, schräg hinter Powell. Die Plazierung ist Zufall, die Uno musste mehrere zusätzliche Stuhlreihen bereitstellen, weil der Andrang so groß ist. Und so sitzt der BND auf der Seite der Kriegsbefürworter.
Was an diesem Tag kaum jemand weiß: Der deutsche Geheimdienst hat mit der Rechtfertigung dieses Kriegs mehr zu tun, als ihm heute lieb ist. Bundeskanzler Gerhard Schröder ist wie seine Kollegen in Paris und Moskau zwar ein vehementer Kriegsgegner - aber ausgerechnet seine Agenten haben Washington einen zentralen Beleg zum Anfachen der Kriegshysterie geliefert: die Sache mit den Biowaffen. Das Dach und die Fassade der Kriegskonstruktion stammen aus Amerika, aber eine
der tragenden Säulen des Phantasiegebäudes kommt aus Deutschland. Die Informationen aus Pullach dienten damit zur Rechtfertigung eines Kriegs, der bis jetzt laut Schätzungen Hunderttausende Menschenleben forderte und den Nahen Osten ins Chaos stürzte. Sie gingen zurück auf einen einzigen Mann: "Curveball".
Er war, wie CIA-Chef Tenet sagt, eine "Quelle von unschätzbarem Wert". Heute weiß man: "Curveball" ist ein Hochstapler, ein Geschichtenerfinder, der in den USA "con man who caused the war" genannt wird, der "Betrüger, der den Krieg auslöste". "Curveball" ist verantwortlich für das "größte Fiasko in der Geheimdiensthistorie", wie der Schriftsteller und Spionagekenner Frederick Forsyth urteilt.
Verantwortlich für diesen Mann ist der BND. Und darum steht eine Frage bis heute im Raum: Warum hält und hielt der BND seinem Spion die Treue?
Rafed war mehrfach Thema in der sogenannten Präsidenten-Lage, jener Runde, bei der die Chefs der Sicherheitsbehörden mit dem Kanzleramtschef ihre Linie besprechen. Das Kanzleramt unter dem heutigen Außenminister Frank-Walter Steinmeier (SPD) und dem heutigen BND-Präsidenten Ernst Uhrlau stimmte sich sogar mit dem Außenministerium von Joschka Fischer und dem Bundesministerium der Verteidigung unter Peter Struck ab. Dort gab es ernsthafte Zweifel. Aber es gab kein Stoppsignal. Von niemandem. So geschah es, dass die Ammenmärchen eines Asylbewerbers aus Deutschland halfen, Amerikas Irak-Pläne zu rechtfertigen.
Doch wie konnte es zu einem solchen nachrichtendienstlichen Desaster kommen? Und wer übernimmt dafür die politische Verantwortung?
Die deutsche Geheimdienstblamage beginnt im Winter des Jahres 1999, im bayerischen Aufnahmelager Zirndorf. Der Asylbewerber vom Stamm der Kinabi aus dem sunnitischen Kernland des Irak, der an diesem Tag in der hässlichen Barackensiedlung vor den Toren Nürnbergs die Aufnahmebögen ausfüllt, ist 32 Jahre alt. Freiheit hat er sich anders vorgestellt: Die geduckten, hellen Gebäude des Sammellagers mit Mehrbettzimmern sind von Stacheldrahtzäunen umgeben; wer in die Nürnberger Innenstadt fahren will, braucht eine schriftliche Genehmigung. Zirndorf soll Verfolgten Schutz bieten, aber es hat etwas von einem Gefängnis. Wer hier landet, will vor allem eins: schnell wieder raus.
Einer der vielversprechendsten Wege, das erzählen sich die vielen Iraker in der leicht schmuddeligen Gemeinschaftsküche, führt über den deutschen Geheimdienst. Der unterhält in Zirndorf eine Außenstelle und befragt routinemäßig alle irakischen Asylbewerber.
Als Rafed in die Befragungsbaracke kommt, wartet dort nicht nur der diensthabende BND-Mitarbeiter, sondern auch ein erfahrener Dolmetscher für Arabisch, ein Mittsechziger mit grauen Haaren. Die beiden interessieren nicht die Leidensgeschichten. Sie suchen Informationen über Saddams Herrscherclique, sein Militär und vor allem die Massenvernichtungswaffen.
Rafed erzählt auf Arabisch von seinem Studium an der Technischen Universität Bagdad, Fakultät für Chemie-Ingenieurwesen, und von seinem ersten Job in der sogenannten Military Industrialisation Commission - jenem Pfeiler im Saddam-Regime, der für die Entwicklung neuer Waffensysteme zuständig ist. Rafed spricht von seiner Arbeit im dortigen Chemical Engineering and Design Center (CEDC), er erzählt von Bio-Anlagen.
In der Pullacher Zentrale des Dienstes gibt es einen Experten, der sofort aufmerkt, als er das Zirndorf-Dossier auf den Schreibtisch bekommt. Der Experte ist ein drahtiger, früh ergrauter Mann in den Vierzigern, der so gar nicht den gängigen Klischees von Agenten entspricht. Er ist ein Akademiker, kein 007-Typ. Im Fall Rafed heißt er nur "der Doktor". Kollegen beschreiben ihn als sympathisch und offen, aber auch als "sehr ehrgeizig".
Der "Doktor" ist promovierter Biologe, und als er die halbe DIN-A4-Seite mit der komprimierten Version von Rafeds Geschichte in der Hand hält, ist er schon mehr als zwölf Jahre beim BND, Abteilung 3, wo die Analysten zu Hause sind. Niemand im BND weiß besser als er, was das Kürzel CEDC bedeutet: Es ist die Tarnfirma von Saddams geheimen Waffenprogrammen.
Offenbar ist der "Doktor" nach der Lektüre so aufgeregt, dass er Rafed persönlich treffen will. Das Treffen findet in einem geheimen BND-Objekt in Nürnberg statt, das im Dienst "Burgzinne" heißt.
Sehr schnell, so erinnern sich Beteiligte, entsteht der Eindruck, dass der junge Iraker
eine Menge weiß. "Er gab sich schüchtern, fast scheu, er war überhaupt nicht der typisch prahlerische Typ, den wir sonst oft erleben", sagt ein Beamter, der Rafed in dieser Zeit ebenfalls kennenlernte.
Über der "Burgzinne" liegt in diesen Tagen ein Hauch von Weltpolitik. Alle Dienste der westlichen Welt arbeiten an der größten nachrichtendienstlichen Herausforderung: Es geht um die Frage, ob Saddam Hussein noch immer ein Arsenal an monströsen Waffen unterhält. Wer Antworten präsentieren kann, darf auf eine steile Karriere hoffen.
Der Flüchtling liefert dem BND-"Doktor" eine schlüssige Erklärung, warum die Uno-Inspektoren bislang nichts gefunden haben: Das Biowaffenprogramm sei mobil, die Giftküchen für die Werkstoffe seien auf Lkw-Auflieger montiert, um sie leicht verstecken zu können. Eine dieser Anlagen sei aktiv gewesen, als er den Irak verlassen habe, gibt Rafed zu Protokoll, sechs weitere seien im Bau. Besonders alarmierend klingt ein weiteres Detail. Er wisse von einem Unfall 1998 mit zwölf Toten, behauptet Rafed. Die kontaminierten Leichen seien in speziellen schützenden Metallsärgen beigesetzt worden.
Die Informationen schaffen es schon bald auf die Schreibtische der Mächtigen: zum Präsidenten des BND, ins deutsche Außenministerium, ins Kanzleramt, sogar ins Weiße Haus. Seit 1991 versucht die Uno herauszufinden, ob Saddam noch Massenvernichtungswaffen bunkert. Jahrelang hat eine spezielle Uno-Kommission mit Hunderten Experten den Irak nach tödlichen Waffen durchforstet.
Ein Jahr bevor "Curveball" auftaucht, hat der Alleinherrscher die Inspektoren aus dem Land geworfen. Doch hat er wirklich alle seine Waffen vernichtet? Das jedenfalls hatte schon 1995 der nach Jordanien desertierte Schwiegersohn Saddams behauptet, Hussein Kamil Hassan. Auch dem BND berichtete Kamil, da sei "nichts, aber auch gar nichts" mehr. In Pullach glauben sie kein Wort. Besonders der "Doktor" nicht, dem der Ruf vorauseilt, felsenfest davon überzeugt zu sein, dass Saddam noch immer an dem Teufelszeug arbeitet.
Jetzt, frohlockt der "Doktor", scheint die Bestätigung für seinen Verdacht leibhaftig vor ihm zu sitzen. Der Überläufer kann nicht nur jedes Büro in der geheimen fünften Etage der Bagdader CEDC-Zentrale aufzeichnen, sondern plaudert auch noch lächelnd über amouröse Abenteuer seiner Vorgesetzten.
Flüchtlinge gelten als die problematischsten Quellen im Geheimdienstgeschäft, oft übertreiben sie aus Hass oder um sich wichtig zu machen. Rafed aber bleibt ruhig, zurückhaltend. Gerade deshalb wird ihm geglaubt. Der BND, so scheint es, hat eine Top-Quelle aufgetan.
Und sie sprudelt, liefert Detail über Detail. Man trifft sich meist samstags, in diversen konspirativen Wohnungen des BND, die Atmosphäre ist entspannt. Einmal steht Rafed auf, geht zur Wand und dreht einen Pin-up-Kalender um, die nackten Frauen stören ihn. Er ist Muslim, wenn auch kein strenggläubiger. Auf Gebetspausen während seiner Vernehmungen verzichtet er. Bei den Abendessen immerhin achtet Rafed darauf, möglichst kein Schweinefleisch zu essen. Rund hundert strenggeheime Berichte wird der BND bis Anfang 2003 über diese Treffen anfertigen und nach Washington schicken. Auch Briten, Franzosen und Israelis werden eingeweiht.
Dass Saddam seine Massenvernichtungswaffen mobil gemacht hat, gilt bei Nachrichtendiensten und bei vielen Uno-Inspektoren schon lange als mögliche Erklärung dafür, dass nichts mehr zu finden ist. Einmal hieß es, der Höllenstoff sei in Lastwagen einer Eiscremefirma versteckt. Ein andermal flogen amerikanische U2-Spionageflugzeuge Sondereinsätze auf der Suche nach den Laboren - ohne Ergebnis. Die Uno-Truppe war so vernarrt in die Idee, dass sie zeitweise daran dachte, in James-Bond-Manier mittels Helikoptern einen Spezialschaum auf den Straßen zu versprühen, um auf diese Weise verdächtige Trucks zum Anhalten zu zwingen.
Doch nach der anfänglichen Begeisterung über "Curveball" tauchen schon bald erste Zweifel auf. Der amerikanische Geheimdienst richtet eigens einen Satelliten auf eine der Abfüllstationen aus, die Rafed detailliert beschrieben hat. Auf den gestochen scharfen Fotos ist deutlich eine massive Mauer zu erkennen, wo nach den Erzählungen des Überläufers eigentlich Lastwagen ein- und ausfahren müssten. Aber
Amerikaner wie Deutsche wollen Rafed glauben und schieben die Zweifel beiseite: Die Mauer sei sicher nur eine Attrappe.
Schon nach drei Wochen darf Rafed Zirndorf verlassen, nach zwei Monaten hat er eine eigene Wohnung in Erlangen, weitere vier Wochen später wird er als Asylbewerber anerkannt. Seine irakischen Bekannten aus Zirndorf sind neidisch: Er trägt jetzt Anzüge, im Schrank ist Whisky, im Wohnzimmer stehen Fernseher und Stereoanlage. Mehr als 50 Treffen hat der BND angesetzt, dann scheint jedes Detail aus Rafed herausgeholt. Das letzte Mal empfängt ihn der "Doktor" im Sommer 2001.
Dann kommt der 11. September.
Nur wenige Tage nach den Anschlägen von New York und Washington fällt im Weißen Haus intern die Vorentscheidung, nicht nur in Afghanistan einzumarschieren. Bush und sein Vize Dick Cheney, einer der Falken in der Administration, wollen die Invasion auch im Irak. Um die zweifelnde Weltöffentlichkeit zu überzeugen, müssen Kriegsgründe her. Saddam soll so gefährlich wie möglich erscheinen.
Dies ist der Beginn der zweiten Karriere Rafeds. Es ist wie bei Schlüssel und Schloss: "Curveball" und die Kriegstreiber in Washington passen perfekt zueinander. Was dann im Vorfeld des Waffengangs geschieht, gleicht einem Drehbuch made in Hollywood, mit einem inszenierten Höhepunkt vor der Uno und Colin Powell als Hauptdarsteller.
Den ersten Entwurf der Powell-Rede liefert das Weiße Haus, er stammt von den Neokonservativen aus Cheneys Büro - 48 Seiten allein zum Thema Massenvernichtungswaffen, eng beschrieben, voller massiver Anschuldigungen. Powells engste Berater, darunter sein Stabschef Lawrence Wilkerson, ziehen für einige Tage ins CIA-Hauptquartier nach Langley um. Sie werfen Cheneys Entwurf, von dem sie nichts halten, schon bald in den Papierkorb.
Eine offizielle Geheimdiensteinschätzung vom Oktober 2002 soll Grundlage der Rede werden. Damals hatten die US-Dienste auf Order aus dem Weißen Haus hektisch alle Vorwürfe gegen das Saddam-Regime zusammengekratzt. Übrig blieb, neben einer windigen Geschichte über angebliche Atomwaffenforschung und vermeintliche Verbindungen des Regimes zu al-Qaida, das Material aus Deutschland.
Und so kommt es, dass "Curveball" plötzlich ganz neues Gewicht gewinnt - mehr als ein Jahr nachdem ihn der BND als Quelle abgeschaltet hatte.
Der Biowaffen-Plauderer aus Süddeutschland schien plötzlich "das Kronjuwel" zu sein, sagt Wilkerson heute. "Die Akte war so dick, da konnte doch nicht die ganze Geschichte falsch sein."
Auch Präsident Bush triumphiert, seit er weiß, dass es eine Art Kronzeugen gegen Saddam gibt. Der Präsident kennt "Curveballs" Geschichten von seinem CIA-Chef. Tenet trägt jeden Morgen im Weißen Haus vor und instruiert auch Powell persönlich.
Bei den rollenden Bio-Laboren handle es sich um eine "absolut zuverlässige Information", sagt Tenet. Es gibt nur einen Haken: Sie stammt aus einem Land, das zusammen mit Frankreich und Russland die Phalanx der Kriegsgegner anführt. Mehr als 80 Prozent der Deutschen lehnen einen Feldzug gegen Bagdad ab. Die Skeptiker führt der Bundeskanzler selbst an, der mit seiner Antikriegsrhetorik die Bundestagswahl im September 2002 gewonnen hat.
Auf der anderen Seite steht die damalige Oppositionsführerin Angela Merkel, die davon spricht, dass es möglich sein müsse, "in letzter Konsequenz auch militärische Mittel anzuwenden".
In einem Punkt hat sich August Hanning, damals BND-Präsident und heute Staatssekretär im Innenministerium, bereits festgelegt. Der BND, sagt er am 7. November 2002 in Pullach, habe "keine eigenen Erkenntnisse", dass Saddam al-Qaida unterstütze. Auch die Warnung der US-Administration, Saddam trachte nach Atomwaffen, glaubt man in Pullach nicht. Insoweit kann man den BND nicht zu den Kriegstreibern zählen.
Woran der BND dagegen glaubt, wird an einem Mittwoch um 8.30 Uhr hinter verschlossenen Türen besprochen.
Es ist der 13. November 2002, der Auswärtige Ausschuss tagt im zweiten Stock des Paul-Löbe-Hauses in Saal 2.800. Durch die Fenster blicken die Abgeordneten auf die Spree, draußen ist es ungemütlich diesig. Ein Kaffeewagen ist an diesem Morgen nicht erlaubt, die Sitzung ist als "geheim" eingestuft.
Zuerst spricht der BND-Präsident. Hanning faltet seine Hände wie ein Priester, spricht mit ruhiger Stimme. Er redet erst allgemein über das Streben Saddams nach Waffen, es gebe "Hinweise", dass der Irak Bio- und Chemiewaffen verberge, bei denen es den Inspektoren schwerfalle, sie zu finden. Dann übergibt er an seinen Fachmann, Hans Dieter H.
H. ist ein kleiner, untersetzter Mann mit welligem grauem Haar. Er genießt in Fachkreisen hohes Ansehen, weil er ein kühler und kluger Analytiker ist. "Der Irak soll sieben der mobilen B-Waffenanlagen produziert haben", sagt H. Er hat eine Folie mitgebracht, es ist eine schlichte Zeichnung der angeblichen mobilen Laster - eine Vorstufe dessen, was Powell später in New York präsentieren wird. Die Erkenntnisse, sagt der BND-Mann, stützten sich auf eine "geheime Quelle", allerdings eine, deren Aussagen nicht verifiziert seien.
Damit kennt auch der Auswärtige Ausschuss "Curveballs" Schilderungen, aber H. ist einerseits deutlich, andererseits vorsichtig: "Über die Produktion in diesen Anlagen ist nichts bekannt."
Der Experte berichtet den Abgeordneten auch vom Atomwaffenprogramm und von Scud-Raketen. Das Referat mündet in einem denkwürdigen Satz: "Wir sind in der Lage, dies alles zu belegen."
Von einer "riesigen Diskrepanz zwischen den Äußerungen der Regierung und den Erkenntnissen, die sie hat", spricht danach Volker Rühe, der Ausschussvorsitzende. "Die tatsächliche Bedrohungslage sieht anders aus", staunt auch Guido Westerwelle.
Hanning und sein Fachmann sind offenbar selbst von der Gefahr überzeugt: Schon im Herbst 2001 hat die Bundesregierung öffentlichkeitswirksam Pockenimpfstoff im Wert von 60 Millionen Euro beschafft - eine der Reaktionen auf "Curveballs" Befragungen.
Bis heute hält die Bundesregierung geheim, was an diesem Tag in Saal 2.800 gesprochen wurde, es gibt nicht einmal ein offizielles Protokoll. Allerdings hat der BND später anhand von Tonbandaufzeichnungen rekonstruiert, was Hanning und H. vorgetragen haben, um mögliche Vorwürfe parieren zu können.
In den Wochen nach der Ausschusssitzung in Berlin meldet sich Tenet mit einem ebenso sensiblen wie ungewöhnlichen Anliegen bei seinem deutschen Amtskollegen. Höflich fragt der CIA-Chef, ob Hanning eine Möglichkeit sehe, "Curveball" im US-Fernsehen auftreten zu lassen, es gehe um Bushs Rede zur Lage der Nation. Falls das nicht klappe, müssten die Vereinigten Staaten endlich selbst Gelegenheit bekommen, "Curveball" zu vernehmen. Zudem wünscht sich Tenet ein formales Okay der Deutschen, die BND-Informationen öffentlich verwenden zu dürfen, eine Art Persilschein dafür, dass Rafeds Aussagen auch zutreffen.
Tenet agiert inzwischen wie ein Staatsanwalt, der öffentliche Zeugen für eine Gerichtsverhandlung sucht, nicht wie ein Geheimdienstmann, der seine Quellen zu schützen hat. Er setzt den Deutschen sogar eine Frist. Er brauche innerhalb von 48 Stunden eine Antwort.
In der BND-Spitze und im Kanzleramt herrscht Alarmstimmung. Die Sache, das ist Hanning sofort klar, ist hochpolitisch. Das kann nur der Kanzler entscheiden.
An einem Freitag im Dezember 2002, unmittelbar vor Weihnachten, findet im Berliner Reichstag die letzte Plenarsitzung vor der Weihnachtspause statt. In den Reihen des Bundestags herrscht gähnende Leere, viele Abgeordnete sind bereits in ihren Wahlkreis abgereist. Aus der laufenden Plenardebatte heraus bestellt Gerhard Schröder Verteidigungsminister Peter Struck, Kanzleramtschef Frank-Walter Steinmeier und seinen grünen Vizekanzler Joschka Fischer in sein Reichstagsbüro auf der Plenarsaalebene ein.
Ernst Uhrlau, der Geheimdienstkoordinator, ist schon da. Es ist fast das gesamte sogenannte Sicherheitskabinett anwesend, nur Otto Schily kann nicht.
Eine Stunde tagt die Spitzenrunde am späten Vormittag in Schröders Büro. Es geht um die Haltung zu dem heraufziehendem Irak-Krieg im Allgemeinen, aber vor allem geht es um "Curveball" - und was man den Amerikanern antworten solle. Noch einmal werden Rafeds Kernvorwürfe rekapituliert, aber auch die Widersprüche erwähnt. Vor allem sei eine alte Geheimdienstgrundregel nicht erfüllt: Man habe nicht drei unabhängige Quellen, sondern lediglich eine. Ein Fernsehauftritt? Auf keinen Fall. Eine CIA-Vernehmung? Besser nicht.
Politisch, darin ist sich die Runde einig, wäre eine vollständige Ablehnung des amerikanischen Anliegens ein Affront. Das deutsch-amerikanische Verhältnis ist schon zerrüttet genug. Der Kanzler und sein Außenminister fürchten offene Vorwürfe: Die Deutschen hätten von den Massenvernichtungswaffen Saddams gewusst, aber ihr Wissen aus politischen Gründen verschwiegen. Würden GIs deswegen sterben, wäre die Katastrophe da, ahnt Fischer.
Die Runde verständigt sich auf einen Kompromiss. Man will die Spürpanzer der Bundeswehr, die in der Lage sind, chemische und biologische Kampfstoffe zu registrieren, nach Kuweit entsenden, der US-Luftwaffe Überflugrechte gewähren und die Schießzeiten auf Truppenübungsplätzen in Deutschland verlängern - damit die US-Soldaten bestens präpariert in den Krieg ziehen können. Ein Teilnehmer der Regierungsrunde bringt den diplomatischen Spagat später auf den Punkt: "Wir waren gegen den Krieg, aber wir wollten gute Alliierte sein."
In Sachen "Curveball" wollen Schröder und seine wichtigsten Minister deshalb die
Erlaubnis geben, Rafeds Erzählungen zu verwenden, gleichzeitig aber ein paar einschränkende Hinweise formulieren. "Wir haben den Amerikanern nicht getraut", sagt einer der damaligen Akteure, "aber wir wollten ihnen auch keine Informationen vorenthalten."
An Hanning ergeht der Auftrag, den Kompromiss in ein Antwortschreiben zu gießen. Der Geheimdienstchef formuliert in seinem Schreiben vom 20. Dezember 2002 denn auch jedes Wort mit Bedacht.
Der BND habe sich mit der CIA, den Israelis und den Briten zusammengesetzt, "um die Hinweise unserer Quelle auf mobile Kampfstoffanlagen zu überprüfen". Die Erkenntnisse, so Hanning, "wurden im Kern als plausibel und glaubhaft beurteilt, können jedoch nicht bestätigt werden". Der BND wolle deshalb noch einmal auf die Uno-Inspektoren zugehen, um eine "umgehende Klärung vor Ort zu ermöglichen". Sollte Tenet "dennoch der Meinung sein, die Berichte und die gemeinsamen Bewertungsergebnisse über mobile biologische Kampfstoffanlagen in Irak öffentlich zu verwenden, stelle ich dir dieses Vorgehen in Erwartung der Sicherstellung des für unsere Arbeit unabdingbaren Quellenschutzes frei". In der Sprache der Nachrichtendienste heißt das: Macht in Gottes Namen, was ihr wollt, aber übernehmt dafür auch die Verantwortung.
Es ist dieses Schreiben, auf das die BND-Spitze und Teile der damaligen Koalition bis heute verweisen, wenn es um die deutsche Verantwortung in dem Desaster geht.
So erinnert sich beispielsweise der damalige deutsche Uno-Botschafter Gunter Pleuger: "Für mich war das vollkommen eindeutig eine Warnung, und ich bin davon ausgegangen, dass die ,Curveball'-Informationen danach nicht mehr von den Amerikanern verwendet werden würden."
Offenbar reicht dem BND der Brief zur Rechtfertigung der eigenen Rolle nun selbst nicht mehr. Der Dienst verweist heute jedenfalls auf ein Treffen im Herbst 2002 in Washington, kurz vor Hannings Schreiben, bei dem der damalige BND-Resident in den USA mit Tyler Drumheller, dem CIA-Operationschef für Europa, in einem Restaurant namens Sea Catch zu Mittag speiste. Drumheller erinnert sich, der BND-Mann habe dabei gewarnt, "Curveball" sei psychisch instabil und womöglich ein "Hochstapler". Diese Darstellung bestätigt der BND jetzt erstmals offiziell.
Die CIA hatte den BNDler laut Tenet nach Kriegsbeginn sogar eigens befragt. Damals wollte der deutsche Verbindungsbeamte, der CIA zufolge, "Curveball" nicht als "Hochstapler" bezeichnet, sondern nur von "einer einzelnen Quelle" gesprochen haben, deren Informationen nicht unabhängig bestätigt werden konnten - das wäre die deutlich schwächere Sprachregelung, wie sie sich auch in Hannings Brief wiederfindet. So erinnern sich ebenfalls frühere führende BND-Beamte.
Den offiziellen Brief aus Berlin vom 20. Dezember 2002 werten CIA und Weißes Haus jedenfalls als Freifahrtschein. Sie wollen diesen Krieg um jeden Preis. Fünf Wochen nach Eingang des Schreibens verkündet Bush in seiner Rede zur Lage der Nation, dass Saddam "mehrere mobile Waffenlabore" besitze und bislang keinen Beweis erbracht habe, dass sie vernichtet worden seien.
Die US-Geheimdienste teilen sich in dieser Zeit in zwei Lager: Die große Mehrheit folgt dem Kriegskurs der Falken. Aber es gibt auch Kritiker, die vor dem Waffengang warnen, wie Tyler Drumheller. Drumheller hat Bedenken, er will eigens bei John McLaughlin vorgesprochen haben, dem CIA-Vize. In der Nacht vor der Sicherheitsratssitzung telefoniert Drumheller mit Tenet und sagt: "Hey, Chef, schau dir die letzte Fassung der Rede noch einmal genau an, du weißt, es gibt Probleme mit den deutschen Berichten."
Tenet wird später bestreiten, dass diese Warnung so ergangen ist; genau wie er auch behaupten wird, der von ihm angeforderte Hanning-Brief habe zwar die CIA, aber nie ihn persönlich erreicht.
Drumhellers Initiative, wenn es sie denn gab, fruchtete jedenfalls nicht. Powell überzeugt die Welt mit seinem dramatischen Auftritt am 5. Februar 2003 in New York.
6000 Kilometer weit entfernt sitzt ein Mann vor dem Fernseher, der nur allzu gut einschätzen kann, was im Sicherheitsrat gerade passiert: "Curveball" selbst. Er packt seine Sachen und versucht abzutauchen. Er weiß jetzt, dass es kein Zurück mehr gibt für das, was er angerichtet hat. Erst mit viel Mühe gelingt es den Männern vom BND, ihn wieder zu beruhigen.
Eine Woche nach Powells Auftritt, am 12. Februar 2003, muss BND-Chef Hanning noch einmal vor den Auswärtigen Ausschuss, die Abgeordneten wollen wissen, was von den Powell-Beweisen zu halten ist.
Powell habe "das eigene bisherige Lagebild bestätigt", sagt Hanning. "Die von ihm genannten Orte waren uns bekannt." Hanning warnt vor einem Krieg, und er relativiert: Es gebe Indizien, "aber keine Beweise". Der BND gehe aber davon aus, dass der Irak "über B- und C-Waffen verfügt", Restbestände und Neuproduktion. Hanning distanziert sich nicht von Powell, und Hans Dieter H., der wieder dabei ist, erst recht nicht - im Gegenteil: "Noch besorgniserregender sind Hinweise auf mobile B-Waffenanlagen", sagt H., "die unentdeckt jederzeit B-Waffenreagenzien wie Anthrax und Botulinus produzieren könnten und schnell zu verlegen sind."
Der BND glaubt offenbar noch immer an seine Quelle, auch nach dem Showdown im Sicherheitsrat.
Die Uno-Inspektoren vor Ort bleiben dagegen skeptisch, und auch die russische Regierung meldet Zweifel an. Am 8. Februar 2003 um kurz nach neun Uhr, drei Tage nach Powells Vortrag, bricht vom Hauptquartier der Uno-Abrüstungskommission im Bagdader Canal-Hotel eine Kolonne weißer Jeeps auf. Die Biowaffen-Experten von Chefinspektor Hans Blix sollen "Curveballs" rollende Labore ausfindig machen. Zumindest auf dem Papier hatte Blix sie schon einmal gesehen: "Der BND hat mir und meinen Leuten zuvor beeindruckende Skizzen und Schaubilder über irakische Biowaffen gezeigt", sagt Blix.
Jetzt sind sie auf dem Weg nach Dschurf al-Naddaf, dem Ort, den Rafed immer wieder beschrieben hat. Mit dabei ist auch Rocco Casagrande, ein junger amerikanischer Wissenschaftler.
Stundenlang streift Casagrande durch die verlassenen Gebäude in dem Örtchen, sichert Mikroproben. Er will vor allem die beschriebenen Auslässe in den Mauern finden, durch die die Sattelschlepper herein- und hinausrollen. Nach dreieinhalb Stunden rückt Casagrande wieder ab. "An der
ganzen Geschichte stimmt kein Wort", denkt er und notiert in sein Tagebuch: "Ergebnis gleich null". Der Sturm auf Bagdad beginnt trotzdem.
Am 19. März 2003, um 5.36 Uhr Ortszeit, startet das Bombardement. Schon im April ist das Regime gestürzt, auf dem Firdos- Platz, gleich neben dem Palestine-Hotel in Bagdad, ziehen US-Soldaten vor den laufenden Kameras die Saddam-Statue vom Sockel. Am 1. Mai wird auf einem Flugzeugträger der Sieg inszeniert: In Fliegerjacke und mit Sonnenbrille triumphiert der US-Präsident - wie sich zeigen wird, voreilig - und posiert später gar vor einem Plakat mit der Siegesparole: "Mission accomplished", Mission erfüllt. Kurz darauf rücken US-Spezialeinheiten zur Suche nach den Massenvernichtungswaffen aus.
Die von der CIA gesteuerte und später als "Iraq Survey Group" bekannt gewordene Organisation umfasst 1400 Leute, die nur einen Auftrag haben: Sie sollen die Massenvernichtungswaffen aufspüren und der Weltöffentlichkeit präsentieren. Die Bush-Regierung will nicht nur gewinnen. Sie will auch recht gehabt haben. Die Experten finden - nichts.
Wenn es zu diesem Zeitpunkt einen Mann gibt, der "Curveball" glauben will, ist es David Kay. Der Texaner ist ein streitlustiger Mann, der Anfang der Neunziger als Waffeninspektor für die Uno im Irak war und keine Konfrontation scheute. Er ist fest davon überzeugt, dass der Diktator an seinen Massenvernichtungswaffen festgehalten hat.
Kay arbeitet jetzt als Experte für das amerikanische TV-Netzwerk NBC und wird vom Militär zu einem von zwei verdächtigen Lastwagen vorgelassen, die, wie die Amerikaner glauben, bei der Produktion von Massenvernichtungswaffen eine Rolle gespielt haben könnten. Es gebe "keinen anderen Verwendungszweck" für diesen Lkw als die Produktion von Biowaffen, sagt Kay vor laufender Kamera. Für einen Moment sieht es so aus, als hätte das Weiße Haus auch die Propagandaschlacht gewonnen.
Bush jubiliert: "Sie erinnern sich an den Vortrag von Colin Powell", sagt er in einem Fernsehinterview, um dann zu prahlen: "Wir haben die Biolabore gefunden." Powell ist ebenfalls erleichtert: "Wir haben die Lkw." Auch in Deutschland sieht man sich und die eigene Quelle bestätigt. Der BND legt "Curveball" die Fotos vor. Der Überläufer behauptet, er erkenne Elemente der Konstruktion wieder, die weiterentwickelt wurden.
Im Weißen Haus ist man von Kays TV-Auftritt so angetan, dass den ehemaligen Inspektor schon bald die dringende Anfrage erreicht, ob er nicht Chef der Iraq Survey Group werden wolle. Kay soll auch das restliche Saddam-Arsenal aufspüren. Der Texaner sagt zu und bekommt außerordentliche Vollmachten: Er wird bezahlt wie ein Vier-Sterne-General, darf an irakische Zuträger Green Cards vergeben, die das Leben in den USA ermöglichen, und bekommt einen geheimen Etat von zehn Millionen Dollar für Informanten.
Bevor Kay beginnt, studiert er alle Akten, auch die aus Deutschland. Als er sieht, dass die Biowaffen-Geschichte auf einer einzigen Quelle basiert, erklärt er das Thema zur Chefsache. Zwei seiner Leute sollen die Familie von Rafed aufspüren.
Die Angehörigen leben in einem weiß- getünchten Bagdader Einfamilienhaus. Die Mutter und der ältere Bruder von Rafed sind zu Hause. Nun endlich geschieht das, was der BND nie getan hat: Erstmals wird die Lebensgeschichte überprüft, die "Curveball" in der "Burgzinne" aufgetischt hat.
Erster seiner Abschlussklasse sei er gewesen, hatte er erzählt. Kays Inspektoren berichtet die Mutter dagegen, ihr Sohn sei
ein ordentlicher Schüler mit einigen Problemen gewesen. Den Abschluss habe er mit der Note "D" und 60 von 100 Punkten gerade so geschafft. Rafeds bestes Fach, in dem er 76 Punkte erhielt, hatte mit Ingenieurwesen eher wenig zu tun: "Kultur und Geschichte des Irak".
So geht es weiter: Wo auch immer die Inspektoren nachfragen, stoßen sie auf ein Gemisch aus Lügen und Halbwahrheiten. Er hasse Amerika, hatte er den BND-Männern gesagt. In seinem Zimmer, das die Mutter unverändert gelassen hat, hängen dagegen Plakate von US-Popgruppen; Rafed habe sogar in die USA auswandern wollen, erläutert die Mutter.
Als zentral galt in Pullach die Behauptung, Rafed habe bis 1998 in Saddams Waffenprogramm gearbeitet - nur so hätte er von dem angeblichen Unfall erfahren können, der sich in jenem Jahr ereignet haben soll. An dieser Stelle, erinnert sich Kay, sei die Mutter fast verlegen geworden. Ihr Sohn Rafed habe ihres Wissens nur bis 1995 für das CEDC gearbeitet. Und es kommt immer schlimmer: 1998, sagen Familienangehörige, sei Rafed gar nicht mehr im Irak gewesen.
Hektisch suchen Kays Männer nun mit Hilfe der Familie nach alten Freunden und Vorgesetzten, nach Männern wie Basil Latif und Hilal Freah.
Freah, 42, ist ein großgewachsener, stämmiger Mann mit grauem Bart und durchdringendem Blick. Er sitzt in der Zigarren-Lounge des Regency Palace Hotels in der jordanischen Hauptstadt Amman. Er will nichts essen, er will nichts trinken. Es ist ein milder Tag Anfang Dezember 2007. Freah will, knapp fünf Jahre nach Kriegsbeginn, nur reden.
Freah kennt den Mann mit dem Decknamen "Curveball" so gut wie kaum ein Zweiter. "Ausgerechnet Rafed", stöhnt er. "Jeder, der ihn kennt, weiß, dass der Mann ein geborener Betrüger ist."
Freah war sein direkter Chef in Saddams Forschungszentrum CEDC in Bagdad, aber er war mehr als das, eine Art Ziehvater. Er kennt die Familie, weiß, dass der ältere Bruder Rafeds einst bei Saddams Republikanischer Garde diente und der jüngere einen Eckladen in Bagdad führte. Eine Schwester war Angestellte in der staatlichen Eisenbahnverwaltung, die andere studierte Psychologie. Rafed hat auf Freahs Hochzeit getanzt und Freah ein paar Wochen später auf der von Rafed - als der mit einem rauschenden Fest in einem Bagdader Offiziersclub eine andere junge CEDC-Angestellte heiratete.
Obwohl sein Englisch eher mäßig, seine Chemie- und Biologiekenntnisse allenfalls
durchschnittlich waren, machte Rafed Karriere, in bescheidenem Rahmen. Er wurde von Freah wegen seiner "kommunikativen Fähigkeiten" zweimal als Projektmanager vor Ort eingesetzt, mit der Aufgabe, laufende Arbeiten zu überwachen: zuerst bei einer Ölraffinerie, bei der Rafed den Bau von elf Kühltürmen kontrollierte. Und dann in Dschurf al-Naddaf, dem Saatgut-Projekt, das in Rafeds Erzählungen zur Dockstation für die rollenden Biolabore wurde.
Nach Dschurf wurde er sogar von einem Fahrer kutschiert, 40 Kilometer vorbei an Dattelhainen. Rafed saß in einem Container, über Skizzen und Zeichnungen gebeugt - wenn er denn da war. "Er kam ständig zu spät", erinnert sich Freah.
Den ersten Ärger habe es gegeben, als er merkte, dass Rafed mit den Quittungen eines lokalen Betriebs in Dschurf betrog und stets zu viel abrechnete. Mit den Getriebemotoren für die Saatgut-Zylinder habe er Ähnliches versucht. Und dann kam die Sache mit den Lämmern.
Es war die feierliche Eröffnung der Saatgut-Fabrik, der Chef des CEDC, Basil Latif, war da und sogar Hussein Kamil, Saddams Schwiegersohn. Kamil durchschnitt das rote Band. Rafed hatte zur Feier des Tages bei einem Bauern drei Lämmer gekauft, angeblich für 30 000 Dinar das Stück. Durch einen Zufall kam ein Kollege mit dem Bauern ins Gespräch und klagte über den hohen Preis. Wieso, fragte der Bauer, er habe doch nur 20 000 Dinar pro Schaf bekommen. Die Differenz hatte Rafed offenbar abgezweigt. "Deshalb habe ich ihn 1995 gefeuert", sagt Hilal Freah heute. Privat gab er ihm noch eine Chance.
Mit einem Freund von Rafed gründeten sie eine Kosmetikfirma namens Ranh. Rafed sollte Shampoo-Fläschchen besorgen, und wieder betrog er. Diesmal brach Freah den Kontakt ab. Rafeds Ex-Chef und Ex-Geschäftspartner hat weder vergeben noch vergessen. Im Irak war er ein ranghohes Mitglied der Baath-Partei. Rafed hat ihn schwer belastet, nach dem Einmarsch rückte die CIA in Mannschaftsstärke vor seiner Wohnung an, sperrte die Straße und führte ihn in Handschellen zum Verhör.
Was er Rafed heute sagen würde? "Ich würde ihn für das, was er dem irakischen Volk angetan hat, am liebsten zweimal umbringen", sagt er kalt. Freahs Bericht wird bestätigt vom damaligen Generalmanager des CEDC, Basil Latif, der heute als wohlhabender Geschäftsmann in Oman lebt. "Rafed war ein ganz netter Kerl, aber er war kein besonders guter Ingenieur und schon damals ein unehrlicher Mann, der uns mehrfach betrogen hat."
Solche Geschichten hören Kay und seine Inspektorentruppe überall, wenn sie im Irak nach Rafed fragen. Der Schlamassel ist perfekt. Kay schickt Warn-Mails nach Washington, er fliegt sogar ins CIA-Hauptquartier, um die schlechte Nachricht zu überbringen: "Wir lagen total falsch."
In Berlin beschäftigt sich derzeit ein Untersuchungsausschuss mit der Frage, ob die deutschen Geheimdienste unzulässig mit den amerikanischen Sicherheitsbehörden im Kampf gegen den Terror kooperiert haben. Es geht um Guantanamo und Folter und illegale Verhöre. Es geht nicht um eine der größten Pannen in der deutschen Geheimdienstgeschichte. Der Fall "Curveball" ist unaufgearbeitet, die politische Verantwortung ungeklärt.
Bis heute hat sich der BND nicht zu eigenen Fehlern bekannt. Die Pullacher Behörde, der mittlerweile der damalige Geheimdienstkoordinator Ernst Uhrlau vorsteht, ist nicht einmal bereit, Fragen zu beantworten - aus "grundsätzlichen Erwägungen", wie der Dienst auf eine Anfrage des SPIEGEL beschied.
Es gibt in der Welt der Geheimdienste eine unausgesprochene Regel: Je wichtiger ein Fall und je größer mögliche Konsequenzen, umso besser muss er abgesichert sein. Bei "Curveball" war es genau umgekehrt. Gerade weil die Aussagen des Überläufers so schwer zu überprüfen waren, galten sie als plausibel. Mit "Curveball" wurde Weltpolitik gemacht. Die Aufarbeitung seiner Aussagen war handwerklich gesehen Kreisklasse.
Der BND hat "Curveball" nicht separat betreuen lassen, durch einen Beschaffer
und einen Auswerter, der mit kühlem Blick die Aussagen analysiert. Er hat viel in eine Hand gelegt, in die des "Doktors", gerade weil die Quelle so schwierig war.
Vor allem haben die Agenten das versäumt, was im Geheimdienstgeschäft unabdingbar ist: Sie haben "Curveballs" Lebenslauf nicht ausreichend überprüft. Sie hätten vielleicht früh erfahren können, dass Rafed sich zeitweilig mit der Produktion von Lidschatten versuchte. Später klaute er bei der Fernsehproduktion Babel TV, bei der er die Technik wartete, Ausrüstungsgegenstände im Wert von 1,5 Millionen Dinar und wurde per Haftbefehl gesucht - das war der wahre Grund, warum er den Irak 1998 fluchtartig verließ.
Der BND hätte nicht einmal im Zweistromland nachforschen müssen, denn der Spion, der aus der Wüste kam, blieb sich auch in Deutschland treu. Trotz ausdrücklichen Verbots durch die Pullacher arbeitete Rafed mal in einem China-Restaurant, mal stand er bei Burger King hinter dem Tresen. Dort fiel er schnell auf. Mehrere Iraker bezeichnen ihn gegenüber dem SPIEGEL als "Spinner" und "Hochstapler".
Im Grunde hat der Dienst bis zuletzt an seinen Zuträger geglaubt. Die britischen Geheimdienstler hatten schon 2001 vorsichtige Zweifel geäußert, nachdem ein Experte "Curveball" unter einem Vorwand treffen durfte. Er kam zu dem Schluss, der Iraker habe "Verhaltensweisen, die wir normalerweise als typisch für Hochstapler einschätzen würden".
Ein Arzt aus dem US-Verteidigungsministerium, der 2000 bei einer Untersuchung mit Rafed zu tun hatte, schickte sogar noch Jahre danach warnende E-Mails quer durch den US-Sicherheitsapparat. "Curveball" habe eine massive Alkoholfahne gehabt, und der BND-Quellenführer wirke, als hätte er "sich geradezu in seinen Informanten verliebt".
Im März 2004 darf endlich auch die CIA "Curveball" direkt befragen, zwei Tage lang. Die Amerikaner sind entsetzt, sie sind überzeugt, dass sich der Iraker die ganze Geschichte ausgedacht hat. Im Juni 2004 wird Rafed in den USA offiziell als "Betrüger" eingestuft.
David Kay, der Sonderbeauftragte für die Suche nach den Massenvernichtungswaffen, macht dem BND deshalb schwere Vorwürfe: Der Geheimdienst sei "offensichtlich selbst nicht willens oder in der Lage" gewesen, die "Quelle richtig einzuschätzen", und habe durch seine Weigerung, "Curveball" durch die CIA befragen zu lassen, auch verhindert, dass andere das für ihn übernehmen. "Das war unehrlich, unprofessionell und verantwortungslos."
Auch Powells Stabschef Wilkerson sagt: "Ihr Deutschen tragt zumindest eine Mitschuld." Der BND habe seine Informationen zu "Curveball" "nicht zufällig geliefert, sondern mit Bedacht, da wurde jedes Wort auf die Waage gelegt". "Ich kann den Deutschen in dieser Misere keinen Freibrief ausstellen", sagt Wilkerson.
Beim BND sieht man die Dinge anders, noch immer. "Wenn die US-Regierung ihr Haus auf Treibsand baut, können wir nichts dafür", sagt ein hochrangiger BND-Beamter. "Wir haben nur Informationen weitergegeben, keine Einschätzungen." Und: "Die USA tragen die Verantwortung für das, was im Sicherheitsrat passiert ist."
Am Ende ist es eine Geschichte, die vor allem Verlierer kennt.
Colin Powell spricht im Rückblick auf seine Rede vor dem Sicherheitsrat von einem "schmerzlichen, sehr schmerzlichen Moment in meiner Laufbahn", von einem "Schandfleck". Er hat die große Politik verlassen und arbeitet seit Juli 2007 als Partner einer Risikokapitalgesellschaft.
Der "Doktor" hat den Dienst quittiert und sich selbständig gemacht. David Kay verdient sein Geld als Berater. Hans Blix arbeitet wieder für die schwedische Regierung, er glaubt, die Dynamik des Desasters erklären zu können: "Nachrichtendienste wissen, dass sie bestraft werden, wenn sie etwas nicht herausbekommen. Sie werden nicht bestraft, wenn sie überziehen. Deshalb neigen sie dazu, zu übertreiben."
George Tenet hat 2004, Tage nachdem "Curveball" als Betrüger gebrandmarkt wurde, die CIA-Führung niedergelegt und ist Pensionär. "Wir waren Gefangene unserer eigenen Geschichte", schreibt er in seinen Memoiren. "Wir haben dem Kongress, dem Präsidenten, den Vereinten Nationen und der ganzen Welt falsche Informationen präsentiert. Das hätte nie geschehen dürfen."
Saddam Hussein wurde gehängt. Mehr als ein Jahr bevor ihm die Schlinge um den Hals gelegt wurde, kam ein amerikanischer Regierungsbericht zu dem Ergebnis, dass der Irak sämtliche Bioerreger direkt nach dem Golfkrieg 1991 vernichten und das umstrittene Programm einstellen ließ. Nur aus Angst vor Iran habe Saddam das nicht gestehen wollen.
Nur einer darf sich als Gewinner fühlen: "Curveball" selbst. Im September 2007 haben die deutschen Behörden grundsätzlich seiner Einbürgerung zugestimmt. Bis heute wird "Curveball" vom BND geschützt.
In den USA werden Betrüger in Unehren entlassen, sie erhalten keinen Cent mehr. In Deutschland ist das anders. "Curveball" soll insgesamt eine sechsstellige Summe verdient haben. Womöglich muss der BND noch einmal zahlen. Der Dienst erwägt, "Curveball" eine neue Identität zu verpassen, für ihn, seine zweite Frau, eine Marokkanerin, und für seinen Sohn, der in Erlangen geboren wurde.
An der Haustür will Rafed nicht über die Vorwürfe reden, er habe "Angst". Tage später, am Telefon, spricht er dann doch, er lacht viel.
"Ich bin nicht schuld", sagt Rafed. "Ich habe nie gesagt, dass der Irak Massenvernichtungswaffen hat, in meinem ganzen Leben nicht." Die Amerikaner, sagt Rafed, "wissen genau, dass alles falsch ist". Er werde seine Geschichte später noch einmal erzählen, aber nicht in Deutschland, hier habe man ihn "schlecht behandelt".
Für die Informationen, die er geliefert habe, müsste er "leben wie König", sagt er in brüchigem Deutsch. Und dann will Rafed ein Angebot hören für seine Geschichte. Er will sie verkaufen, noch einmal.
Die US-Kommission, die die Geheimdienstarbeit vor dem Krieg bewerten sollte, hat in ihrem Bericht einen weisen Satz geschrieben: "Schlimmer, als gar keine Quellen zu haben, ist nur, von einer Quelle eingewickelt zu werden, die Lügen erzählt." ERICH FOLLATH, JOHN GOETZ,
MARCEL ROSENBACH, HOLGER STARK
* Mit US-Außenminister Colin Powell (l.) am 23. Mai 2002 in Berlin.
* Rechts: mit "Curveballs" damaligem Chef Basil Latif (M.) bei der Eröffnung der vermeintlichen Produktionsstätte für Biowaffen Dschurf al-Naddaf im Oktober 1994.
Von Erich Follath, John Goetz, Marcel Rosenbach und Holger Stark

DER SPIEGEL 13/2008
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