Noch keineswegs entschieden ist das Duell zwischen dem abgesetzten Präsidenten Marc Ravalomanana, 59, und seinem jungen Widersacher Andry Rajoelina, 34. Vor zwei Wochen war Rajoelina mit Hilfe der Armee in den Präsidentenpalast der Insel eingezogen, während sich Ravalomanana nach Swasiland absetzte. Doch nun scheint sich die Stimmung zu drehen, Rajoelina ist gezwungen, erste Zugeständnisse zu machen. Die Anhänger des alten Präsidenten demonstrierten am Donnerstag vergangener Woche zu Tausenden für dessen Rückkehr - und zwar auf jenem "Platz des 13. Mai", auf dem zuvor Rajoelina mit jugendlichem Charme und Eloquenz die Massen für sich mobilisiert hatte. USA und Europäische Union hatten den Putsch kritisiert und Hilfen für das Land, das zu den Ärmsten der Welt gehört, gestoppt. Die Afrikanische Union setzte die Mitgliedschaft Madagaskars aus, die Staatengemeinschaft des Südlichen Afrika SADC erwägt sogar Sanktionen gegen den Inselstaat. Das wäre ein harter Schlag für Rajoelina, den ehemaligen DJ, Medienmann und Bürgermeister der Hauptstadt Antananarivo. Für Anfang April hat er nun Gespräche mit Vertretern der Vorgängerregierung angekündigt, um die Lage wieder unter Kontrolle zu bringen. Die Helfer des geflohenen Staatschefs wollen aber nur unter zwei Bedingungen annehmen: Ravalomanana müsse als Präsident an den Gesprächen teilnehmen und die Uno oder die SADC als Vermittler eingeschaltet werden. Beides dürfte für Rajoelina unannehmbar sein.
DER SPIEGEL 14/2009
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