21.04.2008

KARRIEREN

Die Stadt von Korruption befreien

Der ehemalige ukrainische Boxweltmeister Vitali Klitschko, 36, über seine neuerliche Kandidatur für das Amt des Bürgermeisters von Kiew

SPIEGEL: Warum stellen Sie sich am 25. Mai zur Wahl?

Klitschko: Ich bin in Kiew groß geworden, ich liebe diese Stadt. Ich habe in Hamburg und Los Angeles gelebt und frage mich: Wie kann es sein, dass die Grundstücks- und Immobilienpreise in Kiew auf dem Niveau von Manhattan und Beverly Hills liegen? Der Grund sind Korruption und Spekulation. Unter dem amtierenden Bürgermeister verlor Kiew wichtige kommunale Unternehmen, die städtische Infrastruktur blieb unterentwickelt.

SPIEGEL: Was ist Ihre Vision?

Klitschko: Ich sehe Kiew als politisches, wirtschaftliches, kulturelles und wissenschaftliches Zentrum Mittel- und Osteuropas. Ich will die Stadt von korrupten Leuten an den Machthebeln befreien, ich will ein klares politisches Regelwerk und soziale Garantien für alle.

SPIEGEL: Sie sind im März 2006 schon mal angetreten, damals haben Sie die Wahl verloren.

Klitschko: Ich hatte mir gleichzeitig drei Aufgaben gestellt: Bürgermeister zu werden, eine eigene Fraktion im Stadtrat zu haben und ins Parlament einzuziehen. Das war zu viel. Jetzt konzentriere ich mich neben dem Sport nur auf eine politische Aufgabe.

SPIEGEL: Sie wollen im Herbst Ihr Comeback im Ring feiern. Helfen Ihnen boxerische Fähigkeiten in der Politik?

Klitschko: Wie im Sport habe ich mir ein Ziel gesteckt, analysiere ich die Taktik des Gegners, versuche, ihn unter Einhaltung der Regeln zu besiegen. Übrigens habe ich als Amateur auch den ersten Kampf verloren und bin trotzdem Weltmeister geworden.


DER SPIEGEL 17/2008
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