18.08.2008

GESTORBENFred Sinowatz

Fred Sinowatz , 79. Viel lieber als Kanzler in Österreich wäre er Landeshauptmann im Burgenland geworden, seiner Heimat. Aber der Sozialdemokrat Fred Sinowatz hatte sich als Unterrichtsminister in der Alleinregierung Bruno Kreiskys solche Meriten erworben, dass er die Nachfolge des zurückgetretenen Kreisky wohl oder übel anzutreten hatte. Von 1983 bis 1986 dirigierte er die erste Koalition der SPÖ mit der rechten FPÖ. Die Konfrontation um das geplante Donaukraftwerk bei Hainburg und der österreichische Weinskandal prägten diese Jahre entscheidend mit. Zum geflügelten Wort in Österreich wurde Sinowatz' Ausspruch: "Es ist alles sehr kompliziert." Der nachdenkliche Literaturfreund und Weinkenner aus sozialdemokratischem Hause war auch wegen seiner überraschenden Einfälle beliebt: Vor Beginn der Olympischen Winterspiele 1976 in Innsbruck sauste er als vierter Mann mit seinen Olympioniken die neue Bobbahn herunter - und genoss es sichtlich. Fred Sinowatz, der am Freitag, dem 8. August, zum zweiten Mal seit 1958 einen SPÖ-Parteitag verpasste, starb am 11. August im burgenländischen Neufeld.

DER SPIEGEL 34/2008
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