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OLYMPISCHER FACKELLAUF

Farce auf dem Mount Everest

Die Flamme auf dem Gipfel des Mount Everest sollte der Höhepunkt des Fackellaufs werden, doch auch die Etappe aufs Dach der Welt ist nur eine Farce. Am Dienstag voriger Woche sollten 17 ausländische Journalisten von Peking ins Basislager des Bergs reisen, um über den Aufstieg der Fackel zu berichten. Dann aber verlegte das chinesische Organisationskomitee der Olympischen Spiele, das Bocog, die Abreise der Reporter auf Freitag - angeblich wegen schlechten Wetters im Himalaja. Nun sollte es in nur drei Tagen von 44 auf 5150 Meter Höhe gehen. Einwände der Journalisten, der rasche Aufstieg könne zu Gesundheitsproblemen führen, ignorierte das Bocog. Stattdessen teilte es am Donnerstagmorgen mit, alle Teilnehmer müssten umgehend ihren Flug in die tibetische Hauptstadt Lhasa bezahlen - nahm aber das Geld einiger Medien nicht an. Der Korrespondent der "New York Times" durfte nicht mitreisen. Die Nachrichtenagenturen Agence France-Presse und Associated Press verzichteten auf die Reise. Sechs Journalisten blieben in Peking. Geradezu absurd erscheint das schon vor Tagen ergangene Verbot des Bocog, über den Start des Fackelaufstiegs am Basislager zu berichten - wenn die verbliebenen elf Reporter ankommen, ist die Flamme bereits zum Gipfel unterwegs.


DER SPIEGEL 18/2008
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