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INTERNET

Fahrlässiger Umgang mit Passwörtern

Selbst große Konzerne schützen ihre Websites mit allzu simplen Passwörtern, die sich sogar von Amateuren in Minuten knacken lassen. Dem SPIEGEL liegt eine vertrauliche Liste mit Hunderten von Firmen-Passwörtern vor, die Sebastian Schreiber von der Sicherheitsfirma Syss mit "sehr wenig Aufwand" aus einer Internet-Datenbank des Adressverzeichnisses namens Ripe gefischt hat. Unter den Firmen befinden sich ein Nahrungsmittelriese, eine Bank, eine Wirtschaftsberatungsagentur, ein großer Webdienst-Anbieter. Sie alle hätten eine Menge zu verlieren durch einen Hackerangriff. "Es wäre ein Leichtes, den Webtraffic dieser Firmen illegal abzuwürgen, umzuleiten oder E-Mails heimlich mitzulesen", sagt Schreiber. Sichere Passwörter sollten aus über einem Dutzend Buchstaben, Zahlen und Sonderzeichen bestehen. Stattdessen wimmelt es in der Ripe-Datenbank von Passwörtern wie "adventure", "TestTest", "4664". Eine große Versicherung vertraut auf "beruhigt", ein Institut für Ernährungssicherheit auf "Karotte", ein Flughafen auf "purgatory" - englisch für Fegefeuer. Doch viele Ertappte reagierten nicht einmal, als sie auf die Nachlässigkeit hingewiesen wurden; und auch die Verwaltung der Ripe-Datenbank hat es trotz mehrerer Nachfragen monatelang versäumt, von den Nutzern bessere Passwörter einzufordern.


DER SPIEGEL 19/2009
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