30.03.2009

KIRCHEUnglückliche Bischöfe

Über die Angriffe des Kölner Kardinals Joachim Meisner auf Bundeskanzlerin Angela Merkel ist die Mehrheit der deutschen Bischöfe unglücklich. Meisner hatte am vergangenen Freitag in der "Bild"-Zeitung die Kanzlerin noch einmal scharf wegen ihrer "öffentlichen Papstschelte" angegriffen und eine Entschuldigung für den "Fehler" verlangt, den er als "eine der größten Fehlleistungen" bezeichnete. Die Deutsche Bischofskonferenz war selbst überrascht über die Kritik des Kardinals, für sie ist der Vorfall beigelegt, seit Merkel mit Papst Benedikt XVI. dazu vor sieben Wochen telefonierte. Einige Bischöfe vermuten als Grund für Meisners späten Ausbruch einen Auftritt der Kanzlerin vor der Katholischen Akademie in Berlin am Dienstag vergangener Woche. Die Leitung der Akademie hatte nicht eine kritische Frage aus dem Publikum zu der Papstschelte zugelassen, die bei vielen Gläubigen auf Unverständnis gestoßen war. Meisner soll sich über die "lauen Katholiken" in Berlin geärgert haben, die nichts zustande brächten.

DER SPIEGEL 14/2009
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