16.02.2009

IRAN Konkurrenz für Chatami

Der frühere Staatschef Mohammed Chatami, der sich erneut für das Präsidentenamt bewirbt, bekommt Konkurrenz im eigenen Reformlager. Ex-Parlamentspräsident Mehdi Karrubi, der wie Chatami als vergleichsweise liberal gilt, will auch am 12. Juni antreten. Angeblich hat er schon Ende vergangenen Jahres mit Revolutionsführer Ali Chamenei über seine Kandidatur gesprochen. Gegenüber dem SPIEGEL hatte Karrubi beteuert: "Chatami und ich treten nicht gegeneinander an." Karrubi hat geringere Aussichten auf einen Wahlsieg als sein Rivale, könnte ihm aber schaden. Denn ein zweiter Kandidat aus dem Reformlager dürfte die Wählerschaft spalten und Chatami wichtige Stimmen abnehmen. Der ehemalige Präsident ist in Iran nicht mehr so populär wie vor acht Jahren: Er hat in seiner Amtszeit viele Wähler enttäuscht, da er sich gegen die Radikalen nicht durchsetzen konnte. Amtsinhaber Mahmud Ahmadinedschad hingegen hat verlässliche Anhänger in Streitkräften, Sicherheitsdiensten und Revolutionsmilizen. Allerdings sind auch die Reihen der Konservativen nicht geschlossen: Die sogenannten Pragmatiker unter ihnen wollen ebenfalls mindestens einen Kandidaten aufstellen, etwa den Teheraner Bürgermeister Mohammed Ghalibaf oder den einstigen Atomunterhändler Ali Laridschani.


DER SPIEGEL 8/2009
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