04.05.2009

ARCHÄOLOGIEFrühe Christen waren Fischesser

Als die frühen Christen den Fisch zu ihrem Symboltier erhoben, wählten sie womöglich einfach ihr Hauptnahrungsmittel. Um herauszufinden, wovon sich die Christus-Anhänger ernährten, hat ein Archäologen-Team um Leonard Rutgers von der niederländischen Universität Utrecht Proben von 22 Skeletten aus der Calixtus-Katakombe untersucht, der ersten christlichen Gemeindekatakombe Roms. Die dabei gefundenen Isotopenwerte sprechen für eine Diät, die fleischarm, aber reich an Süßwasserfisch war. Der Anteil an Fisch - wahrscheinlich direkt aus dem Tiber - lag den Wissenschaftlern zufolge bei 18 bis 43 Prozent der insgesamt verzehrten Speisen. Tiber-Fisch galt damals als Arme-Leute-Essen. Aus den Messungen ziehen Rutgers und seine Kollegen im "Journal of Archaeological Science" den Schluss, "dass zumindest die kleine Gruppe, die wir untersucht haben, aus sehr einfachen Leuten bestand".

DER SPIEGEL 19/2009
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