05.01.2009

Titel

Der Boss des Präsidenten

Von Brinkbäumer, Klaus

Am 20. Januar übernimmt ein schwarzes Paar aus Chicago das Weiße Haus. Mit Barack Obama zieht seine Frau ein, auch sie beladen mit Erwartungen, auch sie bereits ein Symbol. Wer ist Michelle Obama, welche Rolle hat sie und wie viel Macht? Von Klaus Brinkbäumer

Sie saßen in einem Hotelzimmer in Downtown Chicago, als sie es begriffen, am Abend des 4. November. Der wuchtige Fernseher lief, die Töchter lagen müde übereinander, die Schwiegermutter war aus dem Zimmer gegangen, auf dem Bildschirm war natürlich er zu sehen. "The One", wie sie ihn nennen. Wie so oft in den vergangenen 18 Monaten sah er sich selbst zu, und seine Frau sah ihn doppelt, dort auf dem Schirm und hier neben sich.

An diesem Abend stand da etwas Neues unter seinem Gesicht, da stand: "President elect Barack Obama".

"Wow", sagte Michelle, "du bist der gewählte 44. Präsident der Vereinigten Staaten. Was ist das für ein Land."

Und er sagte endlich mal nichts auf dieser hässlich karierten Hotelcouch, er saß bloß da in seinem weißen Hemd, mit rosa-rot gestreifter Krawatte, und schwieg und staunte. Sie streckte ihre Hand aus, zog ihn zu sich; sie mussten dann aber los, sie fuhren hinüber zum Volk, und dann, auf der Bühne im Grant Park, vor 140 000 lachenden und weinenden Menschen, flüsterte sie: "Gut gemacht. Great job."

Der Ritterschlag. Das größtmögliche Kompliment.

Sie standen jetzt zu viert auf der Bühne, der Vater Hand in Hand mit der kleinen Tochter, Natasha, 7, Kosename Sasha, die Mutter mit der Großen, Malia, 10. Und sie blickten hinab auf die Menge, und was sie sahen, war kollektive Verzückung. Ein amerikanischer Rausch.

Diese vier werden geliebt in den USA. Sie sind ein Symbol geworden lange vor dem Beginn der Präsidentschaft. Der politische Obama wird verehrt, das sind die Flitterwochen von Wählern und Wahlsieger, das wird enden. Diese vier aber? Die Obamas stehen für die glückliche Familie an und für sich und besonders in schwieriger Zeit, für Elternliebe auch, sie sagen der Welt: Alles ist möglich. Yes, they can.

Sie sind schwarz, und das ist wichtig. Vielleicht ist dies ja ihr wichtigster Auftrag: den Weißen Amerikas und schon auch den Schwarzen zu zeigen, wie selbstverständlich ein schwarzes Paar das Präsidentenpaar sein kann und trotzdem klug und charmant und glamourös. Selbstverständlichkeiten allesamt, aber das Image schwarzer Männer und Frauen ist in diesem Land immer noch ein anderes.

Wer so etwas diskutiert, hangelt sich nahe an Klischees entlang, aber sind die immer falsch? Viele schwarze Männer verschwinden ja wirklich nach der Zeugung ihrer Kinder, viele tragen die Unterhose höher als die Jeans - Barack Obama kritisiert seine Brothers immer mal wieder dafür. Und wenn schwarze Frauen in Amerikas Medien erscheinen, so sagt es die Schauspielerin Whoopi Goldberg, "haben sie keine Zähne, und wenn doch, dann haben sie Goldkronen. Und sie kriegen keinen ganzen Satz hin". Es gibt schwarze Autorinnen, die sagen, der Ruf schwarzer Amerikanerinnen sei noch immer der hilfloser Opfer: sexuell verfügbar, finanziell ausgeliefert, beruflich nichts wert.

Und dort auf der Bühne steht nun Obama, und daneben steht sie: Michelle, nicht gewählt und doch eine Königin. Mrs. America. Schlau und eigenständig und witzig, nicht operiert und nicht magersüchtig.

"Ich kann ihn richtig sauer machen", sagt sie, "er gibt sich ja Mühe, aber er bleibt halt ein Mann."

"Sie ist heute vernünftiger", sagt er.

"Ich weiß jetzt", sagt sie, "wann sich der Kampf lohnt."

Diese beiden wirken wie ein erwachsenes Paar. Ernsthaft. Sie sehen aus, als respektierten sie einander, als seien hier nicht wieder zwei am Werk, die ein heiles Leben fürs Publikum vorführen und ein doppeltes leben; sondern zwei, die einander vertrauen und zusammen aufgebrochen sind, die USA zu verändern.

Es soll ja ein anderes Land werden, mindestens. Es soll regiert werden von Menschen, die halten, was sie versprechen. Es soll ein Land sein, das 2009 die Wirtschaftskrise besiegt und dann den Klimawandel. Weniger Feinde wollen die USA künftig haben und mehr Partner. Obamas USA sollen flink werden wie China, Menschen sollen telefonieren können, während sie Bahn fahren, sie sollen sich nicht mehr schämen müssen, wenn sie durch die Gänge New Yorker Flughäfen laufen. Obamas USA sollen eine moderne Gesellschaft werden.

Am 20. Januar wird er vereidigt. Sein stärkster Verbündeter wird eine Verbündete sein, sein bester Mann ist seine Frau.

Denn natürlich ist auch Michelle Obama eine politische Figur. Zusammen mit seinem Strategen David Axelrod hat sie seinen Wahlkampf gesteuert; sie trat in den Arenen der Politik auf, gab Interviews, hielt Reden. Obama nennt Michelle die "letzte Instanz" bei allen Entscheidungen.

Ein modernes Paar, zweifellos.

Es stimmt schon auch, dass diese beiden wie so viele Paare lange um die Rollenverteilung innerhalb ihrer Familie gestritten haben. Wer leistet was, wer hat noch Zeit für sich, wer gibt und wer nimmt, wer kommt voran, weil der oder die andere zurücksteckt? Fragen sind das, die vermutlich jedes Paar kennt.

Kompliziert ist das Metropolenleben. Wem gelingt das schon, schnell und flexibel im Beruf zu sein, dazu kompetent und kreativ mit den Kindern, zugleich Freundschaften zu pflegen, sich selbst zu verwirklichen und dann noch die Partnerin oder den Partner zu sehen, zu hören, zu fördern? Sicher zu sein und doch frei? Und wann soll man noch mal ein Buch lesen? Und Sex? Auch noch phantasievoll?

Es ist viel. Die Obamas scheinen es zu schaffen, scheinen miteinander übereinander lachen zu können, sie sehen dort oben so verdammt lässig aus. So leicht.

Darum tritt nun nicht nur ein neuer politischer Star ins Licht, sondern das Paradepaar unserer Zeit. Und ähnlich wie in der Kinowelt Brad Pitt und Angelina Jolie oder Kate Winslet und Sam Mendes, so wie in der Literatur Paul Auster und Siri Hustvedt oder Nicole Krauss und Jonathan Safran Foer, wie im Sport Steffi Graf und André Agassi lassen nun die Obamas uns alle zusehen bei ihrem Versuch, eine gleichberechtigte Partnerschaft zu leben - in der öffentlichsten Puppenstube des Planeten, im Weißen Haus.

Angst machen die Erwartungen Michelle O. angeblich nicht. "Du musst Vorbild für das ganze Land sein. Fühlt es sich be- lastend an? Nicht so sehr. Ich freue mich darauf wegen der riesigen Chancen, die unsere Aufgabe birgt", sagt sie.

Es ist ja auch rührend zu sehen, und es ist schwer romantisch, dass er sie so offensichtlich schätzt, als Ehefrau, als Beraterin, als Geliebte. Als sie ihm gratuliert auf der Bühne des Grant Park, da lachen zwei für das maximale Publikum, die Welt eben, und sie lachen nur füreinander.

Barack Obama tut viel, um die Frau an seiner Seite aufzuwerten. Da ist kein Spott, nichts Geringschätziges, "the rock of the Obama family" nennt er sie, seinen Felsen. Er klingt anders als viele Männer in mächtigen Positionen, die ihre Ehefrau eher mal abwerten. Indem sie sie belächeln. Oder verstecken im Schatten des Eigenheims. Und selten zugeben, dass diese Frau ihn, den siegenden Mann, in Wahrheit betreut wie ein guter Trainer und dadurch zugleich am Boden hält und zum Fliegen bringt.

Barack Obama sagt, dass Michelle ebendies tue. Er leistet sich Schwäche, weint, wenn seine Großmutter stirbt, er lässt Michelle stark sein, groß neben ihm, den Kopf aufrecht und nicht schüchtern zur Seite geneigt, beider Körpersprache ist gleich. Als könnte es genauso gut andersherum funktionieren: mit ihr an der Macht und ihm bei den Kindern.

Und Michelle Obama kriegt das hin, all ihre Rollen zu vereinen, forsch und frech schon der Blick, mitunter schneidend die Stimme, doch selten humorfrei. Manchmal steht sie barfuß da, manchmal in Ballerinas, laut, und das alles ist reichlich, nichts davon einfach.

Bislang warfen Amerikas Männer dieser Frau ihre Stärke nicht vor. Bislang steht Michelle einfach lächelnd neben oder hinter oder vor ihrem Mann und wird bestaunt von Männern und Frauen. Ihr Witz klingt rüde wie die Ghettos von Queens, und die Offenheit, mit der sie über Armut in Amerika sprach, hätte sie auch zur bitteren schwarzen Frau machen können, politisch ein Todesurteil. Hat sie nicht einen enorm ehrgeizigen Unterkiefer?

Es ist ihr geglückt, als Individuum wahrgenommen zu werden und die Stereotypen zu schlagen. "Ich bin wohl die erste Person meiner Art, die die Nation da draußen gesehen hat", sagt sie. Und nun ist ihr Land gezwungen, sich mit einer schwarzen Frau auseinanderzusetzen, die komplex ist und all die Schwierigkeiten all der Frauen ihrer Generation vorlebt, Beruf, Partnerschaft und Familie zu verbinden.

Barack Obama sagte neulich, dass der Zustand dieses Landes ihm Angst mache und auch die lange Phase des Übergangs zwischen Wahl und Vereidigung. Sein Ziel war in den vergangenen Wochen die Aufstellung seiner Mannschaft, des "bestmöglichen Teams", damit "wir mit voller Kraft aus den Startblöcken kommen".

Vermutlich weiß er, dass seine Präsidentschaft vor ihrem Beginn bereits überhöht ist, verklärt und verkitscht. Selten zog einer mit ähnlich messianischem Ruf ins Weiße Haus, wohl nie ein größerer Star. Obama sagte, dass die Menschen von ihm in Wahrheit gar nicht so viel erwarteten: "Ehrlichkeit. Kompetenz. Sie erwarten eine Regierung, die für sie kämpft. Diese Erwartungen werde ich erfüllen können, denn darum bin ich angetreten."

Er sagte dann, dass seine Frau ihn erinnern werde. An die Ziele, die sie und er mal hatten, als es losging mit der Politik. "Sie ist mein Wirklichkeitstest. Sie kennt meine Stärken und meine Schwächen. Sie holt mich auf die Erde zurück, wenn ich mich zu wichtig nehme", sagte er.

Wer hat mehr Humor? "Sie", sagt er.

Wer hat das letzte Wort? "Sie", sagt er. "Ich", sagt sie.

Wer ist diese Frau? Woher kommt sie, was will sie, welche Rolle wird sie spielen in 1600 Pennsylvania Avenue, im East Wing des Weißen Hauses, das von Sklaven mitgebaut wurde für Präsidenten und ihre Familien, also auch für sie, die erste First Lady, die eine Nachfahrin von Sklaven ist?

Eine Reise auf den Spuren dieser Familie und dieses Paares und dieser Frau muss nach Chicago führen, es ist kurz vor Weihnachten, es ist die letzte Woche, die die Obamas daheim verbringen.

Es ist Montag in Chicago, Barack Obama hat gerade versprochen, eine transparente Regierung zu formen, ansprechbar für Fragende, selbstkritisch nach Fehlern. Wenn Pressekonferenzen ein Maßstab sind, scheint er sich daran zu halten: George W. Bush war selten erreichbar, Obama steht ständig dort vorn hinter dem Podium mit der seriösen Aufschrift "The Office of the President elect".

Neben ihm steht Steven Chu, kleiner Mann mit Brille, Physiker aus Berkeley, Nobelpreisträger, Obama sagt: "Diesmal dürfen wir nicht versagen." Chu wird Energieminister werden, es sei Priorität des neuen Amerika, das sagen nun beide, die Abhängigkeit vom Öl zu senken. Das sei der Maßstab für Erfolg oder Scheitern, sagt Obama, "mehr gebrochene Versprechen können wir nicht akzeptieren".

Vier Fragen dann, vier Antworten. Obama denkt, während er redet, lässt sich ein auf Abwege und Nachfragen, Angst hat er nicht mehr, aber dann will er doch heim. In der Tiefgarage steht die Kolonne mit laufenden Motoren. Zehn Kilometer am Lake Michigan entlang, nach Süden, schon ist er zurück in Obamaland. Es ist nicht so sehr seine, es ist Michelles Heimat.

Ein grauer Gitterzaun, ein paar Meter Rasen, ein schmales Grundstück, ein schmales Haus, zwei Etagen. Die roten Backsteine sind gräulich geworden, die grünen Gitterfenster rostig. 7436 Euclid Avenue, Chicago. Oben wohnten die Robinsons, die Kinder Michelle und Craig teilten sich nachts das Wohnzimmer, eine Trennwand zwischen sich.

Sie wuchs hier auf, die South Side gilt als rau und hart, es gibt Arme, aber auch Reiche, sehr viel mehr Schwarze und ein paar Weiße hier. Fraser Robinson, Sohn von Arbeitsmigranten aus South Carolina, arbeitete für die Wasserwerke. Er verdiente am Anfang 479 Dollar pro Monat, putzte dafür und leerte Mülleimer, belud Lastwagen; er wählte demokratisch, half den Demokraten Wähler mobilisieren und wurde mit Beförderungen belohnt.

Ein Familienmythos: Fraser, der strenge und gerechte, der liebende Vater. Der es mit harter Arbeit seiner Frau Marian ermöglichte, die Kinder Craig und Michelle zu erziehen. Der Vater strafte nie, er sagte nur: "Ich bin so enttäuscht." Und Michelle weinte dann und besserte sich. Heute sagen beide Obamas, dass sie so auch ihre Kinder und sogar die Mitarbeiter motivierten. Ohne Geschrei, einfach mit einem Satz: "Ich hatte viel erwartet von dir, und nun enttäuschst du mich so."

Marian brachte den Kindern Lesen bei, bevor die Schule begann. Michelles Grundschule, Bryn Mawr, lag gleich um die Ecke: Sie lernte sich nach oben bis ins Begabtenprogramm, wo sie Biologie und Französisch belegen durfte.

Eine heile Kindheit, vermutlich. Im 7400er Block der Euclid Avenue gab es einen "Block Club", Nachbarn passten aufeinander auf, es war eine ruhige Straße. Fahrräder konnten auf dem Gehsteig liegen bleiben, niemand klaute. Die Kinder mussten abwechselnd den Abwasch übernehmen, samstags spielte die Familie "Monopoly", sonntags putzte Michelle das Bad. Eine Tante unterrichtete die Kleine am Klavier. Michelle tanzte. Der große Bruder und die kleine Schwester spielten "Büro": Craig war der Chef, Michelle die Sekretärin, aber dann hatte der Chef nichts zu melden, weil die Sekretärin alles entschied. Nur Sport mochte sie nicht, weil es im Sport Verlierer gibt.

Eine heile Welt? Rassistisch, streng getrennt ging es im Chicago der frühen Siebziger zu. Es gab Glücksgrenzen, das lernten die Robinson-Kinder auch. Niemand hier sagte: Du kannst Präsident werden. "Du musst klug sein, ohne dich klug zu benehmen", das habe sie gelernt, sagt Michelle.

Ein Familientrauma: Frasers Krankheit. Es war Multiple Sklerose, die Kinder und die Mutter pflegten ihn, holten ihm zuerst die Krücken, hievten ihn dann in den Rollstuhl, der Vater starb 1991, 55 Jahre alt.

Es ist Dienstagmittag in Chicago, Barack Obama ist heute in die Dodge Renaissance Academy gekommen, eine Grundschule, er sitzt auf einem Kinderstuhl, die Kinder sitzen vor ihm auf dem Boden. "Wie wirst du dich fühlen, wenn du ins Weiße Haus ziehst?", fragt ein Mädchen.

"Ich werde aufgeregt sein", sagt Obama, und dann erzählt er, dass er ein "ziemlich schönes Büro" haben werden, das geformt sei wie ein Ei, diese Form heiße "oval". Dass Malia und Sasha einen Hund bekommen werden, erzählt er, "sie bitten seit Jahren um diesen Hund". Und wenn der Hund etwas auf den Gehweg mache - "some poop", so nennt es Obama -, müssten die Mädchen es wieder wegmachen.

Wie er denn das Erbe Martin Luther Kings ehren wolle?, fragt ein Junge. Und Obama sagt, dass nicht nur Präsidenten, sondern alle Bürger das Erbe Dr. Kings ehren könnten, indem sie andere Menschen mit Respekt behandelten und ihnen zuhörten. "Dr. King sprach oft darüber, dass du, egal, was dein Job ist, dein Bestes geben solltest", sagt Obama, "und euer Job ist es, zu lernen, also solltet ihr, wann immer ihr im Klassenzimmer seid, sicherstellen, dass ihr so hart arbeitet, wie ihr nur könnt."

Draußen: Schnee und Wind und sechs Limousinen. Obama winkt kurz, 20 Menschen stehen dort drüben mit Kameras in der Hand, er lässt sich heimfahren nach Hyde Park, es bleibt nicht mehr viel Zeit.

Fünf Kilometer entfernt vom Haus der Robinsons wohnen die Obamas heute, Hyde Park Avenue Ecke Greenwood, ein rotes Backsteinhaus mit weißen Tür- und Fensterrahmen. "An jeder Ecke rennst du in einen Robinson", sagt er.

Barack Obama wollte mal Architekt werden. Dann Basketballer. Dann Richter. Michelle Obama hatte solche Ziele nicht. Sie war einfach strebsam. Examen wollte sie machen. Die Gesellschaft verändern. Nicht etwas werden, sondern etwas tun.

An der Whitney Young High School machte sie 1981 ihren Abschluss, und Mark Grishaber, stellvertretender Rektor, hat alle Jahrbücher von damals weggeschlossen, damit sie nicht bei Ebay landen. Michelle war Schatzmeisterin ihrer Klasse, die Beste in Mathematik. "Dolphins", das ist der Kampf- und Kosename der Schüler von Whitney Young. "Ich werde ewig ein Delphin sein", sagt Michelle.

Sie hat Abschlüsse von Princeton (in Soziologie) und von der Harvard Law School. "Meine Erfahrungen in Princeton haben mir mein Schwarzsein sehr viel bewusster gemacht", schrieb sie mal. Sie beschwerte sich über einen Französischdozenten, der die Aussprache nicht beherrschte. Im Dritte-Welt-Zentrum arbeitete sie, Empathie sei Michelles größte Stärke, sagt eine Kommilitonin von damals. Jungs gab es in Michelles Welt eher selten. "Sehr wenige ihrer Freunde haben es bis zum Triff-die-Familie-Stadium geschafft", sagt Craig.

Zwischen Rassen und Klassen bewegte Michelle sich per Bus und allein, auf gar keinen Fall rief sie jemals heulend zu Hause an. 1988 schrieben ihre Eltern ins Jahrbuch von Harvard: "Vor 15 Jahren schon, als es uns nie gelang, dich mal zum Schweigen zu bringen, wussten wir, dass du das hier schaffen würdest."

Sie arbeitete für zunächst 65 000 Dollar im Jahr für die Kanzlei Sidley Austin, später für das Büro des Bürgermeisters Richard M. Daley und den Dekan der Universität von Chicago, zuletzt war sie eine Vizepräsidentin der Uni-Klinik und verdiente 316 000 Dollar; dass ihr Lohn sich nach Baracks Wahl in den Senat fast verdreifachte, wäre eine Vorlage für die Republikaner gewesen, wenn sie es bemerkt hätten.

Eine Heldin für Amerikas schwarze Frauen ist Michelle längst. "Michelle könnte farbige Frauen dazu ermutigen, sich besser um sich selbst zu kümmern. Afroamerikanerinnen haben alarmierende Raten sowohl bei Bluthochdruck als auch beim Übergewicht." Das schreibt Allison Samuels in "Newsweek". Und dann: "Es ist schön zu sehen, wie ein braunes Mädchen Aufmerksamkeit bekommt und von der Welt schön genannt wird."

Im Wahlkampf war Michelle Coach und Komplizin. Klar verteilt waren die Rollen: Er musste milde daherkommen, sanft und niemals gereizt, wählbar für die Weißen. Kämpfer wie Reverend Al Sharpton mögen populäre Ghetto-Kandidaten sein, mehrheitsfähig sind sie nicht; verlieren durfte Obama aber auch die schwarzen Communities nicht, und dafür hatte er Michelle.

In Denmark, South Carolina, baute sie einmal die afroamerikanische Wagenburg auf. "Wir" gegen "sie", das war ihr Muster. "Sie" sagten, ein schwarzer Kandidat könne niemals genug Spenden sammeln für einen Wahlkampf - dann kamen "wir". "Sie" sagten, ein schwarzer Kandidat könne keine funktionierende politische Organisation aufbauen - "wir" haben es ihnen gezeigt. Dann sagten "sie", ein Schwarzer könne keinen Bundesstaat gewinnen, und nach Iowa sagten "sie", es sei ja nur Iowa.

So steigerte Michelle sich, sie redete rhythmisch und klar wie ihr Mann, aber leidenschaftlicher über Rasse und Hautfarbe, im Saal saßen ein weißer Journalist und ungefähr 200 Schwarze. Es wurde dann eine Ekstase: Was "sie" auch sagten, "wir" überwanden die Zweifel; "sie" legten die Latte, "wir" sprangen höher und immer höher, denn "wir" können alles werden, sogar Präsident, und so werden "wir" nach Washington gehen und die Welt verändern.

"Street cred" heißt das, was sie ihrem Gatten schenkt, die Achtung der Straße.

"Yeah", schrien sie im Saal, und Michelle trug eine silberne Kette, einen silbernen Armreif, einen Ehering aus Weißgold, sie trug schwarze Stiefel, einen schwarzen Rock, eine weiße Bluse. Sie sagte dann noch, dass "sie" ihren Ehemann "mal zu schwarz" und "mal nicht schwarz genug" genannt hätten, aber die Wahrheit sei: "Er ist einer der klügsten Männer, denen wir alle in unserem Leben begegnen werden."

Michelle gibt ihm Tiefe. Sie deckt seine schwachen Flanken ab; die Obama-Erklärerin, das ist ihre politische Aufgabe. Da bleibt ja etwas Nebulöses bei ihm: Er ist aufgewachsen in Hawaii und Indonesien, halb schwarz und halb weiß, ein einstiger Kiffer. Ist er nicht doch zu jung? Zu weich, kann man so einem das Land anvertrauen?

Er ist ein Zuhörer, stoisch in Krisen. Weibliche Eigenschaften? Er entscheidet so schneidend wie überraschend, wenn er alle Argumente gehört hat. Ein Prediger, ein Verführer zudem, und er hat etwas Getriebenes. Immer weiter zieht es ihn, nach oben sowieso, doch immer auch fort von Chicago und der Familie, warum? Er hat mal ziemlich hektisch geraucht, nun war er an 50 Tagen hintereinander im Kraftraum. Heute ein Fitnesssüchtiger? Ein Narziss?

Sie dementiert und argumentiert und polemisiert. Sie glättet, wo es holpert, schärft, wenn er stumpf bleibt. Sie scherzte mal, dass er schnarche und morgens rieche, das war zu Beginn seiner Kampagne; heute sagt sie nur noch, dass er seine Socken irgendwo fallen lasse und nicht in den Wäschekorb. Eine Frau wie sie macht einen Mann wie ihn glaubwürdig. Wenn eine wie sie einem wie ihm vertraut, oder andersherum: Wenn ein Mann starke Frauen aushält oder gar sucht und liebt, sagt das eine Menge über ihn, oder? Muss nicht außergewöhnlich sein, wer diese Frau hat?

"Sie tut ihm gut", das sagt der Stratege Axelrod und lächelt, weil es wohl Themen gibt, über die Axelrod lieber redet.

Vor einigen Monaten, beim demokratischen Nominierungsparteitag in Denver, traten die Robinsons einmal gemeinsam auf. Auf der Tribüne saß Marian, die Mutter, sehr schick hatte sie sich gemacht, und dann weinte sie, denn dort unten stand ihr Sohn Craig, glatzköpfig-breitschultrig im schwarzen Anzug. Craig wollte immer nur Basketball spielen, sein Leben lang; er spielte dann im College und als Profi in Manchester, und weil er für die National Basketball Association, die NBA, nicht gut genug war, ging er an die Wall Street und wurde dort reich, aber nicht glücklich. Immer noch ein Auto und noch ein Haus erfüllten ihn nicht, sagt er, darum kündigte er und wurde wieder Basketballer, heute trainiert er die College-Mannschaft von Oregon State. Und er sagte: "Aus dem Himmel sieht unser Vater auf uns herab, stolz auf seine Tochter." Seine Schwester sei "eine liebende Tochter, Ehefrau und Mutter".

Dann kam Michelle und erzählte "von unserer unwahrscheinlichen Reise". Sie sagte, dass ihre Töchter "das Herz meines Herzens" seien und Barack "heute derselbe Mann wie der, in den ich mich vor 19 Jahren verliebte", und damit kippte etwas.

Denn auf die Bühne kamen jetzt ihre Töchter, und auf dem Bildschirm erschien Barack, und Michelle war an diesem Abend nur noch sein Groupie. In diesem Moment verschwammen ihre Konturen, weichgespült war sie, Mainstream-Michelle, aber es blieb der einzige schale Moment in 18 Monaten.

Es wird dann Mittwoch in Chicago, Obama stellt heute Innen- und Agrarminister vor. Scharfschützen bewachen das Hotel Drake, ein weiterer windiger Tag am Lake Michigan. Die Reporter haben reservierte Sitze, sechs Stuhlreihen, wer fragen darf, wurde wie immer vorab geklärt. Und dann, wie immer: Obama geht schnell und sehr geradeaus. Alle stehen nun im Grand Ballroom, es gibt acht Kronleuchter und acht Flaggen und hinter Obama einen blauen Samtvorhang. "Bitte setzen Sie sich."

Es ist schnell zu sehen, was alle meinen, die von seiner Ruhe schwärmen: Da wippt kein Fuß, der Kopf bleibt reglos, die Hände liegen ineinander, die Fingerkuppen in der Luft, kein Druck nirgends. Obama redet auch heute wieder von seiner "Regierung der Verantwortlichkeit", "es wird Zeit für eine neue Art Führung", sagt er.

Die am Rande sind nervöser.

Da steht Robert Gibbs, Obamas Sprecher. Gibbs gilt als brillant, aber nachlässig, nicht immer riecht er kommende Krisen, oft ignoriert er elektronische Nachfragen der Reporter. Obama hat zwei Blackberrys immer im Blick, Gibbs vergisst seinen schon mal. Und er nimmt zu, natürlich machen die anderen Witze über sein Gewicht.

Da steht David Axelrod, der Obama-Macher. Axelrod hat einen Stapel Zeitungen unter dem Arm und seinen Blackberry in der Hand, die andere Hand steckt in der Sakkotasche. Axelrod sieht immer ein bisschen verschwitzt aus oder nicht ganz ausgeschlafen, jetzt zum Beispiel stehen die beiden Enden seiner Krawatte auf fünf vor halb acht. "Jünger macht Politik nicht", sagt er, David Axelrod wird "Senior Adviser" im Weißen Haus.

Und neben Axelrod steht Rahm Emanuel, silbern schimmert sein Haar. Emanuel ist künftig Stabschef im Weißen Haus, er lächelt, wie immer, er flüstert Axelrod etwas ins Ohr, wie meist. Emanuel, längst ein Drahtzieher in Washington, stammt aus der Obama-Welt von Chicago.

Das ist der engste Kreis, politisch gesehen, und natürlich gehört Michelle noch dazu, die sich fernhält von Presseveranstaltungen. Obama sagt, er fordere Diskurs ein, er nominiere die klügsten Köpfe, die er finden könne, und "gern klügere als mich". Gutgehen muss das nicht, weil auch Diskurs nicht bedeutet, dass die Entscheidung hinterher die richtige ist, aber reifer, neugieriger als George W. Bushs Ideologentrupp wirkt dieses Team allemal.

Es gibt noch einen zweiten engsten Obama-Kreis, den privaten, der sich über die Jahre um beide geformt hat. Sie pflegte die Freundschaften, während er reiste, in Hyde Park ist eher sie als er das Zentrum.

Das Leben ist langsamer hier als in Downtown Chicago, flacher und verkehrsberuhigt, man geht zu Fuß. Es finden sich Villen und Sozialbauten, hier leben die Nachkommen russischer oder deutscher Migranten und viele Schwarze, es gibt die Universität, die Kneipen, das Klinikum, und Hyde Park hat ein paar Mittelpunkte.

Da ist das "Valois", die Kantine von Hyde Park, ein mit allerlei Panoramen bemalter Saal, wo Müllmänner und Professoren starken Kaffee zum Rührei trinken; die Obamas waren Stammgäste, lange her.

Pizza isst man im "Capri", die "Almost Gourmet" mit Wurst und Salami war mal die Lieblingspizza des künftigen Präsidenten, Michelle bevorzugte Makkaroni mit Käse. Heute lieben die Kinder Mexikanisches, doch Familie Obama isst gesund; viel Salat, wenig Weißmehl, Äpfel statt Hamburger. "Michelles Werk", sagt er.

Ein paar Blocks weiter und ein paar Stufen hinab findet sich "57th Street Books", fünf Kellerräume, ein Bücherirrgarten mit Schätzen überall, nacktem Stein und Neonlicht. Der Laden ist Teil einer Kooperative, 45 000 Mitglieder zahlen je 30 Dollar pro Jahr; die Obamas sind seit 25 Jahren dabei. "Ein Paar, das liest, ein Paar, das schreibt", jubiliert Laura Prail hinterm Tresen; als Obama sein erstes Buch, "Dreams from My Father", vorstellte, kam eine Handvoll Leute, als er "The Audacity of Hope" präsentierte, bildete sich die Schlange morgens um halb sechs.

Und Sarah von den "Golden Touch Cleaners" reinigt und bügelt Obamas Anzüge.

Und Zariff, 5234 South Blackstone Ave., schneidet sein Haar.

Der Mann ist gefragt, Obamas Friseur seit 14 Jahren. "Ja, ich würde schon 'Freund' zu ihm sagen", sagt Zariff, der recherchiert und herausgefunden hat, dass Obama nicht nur der erste schwarze US-Präsident ist, sondern er selbst der erste schwarze Friseur eines amerikanischen Präsidenten. Wer Zeit haben will mit dem Friseur, sollte 21 Dollar zahlen und sich frisieren lassen. Zariff ist 45 Jahre alt, trägt Jeans, er ist unrasiert, auch er ein breitschultriger Kerl. Er schneidet schnell, hinter ihm hängt Muhammad Ali an der Wand, triumphierend nach dem Niederschlag. Obama sei ein "Lebenszeit-Kunde", sagt Zariff, er sei "treu". Manchmal schneidet Zariff Obamas Haar vor, damit es für ein, zwei Wochen reicht, manchmal wird Zariff zu einer Fernsehdebatte eingeflogen und korrigiert nur ein bisschen hier und dort. Obama hat viele graue Haare bekommen im letzten Jahr, "salt and pepper" nennen sie die grau-schwarze Mischung. Wenn Zariff ihn im Fernsehen sieht, findet er nur selten, dass "Barack einen Haarschnitt braucht", meistens findet er: "Der sieht gut aus."

Ein Trinkgeldgeber. So beschreibt Zariff seinen Freund. Ein Fragensteller. Einer, der kommt und wissen will, was die Leute denken. Eitel? "Nur ein bisschen."

Und Michelle? Strafzettelsammlerin. Straßenfestorganisiererin. Sonst wissen sie im Männerladen nicht viel von ihr. Wirst du mitgehen nach Washington, Zariff?

"Darüber darf ich nicht sprechen. Sicherheitsgründe."

Die sind selbstredend immer im Weg, sobald man Obamas Reich betritt. Die Straße zum Wohnhaus ist gesperrt, und alle Anwohner sagen, der Stolz auf "Chicago's own" sei den Stress allemal wert. Die engen Freunde, die Verwandten geben nur noch selten Interviews und wenn, dann sehr diplomatisch.

Während des Wahlkampfes galt eine "No new friends"-Strategie, keine neuen Freundschaften, damit keine Fallen gestellt werden konnten. Die alten Freunde waren ja da, seit Jahren schon. Das sind rund 15 Leute und vor allem Valerie Jarrett, Martin Nesbitt und Eric Whitaker. Scrabble-Abende, Grillrunden, Tennismatches, Kindergeburtstage, Beerdigungen und selten auch mal Affären oder Trennungen - das ganz normale Leben von Hyde Park hat die Gruppe geformt und gefestigt. "Wir wussten, dass Baracks Kandidatur für ihn und Michelle belastend sein würde, aber wir wussten nicht, dass sie das auch für uns bedeutete", sagte Eric Whitaker der "New York Times", "es ist nicht nur Spaß und Spielerei."

Eric Whitaker ist Arzt und Vizepräsident des Medical Center, wo Michelle arbeitete. Valerie Jarrett, künftige Beraterin des Präsidenten, saß dort im Aufsichtsrat. Martin Nesbitt ist vermutlich Obamas bester Freund; er führte die Bücher der Kampagne, er spielte einst Basketball mit Michelles Bruder. Eine oder einer dieser drei, Whitaker, Jarrett oder Nesbitt, sollte immer bei Obama sein in den 18 Monaten des Wahlkampfs - das war der Schwur der Freunde von Hyde Park, und sie sagen, sie hätten es durchgehalten.

Anita Blanchard ist Ärztin und holte beide Obama-Kinder auf die Welt; sie ist Martin Nesbitts Ehefrau. John W. Rogers ist Finanzberater und spielte Basketball mit Craig; diese Jungswelt, die Nachmittage in der Sporthalle, das bedeutet Obama noch immer viel. Einige der Frauen bedeuten ihm weniger als ihr: Desirée Rogers machte Wahlkampf mit Michelle, Susan Sher meldet ihr Neues vom Klatsch aus Chicago. Und so geht es weiter, es sind nicht weniger Freunde geworden in den Jahren des Aufstiegs; die Kreise werden größer, das Vertrauen nimmt ab.

Er sagt, Michelle habe das Netz geknüpft. Sie sagt, das sei wahr. Die uralte Rollenverteilung? Sie: die charmante Frau, sexy und witzig, doch letztlich die zuverlässige Mutter; und er: der Durchstarter, das Genie, frei fürs Vaterland, weil zu Hause die Gattin wacht?

Michelle verlor an Schärfe, je ernster der Wahlkampf wurde. Am Anfang hatte sie über die Erfolge Baracks noch gesagt, sie sei zum ersten Mal stolz auf ihr Land - das republikanische Donnergrollen brachte Team Obama dazu, Michelle durch Rhetorikkurs und Kameratraining zu schicken. Sie erzählte danach von ihren Kindern und ihrer Sorge um Malia und Sasha. Die Zähmung der Unberechenbaren durch den männlichen Apparat? Vor vier Jahren hatte das ganze Land dem Verstummen der Kandidatengattin Teresa Heinz Kerry zusehen können.

Michelles Aufgabe blieb, die schwarze Basis hinter ihrem Mann zu versammeln. Wahrscheinlich hätte er ohne sie diese Wahl nicht gewinnen können, das wissen beide. Rhetoriktraining machte auch er. Diplomatischer wurde er auch. Es ist normal für alle, die einen Wahlkampf wie den um die US-Präsidentschaft gewinnen wollen.

Es wirkt daher eher so, als hätten diese beiden die ganze Reise dieses Wahlkampfes gemeinsam angefangen und voller Lust und kurz vor Schluss dann behutsam bis ins Ziel geführt; und nun sieht es so aus, als zögen da zwei mit der gleichen Haltung ins Weiße Haus.

Es war ja oft genug viel Show dabei, wenn Politikerehen politisch wurden. Frauen hatten brav, die Kinder süß zu sein, da es stets darum ging, konservative Wählerinnen, katholische Wähler zu überzeugen. Politikverdrossenheit hat mit Zynismus zu tun. Ist nicht am Ende alle Politik eine Lüge? Einer so mies wie die andere, bereit, jedes Wahlversprechen zu brechen fürs eigene Fortkommen?

Nun aber: zwei integre Menschen?

Sie fassen sich schon anders an als andere Politikerpaare. Bei Bushs, Blairs, McCains hielt die Frau sich immer nur fest, am Oberarm des Häuptlings, manchmal auch am Ellbogen. Michelle greift nach seiner Hüfte, dann nach den Händen, dann schleift sie ihn hinter sich her.

Es gibt aus Sicht des Publikums immer zwei Ebenen: Man kann Prominente für ihre Leistung bewundern und ihr Privatleben ausblenden, oder man kann sie achten für Ehrlichkeit oder Menschlichkeit. Das zweite kommt seltener vor. Beides zusammen erleben wir eigentlich nie.

Bei den Clintons waren einige Dinge ganz ähnlich. Die Klugheit. Der Glanz. Die Reife der Frau neben der Frechheit des Mannes. Aber es war eben künstlich, heute wissen wir, dass Lügen dabei waren und viele Affären, und letztlich sagte Bill Clinton doch nur wieder etwas, das ganz schön frauenfeindlich war. Eine wie Hillary kann dich weit bringen, aber kannst du sie lieben? Seine Antwort trug den Namen Monica, mit dieser Praktikantin erklärte der Präsident der USA aller Welt: Eine starke Frau ist nicht aufregend. Die Demütigung für Amerikas Frauen war enorm.

Michelle sagt, natürlich sei die Welt voll von jungen Damen, die ihrem Gatten nun vorsängen, wie großartig er sei; sie würde gehen, wenn er sie betröge. Er sagt, das wisse er. Sie sagt, sie habe ihr Leben nie nach Karrierekoordinaten ausgerichtet. "Die Wahrheit ist, dass ich an diesen Mann als unseren Präsidenten glaube", sagt sie, "und dafür eineinhalb oder vier oder acht Jahre die eigene Karriere nicht voranzutreiben ist ein kleines Opfer."

Langweilig? "Sicher nicht. Ich werde nicht Däumchen drehen und warten, dass der Tag zu Ende geht. Sicherzustellen, dass die Mädchen gut leben, dass wir als Familie Zeit füreinander haben, das wird mich ausfüllen, und es wird mir reichen."

Und wer weiß, die Aufgabenverteilung muss nicht auf Jahre festgelegt sein. Die Obamas sind jung, er 47, sie 44, da sollte Zeit bleiben für einen Rollentausch, sogar für Michelles Kandidaturen. Jetzt, für den Moment, haben sie genau so, in dieser Konstellation, das Erreichbare erreicht; eine schwarze Frau hätte es 2008 allein nicht ins Weiße Haus schaffen können.

In den USA war Hillary Clinton die erste First Lady, die aus eigenem Antrieb und nicht bloß an seiner Seite handelte, intellektuell aus eigenem Recht. Es war mutig wie jede Revolte, und gefährlich war es auch. Andere vor ihr waren mondän gewesen wie Jackie Kennedy oder nette Gastgeberinnen wie Barbara Bush. Hillary nahm sich die Macht, die ihr das Volk nicht gegeben hatte, und kämpfte für eine Gesundheitsreform; heute preisen die Demokraten sie, damals schlachteten die Medien sie, links wie rechts. "Two for the price of one", das war Bill Clintons Werbung für das Paar aus Arkansas, aber die USA wollten nur den, den sie gewählt hatten, und keine Dreingabe dazu oder jedenfalls keine Frau, die mitredete.

Das wird nun wieder anders, aber nicht wie bei Clintons werden. Denkbar, dass Michelle Obama in Wahrheit mächtiger sein wird als Hillary, weil sie womöglich ja wirklich gleichberechtigte Gefährtin des mächtigsten Mannes der Welt ist; wenn die Eindrücke der vergangenen Wochen nicht täuschen, ihr Rückzug ins Private nach dem Wahlsieg, dann wird sie aber eher gestalten und beraten als öffentlich sprechen. Als David Axelrod dem Kandidaten einst den Slogan "Change we can believe in" präsentierte, war Barack Obama sich nicht sicher. Er fragte Michelle. Michelle spürte, was mitschwang in den wenigen Worten, und sagte: Ja klar, das ist es.

Aus der Außenpolitik hält sie sich heraus; wenn es um Bildung, Gesundheit, all die sozialen Sorgen Amerikas geht, denkt sie liberal bis radikal links. Abtreibung, Chancengleichheit, Versicherungen für alle, das sind ihre Themen. Nun aber hat sie sich entschieden, in sicherer Entfernung zu allen Minenfeldern zu bleiben, solange sie kann. Da sind ständig Reporter, die sie Politisches fragen: "Ich bin nicht der gewählte Präsident", sagt sie. Sie könnte auch sagen: So leicht kriegt ihr mich nicht. Oder: Ich bin schlauer, als ihr dachtet.

Es ist nun Donnerstag in Chicago. Barack Obama steht wieder im Drake Hotel, er will neue Minister vorstellen, aber er muss sich verteidigen. Es war sein erster Fehler, das sagen die eigenen Leute: Obama hat Rick Warren, Amerikas Pastor, den Vorzeigeprediger der Konservativen, für die Segnung während der Inauguration ausgewählt. Und Warren hat sich gehässig bis bösartig über Homosexuelle geäußert.

Hat Obama die Linken und die Liberalen nicht schon genug enttäuscht mit all den Personalien? "Change" ist ein nettes Wort, in die Regierung aber hat er lieber Etablierte berufen, von denen er weiß, was sie können. Das hat viele seiner Jünger desillusioniert. Warren schockiert sie, eine überflüssige Aufwertung. Verlässt den Menschenfänger das Gespür? Obama sagt, Amerika sei vielfältig, die vielen Stimmen machten seine Magie aus, er verspricht, er werde ein Präsident auch für Schwule und Lesben sein. Nicht sein bester Tag.

Michelle Obama hält sich auch heute heraus, sie fährt einkaufen, bringt die Kinder zur Schule, die Personenschützer folgen. Michelle telefoniert sich dann durch den Tag, der Hawaii-Urlaub steht an, übermorgen schon, dann der Umzug, dann der Schulbeginn, dann ein Präsident als Gatte.

Zur Obama-Geschichte gehört ein Kapitel, das Held und Heldin nicht so gern erzählen. Sie hatten, nach der Geburt der ersten Tochter, eine Zeit, in der sie miteinander rangen, nicht mehr viel Gemeinsames sahen, sich beinahe getrennt hätten. "Es war knapp", sagt einer seiner Leute.

Es ging damals darum, dass er seine Jobs als Sozialarbeiter und Anwalt für eine politische Karriere aufgegeben hatte und nicht recht weiterkam; als Senator des Staates Illinois verdiente er wenig und war ständig unterwegs, eine Kandidatur fürs Repräsentantenhaus war plump gescheitert. Sie saß allein zu Hause. Wusch. Bügelte. Arbeitete. Stand auf mit dem Kind. Schlief nicht. Wer hatte hier noch ein Leben, und wer war der Egoist?

Der Klassiker, auch bei Obamas.

"Nur noch eine Wahl", sagte er, und auf einmal ging es los. John Kerry ließ ihn auf dem Parteitag 2004 reden, es war eine Geburt. Der Senat in Washington. Es lohnte sich nun, und es ging schnell.

Sie blieben dann zusammen, weil er, so sagt er es, zutiefst dankbar dafür war, dass er endlich irgendwo angekommen und verwurzelt war; und weil sie, das erzählte sie einmal, aufhörte zu hadern und ihn zu bekämpfen, und änderte, was sie ändern konnte. Sie holte sich Hilfe ins Haus. Ging zum Sport. Legte Termine mit Freundinnen fest und hielt sie ein. Beide sagen, dass sie wieder begonnen hätten, sich als Team zu verstehen, damals und seither.

Vielleicht ist es ja heute darum ganz einfach. Wenn zwei auf Augenhöhe sind, muss es nicht mehr so wichtig sein, ob der Mann mehr Ruhm erreicht; schließlich ist Obama der Politiker. 4,2 Millionen Dollar hat die Firma Obama 2007 verdient, gemeinsam. Er nennt sie "Boss" und sagt, sie sei "ein bisschen gemeiner als ich". Einer aus seinem Kreis sagt, er sei fröhlicher, optimistischer, sie sei ärgerlicher, sarkastischer, aber die Mischung, seine Hoffnung und ihre Wut, sei die Kombination, die in der Politik etwas auslöse. "They get things done", so redet Hyde Park über die Obamas.

Sie geht nicht so manisch ins Fitnessstudio wie er, nicht täglich, aber sie trainiert, und jeden Freitag fährt sie zu Friseur und Maniküre. Michelles Freundinnen sagen, dass sie keine Karriere gewollte habe, sonst hätte sie sie gemacht; sie habe mal hier und mal dort gearbeitet, weil es ihr um die Arbeit und nicht um den Posten gegangen sei. Sozialer Wandel sei das, was sie interessiere, und nun verstehe sie die Zukunft als Chance, weil sie niemals mehr werde bewegen können als in der Rolle der First Lady. Wenn zwei ihr kleines gleichberechtigtes System formen, brauchen sie die Demonstration weiblicher Selbstbestimmtheit wahrscheinlich wirklich nicht mehr.

Vielleicht wissen beide, dass sich mit der Präsidentschaft alle Türen öffnen: Danach werden Michelle und die Kinder tun können, was sie tun wollen; sowieso, wenn es denn eine erfolgreiche Präsidentschaft gewesen sein wird. Das Glück kommt zu der, die warten kann, manchmal.

Freitag im Schneesturm Chicagos, der letzte Tag vor den Ferien, die fünfte Pressekonferenz in fünf Tagen. Obama stellt seine Arbeitsministerin vor und verlangt schon wieder eine Kulturwende, diesmal einen Kapitalismus, in dem "ein jeder nicht nur von der eigenen Gier motiviert ist, sondern vom gemeinsamen Gut". Und in der sechsten Reihe sitzen Newton Minow und Ehefrau Jo, er im feinen Anzug, sie im feinen Kleid, beide jenseits der 70, beide sehr stolz.

Ihr Präsident.

Ihre First Lady.

Ihr Paar.

Newton Minow war Partner bei Sidley Austin, der Anwaltskanzlei in der Innenstadt. Michelle Robinson arbeitete damals für ihn, 19 Jahre ist es nun her, sie war im ersten Jahr nach ihrem Harvard-Abschluss, hatte mit Prominenten zu tun und mit Urheberrecht. "Sie war gescheit, sie wollte etwas werden", sagt Minow. Aber sie war nicht überall beliebt: Über ihren direkten Vorgesetzten hinweg beschwerte sie sich über minderwertige Arbeit; "dabei durfte sie mehr machen als andere im ersten Jahr", sagt der einstige Vorgesetzte.

Newton Minow lacht, als er das hört und sicher ist, dass er es richtig verstanden hat mit den zwei Hörgeräten. "Ach, die alten Geschichten. Michelle war gut", sagt er.

Und dann kam ein Anruf. Martha Minow, Professorin der Harvard Law School und Minows Tochter, sagte ihrem Vater, es sitze da der beste Student ihres Lebens in ihrem Kurs. Erstsemester zwar, aber "Dad, du musst ihn nehmen". Und Newton Minow heuerte nie Erstsemester an, aber er nahm diesen Obama, der Rest ist Geschichte, beinahe. Oder Mythos, eher dies.

Die Obamas erzählen ja gern, wie er sie umwarb, sofort hingerissen, und sie sich zierte. Wie sie ein Eis aßen. Und dann noch eins. Wie es aber doch nicht ging, innerhalb der Firma. Mit einem Praktikanten! Und wie nach langem Kampf der Barack die Michelle eroberte, wie Craig den Barack auf dem Basketballplatz testete und seiner Schwester würdig befand, eine Märchenliebe eben, den Ehering überreichte er beim Dessert, und da sie nicht gestorben sind ...

Newton Minow lacht und sagt, das sei damals ruck, zuck gegangen. "Die hatten sich gerade kennengelernt, da haben meine Frau und ich sie im Kino beim Popcornautomaten gesehen. Und das war ihnen peinlich." Und jetzt kichern die Minows, und vorn verlässt gerade der künftige Präsident den Raum, Freier von einst.

"Er hatte diese seltene Mischung aus Temperament und Intellekt, er war smart und attraktiv wie sonst niemand", sagt Minow. Und Michelle? "Wohlerzogen. Und schön. Ein wunderbares Paar, nicht wahr?"

Michelle Obama trägt breite Gürtel, Kleider und Röcke und keine Kostüme. Seltsam war dieses schwarze Kleid mit dem roten Gesprengsel am Wahlabend: Ein Vulkan sollte es sein, angeblich, es sah eher nach einer Schusswunde aus und nicht so geglückt. Aber sie integriert Diverses, wechselt gern, sie mag Farben. Eine neue Ikone? Die schwarze Diana?

Ihre Stärke: Mode ist nicht ihr Erkennungsmerkmal. Sie wirkt wie eine intelligente Frau, der ihr Körper und die Mode Spaß machen. Die Perlenketten ... nun ja. Aber sonst: Freiheit und Mut. Ihr Geheimnis: Sie versteckt nichts. Sie zeigt ihren Willen, die Größe, ihre Weiblichkeit, präsentiert ihren Erfolg, ihre Kinder, sogar ihr Alter. Und bei alldem hilft ihr Mann ihr schon, indem er sie bewundernd ansieht, egal, was sie tut.

Vielleicht lieben sie sich einfach. Der große Zauber. Dagegen wäre dann vieles machtlos, vielleicht sogar in Washington.

Er geht gern spazieren, das kann er nun vergessen; sie wird es nicht vermissen, sie fährt lieber Auto. Wie wird das Leben wohl werden? Über solche Dinge reden die Obamas in diesen Tagen, es wird nun ernst, zwei Wochen noch.

Malia Obama sagt: "Ich werde an dem Tisch sitzen, an dem Abraham Lincoln saß. Das wird große Gedanken machen."

Barack Obama sagt: "Wir werden den ehrwürdigen Ort ein wenig öffnen. Für Kinder unserer Freunde und Mitarbeiter, für Kinder aus Washington."

Es gibt einen Tennisplatz neben dem Weißen Haus, die Obamas spielen gern im gemischten Doppel; Basketballkörbe sollen aufgestellt werden. Einen Kraftraum haben sie in Camp David, den werden beide nutzen. 100 000 Dollar stehen zur Verfügung für Umbaumaßnahmen, der Denkmalschutz ist zu beachten.

Sie ist die Managerin des Übergangs in allem, was die Familie angeht. "Du verbringst eineinhalb Jahre mit Wahlkampf und hast dann sechs Wochen, dein ganzes Leben auf den Kopf zu stellen", sagt sie.

Obama hatte seiner Frau versprochen, mit dem Rauchen aufzuhören, wenn sie ihn im Wahlkampf unterstütze; sie hielt ihre Zusage, er seine meistens. "Sie ist eine sehr gute Polizistin, aber ich will selbst ein Vorbild sein, was gesunde Lebensführung angeht, schon für meine eigenen Kinder", sagt er. Sie sagt: "Amerika, ruf mich an, wenn du ihn rauchen siehst."

In Washington wird sie die Kinder schützen müssen, "First Mom", so nennt sie es. Das Weiße Haus ist sicher, auch die private Sidwell-Friends-Schule hat Erfahrung mit Prominenten, schon Chelsea Clinton ging dorthin. Damals aber gab es Facebook noch nicht oder YouTube; wie man Präsidentenkindern im Medienzeitalter die Privatsphäre erhält, hat unter diesen Bedingungen noch niemand getestet.

Er wird sofort mit der Wirtschaftspolitik beginnen, dort im Weißen Haus, das Obama ja schon jetzt, vor dem Einzug, verändert hat. Eine seiner wesentlichen strategischen Entscheidungen war, seine Berater und den ganzen Stab im West Wing aufzuwerten gegenüber den Ministerien. Sogar Energie- und Gesundheitsexperten hat Obama dort um sich versammelt, "er will da eine schlagkräftige Mannschaft haben", sagt David Axelrod.

Wie er regieren will, kündigt Obama immer wieder an: nachvollziehbar. Überprüfbar. Ehrlicher als sein Vorgänger.

Was ihm Sorgen mache, hat er vor einigen Tagen den Kollegen von "Time" verraten, die ihn zur "Person of the Year" gekürt hatten. Zunächst sei da die Wirtschaft, sagte er: "Selbst wenn wir eine ganze Serie richtiger Schritte veranlassen, ist es möglich, dass wir uns in zwei Jahren noch immer nicht erholt haben." Dann Afghanistan, diese ganze "sehr ernste Lage", aufgeheizt noch durch Pakistan und Indien. Drittens der Nuklearschmuggel. Und viertens, um diese "happy list" abzurunden: "Klimawandel. Alle Indikatoren weisen darauf hin, dass es schneller geschieht, als selbst die pessimistischsten Forscher vor einigen Jahren gedacht hätten."

Die Leute von "Time" stellten dann eine ziemlich gute Frage: Woran können die Wähler ihn in zwei Jahren messen?

Obama sagte: "Haben wir dieser Wirtschaft geholfen, sich von der schlimmsten finanziellen Krise seit der Großen Depression zu erholen? Haben wir finanzielle Regulierungen eingeführt, die sicherstellen, dass sich diese Art Krise nicht wiederholt? Haben wir gutbezahlte Jobs geschaffen, die es Familien gestatten, sich selbst zu versorgen? Haben wir nennenswerte Fortschritte bei dem Versuch gemacht, die Kosten der Gesundheitsversorgung zu senken und den Schutz auszudehnen? Haben wir mit dem Zehnjahresprojekt begonnen, Amerika zu einer Volkswirtschaft neuer Energien zu machen?"

Michelle, so haben sie's besprochen, soll seine Brücke in die Welt sein. Die Verbindung zu jenem Leben, wie es mal war. Zu den Kindern, den Freunden, auch zu den Wählern. Er sagt: "Wie durchbreche ich die Isolation dieser Blase, die einen Präsidenten umgibt? Wie bekomme ich Informationen von jenseits dieser zehn bis zwölf Leute, die mein Büro umgeben?"

Er hat seine Blackberrys, aber noch ist nicht sicher, ob er die Dinger behalten darf, aus Sicherheitsgründen.

Er hat Michelle.

Als es vorbei war, damals, am 5. November in Chicago, am Morgen nach der Wahl, schlief Barack Obama ein wenig länger, zum ersten Mal seit 18 Monaten, und Michelle brachte die Kinder zur Schule, wie immer. Lehrer und Schüler und Eltern klatschten und kreischten, die Mädchen hoben die Rucksäcke wie Schutzschilde.

"Das ist so peinlich", sagte Malia.

"So wird das jetzt immer sein", sagte Michelle, "aber ich bin da."


DER SPIEGEL 2/2009
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Der Boss des Präsidenten