16.06.2008

KRANKENHÄUSERDramatischer Appell

Elternverbände und die Fachgesellschaften von Gynäkologen und Kinderärzten drängen darauf, Frühchen nur in speziell ausgerüsteten Zentren zu entbinden. Damit könnten jährlich das Leben und die Gesundheit von Hunderten Frühgeborenen in Deutschland gerettet werden, appellieren sie an den Gemeinsamen Bundesausschuss (G-BA), das Gremium der Selbstverwaltung im deutschen Gesundheitssystem. Anders als in den meisten Industrieländern darf sich in Deutschland jede Entbindungs- und Kinderklinik an den winzigen Hochrisikopatienten versuchen (SPIEGEL 44/2007), auch ohne eine Mindestzahl betreuter Frühchen pro Jahr und somit ohne größere Erfahrung. Viele Krankenhäuser wollen dennoch nicht verzichten, weil Frühgeborene bis zu 90 000 Euro einbringen. Über das Thema wird seit vier Jahren im G-BA verhandelt. Am kommenden Donnerstag berät das Gremium zum letzten Mal in der bisherigen Zusammensetzung, danach werden die Mitglieder neu gewählt. Befürworter einer Reform fürchten, dass dann die Diskussion von vorn beginnt und eine Entscheidung erneut Jahre auf sich warten lässt.

DER SPIEGEL 25/2008
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KRANKENHÄUSER:
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