02.03.2009

GESTORBENGünter Kochan

Günter Kochan , 78. Er wollte mit seiner Musik den Aufbau der DDR begleiten, feiern und fördern - und er profitierte davon. Der aus der Niederlausitz stammende Komponist bekam viermal den Nationalpreis und war Vizepräsident des Komponistenverbandes. Er wollte, so sagte er, seinen "spezifischen Beitrag als Komponist, Genosse und Staatsbürger" leisten. Seine Werke, von eingängigen, strammen Jugendliedern ("Wir lieben unsere Heimat") bis zu Symphonien, Kammermusik, Filmmusik, einer Oper und einer Ernst-Thälmann-Kantate, standen unter dem Einfluss seines Lehrers Hanns Eisler und bewegten sich im unwegsamen Grenzgebiet von sozialistischem Realismus und ideologisch ungebundener Moderne. Die Werke Kochans, zu dessen Schülern Udo Zimmermann und Friedrich Schenker gehörten, wurden nach der Wende so gut wie nicht mehr aufgeführt. Günter Kochan starb am 22. Februar in Hohen-Neuendorf bei Berlin.

DER SPIEGEL 10/2009
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