06.04.2009

VERLAGE Springer wirbt um den Bruderkuss

Der Axel-Springer-Verlag bemüht sich um den berühmten "Bruderkuss" von Erich Honecker und Leonid Breschnew. Das Bild des russischen Künstlers Dmitrij Wrubel ist das bekannteste Werk in der Berliner Mauer-Ausstellung East Side Gallery. Weil der Mauerabschnitt vollständig saniert werden muss, wurde das Kunstwerk vor wenigen Tagen entfernt. Wrubel, der vor der Zerstörung seines Bildes nicht gefragt wurde, ist empört. Vergangene Woche traf sich "Bild"-Chefredakteur Kai Diekmann mit dem Künstler, um die Konditionen auszuloten, unter denen Wrubel das Werk für den Verlag neu malen würde. Einig wurde man sich aber bisher noch nicht. Nach Diekmanns Vorstellungen soll der "Bruderkuss" auf einem Mauerstück vor dem Berliner Verlag ausgestellt werden. Für den Konzern hat der "Bild"-Chef schon diverse Mauerstücke gekauft und werkelt nun an einer großen Inszenierung zum 20-Jahre-Mauerfall-Jubiläum. Wrubel dürfte neben dem Preis für das Gemälde auch daran gelegen sein, künftig an dem Marketing-Hype um sein Werk mitzuverdienen, bei dem er bisher leer ausging.


DER SPIEGEL 15/2009
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung der SPIEGEL-Verlag Rudolf Augstein GmbH & Co. KG.

Dieser Artikel ist ausschließlich für den privaten Gebrauch bestimmt. Sie dürfen diesen Artikel jedoch gerne verlinken.
Unter http://www.spiegelgruppe-nachdrucke.de können Sie einzelne Artikel für Nachdruck bzw. digitale Publikation lizenzieren.