07.04.2008

STEUERHINTERZIEHUNGBald Einigung im Fall Würth?

In die Steueraffäre um den Industriellen Reinhold Würth kommt Bewegung. Bereits Mitte April wollen sich Würths Anwälte mit Finanzbeamten treffen, um eine Einigung zu erzielen. Würth sieht sich mit zwei Vorwürfen konfrontiert: Die Staatsanwaltschaft beschuldigt ihn, privat Steuern in zweistelliger Millionenhöhe hinterzogen zu haben (SPIEGEL 14/2008). Gleichzeitig fordert das Finanzamt von Würths Unternehmen offenbar Steuernachzahlungen in dreistelliger Millionenhöhe. Schon Mitte März hatten sich Finanzbeamte mit Würths Anwälten Jörg Frick und Rainer Spatscheck zusammengesetzt. Die Beamten beharrten dabei auf einer hohen Steuernachzahlung der Würth-Gruppe. Die Anwälte wollten den Steuerbescheid aber nur akzeptieren, wenn das Ermittlungsverfahren gegen ihren Mandanten lediglich mit einem Strafbefehl geahndet würde. Das lehnten die Betriebsprüfer mit dem Hinweis ab, sie hätten auf staatsanwaltschaftliche Ermittlungen keinen Einfluss. Den Strafbefehl wollen die Würth-Anwälte unbedingt erreichen, um einer Gerichtsverhandlung aus dem Weg zu gehen. Würth müsste demnach eine Bewährungsstrafe, eine Geldstrafe in Höhe von maximal 720 Tagessätzen à 5000 Euro sowie die Begleichung der privaten Steuerschuld akzeptieren, was einem Volumen von etwa 40 Millionen Euro entspräche. Unterdessen will die Staatsanwaltschaft das Verfahren gegen drei der sechs Beschuldigten offenbar gegen Auflagen einstellen. Übrig blieben Würth selbst sowie die Mitglieder der Konzernführung Rolf Bauer und Roland Hartmann, die beide die Firma verlassen. Keiner der drei wollte sich gegenüber dem SPIEGEL äußern.

DER SPIEGEL 15/2008
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