Eine Erfindung des deutschen Ingenieurs Gerd Niemöller könnte das Gesicht der Flüchtlingslager und Slums der Erde verändern: ein Haus aus Papier. Entwickelt wurde es in Zusammenarbeit mit Dritte-Welt-Experten von der Bauhaus-Universität in Weimar. Bei Kiel lässt die Schweizer Firma The Wall derzeit die Maschinen montieren, mit denen die Partner vor Ort passgenaue Wände für die Fertighäuser erstellen können. Die Maschinen pressen die in Kunstharz getränkte Zellulose vollautomatisch bei 160 Grad Celsius zu stabilen Waben mit dem 25fachen Volumen des ursprünglichen Materials. Die luftigen Platten dämmen gegen Hitze und Kälte und sind wegen ihrer Elastizität auch für das Bauen in Erdbebengebieten geeignet. Das "Universal World House" mit 36 Quadratmetern bietet einer Großfamilie Schutz, soll mindestens 50 Jahre halten und nur 5000 Dollar kosten. Die ersten Siedlungen sollen demnächst in Kooperation mit dem Hilfswerk World Vision in Simbabwe entstehen. Auch Nigeria hat bereits 2400 Häuser bestellt.
DER SPIEGEL 3/2009
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