21.02.2009

BELEUCHTUNGSTECHNIK Ewiges Licht

Jahrzehntelang ging fast nichts voran in der Welt der Leuchtkörper, und nun kommt eine Neuerung nach der anderen. Die britische Firma Ceravision arbeitet seit zehn Jahren an einer Lichtquelle, die noch sparsamer leuchtet als die besten Energiesparbirnen. Obendrein soll sie fast ewig halten - in der Regel jedenfalls länger als die Lampe, in der sie steckt. Im April will Ceravision den Beweis antreten und die ersten dieser Hightech-Leuchten auf den Markt bringen. Sie sehen aus wie gewöhnliche Birnen oder Leuchtröhren. Neu ist das Innenleben: Mikrowellen erzeugen das Licht. Als Leuchtkörper dienen gläserne Ampullen, die mit Edelgas und Spuren von Metallsalzen gefüllt sind. Dieses Gemisch wird von außen durch die gezielte Mikrowellenstrahlung zum Leuchten angeregt. Die neue Technik kommt ohne Quecksilber und vor allem ohne Elektroden aus, die in vielerlei Hinsicht heikel sind und mit der Zeit verschleißen. Das Mikrowellenlicht dagegen wird auch nach Tausenden Betriebsstunden kaum schwächer, und es benötigt zwischen 30 bis 55 Prozent weniger Energie als herkömmliche Sparleuchten. Allerdings kann die energiereiche Strahlung lebendes Gewebe erhitzen; sie benötigt, wie auch im Mikrowellenherd, eine Abschirmung. Die Firma beteuert, dass ihre Leuchten höchstens ein Zehntel der Strahlung eines Mobiltelefons abgeben. Die ersten Leuchten, zwischen 200 und 5000 Watt stark, sind für Fabriken, Straßenlaternen und Fußballstadien gedacht. Haushaltstaugliche Birnen sollen bald folgen.


DER SPIEGEL 9/2009
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